Emil knurrt mich an, wenn er etwas will...

  • Hallo,

    mal wieder eine Anfängerfrage. Im Prinzip noch kein "Problem", aber wir sind in der Vorbeugephase ;) - Emil, 6 Monate, Schäferhundmischling, knurrt und bellt aus Aufforderungsgründen. Wenn er z.B. etwas nicht bekommt und es haben will, oder wenn passive Hunde mit ihm spielen sollen.

    Seit 3 Tagen hat er sich aber angewöhnt, beim Start des Gassigehens erstmal in die Leine zu beißen und mich anzuknurren und auch mal in den Arm oder ins Bein zu zwicken. Zwar eher spielerisch, um Aufmerksamkeit zu ergattern, aber dennoch: Das sollte ich nicht dulden, oder? Ebenso, wenn ich ihm Futter gebe, dann turnt er um mich herum und knurrt auch.

    Ich habe ihm heute morgen dann ein kräftiges NEIN entgegengebracht und habe mich mit dem Futter dann wieder abgewendet und ihn ignoriert. Nach jeweils 2 Minuten dann wieder mit Futter gekommen. Das musste ich dreimal wiederholen, dann knurrte er nicht (war aber wahrscheinlich wieder kurz davor).

    Was meint Ihr, kann man das so machen, würdet Ihr auch so handeln?

    Danke
    Micha

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  • Ich würde mal überlegen, warum es so häufig zu solchen Situationen kommt.

    Übst Du mit ihm Ruhe? Übst Du, dass seine Erwartungshaltung nicht erfüllt wird?

    Viele Grüße
    Corinna

  • Nein, übe ich nicht. Das würde mich auch interessieren, wie man Ruhe einkehren lassen kann und ist mir neben gutem Abrufen momentan das allerwichtigste Vorhaben. Ich weiss noch nicht, wie man das am besten macht. Es ist ja gerade typisch bei uns: Ich bin der Mann, der kämpft und spielt mit dem Hund: Jedoch der Hund erwartet das immer, zum Kuscheln geht er zu meiner Frau, bei mir fängt er gleich an mit Kampfspielchen. HuSchu fängt erst in 2 Wochen wieder an...

  • Ich denke, dass er seine Frustrationstoleranz aufbauen muss. Dieses Zwicken in den Waden, dieses Anknurren können Übersprungshandlungen als auch pure Frustration sein.

    Ich würde nicht nur den Lütten Ruhe beibringen, sondern das komplette Kommunikationssytem mal überprüfen: Wie trittst du dem Hund gegenüber? Sprichst du lauter als deine Frau? Machst du viel von oben herab?
    Wenn er wieder in die Leine beißt und euch anknurrt oder zwickt, solltet ihr euch abwendet und ihn mit der abgewandten Hand abblocken. Oder, wenn ihr auf einem Feldweg (oder verkehrsberuhigten Gegend) seid, Leine loslassen und einfach abhauen. Er bleibt dann bestimmt verdutzt stehen. Sollte er mit Leine im Maul hinter euch her laufen weiter ignorieren. Lässt er die Leine los ruft ihn ruhig (!!!!) zu euch, kurzes, freundliches Lob und dann gehts langsam weiter. (Carlos hat das auch gemacht, wenn er überfordert war)

    Wie sieht eigentlich euer Tagesplan aus? Wie viel macht ihr mit eurem Wuff? Carlos (ein Appenzeller und z.T.sehr aktiver Hund) hat mindestens zwei komplette Ruhetage in der Woche. Da geht nichts, außer kurz zum Lösen raus. Das würde ich mit eurem Emil auch schon anfangen. Ihn erst einmal komplett zur Ruhe kommen lassen: Sprich, ein paar Tage lang nichts machen außer kuscheln und zum Lösen raus.

  • Unser Labradormix-Junghund Moses ist mit seinen fast 8 Monaten auch so ein Strolch:

    Er meckert und grummelt, wenn er keine Lust hat, zu warten oder ruhig im Restaurant auf seiner Position zu liegen, manchmal bellt er auch oder rollt sich über den Boden. Oder er beißt beim Spazieren in die Leine oder zwickt in meine Ledertasche.

    Jugendlicher Übermut - der Kleine ist in der Pubertät, hier sind wir trotz Strenge (im Restaurant wird er dann halt immer wieder zurück in seine Position geführt) nachsichtig, es gibt keine Strafen und auch kein Anschreien, das In-die-Leine-Beißen und In-die-Tasche-Zwicken ignoriere ich oder Moses bekommt ein Spielzeug in die Schnute, das kann er dann tragen, wofür er gelobt wird.

    Mein Tipp: Beim Start des Gassigehen könntest du ihn "Sitz" machen lassen und es geht erst los, wenn er nicht zwickt und beißt und bellt. Für die Ruhe natürlich loben.

    Zum Futter: Wir haben seit Anfang an das Ritual, dass Moses "Sitz" machen muss, Napf wird hingestellt, Moses muss weiter im Sitz bleiben (bis 10 Sekunden), wir sagen "Okay" und er darf fressen. Das klappt auch trotz Pubertät problemlos.

    Übrigens ein schönes Foto von deinem Kleinen!

  • Jugendlicher Übermut, das trifft es schon ganz gut, denke ich. So etwas mache ich an Straßen auch (hinsetzen lassen und warten) und es klappt ganz gut für so einen jungen Hund. Wartet trotz lockerer Leine, bis ich das Startkommando gebe, ganz toll!

    Also die letzten zwei Wochen hatte ich Urlaub, da war Emil den ganzen Tag bei mir und nur an einem Tag mit meiner Frau auf der Arbeit- und nächste Woche geht die Arbeit wieder los, da wird er dann an 4 Tagen mit auf die Arbeit meiner Frau fahren.

    Wenn wir zwei zuhause sind, machen wir 3 mal 30 Minuten (wird dann jeweils eher eine Stunde mit viel Schnuffeln) Spazierengehen. Ich mache den Tag über schon meine Sachen. Nach jedem Spazieren ist Emil noch ein wenig aufgedreht, beschäftigt sich dann aber meist mit dem Kauknochen und schläft dann. Immer in der Nähe. Im Garten bleibt er nur, wenn ich auch da bin. Morgens und Abends nach dem Spazieren ist ja Fressen angesagt, und zwar mit Suche, ich verteile es im Garten.

    Also ich war eigentlich der Meinung, dass ich nicht zu viel mache; Emil ist in manchen Situationen halt mal überschwenglich.

    Mal gucken. Beim Fressen geben lasse ich ihn demnächst auch erstmal hinsetzen.

  • @callean: Das ist aber ein strammes Programm für einen 6 Monate alten Hund. Ich würde es runterfahren. Ein Hund in seinem Alter sollte so oder so noch nicht so viel laufen. Man nimmt als Maß ca. 5 Minuten pro Monat (am Tag).

    Wenn du einen entspannten Hund haben möchtest, würde ich erst einmal ein paar Tage lang gar nichts machen - nur zum Lösen raus und a bisserl im Garten rumstromern lassen.

    Bei einem solchen Programm ist es klar, dass er anfängt zu hibbeln. ;-) Es scheint mir, als ob er komplett überfordert ist.

  • Oha! Ich dachte immer bzgl. der 5m/Monat Faustregel, dies solle man nicht am Stück laufen, d.h. mit 6 Monaten könne ich ruhig mehrmals am Tag (also in meinem Fall 2-3 mal) die 30 Minuten machen...

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