• Hallo alle,

    meine kleine ist jetzt 3 monate bei mir, und ich nehme sie jeden tag mit in die arbeit. auf dem weg dorthin gehen wir an einer ubahn station vorbei, wo uns einige menschen entgegenkommen. der kritische punkt ist eine brücke, wo ein schmaler weg (ca 2 m) drübergeht. rechts unter der brücke fahren die züge, ist aber eh mit mauer zugemacht, links daneben geht eine straße. mein hundi hat angst, auf der rechten seite zu gehen, was manchmal sein muss wenn uns leute entgegen kommen. links geht, sobald ich sie nach rechts holen will, steht sie wie ein bock - auf zartes leinenziehen nach rechts bockt sie noch mehr, wenn ich sie rufe und ein bisschen stehenbleibe traut sie sich eher zu mir auf die rechte seite - wir gehen diesen weg wie gesagt seit 3 monaten, am ende einer arbeitswoche gehts ein bisschen besser, aber montags fangen wir immer wieder wie am ersten tag an.. auch im gebäude, wo ich arbeite, sind es immer wieder die gleichen stellen, wo sie nicht weitergehen mag - an getränkeautomaten vorbei (obwohl ich jeden tag dort was raushole und immer von anfang an mit leckerli verknüpft habe), an klos vorbei, oder an stellen wo ich echt nicht weiß was jetzt schon wieder gruselig ist.. ich habe einfach das gefühl es wird nicht besser. ich bleibe halt dann kurz mit ihr stehen, lass sie sich umschauen, und dann geht sie eh wieder mit, aber es ist mühsam - weil der hund einfach ab und zu abrupt stehen bleibt und das kann etwas unangenehm sein, vor allem wenn andere leute dann vorbei wollen..ich spreche sie auch nicht an in diesen situationen, weil ich dem verhalten keine aufmerksamkeit schenken will. ansonsten ist sie nicht sehr ängstlich - heißt sie geht über knisterfolie, in tunnels, über kisten mit spaß und freude und ohne zögern. sie hat auch sonst keine angst vor menschen, im gegenteil: jeder wird wenn möglich herzlichst begrüßt. was kann ich tun um diese "ich steh und fürcht mich und geh nicht weiter" situationen aufzulösen?
    sonstige infos zum hund: bosnisches tierheim, mit vier monaten zu mir, jetzt sieben monate alt, ca. 54 cm groß, angeblich sarplaninac mix (aber viel zarter gebaut), sehr wachsam, bellt im garten viel, auch aus dem auto raus wenn andere hunde gesehen werden (grummel gibts da auch ein rezept dagegen??), ansonsten sehr schlau und gelehrig, gut leinenführig, freilauf schwierig daher an der schlepp (geht sonst eigene wege), aus dem spiel noch nicht abrufbar, öffis fahren auch eine baustelle, in der wohnung und arbeit sehr ruhig und ausgeglichen.

    lg julie

  • Hallo,
    Läßt sich dein Hund durch Leckerchen in der Situation ablenken?
    Schaust du sie während der Überquerung der Brücke an?
    Hast du versucht schneller laufend die Brücke zu überqueren?
    Hast du mal versucht mit dem Clicker zu arbeiten?

  • Achso, und generell nochmal: Angst kann man nicht mit positiver Verstärkung "belohnen". Es ist eine autonomes Verhalten, dass nur über klassische Konditionierung reguliert werden kann und nicht operant "öfter gezeigt" wird.

    Ich würde dir dringend zu einem kompetenten Verhaltenstherapeuten (Tierarzt) raten.

  • hui soviele fragen, also ich hoff ich vergess jetzt nix:

    ich schaue sie nicht an bei der überquerung. ich denke, sie würde sich schon durch leckerlis ablenken lassen, habe ich aber nicht gemacht weil ich ihr ja nicht beibringen will dass sie da grad was tolles macht. schnell laufend haben wir noch nicht probiert, ist aber eben auch schwierig weil da recht viele leute gehen und das dann wahrscheinlich in noch mehr chaos ausartet glaub ich. clickern hab ich angefangen, dh ist sie ist darauf konditioniert und hat schon innerhalb von drei tagen gelernt :D den target stick mit schnauze zu berühren, haben aber noch kein kommando dafür eingeführt. an der brücke belohne ich sie, wenn sie auf meinen ruf in meine richtung kommt und in annähernd fuß-position (dh nah bei mir, ohne dass ich fuß sage - das kann sie noch nicht zuverlässig und ich möchte sie nicht in einer unguten situation mit unterordnung verunsichern) einige schritte nebenher geht. meint ihr wirklich, dass es schon an der zeit für einen trainer ist? kann es sein, dass sie mir noch nicht genug vertraut oder die bindung nicht gut ist? wäre es besser, vielleicht einen anderen weg zu wählen und ihr das derweil zu ersparen (geht nur teilweise, im gebäude muss sie mit). ich bin langsam echt ein bisschen deprimiert, aber was ich so weiß ist halt angst ein ganz eigenes thema... :???:

  • Zitat

    hui soviele fragen, also ich hoff ich vergess jetzt nix:

    ich schaue sie nicht an bei der überquerung. ich denke, sie würde sich schon durch leckerlis ablenken lassen, habe ich aber nicht gemacht weil ich ihr ja nicht beibringen will dass sie da grad was tolles macht. schnell laufend haben wir noch nicht probiert, ist aber eben auch schwierig weil da recht viele leute gehen und das dann wahrscheinlich in noch mehr chaos ausartet glaub ich. clickern hab ich angefangen, dh ist sie ist darauf konditioniert und hat schon innerhalb von drei tagen gelernt :D den target stick mit schnauze zu berühren, haben aber noch kein kommando dafür eingeführt. an der brücke belohne ich sie, wenn sie auf meinen ruf in meine richtung kommt und in annähernd fuß-position (dh nah bei mir, ohne dass ich fuß sage - das kann sie noch nicht zuverlässig und ich möchte sie nicht in einer unguten situation mit unterordnung verunsichern) einige schritte nebenher geht. meint ihr wirklich, dass es schon an der zeit für einen trainer ist? kann es sein, dass sie mir noch nicht genug vertraut oder die bindung nicht gut ist? wäre es besser, vielleicht einen anderen weg zu wählen und ihr das derweil zu ersparen (geht nur teilweise, im gebäude muss sie mit). ich bin langsam echt ein bisschen deprimiert, aber was ich so weiß ist halt angst ein ganz eigenes thema... :???:

    Na das ist doch toll...vielleicht kannst du ein Fingertouch/target einführen und ihn damit über die Brücke lotsen.

  • Zitat

    Achso, und generell nochmal: Angst kann man nicht mit positiver Verstärkung "belohnen". Es ist eine autonomes Verhalten, dass nur über klassische Konditionierung reguliert werden kann und nicht operant "öfter gezeigt" wird.
    .


    Ich vermute ich weiß was du meinst, kannst du es aber bitte trotzdem nochmal deutlicher erklären?

  • Ich berichte einfach mal von Luna und mir:
    Luna ist auf der Straße auch oft unsicher, trabt z.B. in der Fußgängerzone oder an anderen Orten mit vielen fremden Menschen wie ein aufgescheuchtes Huhn neben mir her und bleibt sofort stehen, wenn sie etwas sieht was sie nicht kennt oder was sie verunsichert.

    Ich versuche mit ihr solche Situationen immer wieder zu üben, lasse ihr viiiel Zeit und versuche mich mit ihr erstmal aus der Entfernung vorsichtig ranzutasten.

    Ich musste Luna (60 cm SH und 20 kilo) auch schon in Situationen, in denen Ausweichen nicht möglich war oder ich nicht die Möglichkeit hatte, ihr mehr Zeit und Ruhe zu geben, auf den Arm nehmen und irgendwo vorbeitragen, weil ich vorher schon abschätzen konnte, dass sie sonst nur Panik bekommt.
    Ansonsten bekommt man mit der Zeit auch ein ganz gutes Gespür für Situationen, in denen der Hund Stress bekommen wird und kann dementsprechend rechtzeitig eingreifen/entgegenlenken.
    Ist sie erstmal in einer Situation, die ihr Angst macht, darf man keinen Druck auf sie ausüben, schon ein einfaches Locken oder ihr eine Richtung weisen, in die sie gehen soll, blockiert sie völlig. Da hilft dann nur noch Ruhe, ihr einen Fluchtweg freimachen und ihr anbieten, dass sie ausweichen/weitergehen darf sobald sie so weit ist.

    Vllt könntest du die Strecke am Wochenende oder zu Uhrzeiten an denen weniger los ist, gezielt üben?
    Sollte es trotz ruhigen Übens nicht besser werden, solltest du wohl einen Trainer zu rate ziehen.

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