Hilfe/ Ratschlag bzgl. alles anfressenden Labradorwelpen

  • Hallo ihr lieben,
    ich bin neu hier im Forum und habe die letzten Wochen schon immer fleißig mitgelesen. Nun muss ich mich aber einmal an euch wenden, da ich mit meinem Latein etwas am Ende bin. Oder sagen wir so ich bin mir nicht sicher ob ich mich in folgender Situation richtig verhalte. Ich hoffe das mir jemand einen Rat geben kann oder eine Idee für mich hat was ich anders machen könnte.

    Ich habe seit einer Woche eine 9 Wochen alte Labrador Dame. Die kleine Maus ist einfach fantastisch und sehr clever. Nun ist es so dass sie, wie alle Hunde in dem Alter ALLES zuhause anknabbert! Ich werd noch verrückt- man kann ihr keine Sekunde den Rücken kehren ohne das sie irgendwas anknabbert was sie nicht soll (Teppich, Sofa, Möbel usw.). Ich habe ihr vom ersten Tag an deutlich gemacht das sie das nicht darf in dem ich mit tiefer Stimme „nein“ gesagt habe. Meistens hört sie natürlich nicht auf so dass ich ihr etwas anderes zum kauen (Spielzeug o.ä.) angeboten habe das sie eigentlich auch annimmt. Allerdings ist das nicht von Dauer so dass es keine 2 Minuten dauert bis sie wieder am Schrank oder so ist. Wenn sie dann gar nicht abzulenken ist nehme ich sie dann ganz von da weg wo sie gerade ist und biete ihr etwas anderes an. Und dann geht das Spiel nach wenigen Minütchen wieder von vorne los. Sollte sie mal auf mein „nein“ hören und sich was anderes suchen lobe ich sie dann auch immer. Das geht dann immer so lange bis sie müde wird und schläft.

    Dadurch dass ich sie ja ständig irgendwo wegholen muss bekommt sie ja auch ständig Aufmerksamkeit, so dass auch ich in dieser Zeit zu gar nichts komme. Also bin ich dann mal gut 1,5 Stunden lang nur damit beschäftigt ständig „nein“ zu sagen, ihr was anderes anzubieten oder sie wo wegzuholen. Ich komme mir schon vor wie so eine ausgeleierte Kassette die immer wieder „nein, nein, nein“ abspielt. Das ist für mich nicht schön und für den Hund auch nicht. Vor allem weil es mich nach einer ganzen weile wirklich frustriert und es mir schwer fällt „nett“ zu bleiben.

    Ich könnte mir vorstellen, dass sie vielleicht etwas „ruhiger“ wäre, wenn sie mehr ausgelastet ist. Ich gehe neben Gassi gehen ca. 2 Mal am Tag für 15 Minuten mit ihr raus und lasse sie da wie ne wilde auf der Wiese durch die Gegend hetzen. Danach ist sie immer so kaputt das sie nichts anknabbert und ganz ruhig ist wenn wir Heim kommen und es dann auch nicht lange dauert bis sie einschläft. Ich hab nur bedenken sie so oft übern Rasen flitzen zu lassen da es ja auch immer wieder gesagt wird, dass Welpen nicht so viel laufen bzw. lange Spaziergänge machen sollen.

    Habt ihr eine Idee für mich was ich machen könnte damit die Situation für uns beide etwas entspannter wird? Mache ich etwas falsch? Oder muss ich die Geduld bewahren und warten bis es besser wird?

    Mir ist durchaus klar das Welpen nun mal alles in den Mund nehmen was ihnen vor die Nase kommt. Kenne solche Situationen vom damaligen Hund eines Freundes- nur da wars ne mein Hund und somit nicht mein Problem.
    Habe vor ein paar Tagen schon begonnen das Kommando „nein“ mit ihr zu üben (so wie es hier im Forum beschrieben wurde) in der Hoffnung das es sich bessert. Aber bis jetzt hat sich nichts getan, außer dass sie auf der Straße nur noch jeden dritten Gegenstand frisst ;)

    Wie lange dauert dieses Verhalten denn noch an, bzw. wann lässt das nach?

    Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!
    LG Sandra

  • Zitat

    Ich habe seit einer Woche eine 9 Wochen alte Labrador Dame.

    Zitat

    Oder muss ich die Geduld bewahren und warten bis es besser wird?

    Genau - bei einem 9 Wochen jungen Welpen muss man sich in Geduld und Konsequenz üben.

    Zitat

    Wie lange dauert dieses Verhalten denn noch an, bzw. wann lässt das nach?

    Ca. 6 Monate.... :D

    Gruß
    Leo

  • Danke für deine Antwort. Es ist auch tatsächlich in sofern schon besser geworden das sie ab und an wirklich auf mein "nein" hört und sich statt dem Tisch in Spielzeug nimmt. :gut:

    Nun hätte ich bezüglich der Beißhemmung noch eine weitere Frage. Das die Kleine Maus ihre grenzen erst austesten und lernen muss wann sie jemanden wehtut verstehe ich. Nur ist es momentan so "schlimm" das sie mir teilweise wirklich richtig weh tut. weil sie auch immer fester zubeißt. Hab mich in so einer übermütigen Phase dann immer nur mit nem Spielzeug zu ihr gesetzt das ich ihr notfalls ins Maus "schieben" konnte damit sie nicht mich oder meine Sachen attackiert. Das klappt ganz gut bis sie dann irgendwann so nen gewlltigen Rappel bekommt das sie total übermütig auf einen "los geht". Ich sag dann immer lauf "aua" oder mach ein lautes Geräusch und stehe dann auf umd sie zu ignorieren. Nur interessiert sie das herzlich wenig. Sie rennt mir nach und "greift meine Füße, Hose o.ä. an.
    Das einzige womit ich sie etwas "ruhig bekomme ist ein Kong gefüllt mit irgendwlchen Leckereien. Damit kann sie dann immerhin woanders reinbeißen als in mich. Nur ist das doch auch keine Lösung, kann ihr doch nicht jedes Mal son Kong mit Leckerlies geben...

    Habt ihr vielleicht noch eine Idee was man stattdessen machen kann? Ich weiß das dieses Verhalten zu ihrer entwicklung dazu gehört, nur ist es momentan so schlimm, das ich sogar angst habe Freunde geschweige denn Kinder in ihre Nähe zu lassen...

    Dabke schon mal...

  • Ich würde bei solchen Attacken aufstehen und wortlos den Raum verlassen, zwei Minuten warten und zurückgehen.
    Fängt sie wieder von vorne an, gleiches "Spiel" noch mal: Wieder herausgehen.
    Wer sich nicht "benimmt" (ist ja normales Verhalten!), verliert den Spielpartner.

    Lies bitte hier, da steht es gut beschrieben:

    http://www.familienhundtraining.com/archiv/beisshemmung.html

  • Hallo :-)
    Das Thema kenne ich doch nur zu gut... Ich hab quasi das Monster meiner Schwester miterzogen. Sie hat alles übertroffen, was ich je gesehen habe. Sie hat alles, aber wirklich ALLES zerstört.
    Und auch ich kann dir sagen, dass du noch viel viel Geduld aufbringen musst und noch viele kaputte Sachen in Kauf nehmen musst. Aber es wird besser, das kann ich dir sagen. :-)
    Der Hund war zwar kein Welpe mehr, aber aus dem Tierheim und ich denke, sie hat die ganzen Phasen halt erst zu späterer Zeit ausgelebt.
    Da ich als auch zu absolut gar nichts kam, mich nicht mal duschen konnte hab ich mit ihr das Boxentraining angefangen und sie dann halt bei dringender Notwenigkeit in die Box. Das hat ganz gut geklappt und ich konnte ab und zu wenigstens duschen oder die Wohnung putzen. Aber wie gesagt, sie war schon 5 Monate als sie zu uns kam.
    Zur Beißhemmung: würd ich auch so machen. Aufstehen, raus gehen. Irgendwann begreifen sie es :-)
    Nur nicht Aufgeben und versuch trotzdem die tolle Welpenzeit zu genießen.
    Liebe Grüße und viel Erfolg

  • Zitat

    Habe vor ein paar Tagen schon begonnen das Kommando „nein“ mit ihr zu üben (so wie es hier im Forum beschrieben wurde) in der Hoffnung das es sich bessert. Aber bis jetzt hat sich nichts getan, außer dass sie auf der Straße nur noch jeden dritten Gegenstand frisst ;)

    P.S.: Auch ein kleiner Erfolg ist ein Erfolg. Bald frisst sie nur noch jeden 5., dann jeden 10 und irgendwann kaum noch was :-)

  • @dieschweizer: vielen dank für den Link! Habs jetzt schon ein paar mal gemacht. am anfang hatte ich das gefühl das sies mir übel nimmt und dann ganz traurig war aber jetzt nach ein paar malen später zeigen sich wirklich schon erste kleine fortschritte. hält dann zwar nicht lange an- aber immerhin scheint sie sich "gedanken" zu machen ;) werd das jetzt wirklich mal durchziehen und freue mich wenn wirs dann in den griff bekommen.

    @Nera: auch dir danke für die schnelle antwort. ich freue mich sehr über diese kleinen erfolge denn es zeigt mir, dass ich wohl immerhin irgendetwas richtig mache :)

  • Genau! :-) Nur weiter so und nicht die Nerven verlieren. Es lohnt sich... :-) Wir sind nach 1,5 Jahren noch immer nicht am Ziel aber ein rießen Stück weiter. Und es macht sehr Spass mit der Maus. Auch wenn sie mich anfangs sehr viele Nerven gekostet hat und ich gedacht habe, das ist ein Monster im Hundepelz. Ich dachte jedesmal, ok, schlimmer kanns net werden... und es kam schlimmer :-) Aber irgendwann wurde es Schritt für Schritt besser. Ich erinnere mich gerne an die Zeit, kann heute darüber lachen und bin stolz, wie ich / wir sie hinbekommen haben.

  • LEeagle,

    nicht verzweifeln und bezweifele dich selbst nicht.
    Bleibe geduldig und gelassen, nimm es mit Humor, jeder Welpenbesitzer muss dadurch.
    Du wirst an diese schöne und auch einfache Zeit noch gerne zurückdenken und das mit einem Lächeln im Gesicht:
    "Ach, wie schön war doch die Welpenzeit."

    Viel Spaß euch beiden!

  • Zitat


    Ich könnte mir vorstellen, dass sie vielleicht etwas „ruhiger“ wäre, wenn sie mehr ausgelastet ist. Ich gehe neben Gassi gehen ca. 2 Mal am Tag für 15 Minuten mit ihr raus und lasse sie da wie ne wilde auf der Wiese durch die Gegend hetzen.

    Der Schuss wird langfristig nach hinten losgehen.

    Du hast zwar direkt danach vielleicht einen ruhigen Hund, der quasi "tot umfällt" und einschläft, langfristig wirst Du Dir aber einen hibbeligen Beschäftigungsjunkie heranziehen. Beim Labrador Retriever ist diese Tendenz ja eindeutig da.

    Es ist nicht normal, dass ein Welpe permanent irgendwo kauen und nagen muss. Es ist meist ein Symptom dafür, dass das Hundekind jetzt schon überfordert ist, zu wenig Ruhe findet und vermutlich zuviel bespaßt wird. Mit dem Kauen wird versucht Stress abzubauen. Das Kaubedürfnis ist mit ca. zehn Minuten Kauen am Tag befriedigt. Der Rest hat dann andere Gründe...

    Viele Grüße
    Corinna

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