Konsequent Grenzen setzen

  • Ich habe mal ein paar Fragen.
    Wie kann ich einem Hund möglichst gewaltfrei Grenzen setzen, die das Zusammenleben betreffen, dieser Hund sich aber in der Vergangenheit immer wieder darüber weggesetzt hat und ich zugegebener weise etwas schlampig war, was die nötige Konsequenz angeht.
    Beispiel: Hund soll in seinen Korb, er geht rein. Kommt aber von selber wieder raus.
    Reicht es da, einfach nur ein Nein anzubringen und ihn wieder reinzubringen, oder sollte ich anders vorgehen?
    Ich kann mich schlecht bei ihm durchsetzen und merke deutlich, dass er mich nicht immer ernst nimmt.
    Das möchte ich ändern, aber nicht mit der Holzhammer-Methode, sprich: Ohne großen Zwang.

  • Ich merk es grade selbst... anfangs nicht konsequent sein, heisst: 10fache Arbeit im Nachhinein.
    Bei Dritten lernen die Hunde oft schneller, weil sie den ja nun "nur" konsequent kennen. Wir hingegen sind schön manipulierbar, wenn Hund nur hartnäckig genug ist - so seine Lernerfahrung udn so wird er sich wohl auch verhalten. Was helfen kann, ist eine Umstellung der äusseren Bedingungen - wenn wir bei Freunden sind, wo von Anfang an klar war "Couch und Bett sind tabu" dann klappt das 10mal besser als zuhause. Leinenführigkeit am Halsband, wenn der Hund bisher nur Geschirr getragen hat und immer mit Ziehen zum Erfolg kam, kann ebenso hilfreich sein.
    In deinem Fall also: Körbchen an eine andere Ecke stellen und da neu starten :)
    Und je nach Hund würde ich nicht mal unbedingt ein "Nein" einbauen, sondern einfach nehmen, zurückbringen und erneut das Kommando geben. Eventuell kann es auch mal ein anleinen am Platz sein.

    Bei Abbruchhandlungen gehe ich auch schon mal über den Schock-Effekt (Wasser, Rütteldose), gut platziert reichen da 1-3 Einsätze bei meinen Beiden völlig aus.

    Aktuell erkämpfen wir uns mal wieder unsere Freiheit im Bett, heisst: Runter auf Kommando und dann unten bleiben bis zur offiziellen Einladung (oder bis wir tief und fest schlafen :hust: ) Der Lernerfolg ist wellenförmig - mal reicht eines, mal braucht es 10 Wiederholungen... aber im grossen und ganzen ist eine Tendenz zum guten hin zu erkennnen... wobei mich die "Lebendkontrolle" meiner Hündin (beim einschlafen alle 10min zu mir kommen und gucken, ob ich die Augen noch aufhabe) schon ein wenig amüsiert :D

  • Wenn du eine Lösung gefunden hast, gib mir bitte Bescheid. Ich habe genau das selbe Problem und mein Jungspund findet es zur zeit nicht für nötig auf dem zugewiesenen Platz zu bleiben. Egal ob sein Platz im Körbchen oder einfach Bleib als Kommando. ;-) Ich war dann doch nicht konsequent genug...

  • Keine Ahnung was für dich "großer Zwang" ist. Für den Hund ist es ja auch schon "Zwang", wenn er an einem Platz bleiben muß.

    Wenn meine Hunde das Kommando auflösen würden, ohne das es meinerseits eine Freigabe gab, ich vorher das ganze jedoch einwandfrei aufgebaut habe und die Hunde eigentlich wissen worum es geht (sprich meine Hunde kennen ein Platz-Bleib), dann nehme ich sie lediglich kommentarlos und führe sie zurück auf ihren Platz. Das ist alles.

    Wenn ich z.B. sage "unten bleiben", dann dürfen sie nicht in den ersten Stock des Hauses ... natürlich schaut dann mal eine Schlaunase ganz langsam und unauffällig um die Ecke ... sprich sie wissen ganz genau, dass es verboten ist aber ein Versuch kostet ja nix und das ist ja auch irgendwie charmant :D dann gehe ich hin und mache lediglich einen Fingerzeig nach unten und sie verpieseln sich wieder.

    Ist alles auf eine gewisse Art auch Zwang aber das sehe ich schmerzbefreit ;) .

  • Ich persönlich bevorzuge das "Nein", aber im Körbchenfall könnte man auch mit einer Hausleine arbeiten und den Hund kommentarlos zum Platz zurück bringen...

    Wenn ich Grenzen setzte ist mir immer wichitg, dass nach einer erwünschten Verhaltensänderung ("Nein" -> Hund nimmt sich zurück, bricht das Verhalten ab) sofortiges und von der Stimme her eindeutiges Lob folgt.

    Dieser Wechsel zwischen Ja und Nein, hat mir bei vielen Dingen geholfen - es ist halt nur wichtig dass man gutes Timing hat, den emotionalen Umschwung auch glaubwürdig rüberbringt und jede Menge Geduld hat.
    Heißt auch nach dem 10ten mal "Nein" kommt trotzdem ein freundliches "braver Hund" wenn er sich entsprechend verhält.

    Ich hab das Gefühl dass man dem Hund dadurch eindeutiger zeigen kann was "falsch" und was "richtig" ist bzw was ich ganz genau von ihm verlange (jetzt allgmeine, nicht nur auf die Körbchengeschichte bezogen).

    Sehr sensibele Hunde reagieren ja schon auf einen strengen Blick, andere wiederrum brauchen auch mal ein scharfes Nein und eventuell eine einschränkende Körpergeste. Alles abhängig vom Charakter des Hundes..

    Wenn man mit dem Hund generell strenger umgeht und wenig lobt, kann es schon passieren dass ein strengeres "Nein" keine Besonderheit mehr ist, deswegen sollte man auch öfters kritisch reflektieren und schauen ob man wirklich immer eindeutig und angemessen reagiert...

    Das sind meine Erfahrungen und Beobachtungen die ich bei meinem und anderen Hunden gemacht habe und bis jetzt bin ich sehr gut mit dem Ja/Nein Prinzip gefahren :gut:
    Aber natürlich gibt es auch Situationen bei denen eine passives korrigieren angebrachter ist - kommt immer auf den Hund und die Situation an ;)

  • Ähem, ich bin nicht so nett.

    Vorausgetzt der Hund weiß, was er tun soll, nämlich auf der Decke bleiben.

    Meint er den Platz verlassen zu müssen, treibe ich ihn mit meinem Körper in Verbindung mit einem Nanana (oder sowas; alternativ ey, oder a a a) in Richtung seiner Decke zurück. Meist reicht ein Schritt auf den Hund zu und ein Blick in Richtung "Hundeplatz".

    Das kommentarlose hab ich in der Lernphase; aber die ist irgendwann abgeschlossen; dann wird "kommentiert".

    So mach ichs

    VG

    Arnie

  • Immer wieder zurückschicken halt ;) Meiner bleibt brav da, allerdings wird dabei permanent rumgequengelt (schön, ich hab´s grad wieder, wie passend^^), ist dann halt recht schwierig
    a. ernst zu bleiben, manchmal klingt das einfach nur zum lachen :D
    b. den passenden ruhigen Moment abwarten, ihn herzurufen, weil geht ja nicht während er nörgelt, dann hat er ja wieder Erfolg ;)
    Dir drück ich die Daumen und wünsch dir Durchhaltevermögen :)

  • Du hast es erfasst, es geht um Glaubwürdigkeit, um Souveränität. Bleibt er nicht verlässlich auf seinem Platz wird er angeleint.

    hab ich die Zeit und Muße ihn permanent zu korrigieren, dann kann ich das natürlich machen. D. h. ein "nein", ein Blick, das Zunehmen der eigenen Körperspannung reicht meist schon aus, da braucht man nichtmal für aufstehen.

    Aber vielleicht gibt es auch Situationen ( bei Besuch z. B. ) , wo man den Hund NICHT permanent korrigieren kann, dann wird er festgemacht und hat zu warten, bis er an der Reihe ist. :D

  • da ich schlicht alle meine nasen als welpe bekam, wars da recht einfach mit der konsequenz. ;)

    ein platz und bleib langsam aufgebaut - und wirklich immer wenns nötig war, durchgesetzt. (nötig = die nase beschiesst, doch aufzustehen und durch die gegend zu tappern).

    durchgesetzt einfach dadurch, dass ich den grösseren dickschädel hatte und irgendwann wurd ihnen das "austesten" schlicht zu langweilig und es hat funktioniert. (gefühlte 100x zurück auf den platz schicken oder bringen, auch mal das aufstehen und weggehen blocken, das ganze von meiner seite aus möglichst "unaufgeregt" - die platz-zeit langsam ausdehnen)

    langsam aufgebaut heisst übrigens, dass ich ihnen nicht nur das schlichte "platz und bleib" beigebracht hab sondern auch drauf geachtet hab, den schwierigkeitsgrad langsam zu steigern. ich hätte anfangs nicht verlangt, dass sie sich auf ihren platz legen, wenn hier z.b. grade ein (event. uneinsichtiger) besuch mit der leberwurscht vor ihren nasen rumwedelt...(als krasses beispiel).

    und ich hab ganz allgemein schon von anfang an immer wieder an der impulskontrolle im gesamten gearbeitet - das hilft viel.

    und ja, das könnte man nun alles als zwang interpretieren ;)

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