Unsicherheit an der Leine - wirkt aggressiv

  • Hallo ihr Lieben,

    da ich in der SuFu nichts wirklich passendes gefunden habe, mache ich mal ein eigenes Thema dazu auf. Falls ich jedoch etwas übersehen haben sollte, sind Links natürlich willkommen :)

    Also, das Problem ist folgendes: Mina ist an sich mittlerweile ein echtes Engelchen geworden, läuft gut an der Leine, hört immer besser etc. pp., soweit alles fein.
    Nur wenn wir Hunde treffen, dreht sie völlig auf (bzw. ab) - meistens geht es mit leisem Fiepen los und steigert sich dann irgendwann in Bellen, manchmal durchmischt mit Knurren, der Iro steht himmelhoch und sie legt sich in die Leine. Gleichzeitig wedelt das Schwänzchen :roll: wenn wir den betreffenden Hund dann erreichen (die meisten kennen wir ja schon), wird begrüßt und evtl. gespielt, oder wir gehen vorbei und dann ist auch sofort Ruhe.
    Unser Trainer ist der Ansicht, dass Mina lediglich unsicher ist bei Hundebegegnungen (-> Iro), dass da keine Aggression im Spiel ist. Kann ich mir auch nicht vorstellen, da sie nie zu einem Hund aggressiv war oder versucht hat sich zu beißen o.ä., sie freut sich immer tierisch. Wie gesagt, meistens wedelt das Schwänzchen mit :) und die Begegnungen selbst laufen stets friedlich ab; zickig wird sie nur, wenn der andere Hund sie anzickt. Jeden anderen fordert sie unentwegt zum Spielen auf, auch wenn der gar keine Lust hat :D

    Was würdet ihr nun an meiner Stelle tun? Ich weiß ja dass sie niemandem ans Leder will, aber ich sehe es fremden HH an dass sie denken Mina will ihren Hund fressen (würde ich auch denken), und das ist mir so unangenehm ... ich bin mittlerweile schon wesentlich ruhiger als zu Anfang, bleibe immer stoisch sozusagen und gehe einfach weiter wenn offensichtlich kein Kontakt gewünscht wird. Aber gerade neulich, da begegnete uns ein Labbi-Welpe, da hat ihn sein Frauchen schützend hinter sich genommen weil sie scheinbar dachte Mina ist aggressiv.

    Und das tut mir gerade für meinen Hund so leid. Ich würde ihr gern helfen, bei Hundebegegnungen ruhiger zu sein, damit ihr keiner mehr insgeheim vorwirft ein aggressiver Beißer zu sein ;)

    Hat da jemand Tips? Falls noch Fragen sind, immer her damit! In der HuSchu machen wir diesbezüglich nicht viel, da geht es nur darauf zu dass sie irgendwann (wann?) mal brav sitzen bleiben kann wenn Hunde (vorbei-)kommen. Ich würde aber natürlich gern jetzt schon was tun.

    Liebe Grüße und sorry für den neuerlichen Roman ...

  • Versteh ich nicht, warum da von eurem Trainer keine Hilfe kommt. Das mit dem "brav Sitzenbleiben", wenn andere Hunde vorbeigehen, kann doch nicht alles sein, was er euch beibringen will und kann. Ich würde ihn da unbedingt noch mal drauf ansprechen - du zahlst ja schließlich auch dafür.

    Dass sie anfängt zu bellen, wird Aufregung und Frust sein, wenn sie nicht hinkommt an der Leine.

    cazcarra

  • Dankeschön :)
    Ja, das mit dem Bellen wird wohl an der Leine liegen, aber den Iro stellt sie immer auf - auch an der Schlepp z.B., wenn sie gar nicht kurz gehalten wird. Und gerade DER wirkt auf viele Leute eben leider aggressiv, obwohl er (laut Trainer) bei ihr nur ein Zeichen ihrer Unsicherheit sein soll, wie sie zu reagieren hat. Ich weiß es auch nicht :ka: ich kann meinem Hund ja leider auch nur "vor'n Kopp" gucken :D und seine Erklärung klingt für mich plausibel, da sie - wie gesagt - sobald ein Kontakt zustande kommt niemals irgendein aggressives Verhalten gezeigt hat, nur Spielwut. Dasselbe übrigens bei Katzen - also das "aufdrehen", nicht die Spielwut. Ich lasse sie nie zu Katzen, weil ich lieber nicht wissen will ob sie wirklich nur mit ihnen spielen oder sie doch jagen will ...

  • Das kann durchaus Unsicherheit sein. Aufgestelltes Haar heißt lediglich "Erregung", nicht "Aggression". Um festzustellen, worum es sich im speziellen Fall handelt, muss die gesamte Körpersprache und das Verhalten beobachtet werden. Was du erzählst klingt nach Unsicherheit.

    Dennoch schade, dass du mit deinem Trainer nicht daran arbeitest (arbeiten kannst).

    cazcarra

  • Hi,

    was passiert den, wenn sie nicht zu dem Hund darf?

    Unsicherheit hin oder her...es ist trotzdem eine der häufigsten Ursachen
    für eine Leinenaggo. Frust muss Hund auch ertragen können.


    Grüße
    Susanne

  • Ja, wir arbeiten derzeit v.a. am Rückruf und an der Aufmerksamkeit allgemein, sprich dass sie mich auch anschaut wenn ich sie anspreche, auch unter Ablenkung etc. ... 2 Stunden von unserem Trainingspaket haben wir noch, ich werde sehen dass ich das nochmal explizit anspreche, vielleicht hat er ja doch noch einen Tip.
    Aber das mit dem Zeigen-Und-Benennen werde ich mir nochmal eingehend anschauen, klingt erstmal gut - ich hoffe nur sie macht da auch mit, mein Teenie-Hund hat derzeit sehr oft ihre "och nö, hab gerade keine Lust"-Momente/Tage :D

    @RatzundRübeI : wenn sie nicht hin darf, und wir vorbeigehen, ist sie quasi in dem Moment ruhig wo wir dran vorbei sind. Als hätte man einen Schalter umgelegt. Sie schaut sich in manchen Fällen nochmal um, aber ruhig, ohne sich weiter zu echauffieren.

  • Wenn er keinen Tipp hat, wär das mehr als traurig.

    Du hast einen Jungspund - die haben solche Tage. Das Training muss eben auf seine Möglichkeiten abgestimmt werden, damit Hund lernen kann.

    Solche Dinge lassen sich allerdings am besten vor Ort beurteilen - und da wäre dein Trainer durchaus gefordert.

    Mit Frust umgehen zu können, muss jeder Hund lernen - das dauert eben seine Zeit und ist auch immer eine Frage, wie man das anstellt.

    cazcarra

  • Da hast du wohl recht ...

    Was ihre Frustrationstoleranz angeht, die versuche ich im Alltag schon immer zu verbessern ... sei es dadurch dass wir eben die Tür zumachen wenn wir den Raum verlassen, damit sie nicht immer hinterherdackeln kann um uns zu "observieren", oder dass ich sie zum fressen schicke und sie nicht einfach losstürmen darf (ich lasse sie natürlich nicht ewig vor dem Napf sitzen, nur Sekunden ;) klappt aber 1a, da wir es seit dem 1. Tag so handhaben) ... ich merke gerade, ich sollte mir hier nochmal einiges zum Thema Frustrationstoleranz 'raussuchen, da gibt es sicher noch einiges was wir da einbauen können.
    Ich hoffte immer, dass ich mit ihr immer wieder an Hunden vorbeigehe ohne dass sie hin kann, würde da auch auf Dauer helfen - aber dem scheint nicht so zu sein. Ist mein erster Hund, ich lerne mit ihr ... :)

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