Hund will plötzlich nicht mehr allein bleiben

  • Drago haben wir vor 6 Jahren als Welpen bekommen, vom ersten Tag an war er immer mit unserer Hündin zusammen. Anfangs hat er ziemlich gebellt, wenn wir nicht da waren, aber da er ja Mary dabei hatte, wurde das schnell geklärt und wir hatten die ganzen Jahre überhaupt keine Probleme mit Allein-lassen.
    Nun mussten wir Mary vor einem Monat über die RBB schicken :sad2: , augenscheinlich vermisst er sie nicht, wenn wir da sind, ist er ganz der Alte, aber wenn wir arbeiten sind, bellt er ununterbrochen (Zum Glück wissen die Nachbarn Bescheid und verstehen unsere Lage).
    Wir haben auch ein Antibellhalsband gekauft, ohne Erfolg. Ich gebe ihm noch was zu knabbern (isst erst, wenn ich wieder da bin), mache keine große Wirtschaft, wenn ich losfahre, auch wenn ich wiederkomme, wundere ich nicht rum, sondern tue so, als wäre ich nie weggewesen. Selbst dann kriegt er sich nicht ein, noch 20 min (in meiner Abwesenheit), fiept er ganz hoch, das hört sich richtig heiser an, wie ein Schluchzen fast, aber sehr laut und ununterbrochen. Er ist dann auch gar nicht so wirklich "anwesend", wenn ich ihn anspreche, merke ich, dass er immer noch ganz weg ist mit seinen Problemen, er rennt auch wie angestochen durch die Wohnung und findet keine Ruhe.
    Was uns auffiel:
    Geht mein Freund zuerst, macht er nicht so ein Theater. Gehe ich aber als Letztes, dann verhält er sich so. Er ist aber auf meinen Freund fixiert, ich bin nur so für die Not :D .
    Kamera hatten wir mal aufgestellt, er ist sehr unruhig, rennt immer rum und legt sich immer wieder vor die Wohnzimmertür.
    Heute hat mir der Nachbar erzählt, (ich bin 8.10 los) von 8.15 bis 8.45 hat er durchgängig gebellt. Manchmal bellt er normal oder er jault auch sehr herzzerreissend, hört sich wohl richtig traurig an.
    Habt ihr Tipps, was wir machen können? Es ist ja auch für ihn eine Qual, wenn er allein ist, er muss es aber lernen. Einen zweiten Hund wollen wir uns zwar später wieder holen, aber erst, wenn wir hier nicht mehr wohnen und arbeitsmäßig auch mehr Zeit haben für einen Welpen. Außerdem ist mir die Gefahr im Moment zu groß, dass der Welpe sich das auch noch abgucken würde.
    Bin immer so ca. 4,5 Stunden außer Haus, haben aber erst mit 1 Std. angefangen (da war es kein Problem) und langsam gesteigert, trotzdem haut es nicht hin.
    Über jede einzelne Antwort würde ich mich sehr freuen. Habe richtig Angst, dass er allein gar nicht mehr klar kommt.
    Verzweifelte Grüße

  • er hat leider nie lernen können wirklich alleine zu sein. Er war immer mit der Hündin alleine und nun ist sie weg und er wirklich einsam.

    Nehmt euch die Zeit es ihm wie einem Welpen beizubringen!

    Ich habe ier ja auch ein Doppelpack und Resi hat mit Andiamos Training fürs Alleinesein erstmal abgenommen aber wir haben über Monate geübt dass er auch ohne Resi entspannt ist. Als er 5 Monate alt war schaffte er eine Stunde ohne sie, heute ist das alles kein Problem mehr.

    Man könnte euch auch zu einem Zweithund raten, der schon alleine bleiben kann aber das kann auch nach hinten losgehen und der Neue übernimmt das Verhalten des anderen. also würde ich lieber üben.

    LG Anja

  • Klingt komisch, aber beschreibe mal, wie so ein Morgen abläuft, bevor Du weg fährst.

    Mal als Beispiel von mir:
    - Aufstehen
    - Frühstück für mich
    - Hund pennt noch
    - Gassi mit Hund
    - Hund zur Ruhe kommen lassen
    - anziehen und fertig machen
    - Tasche schnappen und sagen .... ( ist bei mir so ein Ritual " Ich gehe arbeiten/einkaufen" )
    - Hundi nochmal tätscheln und weggehen

    Wie läuft das bei Euch?

  • Zitat


    Was uns auffiel:
    Geht mein Freund zuerst, macht er nicht so ein Theater. Gehe ich aber als Letztes, dann verhält er sich so. Er ist aber auf meinen Freund fixiert, ich bin nur so für die Not :D .

    Das verstehe ich auch noch nicht so ganz, ist vermutlich ein Schreibfehler. Also wenn dein Freund zuerst geht ist Ruhe? Wenn du zuerst gehst nicht? Oder umgekehrt? :???:

  • Bei uns läuft es so ab:

    Mein Freund fährt kurz nach 5 zur Arbeit (alle 3 Wochen Frühdienst, bei Spät und Nacht ist er ja auch nie allein), füttert Drago vorher noch.
    Herrchen weg- Drago springt mit ins Bett (ja, dafür bin ich wieder gut genug) :roll: und schläft weiter, endweder neben mir oder im Körbchen.
    Wecker klingelt, er steht auf und legt sich ins Wohnzimmer.(Ist gleich daneben)
    Ich gehe ins Bad und mach mich fertig (neuerdings schließe ich dabei die Tür und er muss draußen bleiben).
    Wenn ich mit allem fertig bin, setze ich mich vorm Laptop, esse was, erzähle etwas mit ihm, aber mit so viel, er liegt noch recht entspannt da.
    Laptop mach ich aus- er springt hoch und ist angespannt, wartet quasi schon, dass er mit kann.
    Ich ziehe schon Schuhe an, gebe ihm was zu knabbern- will er nicht, guckt mir nur ständig hinterher.
    Dann fängt mein "Tick" an, ich gucke tausend Mal, ob Herd aus ist, Fenster zu usw. Das kriegt er ja auch mit. Dann geh ich - nachdem ich mich minutenlang überzeugt habe, dass ihm hier nichts passieren könnte- sang und klanglos raus, höre aber schon, wie er die Nase an der Tür unten platt drückt und schnuppert.
    Wenn ich wieder komme, gucke ich gar nicht richtig hin (ich find es so herzlos :verzweifelt: ) und tue so, als wäre ich nie weg gewesen, also dass er das als Normalität ansehen soll, aber irgendwie kriegt er sich gar nicht mehr ein. Als Mary noch da war und ich nach Haus kam, da stand sie schwanzwedelnd hinter der Tür, wenn ich reinkam hat er sie immer in den Hintern gezwickt, sich auch gefreut, aber nach ein paar Sekunden hat er sich ganz ruhig ins Körbchen gelegt.
    Vielleicht erkennt ihr ja da irgendein Muster/Fehler von mir.

  • Zitat

    Das verstehe ich auch noch nicht so ganz, ist vermutlich ein Schreibfehler. Also wenn dein Freund zuerst geht ist Ruhe? Wenn du zuerst gehst nicht? Oder umgekehrt? :???:

    Also, wenn mein Freund als Letztes die Wohnung verlässt und ich länger nicht da bin, dann ist das alles gar kein Problem, dann bellt er nicht oder wenn nur mal kurz. Wie das aber frühs wäre, weiß ich nicht, bisher hat mein Freund Drago nur immer zum Nachmittag allein lassen müssen.
    Gehe ich aber als Letztes und mein Freund ist schon länger weg, dann geht das Theater los.
    Er ist extrem auf meinen Freund fixiert, also müsste es eigentlich ja umgedreht sein, dass er bei ihm Theater macht. Ich hab schon so überlegt, ob es vielleicht daran liegt, weil ich ja in seinen Augen ziemlich weit unten stehe, dass er es einfach nicht fassen kann, wie ich gehen kann, wenn er es doch nicht will?????
    Vielleicht mal noch zum besseren Verständis, wie das hier läuft:
    Ich gehe nur mit ihm in den Garten, da ich überhaupt nicht mit ihm raus kann, auf mich hört er nicht wirklich, zieht wie verrückt an der Leine, macht sein Ding, er sitzt teilweise hier und starrt meinen Freund an, also schon ein richtiges Anhimmeln. Wenn wir in der Wohnung allein sind, dann ist er mir gegenüber normal, aber ich merke schon, dass ich komplett abgemeldet bin, wenn mein Freund da ist.

  • Ich bin verwirrt.
    Dein Freund füttert und Du machst "relativ" wenig.
    Aber wer geht morgens mit ihm Gassi? :???:

    Was das wieder kommen angeht.
    Wenn er Mary in den Poppes gezwickt hat, dann war das eine Übersprungshandlung, meistens jedenfalls.
    Der Hund weiß nicht wohin mit seiner Freude und reagiert sich ab.
    Dafür könntest Du einen Kong an den Eingang legen.
    Kauen entspannt und nimmt Stress.
    Es gibt ja auch inzwischen richtig nette Kongs, die könntest Du zur Begrüßung an die Haustür legen.
    Wenn Du die Tür aufmachst, begrüßt Du ihn und gibst ihm den Kong und lobst ihn, wenn er drauf rumkaut.

  • Zitat

    Ich hab schon so überlegt, ob es vielleicht daran liegt, weil ich ja in seinen Augen ziemlich weit unten stehe, dass er es einfach nicht fassen kann, wie ich gehen kann, wenn er es doch nicht will?????
    Vielleicht mal noch zum besseren Verständis, wie das hier läuft:
    Ich gehe nur mit ihm in den Garten, da ich überhaupt nicht mit ihm raus kann, auf mich hört er nicht wirklich, zieht wie verrückt an der Leine, macht sein Ding, er sitzt teilweise hier und starrt meinen Freund an, also schon ein richtiges Anhimmeln. Wenn wir in der Wohnung allein sind, dann ist er mir gegenüber normal, aber ich merke schon, dass ich komplett abgemeldet bin, wenn mein Freund da ist.

    Was meinst Du damit, dass Du ziemlich weit unten stehst?
    Nimmt er Dich nicht ernst?

    Du gehst also nie mit ihm Gassi?? :???:

  • Hmmm... ich denk ja, da kommt eins zum anderen.

    Zuerstmal denke ich auch, das der Hund einfach nicht alleine bleiben kann.
    Das ist hier mit der Mulle ähnlich...wenn ich mit dem Flick alleine gehe ist
    "high life".

    Weiterhin scheint dein " Verhalten" beim Weggehen doch ggf. seine Reaktion
    zu forcieren.

    Also wäre mein Tip...neuer Zweithund oder alleine bleiben neu aufbauen und weniger
    Döns machen beim weggehen.


    Was machst du denn überhaupt mit dem Hund ? Wie regelt ihr den Tagesablauf?
    Grüße
    Susanne

  • Er hat mehrere Quitschekongs, Kuscheltiere, Taus usw zu liegen.
    Mein Freund geht frühs und auch sonst immer richtig raus, ich halt nur zum Pullern in den Garten oder als Begleitung.
    Bei Mary war es von selber schon so, dass sie viel an mir hang, aber für Drago existiert nur Herrchen. Ich nehme mal an, durch den Hundesport damals ist die Bindung da noch enger geworden, immer waren die zusammen weg und alles mit Hund hat mein Freund schon immer übernommen. Das sah ich immer als Problem und ich habe doch Recht, denn wenn ich mehr mit einbezogen wäre, wäre es für Drago nicht so schwer. Ich denke auch immer, Drago sieht mich mehr als Betreuung, nicht als Frauchen. Vor 2 Wochen, als das noch so "frisch" war mit Mary, da hatte Drago am ersten Tag hier allein auch die ganze Nachbarschaft unterhalten, von Di bis Fr hatte ich ihm mit zur Arbeit, hab mich dann draußen mit meinem Freund getroffen, um mit Drago nach der Arbeit rauszugehen und bin dann auch vorher mit ihm allein ne Runde gegangen, zwar mit Leine, aber immerhin. Er sah dann von weiten, dass mein Freund mit Auto kam und ist wie von der Tarantel gestochen hingerannt- mit mir an der Leine. Dennoch hatte ich das Gefühl, die Tage zusammen haben ihm gezeigt, dass es auch mit mir geht.
    Was mich auch selber nervt, ich bin so extrem ängstlich, dass ihm was passieren könnte, deshalb bin ich sogar meistens froh, dass mein Freund das Rausgehen übernimmt, ich würde ihn allein nie von der Leine lassen. Vielleicht übertrage ich sogar meine Angst auf ihn?

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