• Hallooo!

    Ich habe einen nun vierjährigen Golden Retrieverrüden, unkastriert, mit dem ich fast jeden Abend zusammen
    schwimmen gehe :smile: . Seit einiger Zeit ist es jedoch so, dass er kein Ende findet.
    Er ist immer mehr aufgeregt, zittert richtig (eben so wie ein "Balljunkie").

    Wenn ich dann gehen möchte, so nach 1-2 Stunden, bleibt er einfach im Wasser, hört nicht (obwohl das sonst
    kein Problem ist). Wenn ich ihn dann an der Leine habe, muss ich ihn am Brustgeschirr mehr oder weniger mitziehen.

    Der Weg zum Parkplatz dauert ewig, weil er an jeder Bucht sich hinlegt, heult und wieder ins Wasser will. :fear:
    Ablenkung etc. hilft null.

    Kennt das jemand? Was kann ich tun ?

    Liebe Grüsse Geischtli und der wassersüchtige Retriever....

  • Vielleicht einfach mal weniger schwimmen gehen? Ihm etwas anderes zum austoben anbieten, z.B. joggen und dann vielleicht nur noch 2-3 Mal die Woche zum schwimmen.

  • Das hab ich auch schon probiert. Er geht zusätzlich jeden 2. Tag abends mit zum Mountainbiken, je nach Temperatur. Hat leider auch nix geholfen, sondern war nur noch schlimmer. Ist halt schade, ihn dann daheimlassen
    zu müssen, aber SO stresst es ihn einfach nur.

  • Schwierig... wenn es deinen aber Hund so sehr stresst, und er schon hochfährt wenn er nur merkt dass es ans Wasser geht dann würde ich die Ausflüge zum Schwimmen reduzieren.
    Es gibt ja sehr viele Möglichkeiten den Hund zu beschäftigen - Fährtensuche, Tricks, Dummytraining... Was macht ihr denn sonst mit ihm was ihm Spaß macht?

  • Hallo,

    ist nur eine Verständnisfrage: Aus Deinen ersten beiden Posts könnte man schließen, dass Du fast täglich 1 - 2 Stunden mit Deinem Hund schwimmen gehst und ihn zusätzlich noch jeden zweiten Tag mit zum Mountainbiken nimmst.

    Das wäre ein irres Bewegungsprogramm und ich glaube, dass es nicht wirklich so ist, aber es wäre hilfreich, wenn Du konkretisierst, wie z.B. ein Wochenprogramm tatsächlich aussieht.

    Ich kann einiges von dem, was Du beschreibst nachvollziehen, da mein Hund auch eindeutig wasserverrückt ist. Nur dass er sich an Buchten nicht hinlegt und heult, sondern auf einen unaufmerksamen Moment meinerseits wartet und dann überraschend durchstartet. In der Situation gibt es nur ein Rezept: Loslassen.

    Finde ich natürlich blöde. Deswegen wird daran mit Trainer gearbeitet und ansonsten Wassernähe eher gemieden.

    Aber eins ist bei meinem Hund auffällig und scheint mir auch bei Dir durchzuklingen: sowas wie ausgepowert, zufrieden, müde sein tritt nie ein. Im Gegenteil, noch Stunden später zuhause möchte mein Hund Beschäftigung und kommt schwer runter. Das ist ganz anders an Tagen, wo wir Nasenarbeit gemacht haben. Das habe ich zur geistigen Auslastung angefangen.

    Vielleicht solltest Du auch mal überlegen, ob Du die körperliche Aktivität zurückfährst zugunsten kopfmäßiger Auslastung.

    LG Appelschnut

  • Also, ich will mal versuchen, es zu konkretisieren. Wir sind so 1-2 Stunden am See, er ist viel mit mir
    am Schwimmen. Ich habe aufgehört, ihn dort Gegenstände apportieren zu lassen, da es ihn zu sehr
    stresst. Also schwimmt er nur, so wie er will. Wir sind immer zu zweit am See, einer von uns bleibt draussen,
    damit mein Hund nicht das Gefühl hat, er muss uns hinterher. So plantscht er am Ufer herum, schwimmt, steht im
    Wasser....

    Am Bike kommt er so 2-3 x die Woche mit, ca. 40 min. Ich wohne in den Bergen, also läuft er in seinem Tempo
    den Berg hoch. Allerdings nur, wenn die Temperatur passt. Also kann es schon mal sein, dass es abends zu warm
    für ihn ist und er dann nicht mitkommt.

    Daheim ist er sehr ruhig, null gestresst....

    Beim normalen Gassigängen bzw. draussen im Garten mach ich ab und an Suchspiele mit ihm, Nasenarbeit, er kann diverse Kunststücke. Ich lasse ihn apportieren, was ihm auch viel Spass macht. Er zeigt dabei völlig normales Verhalten, wenn ich merke, dass er dabei hochfährt, genügt ein Kommando wie "genug"
    dann ist er wieder ganz ruhig.

    Aber eben, beim Wasser klappt das nicht. Ich sehe ihn als ruhigen ausgeglichenen Hund, der Sport liebt, Nasenarbeit etc. ebenso. Aber Spaziergänge am Wasser oder eben auch das Schwimmen stressen ihn unheimlich.

    Letzte Woche war ich zb. statt dem Biken mit ihm wandern. Der Wanderweg verlief flach entlang eines Bergbaches. Tja, es lief dann so, dass er im Bach gelaufen ist, mich die ganze Zeit fixiert, sehr gestresst gewirkt hat. Selbst andere Hunde interessieren ihn dann nicht. Abrufen hat meist funktioniert, wenn ich ihn an die Leine nehme, bleibt er entweder liegen, heult (weil er ins Wasser will) oder zieht....weil er ins Wasser will. Ich hab dann die Wanderung abgebrochen, bin einen anderen Weg zurück.

    Vielleicht ist es wirklich mal das beste, eine zeitlang dem Wasser auszuweichen. Aber ich befürchte, dass er halt nix dabei lernt. Ansonsten ist er wirklich toll. Also kein nervöser, überdrehter Hund.

    Soo, vielen Danke für Eure Tipps!!!

    Liebe Grüsse Sandra und Paul

  • Ich würde den auf Entzug setzen, zur Schonung euerer Nerven. Denn anscheinend stresst es ja euch beide ziemlich heftig. Er soll lernen mit dem Frust umzugehen. Da du schreibst dass er sonst "normal tickt" ;) kann ich mir vorstellen dass ihr das recht schnell hinbekommt. Es ist ja nicht so, dass er generell nicht mit Frust umgehen könnte, oder?

    Caron hat eine Zeit lang auch hochgedreht, kaum hat er Wasser von weitem (!) gerochen. Auch einen fast ausgetrockneten Bachlauf hat er über 100te Meter aufgestöbert. Ihn im Freilauf vom baden abzuhalten war unmöglich, ich musste schneller sein und ihn festhalten.

    Jetzt haben wir das nicht mehr so stark. Wenn ich sage ne, jetzt wird nicht gebadet, dann akzeptiert er das, grummelnd und mit einem Blick als wäre er der ärmste Kerl auf Erden, aber er akzeptiert es. Ich habe ihn lange Zeit konsequent nicht baden lassen wenn wir an einem Gewässer vorbei kamen. Und es besserte mit dem "älter werden". Er ist jetzt vier Jahre alt.

    Den Ausschlag für ein "Badeverbot" gab übrigens ein Erlebnis beim wandern: Caron stürzte sich kopfüber einen Steilhang hinunter in einen Wildbach - uns blieb fast das Herz stehen denn er kam kaum wieder raus weil das Ufer dermassen steil war. Wir hätten ihn nicht rausholen können, der Hang war ca. 30m hoch und abartig steil...

  • Hallo Kathrin,

    das kommt mir SEHR bekannt vor :), ich glaube, er würde in der Wüste noch Wasserstellen finden.
    Paul geht (meist) nur auf Kommando ins Wasser, ein Nein wird zwar meist akzeptiert, also wenn ich schnell
    genug bin...aber eben..dieser Blick ;).

    Stimmt, es stresst mich schon....wenn mein Freund beispielsweise den See durchquert und ich mit Paul
    ihn auf der anderen Seite abholen möchte...uiii kaum möglich. An jeder möglichen und auch unmöglichen Stelle
    wird versucht, wieder ins Wasser zu kommen...ohne Leine würde er hinterherschwimmen. Ich brauch dann ewig um den See zu umrunden...ein sturer Retriever, der sich immer wieder hinlegt und nicht von der Stelle zu bewegen ist und lautstark heult. Nein, dass mach ich nun nicht mehr.

    Komisch ist nur, dass sich das mit der Zeit so gesteigert hat. Er ist jetzt auch vier, aber SO wars noch nie.

    Das lustigste was ich bisher mit ihm erlebt hab: am Meer, wir waren den ganzen Tag am Wasser. Wie gesagt, damals war die "Wassersucht" noch nicht so ausgeprägt.

    Auf dem Heimweg hab ich noch ein bisschen Personensuche gemacht, das liebt er. Plötzlich ist er weg. Auf dem
    ziemlich trockenen Wanderweg hat er "Wasser" gefunden. Leider war es ein Moorloch. Hab ihn nicht mehr wieder
    erkannt. Von oben bis unten tiefschwarz, zähes Moorzeugs....uiui. Tja, eben, wenn ich nicht schnell genug bin....

  • Othello dreht bei Anblick von Wasser auch total durch. Im Grunewald kennt er den Weg zum See. Ab einer bestimmten Stelle des Weges seh ich dann nur noch eine Staubwolke und ich finde meinen Hund mit 1000%iger Wahrscheinlichkeit im Wasser. Da könnte der Schlachter mit dem Bimmelwagen vorbeifahren und Filetstücke aus dem Fenster werfen.
    Ihn vom Wasser fern zuhalten ist Arbeit und er wartet wirklich pingelig genau auf die eine Millisekunde, in der ich nicht richtig aufpasse. Mit ihm an der Leine wo spazieren gehen wo Wasser ist, uff... :tropf: Selbst in der HuSchu versucht er immer wieder, irgendwie zum Wasser zu kommen, und da ist es nur son kleiner Pool ;)
    Und so eine Moorlochstory hatten wir auch schon. Als ich Othello dann darin stehend gefunden habe und gerade was rufen wollte, damit er da raus kommt, muss ich mit ansehen, wie das Viech genüsslich den Kopf komplett in die Mocke taucht... :muede: (Ich finde schwarze Labradore ja schön, aber nicht so umgefärbt! :roll: )

    Den Hund auf "Entzug" zu setzen, ich weiß nicht... Könnte ihn eventuell beim nächsten Schwimmspaziergang noch mehr hochdrehen. Nach dem Motto "OH GOTT, hier war ich SO LANGE nicht mehr, wer weiß, ob wir ÜBERHAUPT noch mal hier hinkommen!" und dann völlig am Zeiger dreht.
    Wenn Othello kein Ende findet, schnapp ich ihn mir und leine ihn an. Oder renne einfach weg. Die Entscheidung "Frauchen oder Wasser" fällt ihm leichter zu meinen Gunsten. ;) Sobald wir im Bus sind und allerspätestens zu Hause, legt er sich eh hin und pennt...

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!