Kastrieren oder abwarten?

  • Der Zwerg :roll:

    Das Problem ist, Henry ist ja altersbedingt, etwas langsamer im Kopf, sieht schlecht und hört auch schlecht. Er bekommt eben das leise quäken( statt knurren :lachtot: ), das zittern der Bäckchen und co nicht mit uns hat dann gleich die Zähne im Pelz.

    Was dann im Schreck zu "eh du Idiot, was beisst du mich?" führst und gleich ne Schlägerei im Gang ist. Sie haben sich noch nie verletzt und Blut floss auch noch nie, auch wenn es immer tödlich aussieht und sich anhört.

    Beim zweiten Trinkgang wollte Harvey erst wieder hinschießen und stunk machen, hoppste dann aber ohne Zutun meinerseits zurück und setzte sich mit etwas Abstand hin und wartete. Natürlich nicht, ohn Henry, als der vom Napf wegging, böse anzuschauen.

    Denken, schauen und motzen ist erlaubt, Pfotengreiflich wegen so eine, Scheiß zu werden, nicht.

    Männer :roll:

  • Lach, mein Köterchen meinte heut auf der Treppe drängeln zu müssen... Joah, also umdrehen, wieder hoch und in meinem Tempo wieder runter.

    Gefiel dem jungen Mann auch überhaupt nicht.. Frauchen, die Spaßbremse!!! erwähnte ich schon, dass ich mit der Spaßbremse sehr zu seinem Bedauern gut leben kann?

  • Kenn ich auch :lol:

    Mitunter denke ich über eine Kellerhaft nach, aber im Großen und ganzen, sind sie ganz ok.

    Aber Rumgezickt wird nicht grundlos. Wenn Henry ihm seinen Knochen wegnehmen würde wollen, bitte Zähne frei, hau rein. Aber vom Wassernapf wegbeissen, weil ihm gerade jetzt eingefallen ist, dass er nun unbedingt trinken muss und er keine 10 Sekunden warten kann, nö, is nicht. :p

  • Lach, da mein Keller noch dreiviertel des Inventares unseres ehemaligen Ladens enthält entfällt die Kellerhaft.

    Ich muss mir da doch was anderes einfallen lassen.

    Hmm, grundloses Rumzicken wird bei mir auch abgestellt. Hat er einen Grund, nun ja, auch da ist dann hinschauen angesagt... eben bei anderen Hunden größentechnisch.. Ich Zweifelfall klär lieber ich als das der Jungsiegfried versucht zu klären.

  • Ich melde mich zurück mit einem kleinen Erfahrungsbericht zu Tuyok nun unter Einfluss des Kastrationschips und der Trainerin.
    Die Rangeleien der Hunde untereinander sind besser geworden und Tuyok heult auch nicht mehr die ganze Nacht. Beim spazieren gehen klappt es gut wenn mein Partner die Leine hält. Aber das ist ein Problem das ich bewältigen muss und mit dem Hund nichts zu tun hat. Die Trainerin hat mir gezeigt wie ich Tuyok abdränge und ihm so körperlich zu verstehen gebe, welche imaginäre Linie er nicht zu überschreiten hat, aber ich bin wohl noch zu zaghaft. Ich habe ihm einmal versehentlich auf die Pfote getreten und er hat aufgejault. Ich möchte ihm nicht weh tun und bin einfach zu vorsichtig mit ihm. Die Trainerin sagt, daß Tuyok kein Sensibelchen ist und ich bei ihm nicht weiter kommen werde, wenn ich ihn freundlich bitte, doch an meiner Seite zu laufen.
    Bei mir zeigt Tuyok auch viel mehr Frustverhalten als bei meinem Partner. Zum Beispiel schnappt er in die Leine oder mault vor sich hin, wenn ich ihn nicht hingehen lasse wo er hin will. Mein Mann wirft ihm einen einzigen Blick zu und er ist ruhig. Das frustriert mich im übrigen auch. Ihm scheint es leichter zu fallen als mir. Ich bin jemand, der sich mehr den Kopf zerbricht und alles richtig machen will. Dadurch mache ich sicher auch Fehler. Aber ich merke auch, daß Tuyok mir mehr Aufmerksamkeit schenkt, seit wir mit der Trainerin arbeiten.
    Er zerstört trotzdem noch gern Dinge. Mehrere Schuhe, eine Jacke, ein Couchkissen und unser Gartenschlauch sind ihm unter anderem zum Opfer gefallen. Mein Mann hatte sich neue Laufschuhe gekauft und Tuyok hat es geschafft, die Plastiktüte, den Karton und einen Schuh zu zerkleinern, während mein Mann gerade seine Jacke aufgehängt hat und schnell die Toilette aufsuchte.
    Beim Essen ist er immer wieder mal aufdringlich. Während unser Mischling artig auf seinem Platz liegen bleibt, kommt Tuyok oft in die Küche und nervt am Tisch. Aber auch hier ist zu beobachten, daß er es von der Situation abhängig macht. Isst mein Mann allein, wagt er nicht, auch nur einen Fuß in die Küche zu setzen. Essen wir zu zweit, reagiert er allermeist nur darauf wenn mein Mann ihn wegschickt. Ich kann mir Fusseln an die Lippen reden, der Hund bewegt sich nicht. Und wenn Gäste da sind, bettelt er bei diesen und fängt an zu jaulen, wenn man ihn ignoriert. Und natürlich harrt er auch geduldig neben dem Hochstuhl der Tochter meines Mannes aus, die große Freude daran hat, dem hungrigen Wolf ein paar Happen zukommen zu lassen. Wir unterbinden das natürlich und sind inzwischen dazu übergegangen, ihn während des Essens in seine Box zu sperren. Schließen wir nur die Türen, zerstört er aus Frust etwas im Haus.
    Zusammenfassend kann ich von dem Kastrationschip und seiner Wirkung eigentlich nur berichten, daß unser Wolf nicht mehr aus Weiberjagd geht und sich nicht mehr vor Liebeskummer verzehrt. Er frisst wieder ganz normal und wirkt im Haus etwas ruhiger. Wie ein Bilderbuch-Hund benimmt er sich aber nicht. Mein Mann sagt, daß wir abwarten werden, bis die Wirkung des Chips nachlässt. Sollte er wieder anfangen, beim Geruch einer Hündin so in Stress zu geraten, wie es vor dem Chip der Fall war, ist er bereit, das Tier kastrieren zu lassen. Aber er sagte auch: "Wegen natürlicher Geilheit werden meinem Hund die Eier nicht abgeschnitten. Du hast auch gelernt, nicht auf alles rauf zu springen, was dich anmacht." :hust: Mir wäre es ja auch lieb, dem kleinen Wolf die Operation zu ersparen.
    Ich bin auch schon der Ansicht, daß Tuyok ein toller Hund ist und sich seiner Rasse entsprechend verhält. Es mag nach meinen Erzählungen vielleicht nicht so erscheinen, aber wir erleben auch viele sehr schöne Sachen mit ihm und ich möchte ihn nicht mehr missen. Es gibt kein Problem, an dem man nicht arbeiten könnte, das sagt auch die Trainerin. Er ist kein verhaltensgestörter Hund und zeigt nichts, was beunruhigend oder nicht zu lösen wäre. Das motiviert mich und natürlich auch meinen Mann, weiter mit dem Hund zu arbeiten.

  • Ich finde, dass das doch alles schon recht gut klingt und die Einstellung deines Manns zum Thema Kastration finde ich sehr gut :gut:

    Das mit dem Dinge zerstören ist vielleicht nicht schön, klingt aber sehr rassetypisch :D Ich bin ja eher beim Saarloos zuhause, kann mir aber vorstellen, dass es beim Tschechen ähnlich ist: die Zerstörungswut wird im Laufe der Zeit in der Regel besser, wenn er nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit anfängt Frust zu schieben.

    Und zum Thema Training: zumindest die TWH die ich kenne sind recht kernige Hunde, die sehr genau merken, ob du voll hinter deinen Taten stehst oder nicht. Also hör mehr auf deinen Bauch und weniger auf deinen Kopf. Aber so wie deine Trainerin klingt, wird sie dir sicherlich helfen deinen Weg mit Tuyok zu finden.

    Viele Grüße
    Frank

  • An Tuyoks Zerstörungswut müssen wir ganz arg arbeiten. Ich bin zur Zeit nicht zu Hause, da ich meinen Bruder unterstützen muss. Mein Mann ist mit den Tieren allein zu Hause und weil Tuyok nicht gut allein bleiben kann, bringt er ihn zu einem Freund, der auch einen Hund hat und von zu Hause aus arbeitet, wenn er selbst zur Arbeit geht. Vorhin bekam ich einen Anruf von meinem Mann. Sein Freund musste seinen Hund und Tuyok kurz allein lassen, da er etwas besorgen musste. In den ca 70 Minuten seiner Abwesenheit hat Tuyok eine Zweisitzer Ledercouch im Büro des Freundes zu zerfetzen und ein Bücherregal umzustürzen, welches einen Glastisch zertrümmert hat. Außerdem hat er die Wohnungstür, den Türrahmen und die Wand daneben zerkratzt und zerbissen. Den Hunden ist nichts passiert und die Versicherung wird es wohl bezahlen. Aber ich bekomme mit diesem Hund langsam graue Haare. Er ist schon zweimal aus der Transportbox ausgebrochen während unserer Abwesenheit. Sperren wir ihn in ein Zimmer, zerstört er etwas darin. Würden wir die Abstellkammer räumen und die Tür verstärken, hätten wir eventuell eine Chance auf ein intaktes Haus nach unserer Rückkehr, aber die Kammer ist vielleicht 4 qm groß und hat kein Fenster, so etwas kann man einem Hund ja nicht antun.
    Er ist ein relativ gut sozialisierter Hund, der kein Problem mit anderen Hunden hat und für den es kein Problem ist, bei einem unserer Freunde zu bleiben, auch, wenn er sie noch nicht so lange kennt. Aber er hört nicht auf Dinge zu zerstören. Wenn er bei einem Spaziergang seinen Willen nicht bekommt, reißt er Gras aus dem Boden, beginnt zu graben oder stellt Kaninchenstreu aus Ästen her, wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, die Leine zu zerbeißen. Im Auto heult er in einer Tour und hätte er nicht mittlerweile einen Metallkäfig im Auto hätten wir keine Rückbank mehr. Er bekommt genug Dinge, die er kauen darf und hat Kauspielzeuge zur ständigen Verfügung. Wir haben bereits versucht, ihm seine Spielzeuge nur zu überlassen, wenn er allein ist und sie ansonsten weg zu sperren. So sollte er ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken, wenn er sie mal bekommt und unsere Einrichtung in Ruhe lassen. Aber das hat auch nicht funktioniert. Er lässt die erlaubten Dinge links liegen und sucht sich bewusst etwas, was verboten ist, um es zu zerstören. Unsere nächste Trainerstunde ist leider erst wieder Anfang Januar. Es ist zum Verzweifeln und ich habe Angst, daß es niemals besser wird und dieser Hund unter lebenslanger ständiger Beobachtung stehen muss.

  • Ich will dir ja keine Angst machen, aber es kann durchaus sein, dass du den Hund niemals sehr lange alleine lassen kannst ohne das so etwas passiert. Muss nicht sein, kann aber. Wurdet ihr nicht vom Züchter darüber aufgeklärt, dass solche Dinge bei der Rasse nunmal passieren können?

    Ich kann dir nur empfehlen, dich mit anderen Besitzern von TWHs kurz zu schließen. Es hilft echt, wenn man "Leidensgenossen" hat.

    Viele Grüße
    Frank, dem am Wochenende das Auto von seinem Hund umdekoriert wurde

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