Wie die kleinen Feinheiten beim allein bleiben beibringen?

  • warum findest du es so schlimm, wenn er in deiner abwesenheit wandert? warum muss er auf seinem platz liegen, wenn du nicht da bist?

    ich erwarte von diego nicht, dass er in seinem korb bleibt, wenn er allein ist - mir ist ziemlich wumpe, ob er sich's dort bequem macht oder auf der Fußmatte oder unterm Regel, ob er seinen aktioneradius, den er hat, wenn er allein ist, durchwandert, aus dem fenster guckt oder sonstwas tut.

    vielleicht bin ich nicht "hundemensch" genug, aber ich hab dein problem nicht verstanden.

  • Jack einfach Jaulen und Bellen lassen, bis er aufhört Funktioniert nicht. Der hört von allein nicht auf, der beruhigt sich auch nicht von allein, wenn er einmal angefangen hat.
    Und gegen das rumwandern generell hab ich nichts. Nur hab ich das Gefühl das er dadurch eher noch Nervöser wird.

    Bleib hört er von mir jeden Tag, weil er mir sonst immernoch viel zu oft hinterher wandern würde. Da sind dann auch die Türen offen. Hatte es zum versuchszweck halt eben mal mit geschlossener Tür getestet.

    Mir hilft das mit der Webcam schon sehr, das ich selbst entspannter bin. Hatte vorher bei jedem Beller gedacht das Training ist gelaufen :fear: . Dabei Bellt er innerhalb der zeit die schon gut klappt nur bei Geräuschen von draussen und ist nach 1-2 Minuten wieder so wie vorher.

    @Deliria mit aufbruch Signale abtrainieren. Meinst du da sowas wie Jacke vom Kleiderständer nehmen, Schuhe anziehn ect...?
    Soweit bin ich noch nicht :D. Erstmal Wohnungstür auf und zuschließen, soll richtig klappen. Dann werd ich das ganze mal mit Schuhen probieren durch den Hausflur zu gehen.
    Meinst du mit Konditionierte entspannung sowas wie eine CD einlegen die er vorher immer gehört hat, wenn er entspannt war oderso? So richtig empfänglich isser für sowas nicht. Auch mit dem wort "Jack Schlafen" was ich lange versucht hab, klappts bis heute nicht wirklich.

  • Also Acidsmile durch diesen Text hört sich dein Problem schon ganz anders an.

    Also ich übertreibe nicht, wenn ich meinem Hund damals in der Wohnung 50 mal am Tag gesagt habe "Geh auf deinen Platz" immer und immer wieder, aber es war notwendig und meine Konsequenz hat sich ausgezahlt, dabei war ich auch, wenn nötig, sehr energisch. Fiepen und Aufmerksamkeitsversuche des Hundes werden ignoriert.

    Wie verhälst du dich sonst gegenüber deinem Hund in der Wohnung? Bekommt er immer Aufmerksamkeit, wenn er das will?

    Wenn dein Hund wirklich so unentspannt ist, viell. hilft eine gezielte Entspannungstherapie, also Massagen für den Hund, T-Touch usw...

    Beschreib doch bitte mal genau dein Training in der Wohnung.

    Jack läuft dir hinterher, du schickst ihn auf seinen Platz, was passiert dann? Lobst du ihn, wenn ja wie?

    Zuerst einmal sollte das Hinterherlaufen in der Wohnung sehr gut funktionieren, bevor irgendwas anderes trainierst...und zwar so das er liegen bleibt und wenn du das Gefühl hast er entspannt, geh zu ihm und Lob ihn so sanft, dass es ihn nicht hochpuscht, also mit ruhiger Stimme.

    Ich hab das Gefühl du arbeitest an mehreren Baustellen gleichzeitig

  • Die kleinen Feinheiten ... bei uns hat es geklappt, indem wir Joschi jeden Tag allein gelassen haben und jetzt immer noch darauf achten, dass er nicht mal eine Woche nicht allein bleibt, weil ich gerade frei habe, da gehe ich auch mal zum Müll oder zur Post runter und er ist eben nur 2 Minuten allein, bevor wir gehen, wird er vollständig ignoriert (kein Ansprechen, Anfassen, Ansehen).

    Sonst einfach Geduld. Joschi hat schnell gemerkt, dass Winseln, Fiepen, Bellen nichts bringt und es dann gelassen.

  • Ich würde das Ganze nun etwas stressfreier für den Hund, letztendlich auch für dich selber, trainieren.

    Es besteht die Möglichkeit, dass allein schon das Wort "bleib" bei ihn negativ verknüpft wurde, wenn er das hört, beginnt evt. schon sein Stress, er weiß, dass du ihn bei diesem Wort verlässt.

    Diese ganze "Bleib-Übung" würde ich an deiner Stelle in dieser Form nicht mehr betreiben.
    Setze es sowieso ein paar Tage aus, das macht den Kohl nicht fett!

    Die ganze Anspannung dieser Abläufe muss bei euch beiden heraus.
    Macht euch ein paar nette Tage ohne "bleib" ;)

    Danach erneut an die Sache herangehen, aber völlig locker, mit einem neuen Wort, was dir selbstverständlich über die Lippen kommt, wie z.B. ein freundliches "Tschüss, bis gleich" (den Hund nicht mitleidig, schuldbewusst und verkrampft oder voller Befürchtungen ansehen).
    Dann gehe doch einfach aus dem Raum heraus, lasse ihn hinter dir herlatschen, erst mal, um wieder "Ruhe" in die Sache zu bringen.
    Gehe am Tag 1 hin und her, hinsetzen, aufstehen, Jacke und Schuhe anziehen, hinsetzen, aufstehen, Glotze anmachen, Buch lesen, im DF schreiben, Jacke ausziehen.
    Veräppel ihn, laufe hin und her, bis er es satt ist, dich zu verfolgen, beachte ihn dabei nicht großartig.
    Das Hin und Her ist etwas Selbstverständliches, Tür auf, Tür zu dabei.
    Locker.
    Am Tag 2 das gleiche Spiel.
    Am Tag 3 schließt du die Tür eine Sekunde hinter dir, kommst gleich wieder herein, von mir aus lasse ihn wieder hinter dir herlatschen, er soll begreifen, dass nichts passiert, alles ist normal.
    Dann steigerst du die Zeit der geschlossenen Tür, ohne webcam, bleibe entspannt.
    Es soll völlig egal sein, was dein Hund hinter der Tür macht, egal, wo er sich hinlegt oder ob er vor der Tür steht.
    Lass ihn einfach machen.
    Alles bitte ohne das Wort "bleib".
    Du übst nun vier Monate, wenn ich es richtig verstehe.
    Und du hast geschrieben, dass es nicht mal um das richtige Alleinesein ging.
    Ok, es geht mich nichts an, aber wie kannst du deine Einkäufe etc. erledigen, ohne Hund duschen?

    Du stehst mit diesem Problem nicht alleine da, keine Sorge - meine beiden waren auch lange keine Helden, wenn sie alleine bleiben mussten, da wurde auch gebellt und geheult, ja, wie die Wölfe. :verzweifelt:
    Irgendwann habe ich gedacht:
    "Pech für euch, ihr werdet schon nicht sterben und lernen, dass ich zurückkomme".
    Mit dieser grausamen Einstellung habe ich mit einem Standard-Satz das Haus verlassen, bin locker geblieben und habe so geübt.
    Siehe da, es klappte schneller, als ich erwartet hatte.
    Woran lag es?
    Ich habe da einfach für mich kopfmäßig kein krampfhaftes Problem mehr daraus gemacht, keine Kamera, kein tägliches Üben, auch mal aussetzen oder eben weniger üben.
    Kein Ritual aus diesen Übungen machen, da entsteht schon den Stress für beide Seiten.
    Und was eben auch sein kann:
    Durch dieses Üben erhält er zunächst zwangsweise sehr viel Aufmerksamkeit, die du ihm aber durch das "Bleib" (ich gehe nun) wieder entziehst, durch dieses Kommando, was er durchaus hinbekommt, wartet er aber völlig angespannt auf die Auflösung (wann kommt sie wieder)...

    Ich gebe dir den Rat, alles umzugestalten und das Kommando "bleib" wegzulassen.

    Gruß
    Leo

  • Zitat


    @Deliria mit aufbruch Signale abtrainieren. Meinst du da sowas wie Jacke vom Kleiderständer nehmen, Schuhe anziehn ect...?
    Soweit bin ich noch nicht :D. Erstmal Wohnungstür auf und zuschließen, soll richtig klappen. Dann werd ich das ganze mal mit Schuhen probieren durch den Hausflur zu gehen.
    Meinst du mit Konditionierte entspannung sowas wie eine CD einlegen die er vorher immer gehört hat, wenn er entspannt war oderso? So richtig empfänglich isser für sowas nicht. Auch mit dem wort "Jack Schlafen" was ich lange versucht hab, klappts bis heute nicht wirklich.


    Ja, genau sowas meinte ich ;) Ich habs parallel mit Wohnungstür auf-/zumachen trainiert, da das ja in der Praxis auch direkt miteinander verknüpft ist später. Hat auch recht gut geklappt. Wohnungstür erstmal nur aufmachen und direkt wieder schließen, ohne rauszugehen, dann kurz raus und direkt wieder rein. So habe ich es zumindest gemacht.

    Für Musik oder ein Wort ist meine Hündin auch nicht empfänglich, daher haben wir ein Geruchstuch genommen für die Entspannung. -Wobei ich da nicht sicher bin, ob es mir oder dem Hund mehr hilft :D Ich habe gelesen, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Lavendelduftöl beruhigend wirkt und dass es Bellen verringert (gab eine Studie, wo das bei Tierheimhunden getestet wurde). Also haben wir es damit gemacht und es klappt für mein Empfinden sehr gut. Das Tuch wurde erstmal in entspannten Situationen angelegt, in denen ich sie ignoriert habe (so dass die Verknüpfung "Geruch = Entspannung ohne Sozialkontakt" aufgebaut wurde). Parallel dazu habe ich sie (wenn sie das Tuch nicht an hatte natürlich) immer wieder auf einen bestimmten Platz geschickt in dem Raum, in dem sie später auch alleine bleiben soll. Der Platz wurde dann schöngefüttert und es gab in diesem Zimmer auch keine wirkliche Alternative, also hat sie ihn gut angenommen. Im nächsten Schritt wurden dann Tuch und der spezielle Platz kombiniert. Im Ergebnis hat das so toll funktioniert, dass sie diesen Platz jetzt mit totaler Entspannung verknüpft und sich freiwillig dorthin zurück zieht, wenn sie Ruhe haben will. Auch dann, wenn ich in einem anderen Zimmer bin (das war früher anders).

    Ich gebe gerne zu, dass das sehr viel Schnickschnack ist. Als mein Trainer dieses Vorgehen vorschlug, war ich anfangs auch wenig begeistert, weil es eben einfach ziemlich aufwendig und langwierig ist. Aber inzwischen denke ich, dass es evtl. einfach Hunde gibt, die vom Charakter her so nervös, unruhig und klammernd sind, dass man irgendwann auch über alternative Wege nachdenken muss. Das "normale" rein-raus Training mit Unterbinden von Hinterherlaufen usw. (wobei ich übrigens stundenlang durch die Wohnung latschen konnte, sie ist trotzdem mitgelaufen.. also gings bei uns auch nur mit dem "beib" Kommando) hat für uns jedenfalls nicht funktioniert.. richtige Fortschritte macht sie erst, seit wir das System umgestellt haben :)


    Egal wie du's letztlich machst, ich wünsch dir viel Erfolg :gut:

  • Ich habs immer noch nicht ganz begriffen ? Wie ist es nun bei euch zu Hause ?

    Kann er dich zu Haus in Ruhe lassen ? Kann er sich komplett aus deinen Dingen raushalten ?
    Bleibt er auf Abstand, wenn du das willst ?

    Kann er sich überhaupt irgendwo entspannt ablegen und dich in Ruhe lassen ( auch, wenn du vielleicht was TOTAL Spannendes machst ) ?

    Könntest du ihn draussen irgendwo anleinen und weg gehen ? Was würde er da machen ?

  • muecke auf jede deiner Antworten kann ich mit Nein antworten. Ich brauch den auch wenn er entspannt da liegt nur längere Zeit anzusehn und er würd aufstehn und zu mir kommen.
    Üb derzeit draussen auch viel ruhig sitzen/stehn/liegen. Weil wenn ich direkt neben ihm bin, wird der schnell Frustriert, wenn er keine aufmerksamkeit bekommt. Also dreh ich Däumchen und er muss lernen damit klar zu kommen.

    @DieSchweizer den ganzen stress rausnehmen und alles mal anders zu versuchen wär vielleicht nicht verkehrt.
    Grad wegen der Sache mit dem Einkaufen undso mach ich mir ja son Druck das es klappen muss! Hab einen Supermarkt hier, wo ich ihn so anbinden kann das keine Kunden dran vorbei laufen und ich ihn die ganze Zeit durch die Fenster sehn kann.
    Bei jedem Einkauf lauf ich fast durch den Supermarkt :sad2: .

    @Deliria so wie du es beschreibst ist es mit Jack auch. Ich kann Stundenlang durch die Wohnung gehen. Der wird beim verfolgen niemals müde, oder gelangweilt.
    Magst du mir nen link schicken, wo ich das mit dem Duft und son Tuch herbekomme? Wäre mal ein neuer Ansatz.

    Zitat

    dass es evtl. einfach Hunde gibt, die vom Charakter her so nervös, unruhig und klammernd sind,


    Das beschreibt Jack exakt.

    Ich weiß eh das es sicher lange dauern wird. Als ich Jack bekommen hab konnte er von 0 auf 100, hat aber bis zu 3 Stunden manchmal auch länger gebraucht um von 100 wieder auf 0 runter zu kommen. Und dabei ist da nichtmal was passiert. Jetzt braucht er, wenn er wirklich mal wieder richtig hochdreht(dann passiert aber auch wirklich was spannendes für ihn), dann nur noch so 10minuten um wieder entspannt zu sein.

    Und vor 4 Monaten war ich noch mit meinem EX zusammen und es war für Jack rund um die Uhr immer jemand da. Und von meinem Ex hat er auch bei jedem niedlichen Blick, bei jeden gefiepe ect. ... aufmerksamkeit bekommen. Wenn alles nichts geholfen hatte hat Jack dann seinen Joker gezogen. Kopf aufs Knie legen und seufzen und schon war Jack wieder im mittelpunkt und ich wurd stattdessen Konsequent von meinem Ex ignoriert :headbash: .

    Also für Jack hat sich in den letzten 4 Monaten fast alles verändert.
    Die Fortschritte sind: Ich kann nen Türgriff in die Hand nehmen und die Tür schließen und werd nicht mehr panisch besprungen und festgehalten. Er hatte schon vor mehreren Wochen das dauerkleffen eingestellt, wenn ich ihn im Wohnzimmer allein gelassen hab um ins Badezimmer zu gehn. Er legt sich seit diesen Monat sogar ab und zu hin, wenn er allein im Zimmer ist. Und er legt sich ab und zu zum schlafen allein ins Wohnzimmer. Draussen bleibt er bis zu 10minuten schon neben mir sitzen, ohne mich anzubellen.
    Also das sind bisher so die Fortschritte die er in den letzten 4 Monaten gemacht hat.

  • Also nach deinem letzten Post wird nun deutlich wie dein Hund tickt.

    Meine Hündin ist genauso nervös, angespannt...gerade im Bezug auf Aufmerksamkeit.

    Und nun ist es auch nicht verwunderlich, wenn er extreme Verlustängste hat, nachdem Jack vorher quasi im Paradis lebte und den ganzen Tag Aufmerksamkeit von deinem EX bekommen hat.

    Was ich dir nur sehr ans Herz legen kann, wenn dein Hund da liegt, SCHAU ihn NICHT an. Den Hund direkt anschauen interpretiert er als "Ich darf zu dir kommen" du signailierst ihm damit, er soll zu dir kommen.

    Er bekommt eindeutig zu viel Aufmerksamkeit, so wird er sich nie entspannen.

    Also bitte Jack auf seinen Platz und kümmer dich einfach mal nur um dich, beachte deinen Hund nicht. Folgt er dir schick ihn wieder auf seinen Platz. beim weggehen bitte nicht anschauen, einfach ablegen lassen über den Hund drüber schauen.

    Meine Hündin ist auch immer auf Standby, eine falsche Geste und sie springt auf, ignoriere ich sie dagegen völlig entspannt sie, auch wenn Besuch da ist usw...Jack muss verstehen, und du musst das auch, das er nicht der Mittelpunkt der Erde ist.

    Glaube mir, ein guter Trainer, der sich mit solchen Sachen auskennt und das Buch, welches hier empfohlen wurde bringen dich weiter als alle Versuche die du alleine unternehmen wirst. Du bist noch mehr gefrustet, weil die Fortschritte zu gering sind.

    Es reicht schon 1 Stunde eines Trainers bei dir zu Hause, um festellen zu können was in eurer Kommunikation schief läuft, du bekommst neue Denkansätze, andere Sichtweisen auf das Thema und vor allem wirst du entspannter, weil dir jemand ganz neue Perspektiven aufzeigen kann.

    Weißt du meine Hündin, hat mir damals, als ich sie bekam, den Weg versperrt indem sie sich vor die Eingangstür legte. Es tat mir so leid, weil ich wusste, wenn ich jetzt den Raum verlasse geht das Theater los. Ich übte immer und immer wieder das sie sich auf ihren Platz legte, nach 3 Wochen Konsequenter Ermahnung usw. nach einem WE von heute auf morgen blieb sie auf ihrem Platz liegen ohne ein Wort von mir, ohne zu bellen und zu jaulen als ich die Wohnung verließ...es war ein Traum. Meine Cora tat mir damals so leid, aber ich musste nunmal arbeiten, das Allein-Bleibe Training wie beim Welpen konnte ich nicht anwenden.

    Bitte lass dir von jemandem Helfen, den ich weiß selber welch enormer Stress es für dich selber ist, deinen Hund so leiden zu sehen. Zuerst musst du dich schulen lassen, dann kannst du auch deinem Hund helfen.

    Grüße Andi

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