Rüde hat Angst vor anderen Rüden?!

  • Hallöchen :)

    Wir beobachten in letzter Zeit, dass unser 8,5 alter Goldi/Hovi Misch Cooper bei großen Rüden, die mit erhobener Rute angelaufen kommen, Angst äußert. Kleine Hunde und Weibchen sind dabei kein Problem. Seine Angst äußert sich indem er einen großen Bogen macht, die Ohren anlegt, den Schwanz einzieht und versucht sich zu verstecken... In der Vergangenheit wurde er des öfteren gemobbt, hängt das eventuell damit zusammen?? Wie kann ich dem Hund Selbstbewusstsein beibringen, oder kommt das noch??

    Ich hatte gestern eine FRau mit ihrem drei jährigen Goldenretriever getroffen, sie überredete mich Cooper abzuleinen... es ging auch gut soweit, Zwischendrinn spielten sie normal, zerrten zusammen an einem Stock oder bauten "Scheiße". Jedoch kam es auch immer wieder dazu, dass Cooper dem Hund die Zähne zeigte, den Schwanz einkniff und "Abwehrreaktionen" zeigte, sich ins Gras setzte und der andere Hund ihn nicht weiter ließ, Cooper quieckte weil der andere immer grober wurde, die Frau begründete das mit "das ist alles noch Spiel" Ist das wirklich so??? Sie hat mir nun ne Mail geschrieben, ob wir uns nicht öfter mit den beiden treffen wollen, die hätten sich doch so gut verstanden, ich weiß jetzt nicht was ich machen soll, ist das wirklich vernüftigt???

    Ich hoffe ihr habt da nen Rat....

    Liebe Grüße
    Leena

  • Hallo,
    du schreibst ja selbst, dass dein Hund Abwehrreaktionen zeigt und ihm der andere Hund zu viel war zwischendurch.
    Ich würde mich wahrscheinlich trotzdem treffen, aber nicht nur spielen lassen, sondern dabei spazieren gehen, denn da gibts auch noch mehr zu tun, als dem anderen auf die Nerven zu gehen. Wenn dein Hund dann dabei auch mal spielt wäre das doch schön, nur man müsste den anderen eben abrufen, wenns deinem zu viel wird. Also nicht die Hunde machen lassen, sondern dann selber eingreifen wenn du siehst, dass er zu grob wird und den anderen mal kurz ranholen. Meistens kommen die Hunde dann auch erst mal wieder runter und wenn er sich beruhigt hat, kann er wieder abzischen.
    Ich würde deinem Hund eben dieses Kontakt gönnen, aber nur kontrolliert und du ihr beide (Besitzer) müsstet deinen Hund unterstützen, wenn es Zankereien gibt.

  • Ja, ich hab halt auch gedacht, dass es ja schon wichtig ist, weil er das ja auch irgendwie lernen muss... und dadurch vielleicht mehr Selbstbewusstsein bekommt? Ist das denn dann noch Spiel? Ich hatt so das Gefühl, die Besitzerin hat das irgendwie bisschen falsch verstanden....

  • gino beagle 8,5 jahre mag auch keine grossen rueden. meistens wecht er aus. wenn er aber keine moeglichkeit hat, oder die anderen ihn trotzdem bedraengen, schnappt er auchmal nach vorn. ich krieg jedesmal ein foehn, wenn die hf ihre hunde dann icht zurueckrufen und auch hintereinem stehen, laufen und nicht weggehen.

  • Also so wie du es beschreibst hört es sich dann schon nach Stänkerei an.
    Wichtig ist eben, dass du deinem Hund in der Situation hilfst und ihn damit nicht allein lässt, denn das muss er sich nicht gefallen lassen und es ist definitiv besser, wenn ihr eingreift und den anderen Hund aus der Situation abruft und ihm damit klar zeigt, dass dieses Verhalten unerwünscht ist, als wenn dein Hund in der für ihn unschönen Situation allein agieren muss, obwohl der andere anscheinend (?) nicht auf seine Schlichtung eingeht.
    Für den anderen Hund ist es auch gut, wenn er Grenzen gezeigt bekommt und sich nicht unnötig aufspielt und dadurch nicht zum Mobber wird.

    Das ist für euch beide eine schöne Übung. Prinzipiell muss nicht jeder Hund mit jedem Hund können, aber solange es von vornherein nicht richtig kracht und die beiden ja auch spielen, kann man da schön trainieren.
    Die Angst vor anderen Rüden (wir haben das Problem nämlich auch) entwickelt sich, wenn dein Hund sich bei dir nicht sicher fühlt und er so von vornherein nicht damit konfrontiert werden will. Du schreibst ja selbst, dass er mal gemobbt wurde und du hättest eben genau dort eingreifen müssen. Wahrscheinlich hast du es nicht getan oder warst zu langsam und dein Hund verbindet eben damit, dass Frauchen ihm nicht hilft, weil sie es nicht kann. Also muss er selber machen und weil er eben nicht nach vorne geht (angst-aggressiv), geht er nach hinten und meidet Rüden.

  • wow vielen Dank :)

    Na dann hab ich da ja was verbockt... und ich kann ihn stäkren indem ich eingreife? Oder sollte ich ihn dann prinzipiell an der Leine behalten, ist halt schwer schnell genug zu sein, wenn mein Hund losrennt und die anderen hinterher....

  • Also wenn andere Hunde sehr offensiv auf deinen Hund zu kommen, würde ich mich erstmal vor den eigenen Hund stellen und abblocken/ausbremsen. Wenn sie zu belästigend werden, dann wirklich deutlich werden, also vor deinem Hund aufbauen und mit ausgestrecktem Arm streng "Ab" sagen oder ähnliches. Ein Klaps auf deine Jacke/Hose hilft auch oft. Damit zeigst du deinem Hund, wie mini monster schon geschrieben hat, dass du die Lage im Griff hast und ihn beschützt.
    Bei Mobbereien solltest du ebenfalls eingreifen und den anderen HH bitten ihren Hund abzurufen (ich würde nicht anleinen sagen, das provoziert viele eher) und deinen dann auch zu dir holen, damit du ihn wieder beschützen kannst.
    Trotzdem würde ich ein Spiel, wo der andere vielleicht etwas zu frech wird kurz laufen lassen um deinem HUnd auch die Chance zu geben sich selbst zu verteidigen. Schafft er das nicht, dann siehe oben ;)

    Zitat

    wow vielen Dank :)

    Versteh ich das richtig, dass dein Hund abhaut wenns ihm zu viel wird? Das würde zeigen, dass er dich nicht als fähig sieht ihn aus der Situation zu retten. Da solltest du unbedingt an eurer Bindung arbeiten und solche Situationen verhindern.
    Als Übergangslösung würde ich ihn dann eher an der Leine halten, da du dann besser eingreifen kannst. Oder kontrollierten Freilauf mit der anderen Hundehalterin. Die würde ich aber instruieren und ihr klar sagen, dass sie ihn bitte abrufen soll wenn DU das Gefühl hast ihm wirds zuviel.

  • Denk auch mal darüber nach, daß ein Schmerz Grund für das Abwehrverhalten sein kann.

    Wenn ihn ein großer Hund mal extrem angerempelt und dabei verletzt hat, oder er generell Schmerzen hat (Arthrose etc.), dann wird er auch ein derartiges Verhalten zeigen.

    Gruß, staffy

  • Ja, also er hatte auch gehumpelt, wir waren den Tag vorher in der Hundeschule und da hatte er sich beim Spiel hingelegt, können aber erst morgen bzw heute zum TA... ob jetzt das der Grund ist, da bin ich mir nicht so sicher...
      AnjaNeleTeam: Also abhauen tut er nicht aber er wechselt auf die andere Seite von mir und hält sich dann meist dicht an mir also läuft nicht vor auf den Hund zu, nur wenn der andere Hund dann angerannt kommt, weicht Cooper erstmal aus, meistens läuft er dann los, der andere hinterher und dann bleibt Cooper irgendwann stehen und beschnuppert ihn... also eigentlich haben wir ne ganz gut Bindung... ich hab nur einfach das Gefühl, dass er ziemlich unsicher in solchen Situationen ist...

  • Dass er auf deine andere Seite wechselt ist doch schonmal gut. Nun musst du ihm nur noch zeigen, dass ihm das auch etwas bringt ;) nämlich indem du ihn entweder aus der Situation bringst oder den fremden Hund blockst.
    "Normale" Hunde laufen auch eigentlich nicht direkt aufeinander zu, sondern prinzipiell mit einem Bogen, der soll beschwichtigend wirken und dem Anderen zeigen, dass man keinen Ärger will und friedlich ist. Das ist ganz normal und wie ich finde ein sehr wichtiges und korrektes Verhalten (leider wissen viele HH das nicht und trainieren ihren Hunden unbewusst immer mehr diese wichtigen Beschwichtigungssignale ab).

    Die Leine würde ich nicht extra dranlassen, dein Hund kann dann seinen Bogen nicht mehr gehen und dem Fremden seine Freundlichkeit / Ungefährlichkeit nicht gut demonstrieren (daraus könnte dann eine Leinenaggression entstehen). Willst du ihn trotzdem an der Leine lassen, lass diese locker und gehe mit ihm seinen Bogen, den er will.

    Auch das Hinsetzen kann ein Beschwichtigungssignal sein! Ich hätte das Spiel da abgebrochen.
    Stöcke o.ä. würde ich im Spiel mit mehreren Hunden die sich nicht gut kennen nicht erlauben. Da kann das Spiel schnell in Ernst umschwappen.
    Auch wenn die Hunde zu lang (von Hund zu Hund verschieden) spielen kommt es vor, dass die Stimmung umschlägt bzw. das Zicken anfängt (das wird auch der Grund sein, dass der andere gröber wurde, er hat sich hochgeschaukelt). An dem Punkt hätte ich als Besitzer das Spiel beendet.

    Ich denke dass es schon gut ist wenn die Hunde hin und wieder spielen, aber man sollte wissen, an welchem Punkt man es beendet, eben bevor die Zickereien losgehen. Und vor allem darauf achten, ob es wirklich noch Spiel ist, was da abläuft.

    Ich hab hier einen Pflegehund der auch so unsicher ist, er kennt meinen von Welpenalter an und spielt auch mit ihm, jedoch ebenfalls mit hin und wieder Abwehrreaktionen usw. Das kommt vor wenn meiner zu wild wurde oder es dem Pflegehund zu viel wird / genug ist. Auch an dem Punkt breche ich das Spiel ab, wenn meiner die Abwehr des anderen nicht akzeptiert (was er aber meist tut ;) ).
    Ich denke du hättest als die "Abwehrreaktionen" deines Hundes zu sehen waren das Spiel abbrechen sollen.

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