Wie mach ich klar das eine Situation NICHT gefährlich ist

  • Hallo ihr lieben!

    Ich bin Nadine, 25 Jahre und neu hier :)

    Folgendes Problem:

    Seit Samstag haben wir einen Hund, Samy ist ein Schäferhund-Rottweilermischling und 3 Jahre alt. Er wurde viel alleine gelassen und hat deswegen Verlustängste und angeblich einen Kontrollzwang (kann ich bis jetzt nicht beurteilen)

    Es läuft alles super, er läuft ohne Leine, hört aufs Wort und benimmt sich richtig gut, man kann ihn überall mit hin nehmen. Jetzt sind wir aber in einem Theaterverein auf einer Freilichtbühne und haben ihn gestern das erste mal mit zur Probe genommen (Wollen ihn vorerst nicht alleine lassen). Gestern wurde in einer Szene mehrfach ein Kampf geprobt. Das Problem is das wir beide auf die Bühne mussten und Samy wurde von einer Bekannten gehalten, hatte aber Blickkontakt zu uns. Er riss sich von ihr los und bellte, jaulte sprang an den Menschen hoch als wollte er uns beschützen. Wir ruften "AUS" aber er hörte nicht...deswegen nahm ich ihn an die Leine , streichelte ihn zwischen den Szenen und versuchte ihn zu beruhigen. Sobald jemand auf der Bühne nur die Stimme etwas anhob wurde er wieder ängstlich wollte entweder weg oder wenn ich bzw mein Freund auf der Bühne war...zu ihm hin um ih zu verteidigen.

    Ich meine klar er kann nicht wissen das es nur gespielt ist und sonst is er immer total relaxt und benimmt sich gut...Aber wie nehmen wir ihm die Angst bzw wie kapiert er das nichts passiert?

    Über Tipps bin ich sehr dankbar, ich will ja nicht das Samy während den Proben so leidet, und die Proben verlaufen so natürlich auch nicht sonderlich gut für alle beteiligten... :hilfe:

    Danke schon mal im vorraus.

    LG Nadine

  • Warum nehmt ihr den Hund denn da mit? Ist doch klar, dass er denkt, das der Angriff echt ist.

    Ich würde meinem Hund auch nicht beibringen, bei einem Angriff einspannt zu bleiben. Denn wenns ernst wird, soll er eingreifen und mich schützen.

  • Weil er momentan noch überall hin mit muss..bis er sich richtig eingewöhnt hat...er verhält sich ja nicht nur bei den Kampfszenen so, sonder wenn nur jemand die Stimme anhebt...und das is beim Freilichttheater halt normal. Er is aj nciht der einzigste Hund und die anderen bleiben halt cool. Ich würde gerne wissen ob er das mit der Zeit von selbst versteht (schliesslich sind wir mehrfach die Woche dort) das es speziell in der Situation keine Gefahr gibt bzw was man dafür tun kann um ihn dabei zu helfen. Es gibt doch auch Hunde die bei Ritterfesten und was weiss ich wo dabei sind , wo gefechtet wird usw...und die bleiben ruhig...

    Soll ich ihn z.b streicheln in solchen Situationen oder wird er dann in seiem Verhalten bestätigt...oder soll man ihn ermahnen..Wie gesagt wir sind frischgebackene Hundebesitzer, lesen viel zum Thema und wollen nur das beste für Samy, aber speziell die Situation können wir nicht abschätzen... ich weiss nicht ob es besser wäre wenn er dann daheim bleibt oder bei jemand anderem, gerade weil er ja noch die Verlustängste hat.... ;(

  • Hallo Nadine!!!

    Benimmt er sich denn nur so wenn ihr auf der Bühne seit??? Denn das könnte schon ein Ausdruck von Kontrollzwang sein...Wie verhält er sich generell wenn ihr weiter weg seid und ihn wen anders hält?

    Wenns Angst/Unsicherheit ist...ich würd ihn nicht streichel, denn das bestätigt ihn nur...ich glaub er muss sich da einfach dran gewöhnen...ich würde das bellen ignorieren...loben wenn er ruhig ist...vielleicht dann einen Kauknochen anbieten - sofern er ihn nimmt. Falls nicht ist der Stresspegel zu hoch.

    Hm ansonsten fällt mir nix weiter ein - als so zu tun als wär das alles ganz normal...vielleicht meldet sich noch jemand der mehr Anhnung hat!

    Viel Spass noch mit der Fellnase!

    Liebe Grüße

  • Das ist ja man eine interessante Fragestellung.

    Mit einem Mix solcher Rassen zu üben, dass Scheinattacken nicht ernstzunehmen sind und das am 6. (?) Tag im neuen Zuhause - ist mindestens Level 15 in Sachen "in ungewöhnlichen Situationen Sicherheit vermitteln"...

    Die anderen Hunde dort wären jetzt nicht mein Maßstab dabei - vermutlich haben die andere Eigenschaften oder sind von klein auf dabei oder waren schon länger bei ihren Leuten, so dass doch noch ein ganz anderes Grundvertrauen da war und auch der Hund schon mehr Erfahrung hatte, seinen Menschen richtig zu "lesen". Die kleinen, feinen Nuancen bei uns menschlichen Kommunikationstrampeln, die oft sehr widersprüchliche Signale aussenden, richtig zu interpretieren, das braucht schon ein wenig Zeit für den Hund.

    Grundsätzlich würde ich diese Situationen erst mal ein paar Wochen lang umgehen - ich glaube nämlich, dass ein "vorgeschädigter" Hund, der grad mal ein paar Tage in einem neuen Zuhause ist, damit sehr, sehr überfordert wird. Dann lieber im vertrauten Zuhause "gesittet" werden, von jemandem, den der Hund kennt.

    Und dann ein paar Nummern kleiner mit dem "Theater" :D anfangen - eben z. B. mit der "Zeigen und Benennen"-Vorgehensweise.

    Beruhigen und Streicheln ist eher nicht der richtige Weg - der Hund hört ja nur den Tonfall und fühlt sich tatsächlich eher bestätigt.

    Bitte halt uns auf dem Laufenden, wie Ihr vorankommt - ich finde diese Fragestellung wirklich mal spannend.

    LG, Chris

  • Danke für die bisherigen Antworten!

    Ich wollte Samy nicht mit anderen Hunden vergleichen und verlange auch nicht das er alles perfekt kann. Und mit Sicherheit brauch er erst einmal das Vertrauen zu uns, das leuchtet mir ein...es ist halt blöd das er ausgerechnet da so reagiert, weil das ja ne Verpflichtung unsererseits ist. Hätte ich das geahnt, hätte ich dieses Jahr ausgesetzt, aber nun ist es so und wir müssen das beste daraus machen... Samy ist sehr umgänglich ich denke das er das schaffen kann...Die Frage ist ja eher ob es gernerell möglich ist einem Hund die Angst zu nehmen (falls es Angst ist) weil bei Gewitter geht das doch auch nicht...?

    Wenn wir eine andere Möglichkeit hätten, würden wir ihn daheim lassen. Wobei er jetzt schon sehr stark auf uns fixiert ist und ich denke der Hundesitter hätte keinen Spass mit ihm ;-)

    Ich hab mir das mit dem Zeigen und Bennenen mal angesehen, allerdings weiss ich nicht wie ich das anwenden soll im -Bezug auf das Thema hier. Wenn wir am spielen sind (Theater) können wir ihn ja nicht gleichzeitig trainieren...oder sollten wir solche Sachen zuhause nachstellen?Weil Vorort wird das schwierig...

    Anfangs war er ja ziemlich locker in der Probe, erst als es lauter wurde fing er an so zu reagieren und dann wurde ihm das zu viel. Nach der Probe war er jetzt aber nicht ängstlich, hat sich von jedem streicheln lassen und ist noch paar runden im Waldsee geschwommen... Ich denke es liegt an dem lauten Ton und weil wir auf der Bühne aufeinander losgehen ...(also es wird keiner geschlagen, sondern mehr angedroht...)ist etwas schwer zu erklären...
    Also wir werden ihn jedenfalls nicht mehr streicheln und versuchen ihn zu ignorieren, ich denke wenn er den einen oder anderen kennt vom Verein bleibt er auch hinter der Bühne...trotzdem muss er dann ruhig sein...und nicht bellen wenn es lauter wird...

    Morgen also der zweite Versuch :)

  • @Lille1986 ah und wegen dem Kontrollzwang...bisher war er immer nur bei uns bzw in der Nähe, kanns daher nicht beurteilen. Aber generell hat er dieses Verhalten das erste mal gezeigt. Er bellt nie, selbst wenn es klingelt oder eine Katze vorbeiläuft nicht... Das einzigste mal wo ich ihn bellen gehört habe ist, als ein anderer Hund sein Spielzeug nicht mehr rausrücken wollte...

  • Mir fällt für euer Problem im Moment nur eines ein:
    Du und Dein Freund könnt Zuhause solche Kampfspiele üben. So kann er kennenlernen, daß das "normal" ist.

    Schwierig ist bei Euch, daß ihr den Hund erst so kurz habt. Da ist noch kein richtiges Vertrauen aufgebaut.

  • Na ich weiß nicht...Kontrollzwang?
    Ihr habt einen Hund mit Wach-und Schutztrieb...da ist es kein Wunder.
    das er zu Hause bei euch (noch) nicht reagiert kann genauso gut bedeuten das er das (noch) nicht als sein Revier betrachtet.

    Das heißt nicht, das euer Hund das nicht erlernen kann, aber gibt es keine Möglichkeit den Hund zwischendurch in die Proben zu schleusen...also so das er erstmal nur immer kurz dort verweilt, so das er sich an die "guten" Aspekte erinnert?

    Ich würde erstmal mit dem Clickern anfangen und wenn der Hund darauf konditioniert ist mich langsam Schritt für Schritt in die Szenen reinclickern wenn er sich ruhig verhält.

    dafür braucht ihr wahrscheinlich eine dritte Person, wenn ihr euch zeitlich nicht abwechseln könnt um bei den Proben beim Hund zu bleiben.

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