Meinem Hund fehlt der Wille zum Gehorsam

  • Hallo,

    ich habe meinen Hund seit ca. 1,5 Jahren. Er kam aus Tierschutz, Vorgeschichte unklar, war damals ca. 8-10 Monate alt.
    Kannte nix, war einerseits ängstlich, andererseits auch wieder nicht, völlig ungeregelt, hochgradiger Jagdtrieb, Leine ziehen ohne Ende, keine Sozialisierung mit Hunden und Menschen.
    Nach wirklich schweren Zeiten haben wir viel erreicht und das Zusammenleben ist inzwischen relativ problemlos. Allerdings habe ich es nicht erreichen können, dass mein Hund gehorsam ist. Er hört zwar toll wenn er will ( z.B. für Leckerlis, wenn es ihm gerade danach ist: Sitz, Platz, Pfötchen links,rechts, Männchen usw, alles im atemberaubenden Tempo) ) aber überhaupt nicht, wenn er etwas Spannenderes vorhat, oder es einfach nicht einsieht. ( So interpretiere ich es). An frei laufen lassen ist nicht zu denken, er will auch manchmal einfach nicht aus Auto austeigen, oder mit nach Hause gehen. Es scheint tatsächlich, als wolle er sich nichts sagen lassen. Eine Bindung haben wir schon, allerdings nicht immer. Wenn ich in Geschäft gehe und er mit meinem Mann draussen warten muss, jault er, wenn er auf dem Grundstück ist und nicht nachhause will, kann ich ruhig gehen, interessiert ihn dann nicht.

    Hat jemand eine Idee was ich noch machen kann oder aber eine Erklärung?

    Vielen Dank und Gruß

    Frodi

  • Hallo,

    habt ihr denn ne vermutung was für Rassen in eurem Hund stecken?

    Manche Rassen wurden ja dafür gezüchtet eigenständig zu entscheiden was jetzt richtig oder falsch ist. Von daher sind diese Rasse-Mixe dann nicht immer ganz einfach in der handhabung (so im Vergleich zu bsp. den Schäferhunden)

  • Hallo,

    die beteiligten Rassen sind nicht eindeutig zu erkennen, er ist schwarz mit weißen Pfoten und Latz vorne, hat sehr große Stehohren und ganz blaue Augen.
    Fell ist aber kurz, von wegen Husky.
    Gruß Frodi

  • Da scheint wohl etwas Podenco-Mässiges drin zu sein. Weil es erinnert mich sehr an meinen Oskar.
    Oskar hat auch einen großen Jagdtrieb, und macht nicht immer das,was ich gerne hätte.
    Unterwegs habe ich es sehr gut mit der Handfütterung hinbekommen, d.h. er bekommt sein Futter fast nur noch unterwegs, bei Blickkontakt, oder bei Dingen, die er gut gemacht hat. Ich lasse ihn z.B. an der Strasse absitzen, übe unterwegs "Steh", "hier", und was mir sonst noch so einfällt.
    Mittlerweile traue ich mir sogar zu, ihn an Orten wo wenig los ist abzuleinen. Auch wenn er nicht immer Rüdenverträglich ist, aber er ist schon gut abrufbar geworden.
    Der Jagdtrieb stört mich gar nicht so sehr, weil er sich irgendwann doch wieder besinnt, wo er hingehört :hust:
    Ausserdem geht sein Jagdtrieb in Richtung Kaninchen, Maulwürfe, Mäuse... alles was irgendwo ein Bau hat, d.h. er buddelt an einer Stelle, und rennt nichts hinterher(bis jetzt).
    Wenn die Bindung stimmt bei euch ist es doch super, manche Hunde sind nunmal sehr selbständig, und wollen nicht gefallen, weil es einfach nicht in ihre Natur passt. Ein Podenco z.B. ist ein selbständiger Jäger, er wurde dazu gezüchtet. Das wird wohl auch nicht rauszubekommen sein. Irgendwann lernt man damit zu leben, und ich habe sogar begonnen es gut zu finden.

  • Hm, was hast du die letzten 1,5 Jahre gemacht?

    Und sicher, dass deinem Hund was fehlt und nicht dir?


    Ok, Schluss mit den provokanten Fragen ;)
    was ich damit sagen will
    man kommt selten damit weiter, dem Hund die "Schuld" zu geben


    Was unternehmt ihr denn zusammen?
    Macht ihr Sport?
    Wie sehen eure Gassigänge aus?
    Und darf er irgendwo auch mal rennen?
    Was macht ihr, wenn er keine Lust hast?

    Und wie groß und schwer ist er?

  • Hi,

    öhhhhhhh. klar, meinem Hund fehlt nix, eindeutig mir fehlt was :D
    Podenco könnte evtl. drin sein, hatte ich auch schon die Vermutung.

    Also rennen darf er auf dem Grundstück ( 50 Meter lang), auch im Urlaub am Strand. Das ging aber nicht immer gut und er ist auch schon mal so ca. 1 Stunde ununterbrochen hinter den fliegenden Möwen hergehechtet. Völlig ausgeklinkt hat das ausgehen.
    Wir haben auch schon mal Agility probiert, allerdings fehlt him da einfach der Gehorsam und er dreht dann auch mal auf (anspringen und bellen) und wir wurden von der Tainerin angemotzt, aber Spaß hat es ihm gemacht, keine Frage. Wir gehen im Wald immer an der Schleppleine, machmal auch kurze Leine beim joggen.
    Ich würde ihn so gerne öfter frei laufen lassen, aber es ist mir einfach zu gefährlich. Er würde mit Sicherheiit nicht "weglaufen'", d.h. irgendwann wieder kommen, aber das geht ja nicht.
    Ich habe das Gefühl, dass er uns Menschen nicht als Rudelführer sieht und ich weis nicht, wie ich dazu werden kann.
    Gruß Frodi

  • Dh. er darf sich kaum frei bewegen?
    Ihr macht nichts spannendes beim Gassi gehen?
    Oder sonst wo?

    Da würden mir auch viele Dummheiten einfallen.

    Was sagen gute Hundetrainer zu eurem Gehorsamkeitsproblem?

  • Zitat

    Also Agility findet meiner auch total bescheuert, das ergibt bei ihm keinen Sinn. In der Huschu hat er sich auch wie ein verrückter benommen, einfach aus dem Grund,weil alles an kurzer Leine statt gefunden hat, und das ist gift für ihn.
    Ich lasse ihn laufen, wenn wir tief im Wald sind, dann hat er ca einen Radius von manchmal 100 metern. Er ist aber dann beim Rufen innerhalb von 2 Sekunden da.
    Ich sehe das allerdings alles nicht so streng wie Du, habe mir noch nie gedanken gemacht, wer bei uns der Rudelführer ist. Oskar hinterfragt auch immer alles was ich möchte. Wenn es einen Sinn für ihn ergiebt, tut er es,ansonsten halt nicht. Mich stört es aber auch nicht, solange er kommt,wenn ich ihn rufe, reicht es mir eigentlich. Mir ist wichtig, dass er in die Familie passt und mit den Kindern klar kommt, und das ist alles gegeben.
    Bin froh dass mein Hund kein A...kriecher ist, und seinen eigenen Kopf hat, das macht seinen Charakter aus, und das werden ich ihm auch nicht nehmen.

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