Meinem Hund fehlt der Wille zum Gehorsam

  • Naja, kommt vor. Mit manchen Sachen muss man sich auch einfach mal abfinden und das ist schwer in so ner "Mein Hund muss perfekt hoeren"- Welt.

    Wir haben hier auch so n Exemplar sitzen und durch meinen eigenen Hund, der aus Spass und Freude so gut wie alles macht was ich moechte und durch diverse Foren, die mir einbläuten, dass jeder Hund lernen kann- war ich einfach 1 Jahr lang der Meinung, ich bin in der Lage, diesen Hund zu etwas zu machen was er nicht ist.

    Ich habe kapituliert, nachdem ich mir saemtlichen Schabernack ueberlegt habe um dem Vieh auch nur irgendwas schmackhaft zu machen ausser draussen am liebsten allein rumtingeln und ein bissen Rumprollen.
    Freilaufen lassen- hab ich nicht gemacht, der hat naemlich einfach nicht gehoert- und wenn der 20x in die Schleppleine reingerasselt ist. :ugly:

    Der Gute wird bald 6, er hoert besser, weil er einfach nicht mehr so auf Prollen aus ist, ist ruhiger geworden, kein ganz so grosser Arsch mehr.
    Eine geistige Auslastung bekommt er weiter nicht- er ist happy, wir sind es auch.

    Grundkommandos kann er, befolgen tut er sie ohne Leckerchen eher nicht gern ;) Manche Sachen muss er aber halt einfach machen, wobei ich bei ihm schon um Laengen lockerer bin als bei meiner eigenen Toele, d.h. von ihm nur das Noetigste fordere. Aber wenn ich was sage, dann wird das auch gemacht und das setze ich auch koerperlich durch, wenn er nachm 2. Mal meint, ihm steht heut nicht der Sinn danach.


    Manche Sachen sind wie sie sind.

  • Ich habe "gewohnheitsmäßig" Hunde ohne den sog. will to please: Beagles :-)
    Der Schlüssel für sie ist der gemeinsame Spaß mit mir. Das bedeutet, dass ich sie recht viel beim Spaziergang beschäftige und z.T. auf Handfütterung setze.
    Besonders viel hat mir bei allen 3 Exemplaren, die ich bisher hatte (aktuell Nr. 2+3) gerade das Agility gebracht. Der Anfang war mühsam, klar. Es wurden fröhliche Kreise über den Platz gedreht etc. Aber das habe ich in all den Jahren bei so vielen Anfängern erlebt, dass ich es für völlig normal halte. Von daher verstehe ich die Reaktion der Trainerin nicht. Ihr Ehrgeiz hätte sein müssen, Euch als Team weiter zu bringen.
    Ich selbst leite eine kleine Trainingsgruppe, in der wir alle möglichen Sportspiele machen, u.a. mit Elementen aus dem Agility. Anfangs ging da so gut wie gar nichts, weil die Hunde sich partout nicht auf ihre Halter konzentriert haben. Schon nach wenigen Wochen wendete sich das Blatt, und heute arbeiten sie i.d.R. mit großer Freude mit.
    Will heißen: Such Dir einen Hundesportverein oder eine Hundeschule, wo Ihr an Euch als Team arbeiten könnt und entsprechende Anleitung/Förderung bekommt.

  • Hi, doch wir machen sehr spannende Sachen beim Gassigehen.
    Hund ( 55 cm 20 kg) ist völlig begeistert durch den Wald zu laufen und auf jedes Geräusch zu reagieren, schups da springt er schon ( an der Leine und mein Arm ist fast ausgekugelt) ins Gebüsch und hat eine Maus in der Schnauze. Diese gibt er auch nicht mehr her bis ich etwas besseres zum Tausch habe.
    Und da ist doch ein Vogel auf dem Weg... nix wie im Schweinsgalopp hin. Wir springen auch über Bäume usw.
    aber alles nutzt nicht wirklich dazu, dass er auf mich guckt und hört. Er macht einfach sein Ding. Und das ist vorwiegend jagen, entweder Mäuse, Vögel, Bälle, Katzen egal , es muss sich nur bewegen.
    Ich habe bereits mehrere Trainer gehabt, die glaubten allen Ernstes, durch Leckerlies sei eine Verhaltnsänderung möglich. Ich komme mir mit den Leckerlies allerdings albern vor. Mein Hund ist viel zu schlau für solche blöde Tricks.

    Und der link zum Thread no will to please.....genau so ist es. Dieses Gen haben wir überhaupt nicht und wollen wir auch nicht...punkt, basta, so scheint er zu sagen.

    Und..die Beschreibung zu den Podencos ist erschreckend passend :headbash:
    Ich glaube, ich muss mich damit abfinden, einen völlig" unhündischen" Hund zu haben, Charakter, ja den hat er, wenn es mir auch schon zu viel ist.
    Gruß Frodi


    Gruß Frodi

  • Bei so ner grossen Ignoranz wuerd ich das halt genauso handhaben.
    Kuscheln? Nö. Aufmerksamkeit durch sprechen, Blickkontakt usw.? Ebenfalls nicht. Anspringen oder dergleichen? Umdrehen, weggehen.

    Und bei den Leckerchen: Ich wuerd erstmal ne Basis schaffen, dass der Hund grundsaetzlich zumindest bereit dazu ist, mit dir zu kooperieren- dann fang ich mit Fressen an.

    Klingt simpel, ist super schwer, aber meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Punkt bei solchen Leck Arsch- Hunden.
    Ich hoer auf, den Toelen fuer ihre "Ich ignorier dich"- Art auch noch hinterherzurennen ;)

    Fass das jetzt nicht so hart auf- ich bin auf niemand der seinen Hund ignoriert- aber ich merke selber, dass meine Huendin um Laengen zuverlaessiger hoert, wenn ich beim Spaziergang nur die Kommandos sage die noetig sind und gut. Und mit der habe ich eig. keinen Stress von wegen sie will nur ihren Kopf durchsetzen.

  • Schade, dass du nciht daran arbeiten willst, sondern dich damit abfindest.

    Und damit ich nicht nur dumm daher rede:

    - Futter nur noch aus der Hand, nicht aus dem Napf
    - Hund draußen beschäftigen und nicht machen lassen, was er will

    - Nasenarbeit in Form von ZOS, Fährte, Futtersuche auf Kommando oder Dummy

    - Richtung ändern, wenn dein Hund einfach meint, sein eigenes Ding zu machen

    - nen Ort suchen, wo er (gerade wenn nen Podenco drin ist, es sind Laufhunde) mal Gas geben darf

    - eventuell Rad fahren anfangen

    und nen seriösen Trainer suchen ;)


    LG von Manu, die ne (56cm/19kg) Jagdsau hat, durch die sie in den letzten 3 Jahren eine ganze Menge gelernt hat


    PS: vielleicht magst ja mal lesen, was unsere Richtung ist
    https://www.dogforum.de/trainingsbuch-…ms-t130342.html

  • Gut, das klingt jetzt nicht so als wolltest Du wirklich was an der Situation verändern. Leckerlies alleine werden da auch nicht helfen. Du mußt interessanter für Deinen Hund werden. Leckerlies/Futter hilft, aber es gehört doch wesentlich mehr dazu. Ein Großteil der Hundetrainer kann mit solchen Hunden nicht umgehen, weil Standardrezepte da nicht helfen. Such Dir wen, der auf Jagdhunde spezialisiert ist.

  • doch, ich möchte schon was ändern, war einfach nur ratlos, was ich noch tun könnte.
    Da ich bereits 2 Huschus und eine Hundetherapeutin durch habe, es aber mit dem Gehorsam nicht wirklich geworden ist. Ich werde also dranbleiben und mir die Beiträgte des link auch mal genauer ansehen.
    Allerdings hatte ich schon etwas die Hoffnung aufgegeben, dass mein Hund mir einmal wirklich auf Zuruf folgt, bzw. wenn ich ihn rufe, er dann auch kommt. Dies tut er ja nicht nur in ner Jagdsituation nicht, sondern auch in banalen Situation oft nicht, wenn ihm nicht danach ist. Er ist meiner Einschätzung nach kein wirklich freiwilliger Haushund, sondern eher ein freiheitsliebendes Tier, das es zu mir verschlagen hat.


    Ich werde dranbleiben.
    Vielen Dank.

    Frodi

  • Naja, ich sag mal ich kenn die Frustration.

    Mein Neufundländer hat leider auch keinen will-to-please. Es kann inzwischen vorkommen, dass sie sich "anbietet", aber dann möchte sie dafür auch belohnt werden. Aber immerhin zeigt sie mit Futtermotivation inzwischen recht guten Arbeitswillen.

    Ich weiß, dass es sich absurd anhört das meiste mit Leckerlies zu meistern, aber es funktioniert tatsächlich. Der "Trick" ist das Konditionieren. Das dauert bei Hunden, die sich lediglich über Futter- bzw. Spielmotivation lenken lassen wesentlich länger. Man geht Schritte vor, meistens wesentlich mehr zurück. Man muss den Rückruf konditionieren wie bei jedem anderen Hund auch. Rückruf, wann immer man zu 90 % sicher sein kann, dass er auch kommt.

    Ansonsten, habt ihrs mal mit Fährtenarbeit versucht? Oder Spielzeug verstecken?

    Ich habe auch immer einen "Jackpot" dabei, das ist ihr Spielzeug. Hole ich das bei richtigem Timing raus kommt sich auch wieder zurück. Ich kann sie nicht immer frei lassen, wenn das Wild bei uns im Wald zu weit runter kommt, muss ich sie an die Schleppleine nehmen. Sie rennt zwar nur kurz in den Wald (in meinem Sichtfeld) und kommt dann wieder raus, aber geht trotzdem nicht.

    Mit Hunde ohne will-to-please muss mann viel, viel arbeiten, aber auch sie kann man erziehen. Ich sag mal Aimee ist recht gut erzogen, wenn ich merke, dass gute Gerüche o.ä. in der Luft liegen, dann leine ich sie an und sie kommt gar nicht erst in Versuchungen.

    Ab uns zu kommt ihr Sturkopf und ihre Selbstständigkeit durch und man muss abwägen, ob man sein Kommando dann durchsetzt oder nicht. Beispielsweise wenn sie irgendwo nicht hinlaufen möchte, also wirklich nicht, dann ist da auch nichts zu machen. Im Notfall schmeißt sie sich auf den Boden und dann bewege mal 43 Kilo. Es ist dann ein wirklich gutes "Geschäft" von Nöten.

    Ich will mal behaupten bei einem Hund ohne will-to-please wirst du dir mit Cheftheorien selber ins Knie schießen. Bei diesen Hunden musst du in meinen Augen viel tauschen, belohnen und dich selber als Partner Nr. 1 machen, wenn du verstehst was ich meine ;)

    Ach ja, habt ihr eine Rennbahn in der Nähe wo er sich mal auspowern kann?

  • Zitat

    Hi, doch wir machen sehr spannende Sachen beim Gassigehen.
    Hund ( 55 cm 20 kg) ist völlig begeistert durch den Wald zu laufen und auf jedes Geräusch zu reagieren, schups da springt er schon ( an der Leine und mein Arm ist fast ausgekugelt) ins Gebüsch und hat eine Maus in der Schnauze. Diese gibt er auch nicht mehr her bis ich etwas besseres zum Tausch habe.
    Und da ist doch ein Vogel auf dem Weg... nix wie im Schweinsgalopp hin. Wir springen auch über Bäume usw.
    aber alles nutzt nicht wirklich dazu, dass er auf mich guckt und hört. Er macht einfach sein Ding. Und das ist vorwiegend jagen, entweder Mäuse, Vögel, Bälle, Katzen egal , es muss sich nur bewegen.

    Diese Sachen macht nicht "ihr", sondern dein Hund alleine. Selbstbelohnend. Du bist dabei egal - maximal lästig.

    Gemeinsamer Spaß (also wirklich welchen, den ihr zusammen habt und kein Bezahlsystem mit Leckerlie) aber auch die Akzeptanz deiner Führung wären meiner Meinung nach in Kombination eine gute Möglichkeit, deinen Hund doch noch zu einem kooperativen Familienmitglied zu machen.
    Wenn alle deine Trainer nur mit Leckerlie in verschiedenen Varianten daher kamen, haben sie sich in meinen Augen sowieso disqualifiziert. Es gibt verschiedene Ansätze und Möglichkeiten. Aber ein reines Leckerlie Bezahl-System wird bei einem relativ triebigen Hund nie funktionieren, meiner Meinung nach.

  • Es lohnt sich wirklich, wenn Du weiter daran arbeitest. Aber Du bräuchtest Unterstützung von einem Trainer, der auch Ahnung von solchen Hunden hat. Gibt's da niemanden in Deiner Umgebung?

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