Wunsch 2. Hund wann ist der ideale Zeitpunkt?

  • Den Überlegungen von Fräulein Wolle kann ich nur zustimmen. Ich habe immer einen älteren und einen jüngeren Hund. Ein Altersabstand von ca 4-5 Jahren finde ich für mich ideal. Ein etwas größerer Altersunterschied verhindert die reine Rentnergang in ein paar Jahre und während der eine Hund schon in der Erziehung gut gefestigt ist und man sich wirklich gut kennt, kann man sich auf den Neuzugang konzentrieren.
    Durch besondere Umstände habe ich dieses Mal nicht einen sondern zwei Jungspunde. Es ist ziemlich anstrengend und unglaublich zeitintensiv. Sehr viel mehr Hobbies darf man da nicht mehr haben!

    LG

  • Wir haben unseren 2ten Rüden dazugeholt, als unser erster Rüde keine Baustellen mehr hatte, mit 3 Jahren. Wir haben uns bewußt einen problematischen Hund dazugeholt und haben es nicht bereut. Das muss aber jeder selber wissen.

    Bevor der Ersthund nicht aus den Baustellen raus ist, würde ich keinen zweiten Hund dazuholen, vor allem nicht, wenn der erste in der Pubertät ist.

    Einem muss bewußt sein, dass es sein kann, dass der Ersthund, obwohl scheinbar Baustellenfrei, dann doch wieder rumspinnt. Unser Ersthund war früher leinenaggressiv. Wir waren mit dem Thema soweit eigentlich durch, als unser Zweithund hinzukam, hat er trotzdem so ca. 3-4 Wochen am Rad gedreht. Danach war es wieder gut.

  • Wir haben ziemlich schnell einen zweiten Hund dazu geholt: Lola war damals etwas über 1 Jahr alt als im Jahr drauf Bella dazukam. Ich würde es (heute) nie wieder tun: Lola war/ist noch nicht fertig gewesen, sie hat heute noch Baustellen, die Bella gerne mit übernimmt, wenn wir zu zweit unterwegs sind. Außerdem ist Lola ein Einzelhund, sie braucht keinen zweiten an ihrer Seite, Bella wird nur geduldet, nicht akzeptiert, sie geht ihr zu Hause aus dem Weg. Lola wäre alleine glücklicher, bin ich mir ziemlich sicher. Sie genießt die Spaziergänge, nur wir zwei beide. Ist mein Mann mit Bella mit, ist sie nicht so ausgeglichen, neigt sehr zum pöbeln und motzen, wenn uns andere Hunde entgegenkommen, sie fühlt sich in Bella's Nähe einfach nicht wohl. Auch beim Gassigehen muss sie keine anderen Hunde dabei haben, mit denen sie spielt o.ä. Wenn wir jemanden treffen, mit dem wir ein Stück laufen können ist gut, aber brauchen tut sie es nicht. Bella könnte in einem ganzen Rudel leben und jeden Tag mit zig Hunden zusammen Gassigehen, das wäre ihr egal, sie ist da ziemlich anpassungsfähig.
    Das alles weiß ich heute (4 Jahre später), daher würde ich mit einem zweiten warten, bis der erste fertig (nahezu baustellenfrei) ist und schauen, ob Dein Hund einen zweiten braucht oder ob Du einen zweiten möchtest, weil Du denkst, Deiner wäre dann glücklicher. Es muss halt passen. Unser Alltag sieht heute so aus: ich gehe mit Lola, mein Mann mit Bella, wir gehen getrennt. Mit Beiden zusammen ist purer Stress (auch wenn jeder einen an der Leine hat). Kann mein Mann nicht, aus welchen Gründen auch immer, gehe ich erst mit dem einen und dann mit dem anderen. So macht mein Mann es auch, er ist unter der Woche vor mir zu Hause und lässt dann die Hunde, nacheinander raus. Kostet ihn jedesmal eine Stunde. Sehr zeitintensiv, muss man als vollberufstätig erst mal aufbringen, ggf. auf eigene Interessen (bei mir Sport) verzichten (ist aber selten).

    Das alles muss man sich vorher überlegen.

    LG Marion

  • daanke für eure erzählungen, das hat mir meine befürchtungen nochmals bestätigt..ich denke vorallem der aspekt ob mein erster hund überhaupt einen zweit hund braucht finde ich eine gute überlegung, natürlich werde ich warten bis mein grosser seine baustellen behoben hat, dies hat mir auch meine trainerin geraten, wollte doch mal von euch hören wie es so aussieht....
    vielen dank für eure erfahrungsberichte...gerne mehr...und tolle fragen und gedanken sind bei raus gekommen die ich von alleine nie gemacht hätte.....

    :gut:

  • Zu dem Thema "braucht der Ersthund überhaupt einen Kumpel" möchte ich auch noch noch meinen Senf abgeben. Bei Max sind wir genau darauf gekommen, dass er einen Kumpel braucht, weil er andere Hunde einfach liebt, unheimlich gerne mit ihnen spielt und agiert. Er wirkte zwar so auch nicht unglücklich aber er ist so ein richtiger kleiner Schnösel, der freundlich in die Welt springt und alle Hunde lieb hat.

    Unser Mr. Big, also der Zweithund, war anfänglich ein Hund der andere Hunde überhaupt nicht zu brauchen schien. Lange Zeit habe ich hier noch angezweifelt, ob unsere Entscheidung wirklich so schlau war, denn ich hatte oft den Eindruck, dass Max für ihn nur lästiges Beiwerk war. Seine Menschen waren Biggi eindeutig wichtiger. Nun hieß es aber auch abzuwarten, denn er hatte ja alleine im Wald gelebt und somit gar keinen Kontakt zu anderen Hunden gehabt, geschweige denn mit Hunden gespielt. Sein einziges Streben und Denken war ja seinem eigenen Lebenserhalt gewipnet.

    Im Lauf der Zeit hat sich dies jedoch immer weiter verändert. Und nach ein paar Monaten fing er tatsächlich an zu spielen und agierte immer aktiver mit Max, wo er sich vorher nur mühsam zum spielen animieren ließ. Er fing an immer mehr die Nähe von Max zu suchen, immer mehr mit ihm zu interagieren, mit ihm zu spielen und und und ... sie wurden ein richtiges Dreamteam und Big ist mittlerweile ein richtig alberner Hund, der Max genauso braucht, wie Max ihn.

    Schön ist es wenn sowas von Anfang an klar ist aber je nach Vorgeschichte und Hund kann sich das auch im Laufe der Zeit entwickeln. So denke ich, dass es auch sein kann, dass ein Ersthund tendenziell wirkt, als würde er keinen Kumpel brauchen aber mit ihm trotzdem aufblüht.

  • Oder ein Hund, der andere Hunde immer toll fand, will zu Hause lieber doch keinen haben, der IMMER da bleibt...

  • Zitat

    Oder ein Hund, der andere Hunde immer toll fand, will zu Hause lieber doch keinen haben, der IMMER da bleibt...

    :gut:

    Von daher denke ich, dass die Haupteckpunkte eher sind, dass der Ersthund aus dem gröbsten raus ist und dann kann man nur grob austesten, ob es passen könnte indem man z.B. den Neuzugang vorher öfters besucht und mit dem Ersthund vertraut macht. Garantien, dass es klappt hat man nie, dafür sind es halt Lebewesen und die "funktionieren" nunmal nicht nach "Lehrbuch".

  • Am Wichtigsten ist eigentlich, dass DU den Zweithund möchtest und es nicht machst, weil du deinem Ersthund einen Gefallen tun willst.
    Wenn du einen Zweiten möchtest und bereit bist, auf alle Eventualitäten einzugehen, auch mit nicht grade Liebe ziwschen beiden klarzukommen und zur Not auch einige Zeit getrennt gehst, dann mach es.
    Vernunft und Realität passen nicht immer zusammen. Ich würde aber auch warten, bis dein Berner geistig erwachsen ist und du ihn gut im Alltag im Griff hast und er keinen Unsinn mehr macht, auch wenn du mal 5 Minuten was anderes tust (kannste ja mit Handy rumspielen oder so testen, geht er dann stiften oder legt er sich hin etc.).
    Ansonsten muss das einfach jeder für sich wissen.
    Mein Hund ist noch nicht fertig, er wird es aber vermutlich auch nie wirklich sein, dafür sind die Probleme, die wir haben nicht Erziehungsbedingt, sondern ein Verhaltensproblem und das braucht Zeit.
    Dennoch werde ich nicht ewig auf meinen Zweithund warten.

  • Mein 2. Hund ist eingezogen, da war der 1. Hund etwa 4 Jahre alt. Davor habe ich mir darüber nie gedanken gemacht. Das hatte aber keinen speziellen Grund. Ich hatte nur einfach nie das "Verlangen" danach.

    Baustellen hat der 1. Hund immer noch zu genüge und wird die wohl auch sein Leben lang haben. Hätte ich danach entschieden wäre nie ein 2. Hund eingezogen. Der Grund für einen 2. Hund war damals vorwiegend das ich gerne nen Kumpel für den 1. haben wollte da wir sehr wenig Hundekontakte hatten. Sicher nicht der vernünftigste Grund, aber so wars damals halt.

    Es sollte eine mittelgroße Hündin werden die etwa im Alter des 1. Hundes ist, nicht ängstlich ist und generell kein unsicherer Hund.

    Geworden ist es eine kleinere, 6 Monate alte panische Auslandshündin :roll:

    Ob ich es bereut habe? Keinen einzigen Tag. Wirkliche mehrarbeit habe ich nicht. Ich gehe mit beiden zusammen auf den Hundeplatz (oder auch mal getrennt, je nachdem halt) und bin bisher nur sehr sehr selten getrennt spazieren gegangen. Eigentlich nur wo der 1. Hund verletzt war. Mittlerweile ist sie eine recht "unkomplizierte" Hündin. Die einzigste Baustelle die ich als "Problem" ansehe ist ihr starker Jagdtrieb. Aber auch das ist seit einiger Zeit ganz gut händelbar da wir so gut wie nie Wild begegnen. Ansonsten schreit sie bei Hundebegegnungen, macht aber nichts. Wirklich daran arbeiten tun wir nicht da wir hier vielleicht mal alle 3-4 Monate nen Hund treffen. In der Hundeschule macht sie das mittlerweile nicht mehr.

    Probleme die erst entstanden sind nachdem Hund Nr. 2 eingezogen ist gibts natürlich auch: Leinenaggro und klauen. Der 1. Hund war nie Leinenagressiv, seit die Hündin da ist war er es auf einmal da sie immer schreit wie am spieß. Mittlerweile haben wir aber auch das ganz gut im Griff (vorausgesetzt es kommt kein Hund zu ihm wenn er an der kurzen Leine ist, aber da wir eh nie welche Treffen ist das eher kein Problem).

    Ich würde es immer wieder so machen, auch wenn ich zeitweise mit 2 Hunden an der Schleppe unterwegs war. Es gibt nicht immer DEN idealen Zeitpunkt.

    Mitten in der Pubertät würde ich mir aber wohl keinen 2. Hund anschaffen bzw. nach keinem suchen.

  • Alsoo Apachi kam als Aimee 2 Jahre alt war. Ein Zweithund war eigentlich nicht geplant, er sollte Pflegehund sein (ich hatte nach dem Abi einfach eine Menge freie Zeit). Aimee hat schon noch die eine oder andere Baustelle, weshalb es eigentlich nicht in Frage kam einen zweiten Hund zu holen.

    Apachi ist ja schon 5 Jahre alt. Er hat in Prinzip keine Baustellen, außer eben noch das "perfekte" Hören und der Umgang mit Hund und Mensch. Das ist aber in Prinzip keine Baustelle, die es einem auf einem Spaziergang schwer macht.

    Er ist also geblieben ;). Er "fällt nicht besonders auf". D.h. auf Spaziergängen kann ich mich weiterhin auf die Arbeit mit Aimee konzentrieren. Apachi ist ein Hund der eher nebenherläuft. Dafür darf er neuerdings alleine mit zum Pferd (als Beispiel). So kommen alle auf ihre Kosten und es ist nicht mehr Arbeit.

    Ist nicht die Regel, in unserem Fall kam der "fertige" Hunde und deshalb hat es geklappt ;). Also entweder einen fertigen Hund oder Warten, sonst hat man glaube ich wenig Spaß :smile:

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