Frustrationstoleranz bei meinem Aussi-Border aufbauen

  • Hallo zusammen,

    kurze Zusammenfassung: Mein Aussi - Border Mischling wird Morgen ein Jahr alt und ist sehr gut erzogen bzw. ausgebildet. Er arbeitet mit mir auf Distanz, mit Handzeichen, geht nicht jagen, frisst nichts, was er nicht darf, ist supi beim Agi und ist generell ein sehr toller Hund.

    Unser Problem ist allerdings, dass Marley sehr schnell langweilig wird. Wenn wir im HuVerein warten müssen, bis wir dran sind, fängt er an zu knatschen. Ebenso, wenn die Busfahrt zu lang ist. Ich denke wirklich, dass er dann aus Langeweile knatscht, aber es nervt schon ziemlich, besonders andere. Wenn ich mit ihm arbeite, ist er ruhig, aber wenn andere dann an der Reihe sind, findet er es total blöd, da einfach abzusitzen oder abzuliegen. Er bleibt zwar im Kommando, heult aber rum.

    Meine Frage an euch: Wie kann ich ihm das heulen abtrainieren? ich kann ihn ja schlecht die ganze Zeit beachten. Gänzlich ignorieren scheint aber auch nicht zu funktionieren, das habe ich die ersten 5 Monate gemacht. Wirklich, jedes knatschen ignoriert. Er jammert auch nicht mehr, wenn er aua hat, weil er weiß, das bringt nichts. aber das knatschen während der Ausbildungszeiten bekomme ich ihm nicht abgewöhnt.

  • Hallo,
    Zeigt dein Hund dieses Verhalten auch in anderen Situationen, z.b wenn du Ihn lange irgendwo ablegst? Oder nur, wenn du unter Leuten bist? Ist es evtl. Auch etwas Nervosität? oder reiner Bewegungsdrang?

    Lg

  • So wie ich und der Hundeverein das interpretieren ist es Bewegungsdrang. Er hat auch keine Angst vor Menschen, geht auf jeden freundlich zu und ist generell sehr neugierig. Ansonsten knatscht er nur, wenn er raus will, weil er z.b. emma, unsere nachbarshündin gehört hat oder wenn ich sage "Micha kommt gleich" (Mein Freund ;)). Er gähnt auch dann manchmal und wenn er dann wieder an der reihe ist mit seiner Übung ist er ganz gespannt und wartet darauf, dass ich endlich rufe und dann kommt er angeschossen, ganz seinem Motto treu: "wer bremst, verliert".

    Danke Hummel, an was denkst du da genau?

  • Also ich habe eine Schäferhündin aus der Leistungszucht, die ist ähnlich aber bei ihr ist das Verhalten ein Mix aus Nervosität, riesen Freunde an der Arbeit mit mir und Bewegungsdrang gewesen. Sie musste bei mir also lernen, dass wenn ich sie auf einen Platz lege, sie sich entspannen soll, egal wie hoch der Reiz gerade für sie ist. Klingt schwer zu machen und das ist es auch :-).
    Aber da ich viel Geduld und Zeit investiert habe, klappt es wunderbar.
    1. Zuerst habe ihr vorm Training Bewegung verschafft und mit ihr etwas gespielt oder suchen lassen usw., damit sie erstmal runter kommt, sie war also bewegt worden und ruhiger aber noch fit genug um aufm Platz ne gute Figur zu machen :-) ( =Bewegungsdrang, Freude an der Arbeit...)
    2. gegen die Nervosität und Ungeduld habe ich sie oft abgelegt und ruhig gestreichelt, dann bin ich aufgestanden und habe vor ihr allein mit einem Ball oder mit ihrem Spielzeug gespielt, sie musste liegen bleiben. Aber nur so ganz neben bei ohne sie auf zu puschen, dann bin ich immer wieder hin und habe sie ruhig gestreichelt. Nach einiger Zeit klappte das hervorragend und ich habe z:b spielende Kinder oder spielende bzw. trainierende Hunde dazu geholt, also langsam auf gebaut und sie blieb ruhig. Das habe ich dann später auch auf den Hundeplatz übertragen.

  • Hallo Mandy,

    ich sehe, dass Du mit Marley hauptsächlich Beschäftigungen ausübst, die ihn körperlich hoch fahren, denn bei einem so aktiven Hund solltest Du vielleicht auch etwas tun, was ihn rein kopfmäßig auslastet.

    Zitat

    So wie ich und der Hundeverein das interpretieren ist es Bewegungsdrang.


    Das ist typisch für diesen Verein, denn von Hütehunden haben sie wenig, bis keine Ahnung. Glaube mir, ich spreche da aus Erfahrung und diese Erfahrung haben andere Hütehundhalter dort auch gemacht.

    Neben des Tipps von Rike solltest Du wirklich mal darüber nachdenken, Marley kopfmäßig mit Nasenarbeit auszulasten

  • Klassisches Problem, das eigentlich nur so behoben werden kann:

    Warten üben.

    Wer nicht ruhig warten kann, darf nicht arbeiten.

    Ich habe mit meinen letzten beiden Hunden ein Warteritual aufgebaut: Wird der Hund mit Leine abgelegt (anfangs mit Anbinden), dann ist Pause. Das habe ich mehrmal sie Woche in allen möglichen Situationen geübt - unter wenig Ablenkung, unter viel Ablenkung...

    Ganz wichtig: "Befreit" wird der Hund erst dann, wenn er sich ruhig verhält. Ruhig heißt nicht, mich in angespannter "Platzhaltung" anzuglotzen.

    Entspannt heißt, wirklich entspannt sein.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat


    Das ist typisch für diesen Verein


    aber ich bin seit einem Monat ca. nicht mehr da gewesen, sondern bin jetzt in einem Hundesportverein. MV Arnoldsweiler am Tagebau. Hatte ich dir doch auch in einer PN geschrieben? Hast du die nicht bekommen, weil ich wundere mich schon, dass ich keine Antwort bekommen habe.

    Die vom MV Arnoldsweiler haben viel mit Hütehunden zu tun, weil dort ca. 70 % der Mitglieder einen haben (Aussis, Border...). Die sagen auch, dass er einfach lernen muss, seine Langeweile auszuhalten, bzw. dass ich ihm das warten interessant machen muss.

    vielleicht können wir zwei uns ja mal treffen und du wirfst nen Blick drauf? Wobei es hauptsächlich wirklich nur dann ist, wenn wir in der Gruppe stehen, die anderen arbeiten und wir warten. Beim Agi verhält er sich in den Wartezeiten, wo er angebunden ist, meistens ruhig, auch wenn die anderen Hunde nicht immer ruhig sind.

  • Ich denke, dass die das so meinen, dass ich ihn ein bisschen ablenken muss. und das halt immer weniger. Dass ich zum Beispiel ein Leckerchen in der Hand halte und das in der Hand drehe, damit er sich darauf fixiert und nicht auf das warten.

    Beim Agi machen wir es so, dass mein Freund ihm immer ein Leckerchen gibt, wenn er ruhig ist. dadurch hat er das schnell kapiert.. und die Intervalle in denen er ein Leckerchen bekommt werden halt immer länger.

    Ich lobe ihn auch so zwischendurch, wenn er ruhig ist oder wenn er sich auf mich konzentriert und nicht auf die anderen.

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