• Im Grunde kann ich es ja überhaupt nicht beurteilen - und doch drängt sich mir beim Lesen der Schilderung der Verdacht auf, das ein Mensch-Hund-Team manchmal auch einfach verbrannt ist. Auch wenn es grundsätzlich überhaupt nicht meiner Einstellung entspricht, wäre ich hier in der Tat für einen Ortswechsel - zumal wenn eine so freundliche und kompetente Pflegestelle* zur Verfügung steht.

    Wie ich auf die Idee komme?

    Der HH scheint erhebliche Probleme zu haben, den Hund zu lesen.
    Der HH scheint sich außerdem nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben, denn sonst würde man sich nicht solche Trainer-Bären aufbinden lassen. Man drückt keinen Hund runter - und einen Angsthund schon gleich 3x nicht. Dazu hat der Hund seinen HH auf alle möglichen Arten und Weisen erlebt - es wurde ja alles versucht. In Kombination mit der Erfahrung, das Menschen die ihren Hund nicht lesen können meist auch eine ganz diffuse Körpersprache haben, kann der Hund eigentlich nur zu einem Schluss gekommen sein. Die Menschen sind unberechenbar, latent verrückt und definitiv nicht vertrauenswürdig.

    Aus dieser Sackgasse kommen m.M. nach nur ganz versierte HH wieder raus.

    Würde der Hund aufgrund der Situation jetzt Futter stehlen oder kläffen, könnte man den langen Weg mit Sicherheit auf sich nehmen. Entstanden ist aber, dass der Hund schnappt oder schnappen muss - offenbar sind die menschlichen Beteiligten bereits so stark belastet, dass sie an Euthanasie denken. Ich persönlich kann nicht glauben, dass es hier noch eine gesunde Basis für das Mensch oder Hund gibt.

  • Ich sehe es so wie @kaenguruh.......sie hat es klasse gesagt.

    Die Mensch-Hund Beziehung ist verbrannt. Dieser Hund braucht ein komplett neues Lebensumfeld um neu Vertrauen zu einem Menschen aufzubauen.

    Er sollte auf eine gute Pflegestelle. :D

    Kennt wer eine? ;)

    Birgit

  • Auch ich denke, dass es zwischen Hund und Besi keinerlei Basis vorhanden ist, auf der man aufbauen könnte :sad2:
    Wie traurig ist es, dass man gleich mit Euthanasie winken muss, sobald es problematisch wird. :/

    Ich würde keinerlei Energie verschwenden, um denen das arme Hundchen "schmackhaft" zu machen, sondern zusehen, dass er aus dieser Familie schnellstmöglichst befreit wird.
    Irgendwo gibt es nämlich einfühlsamere Menschen, die genau auf so einen Hund warten, ihm Vertrauen und Geduld schenken.

    Ich finde es ganz toll, dass du dich für die Überbrückung zur Verfügung stellen würdest :gut:

    LG Britta

  • Verena, Birgit und Britta,

    das sind eigentlich auch meine Gedankengänge.
    Ich weiss nicht, warum in so kurzer Zeit schon 3 Trainer vor Ort waren. Ja, es ist für mich eine kurze Zeit, wenn 3 Trainer in einem Jahr kommen.

    Leider habe ich nicht die Handhabe, den Hund direkt zu holen, ich mache das "ehrenamtlich" nur von mir aus. Ich gehöre nicht zu dem TSV.
    Und eigentlich hab ich auch nur die VK gemacht.
    Aber ich kann nicht einfach das ganze ignorieren. Irgendwie fühle ich mich involviert.

    Am liebsten würde ich den Hund zu mir holen, auch wenn das jede Menge Arbeit heisst, und ihn erst mal zur Ruhe kommen lassen. Auch wenn das gerade meine gesamten Planungen für die nächsten 6 Monate über den Haufen wirft. Aber das wäre es mir wert.
    Gerade weil es ein Angsthund ist und er aber sehr verträglich mit anderen Hunden ist, sehe ich den grossen Vorteil ihn zu integrieren zu meinen Mädels. So dass er von ihnen lernt, dass er keine Angst haben muss. Laila wäre dafür perfekt. So gelassen wie sie ist. Da profitiert sogar das kleine ängstliche Ömmel von. Und sie ist schon bedeutend gelassener.
    Klappte ja bei Racker damals auch sehr gut als wir Tara dazu holten. Weil wir merkten, sobald ein anderer Hund da war, war Racker deutlich entspannter.

    Ach es ist so schwierig. Einerseits klang die Besi sehr danach, das sie um den Hund kämpft, andererseits hatte ich das Gefühl, sie hat es aufgegeben.
    Sie wusste nicht, wie sie nach der heutigen Aktion mit dem Hund umgehen soll bis Donnerstag.
    Ich habe ihr erst mal die Tipps gegeben, den Hund komplett in Ruhe zu lassen und zu warten bis Branko auf sie zukommt. Das gleiche mit Gassi gehen.
    Den Hund absolut jetzt nicht fordern. Ihm seine Ruhe lassen auf seinem Platz und probieren über Handfütterung wieder Kontakt aufzubauen.
    Ich hoffe das waren halbwegs anständige Tipps. Denn ich kann nur das weitergeben was ich damals mit Racker gemacht habe.
    OK, Racker hat nie mich angegriffen. Er zeigte sehr deutlich wann es zuviel für ihn wurde und er Angst bekam.
    Emmy ja genauso. Sie zeigt es sehr deutlich.

    Achso, Ins Auto steigt er wohl auch nicht.
    Wenn ich ihn jetzt mitnehme, heisst das natürlich 1 1/2 Stunden Fahrweg und jeden Tag Kurzstrecken. Habt ihr da Tipps für mich, ausser Schönfüttern?
    Am Donnerstag nehme ich die Mädels erst mal nicht mit, ich denke das könnte für Branko zuviel werden.

  • Zitat

    Gerade weil es ein Angsthund ist und er aber sehr verträglich mit anderen Hunden ist, sehe ich den grossen Vorteil ihn zu integrieren zu meinen Mädels. So dass er von ihnen lernt, dass er keine Angst haben muss.


    Könnte klappen. Aber jeder Hund ist anders und du solltest wenigstens eine theoretische Alternative haben, falls dein Plan nicht aufgeht. Du tätest dem Hund keinen Gefallen, wenn er zwar weg ist von der alten HH, aber in einer neuen Situation festsitzt, in der er nicht zurecht kommt.

    Ich will nicht schwarzmalen, sondern würde einfach nur alle Möglichkeiten durchleuchten.

    Zitat

    Ich habe ihr erst mal die Tipps gegeben, den Hund komplett in Ruhe zu lassen und zu warten bis Branko auf sie zukommt. Das gleiche mit Gassi gehen.
    Den Hund absolut jetzt nicht fordern. Ihm seine Ruhe lassen auf seinem Platz und probieren über Handfütterung wieder Kontakt aufzubauen.
    Ich hoffe das waren halbwegs anständige Tipps.


    Ja, hätte ich auch empfohlen. Wenn sie den Hund nicht anspricht und nicht beachtet, dann kann sie auch (eigentlich) nix falsch machen. Wenn sie sich dran hält, dann merkt sie in den wenigen Tagen vielleicht schon eine Veränderung.

    Zitat

    Achso, Ins Auto steigt er wohl auch nicht.
    Wenn ich ihn jetzt mitnehme, heisst das natürlich 1 1/2 Stunden Fahrweg und jeden Tag Kurzstrecken. Habt ihr da Tipps für mich, ausser Schönfüttern?


    Fragst du, weil du Schönfüttern doof findest oder weil du das eh probieren willst und weitere Alternativen suchst, falls es nicht klappt?
    Ausschliessen würde ich es nämlich im Vorfeld nicht, sondern erstmal checken, wie Hundi so drauf ist und auf was er anspricht.

    Ich drück dir und dem Hund auf jeden Fall die Daumen.

  • Zappa,

    vielen Dank für deine Antwort. :smile:

    Ich habe einen sehr guten HT empfohlen bekommen von hier aus dem DF. Den habe ich jetzt mal angeschrieben und werde die Telefonnummer an die Besi weiterleiten.

    Ja, die theoretische Alternative fehlt mir noch. Ich hatte bis jetzt nur die Erfahrung von meinen eigenen Hunden, dass sie deutlich entspannter waren, wenn ein anderer Hund dabei war.


    Wegen dem Autofahren, nein ich frage nicht weil ich es doof finde, sondern weil ich darin absolut keine Erfahrung habe. =) Meine Hunde fuhren/fahren allesamt gerne Auto.
    Ich bräuchte eine Alternative falls es mit dem Schönfüttern nicht klappt und die Besi den Hund aufgegeben hat.
    alles nur "Vorplanung". ;)

  • Zitat

    Im Grunde kann ich es ja überhaupt nicht beurteilen - und doch drängt sich mir beim Lesen der Schilderung der Verdacht auf, das ein Mensch-Hund-Team manchmal auch einfach verbrannt ist. Auch wenn es grundsätzlich überhaupt nicht meiner Einstellung entspricht, wäre ich hier in der Tat für einen Ortswechsel - zumal wenn eine so freundliche und kompetente Pflegestelle* zur Verfügung steht.

    Das entspricht ja durchaus dem Lernverhalten von Hunden, aber auch Menschen.
    Es ist immer leichter, etwas komplett neu zu lernen - in diesem Fall das Vertrauen in einen "neuen" Menschen, als erworbene, "falsche" Verhaltensweisen umzulernen.

    Hunde lernen ganz besonders objektbezogen - auf der einen Seite haben wir oft damit zu kämpfen, dass sie Gelerntes endlich generalisieren, auf der anderen Seite birgt das für einen Hund in solch einer Situation auch Vorteile, denn er könnte in einem komplett neuen Umfeld viel leichter aus seiner Angst heraus geholt werden.

    Ich bin überzeugt davon, dass die derzeitigen Halter es nur "gut gemeint" haben und Ihr Bestes gegeben haben. Aber die gemachten Fehler zu korrigieren bringt dem Hund nur eine unnötig lange Zeit in einem Angst- und Streßmuster, die einfach nicht sein muss. Manche Hunde haben diese Zeit gar nicht mehr.

    LG, Chris

  • Wegen dem Auto fahren, ich würde eine Box mitnehmen. Da muß er halt dann rein, denn es ist zu gefährlich mit einem fremden Hund, wo man nicht weiß wie er reagiert, zu fahren.

  • Bentley,

    ich hab keine Box.
    Ich hab ein Gitter hinten dran und Hundebett und Decken im Kofferraum.


    Chris,

    die Halter haben sehr viel getan für den Hund. Ich hab mich jetzt mit einer HT kurzgeschlossen. Sie hilft sofort, wenn die Besitzer weiter dran bleiben wollen.

  • So, ich halte euch mal auf dem laufenden. ;)

    Gestern bin ich ja zu Branko und seiner Besi gefahren und war angenehm überrascht. :smile:

    Branko ist ein reservierter etwas unsicherer Hund, der aber doch neugierig ist. Die beiden haben ein ganz tolles Verhältnis. Branko ist sehr auf sein Frauchen bezogen.
    Sie haben sehr gute Chancen das sie ein ganz tolles Team werden.

    Der Bursche ist sehr clever und lernt sehr schnell.

    Die Situationen in denen er schnappte, zeugten von Unsicherheit und Angst, bis auf das auf den Boden drücken. Die Besi, hat es sich sehr zu Herzen genommen und es tat ihr sehr leid, das sie gegenüber dem Hund gewalttätig wurde.
    In den Ansätzen erkennt sie, wenn Branko unsicher wird, aber die Feinheiten fehlen noch und das sie selbst sicherer wird.

    Nun hat Branko aber leider auch gelernt, wenn er Blödsinn macht, das er sofort schnappt. Aber auch das bekommen sie wieder in den Griff. Als er es gestern machte, reagierte sie genau richtig. Sie nahm die Tipps sofort an und setzte sie um.
    Nun setzt sie sich noch mit der HT in Verbindung die ich ihr empfahl, denn sie liebt Branko abgöttisch und die beiden schaffen das.


    Wir bleiben natürlich weiterhin in Verbindung und treffen uns zwischendurch mal.

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