Wird ihre Angst vor Menschen so wirklich weniger?
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Hallo,
ich habe vor 5 Wochen einen Hund aus Bulgarien adoptiert. Die Dari ist knapp 2, ein Mischling und sehr lernfähig.
Ich war auf das Schlimmste vorbereitet, nachdem ich die ganzen Beiträge hier über Tierschutzhunde aus dem Ausland gelesen habe und deswegen kann ich immernoch mein Glück mit diesem Hund nicht fassen. Die kleine lief vom ersten Moment an super an der Leine, war sehr verspielt und freundlich und liebt es gestreichelt zu werden. Ihre Entwicklung konnte man praktisch stündlich beobachten. Treppensteigen schien unmöglich am ersten Tag und eineinhalb Tage später lief es plötzlich ohne Probleme. Sie fährt gerne im Auto mit, hat keine Angst vor dem Staubsauger, vor lauten Krankenwagen und fährt mittlerweile mit dem Bus so als hätte sie es ihr ganzen Leben getan - ruhig einsteigen, hinlegen und dann ruhig abwarten bis die Tür aufgeht und aussteigen. Sie ist super abrufbar und sehr auf uns bezogen.ABER

sie ist ein sehr sensibler Hund. War am Anfang sehr unterwürfig und es war klar, dass man sehr behutsam mit dem ängstlichen Hund umgehen muss. Eine Erziehung ohne Bestrafung und sogar Ton anheben war vorprogrammiert. Sie stubenrein hinzubekommen war nicht leicht und hat gut eine Woche gedauert, weil sie am Anfang draussen nicht machen wollte und damit uns nicht die Möglichkeit gegeben hatte ihr zu zeigen, dass das richtig ist. Angstpinkeln war auch eine Weile ein Problem besonders morgens aber das ist jetzt auch Geschichte.
Angst vor Hunden war am Anfang sehr schlimm. Sie wurde im Tierheim von größeren Hunden die ganze Zeit gemobbt und hat immer den Schwanz eingezogen als sie einen Hund aus der Entfernung gesehen hatte. Das schien eine mission impossible zu sein aber irgendwann ist sie aufgetaut und jetzt spielt sie mit vielen Hunden trotz anfänglicher Skepsis.
SOO...jetzt zu dem aktuellen Problem: Sie hat Angst vor Menschen. Ist zwar keine panische Angst, sie läuft an den Menschen ruhig vorbei, sogar wenn es viele sind, wie in der Stadt, ist neugierig und beschnuppert sie ABER wenn sie jemand anguckt oder anspricht bekommt sie Angst und zieht den Schwanz ein und sucht die Weite. So war es zumindest am Anfang...jetzt ist sie mutiger geworden. Sie knurrt und verbellt diese Menschen. Ich finde es sehr ärgerlich, dass die Leute selten auf mich hören wenn ich sage sie sollen sie ignorieren und mit dem furchtbaren "DU BRAUCHST KEINE ANGST HABEN.." weitermachen.
Ich habe hier im Forum gelesen, dass man die Leute dazu bringen soll den Hund komplett zu ignorieren und irgendwann wird sie schon ihre Angst verlieren.
Heute waren wir mit einer Frau und ihrem Hund spazieren und sie hat mir eine andere Trainingsmethode gezeigt, die früher an ihrem Hund angewendet wurde und gut funktioniert hatte. Ihr Hund ist jetzt super erzogen und soll früher viel ängstlicher als meine Dari gewesen sein.
Die Methode ist folgende: ein/e Fremde/r hockt sich hin und nimmt die Leine. Das wichtigste ist, dass er den Hund nicht anguckt und nicht anspricht. Dann zieht er den Hund zu sich, packt ihn sanft aber sicher, damit er nicht entwischt und hält ihn und streichelt ihn in dieser Position bis er sich entspannt - kann mehrere Minuten dauern. Das soll man sehr oft, von vielen unterschiedlichen Menschen und an verschiedensten Orten machen lassen. Mein Hund hat folgendermassen darauf reagiert: er hat nicht gebellt, weil sie ihn eben nicht angeschaut oder angesprochen hatte. War sehr angespannt und mit eingeklemmten Schwanz hat sich aber nicht gewehrt. Nach 5min war er aber etwas ruhiger und sie hat ihn "freigelassen". Danach war der Hund nicht sichtlich eingeschüchtert und hat ihre Nähe nicht gemieden sondern weiter sein Ding im Wald gemacht. Die Frau hat mir erzäht, dass ihr Hund sich im Gegensatz zu Dari sich am Anfang mit "Händen und Füßen" gewehrt hat.
Meint Ihr, dass das helfen wird oder wird das evtl den Hund traumatisieren?
Viele Grüße,
Zheni - Vor einem Moment
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Hallo,
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Meine Methode wäre es nicht. Hätte viel zu viel Angst, dass das schief geht. Ich würde aber auch nicht immer ignorieren lassen.
Ich würde kontrollierte Begegnungen suchen, bei denen der Hund das Tempo bestimmt.
Das Verbellen natürlich nicht bestätigen ("Du brauchst keine Angst haben usw."). Sollte es jemand doch machen und sich nach ein mal bitten nicht daran halten, würde ich ihn aber machen lassen und den Hund sich annähern lassen. Wenn du dann "abblockend" wirst oder die Begegnung abbrichst, wäre mir die Gefahr zu groß, dass deine Hündin zum Einen das Gefühl hat Erfolg zu haben mit ihrem Verbellen, zum Anderen den Eindruck kriegt, dass du auch "gegen" diesen Menschen bist und dich lieber enfernst.Ich würde also Begegnungen suchen, wo die Leute sich etwas Zeit nehmen und das Ganze aussitzen. Also so lange bis eine Annäherung statt findet. Langsames Annähern von Seiten der Menschen, im besten Fall irgendwann aus Neugierde der Hündin. Aber ohne Zwang, das wäre nichts für mich.
Die Situation dann positiv auflösen. Je nach Tagesform usw. nach einem Schnüffeln und ein paar netten Worten oder aber sogar ein paar Streicheleinheiten. Wie es eben passt.Anjou hat (wohl gemerkt als Welpe) auch eine Zeit lang alle angebellt. Ich habe ihn so immer wieder die Erfahrung machen lassen, dass sie ihm nix böses wollen, aber auch, dass sein Bellen ihn nicht weiter bringt. Das Thema ist bei uns jetzt durch.
Er ist auch rassebedingt eher reserviert. Die Aussies mögen in der Regel nicht unbedingt Fremde. Er rennt nicht ständig zu fremden Leuten hin und lässt sich nicht von jedem durchkuscheln, nicht mal wirklich streicheln.
Aber er geht bei Fremden (nicht irgendwer, nur wenn es Kontakt gibt) hin, schnuppert, lässt sich ein mal über den Kopf fahren und geht dann weiter. Das ist auch sein gutes Recht die Situation selbst wieder aufzulösen. Er muss sich nicht von jedem Knuddeln lassen. Er muss es aber auflösen und nicht nach vorne gehen, also mit der Situation umgehen können. Das erwarte ich von ihm, nicht mehr und nicht weniger.Das wäre also mein Weg
Ich denke ein Patentrezept gibt es nicht. Beobachte deine Hündin und entscheide, was zu ihr passt. Anjou hätte ich mit fest halten zu einem "aushalten" gebracht, aber nicht dazu, dass er das Ganze irgendwann positiv empfindet. -
Da würde ich aber SO die Finger von lassen! Wenn Du ganz großes Pech hast, entwickelt sich das in die ganz falsche Richtung und der Hund wird nicht aufgeschlossener, sondern noch ängstlicher und geht u.U. irgendwann vor lauter Stress nach vorn.
Ich würde es genau so wie meine Vorschreiberin machen.
LG von Julie -
Schön, dass das bei ihrem Hund funktioniert. Das kann aber schnell nach hinten losgehen. Meine Hündin ist auch eher sensibel und zuweilen ängstlich. Wenn sich jemand die in den Klammer-ichhab-Dich-lieb-streichel-Griff klemmen würde, wäre das für sie der Horror. Und ich will keinen Hund, der sich bei so was dann irgendwann in sein Schicksal ergibt, sondern einen Hund, der seine Ängste auf behutsame Weise mit meiner Hilfe abbauen / bewältigen kann.
Wichtig ist eigentlich (so finde ich zumindest): der Hund muss nicht jeden Menschen toll finden, schon gar nicht fremde. Warum?
Es ist doch schon eine Riesenleistung, die der Hund nach der kurzen Zeit zeigt: stubenrein binnen nur einer Woche, leinenführig, freundlich, aufgeschlossen Euch gegenüber, abrufbar, verliert die Angst vor anderen Hunden, fährt Bus, geht durch die Stadt auch an vielen Menschen vorbei....was kann man in der kurzen Zeit noch erwarten?
Seid für den Hund vor allem eins: souveräner, liebevoller "Führer" ohne Unsicherheiten, das hilft gerade ängstlichen Hunden sehr - ich kann mich auf Frauchen/Herrchen verlassen, hier passiert mir nix. Natürlich kann man auch fremde Menschen schönfüttern etc. Wirklichen Handlungsbedarf würde ich vermutlich erst sehen, wenn Du berufs- oder freizeitbedingt immer mit wieder wechselnden Menschen zusammen sein musst und der Hund muss mit. Oder wenn Dein Hund auch jeden einfach nur entgegenkommenden Menschen anbellt, egal ob der sich für den Hund interessiert oder nicht.
Ich finde Menschen auch nicht toll, die mich anstarren, direkt auf mich zulatschen, mich ungefragt anfassen....warum muss ein Hund das?
Wenn ich auf Leute treffe, die das nicht kapieren wollen, rufe ich meine Hündin zu mir oder splitte zwischen Mensch und Hund. Sie muss nicht, wenn sie nicht will und sich unwohl fühlt. Und die Menschen, die wichtig sind, sind kein Problem. Auch Fremde, die sich hundekniggemäßig verhalten (nicht drüber beugen, nicht anstarren etc.) machen uns keine Schwierigkeiten. Der Rest, der kann uns mal lieb haben, ich hab ja kein Stofftier zum Anfassen für jedermann. 
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Erstmal Gratulation zu dem was ihr schon alles geschafft habt. Das ist ja super und Du scheinst wirklich einen tollen Hund erwischt zu haben.
Schara hatte/hat dieses Problem mit Fremden auch. Ging zum Teil so weit, dass sie einem fremden Mann in orangefarbener Arbeiterkleidung mal bellend von hinten hinterher ist und ihn so leicht ins Bein gezwickt hat. Geht natürlich gar nicht.
Jetzt ist es so, dass ich sie genau beobachte, bei ungewöhnlichen Begegnungen (meist Männer in ungewohnter Kleidung, Jäger usw.) anleine, falls sie nicht bereits angeleint ist. Dann nehme ich sie auf die vom Entgegenkommenden abgewandte Seite, ganz kurz mit Kniekontakt und beobachte sie, nicht den Mensch. Dabei laufen wir zügig weiter, als wäre nichts gewesen.
Mittlerweile klappt das sehr gut. Sie weiss, dass ich die Situation im Griff habe und das scheint für sie am entspannendsten zu sein.Die Methode, die Dir empfohlen wurde, hätte ich bei Schara nicht angewandt. Sie darf sich selber aussuchen zu wem sie hin will und soll nicht "zwangsgehalten" werden. Ich hätte auch Angst, dass die Situation schnell kippt. Um sich aus der unangenehmen Situation zu befreien bliebe ihr dann nur eine Möglichkeit.
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Hallo,
ich halte beide Methoden - sowohl das Ignorieren und den Hund ganz allein klar kommen lassen, als auch die "Du hast Angst, egal, ich krall Dich mir trotzdem und Du musst das aushalten"-Methode nur für bedingt geeignet. Da muss man schon den "richtigen" Hund für haben. Im ersteren Fall eher das "mißtrauische" Modell, das eher noch gar keine, als denn schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat und im 2. Fall das etwas "bockigere" Modell, das nicht wirklich Angst oder Unsicherheit gegenüber Menschen hat, sondern eigentlich so überhaupt gar keinen Bedarf an menschlicher Zuwendung. Modell Nr. 2 KANN man manchmal mit "liebevollem Festhalten und Zwangsstreicheln" auf die Idee bringen, dass Menschen doch nicht so unnütz sind...Die Frage ist doch - was will ich erreichen, wenn mein Hund Angst vor Menschen hat, oder sich unsicher ist, wie er mit den verschiedenen Menschen, die nun mal im Leben eines Hundes vorkommen, umgehen soll? Soll er alle Menschen grundsätzlich toll finden, soll er lernen, dass manche Menschen (Besucher, TÄ, Therapeuten, Hundeleute, Tierstreichler) einem als Hund auch mal zu nahe kommen und seltsame Sachen mit einem machen oder soll er lernen, dass er sich, wenn es sein muss, auch mal unangenehm behandeln lassen muss, dass er aber die Alternative hat, wegzugehen (z. B.), wenn aufdringliche Tierstreichler ihm mit den Händen auf dem Kopf rumpatschen möchten?
Bei Euch klappt der eine Part ja schon ganz gut - Menschen, die einfach da sind, die aber gar nichts direkt mit Euch zu tun haben, sondern bloss vorbeigehen, irgendwo warten, werden schlicht links liegen gelassen.
Bei Menschen, mit denen Dein Hund sich irgendwie auseinandersetzen muss, weil sie in Euren Komfort-Bereich hineinkommen, sieht es schon ganz anders aus.
Bellen und Knurren in dem Moment sind leider nicht zwangsläufig ein Zeichen des größer werdenden Mutes - es kann (dazu muss man den Hund in der Situation sehen) auch ein Zeichen dafür sein, dass Dein Hund allmählich angst-aggressive Tendenzen zeigt. Das liest sich schlimmer, als es ist - es bedeutet einfach nur, dass Dein Hund nicht weiss, wie er mit sich Euch nähernden Menschen umgehen soll. Die Handlungsvorgabe "Hab keine Angst!" oder "Bell und knurr nicht" genügt nicht - der Hund muss auch lernen dürfen, was er denn bitte stattdessen tun soll. Dein Hund hat sich vermutlich durch Zufall selbst beigebracht, dass Menschen i. d. R. in der Annäherung abstoppen, wenn ein Hund bellt. WEnn das mal klappt und mal nicht, hat man das stärkste Lernprinzip beim Hund "erfunden", das es gibt, die variable Verstärkung. Stoppt dann nämlich ein Mensch durch das Bellen mal nicht - wird der Hund heftiger Bellen (hat ja schließlich schon ein paar Mal geklappt), das Knurren hinzunehmen (mensch, das MUSS doch klappen) oder gar nach vorn gehen (jetzt reichts mir aber) - einfach eine sich immer weiter steigernde, direkt voneinander abhängige Handlungskette, die abgespult wird.Um Deinen Hund aus dieser Handlungsunsicherheit herauszuholen, musst Du ihm ein Alternativ-Verhalten zeigen, was er in Situationen anwenden kann, wo ihm sich nähernde Menschen zu viel sind.
Er kann z. B. ein paar Schritte zur Seite gehen dürfen. Das bringt man einem Hund anfangs aktiv bei (am besten mit eingeweihten Test-Menschen, damit der Lernerfolg - da kommt einer, ich will aber nicht angefasst werden, ach, ich darf einfach zur Seite ausweichen, das ist ja prima) auch rasch erkannt wird.
Der Hund kann z. B. lernen, sich hinter seinem Halter "verstecken" zu dürfen. Anfangs in der "ich bin gar nicht da"-Variante, später kann er sich aus der Sicherheit hinter den Beinen seines Menschen heraus, den Näherkommenden in aller Ruhe anschauen.
Das sind recht "aktive" Handlungsalternativen für den Hund - für mich die schöneren Möglichkeiten, weil sie den Hund geistig aktivieren (die Suche nach Lösungsmöglichkeiten situativ anzupassen, z. B.) und ihn aus der "Opferrolle" Angsthund herauskommen lassen.Etwas "passivere" Methoden, die aber als erste Schritte in der Anfangszeit oft angebracht sind und auch sehr vertrauensbildend wirken, sind all die, bei denen der Halter die Situationen für den Hund regelt. Also nicht der Hund zur Seite geht, hinter den Halter geht, sondern der Halter dem sich nähernden "aber vor mir musst Du doch keine Angst haben"-Super-Gau energisch-abwehrend entgegentritt und sagt, Nö, Sie fassen diesen Hund jetzt nicht an.
Da muss man nur irgendwann den Übergang schaffen, den Hund an seine Problematik angepaßt aus diesem passiven "sich helfen lassen" herauszukommen. Sonst steht man ihm - noch so gut gemeint - bei der Entwicklung der Souveränität im Weg.
Die dritte Liga sind Menschen, die uns häufig begegnen, die der Hund möglichst kennen- und "lieben"-lernen sollte oder wahlweise, bei denen er lernen muss, dass auch manchmal unangenehme Sachen gemacht werden müssen.
Da kann man mit der Gegenkonditionierung arbeiten - plump übersetzt, die kann man schön füttern. Auch da am idealsten mit eingeweihten Testkandidaten, die bestimmte Vorgaben erfüllen: den Hund initial nicht direkt ansehen, die sich vielleicht sogar in der Körperhaltung ganz klein machen, sich seitlich zum Hund drehen und den in aller Ruhe und in seinem Tempo kommen lassen und sich ein Leckerli abholen lassen.
Die "Klassiker" im Umgang mit ängstlichen Hunden sind genau deshalb die Klassiker, weil sie bei den allermeisten Hunden der richtige Weg sind. Eher ungewöhnliche Methoden sind sicher nicht grundverkehrt, aber eben auch genau das - eher ungewöhnliche Lösungsansätze für eher ungewöhnliche Hund-Halter-Konstellationen.
Wenn DEIN Hund sich bereits nach 5 Wochen schon so gut macht, wie Du es geschildert hast, spricht das zum einen dafür, dass die Angstproblematik nicht sooooo riesengroß ist, sondern sicher in der Anfangszeit durch die ganz normalen Unsicherheiten eines Hundes, der ein komplett neues Leben anfängt, aufkumuliert ist und zum 2. spricht das sehr dafür, dass Du Dich bisher für diesen Hund genau richtig verhalten hast und ihn beim "Ankommen" sehr unterstützt hast.
Deshalb hör auf Dein doch offensichtlich gut zu diesem Hund passendes Bauchgefühl und lass Dich nicht zu Methoden hinreissen, die Dir ja scheinbar widerstreben.
Ihr seid doch auf einem guten Weg.
LG, Chris
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Hallo,
vielen Dank für die zahlreichen und vorallem hilfreichen Antworten. Ich freue mich, dass meine Bedenken bestätigt wurden und dass ich den Hund zu nichts zwingen muss...es ist sowieso gegen meine Prinzipien.
Das Angstproblem ist in der Tat noch in der Anfangsphase und kommt eher davon, dass der Hund eher keine als schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat. ich glaube ich gebe dem Hund Sicherheit und er versteckt sich hinter mich oftmals. Bei meinem Freund sieht es anders aus. Ich durfte neulich den HUnd mit ihm beobachten und was ich gesehen habe hat mich geschockt. Der Hund ist mit ihm viel agressiver, kläfft manchmal auch Menschen die ihn nicht beachtet an und wirkt sehr sehr unsicher. Da hatte ich sofort Sorgen, dass sich das ganze noch mehr steigern könnte. Ich habe das falsche Verhalten von meinem Freund sofort erkannt. Er stellt sich einfach auf die Seite der Menschen und nicht auf die des Hundes. Er hatte noch nie einen Hund bis jetzt gehabt und denkt in solchen Situationen eher -"warum regt sie sich so auf, sie wollen ihr nichts böses, es wäre so schön wenn sie sich streicheln lassen würde von Fremden".
Nach langen Diskussionen und Erklärungen lass ich ihn nicht mehr so oft mit dem Hund alleine spazierengehen

Mein Endziel ist es auf keinen Fall, dass sich der Hund von allen streicheln lässt. Ich möchte erstens, dass er keine Ängste hat und sich wohl fühlt. Ich möchte gerne, dass er zu ein paar Menschen in unserer Umgebung Vertrauen aufbaut, damit er im Falle von Urlaub oder ähnliches dort bleiben kann.
Wir haben so viele tierliebe Menschen in der Familie, im Freundeskreis oder der Nachbarschaft, die sich gerne um Dari kümmern würden wenn es mal sein soll.
In zwei Wochen sind wir zur Hochzeit von einer sehr guten Freundin eingeladen. Hund darf man nicht mitbringen. Wir haben uns entschieden nicht dort zu übernachten, sondern wieder nach Hause zu fahren dem Hund zuliebe. Die Frage ist natürlich - "Wer passt auf den Hund tagsüber auf?"
Leute schönfüttern werde ich jetzt ausprobieren und hoffe es klappt.
Viele Grüße,
Zheni -
...das ist sie übrigens..
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Huhu,
die könnte ich sofort klauen, würde gut zu meinem Rudi passen

Ich wollte mich nur kurz rein schleichen und dir diesen Thread hier empfehlen:
https://www.dogforum.de/zeigen-und-benennen-t128830.htmlMein Rudi ist ein ebenso unsicherer Hund wie deine Süße, je nachdem wie unheimlich ihm der Mensch gerade ist, reagiert auch er mit bellen und knurren. Bei ihm würde die in deinem ersten genannten Beitrag genannte Methode zu unschönen Löchern in irgendwelchen Körperteilen des Fremden sorgen, deshalb arbeiten wir daran mit dem Clicker.
Wie das Ganze funktioniert und aufgebaut wird, hat Shoppy sehr gut beschrieben. Vielleicht wäre das eine Methode für euch und euren Hund, die sogar auch der Männe lernen und dann entsprechend anwenden kann

Uns jedenfalls hat das schon sehr viel gebracht :)Wegen der Hochzeit kann ich dir nun nicht helfen. Ich muss ehrlich gestehen, ich würde auf eine Hochzeit zu dem Zeitpunkt wohl eher verzichten oder die Anwesenheitszeit so reduzieren, dass mein Hund es gut aushält, bevor ich eine vielleicht fremde Person dem Risiko eines unsicheren Hundes und meinem Hund den Stress mit einer ihm fremden Person antun würde.
Vielleicht kannst du aber auch irgendwen finden, den sie schon kennt und auch halbwegs akzeptiert und in den nächsten zwei Wochen intensiv dran arbeiten, dass sie denjenigen noch näher kennen lernt, so dass sie sich bei demjenigen entspannen kann. Dann stünde eine Wegfahrt für einen Tag ja nichts mehr im Wege :)LG,
Patricia -
Hi Patricia,
vielen Dank für den Tipp. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren. Den Clicker haben wir schon also jetzt kommt er endlich zum Einsatz.
Was die Hochzeit angeht...hmmm...ich glaube wir laden die nette Tür-an-Tür-Nachbarin und ihren kleinen Dackel (mit dem versteht sich meine Kleine super) jeden Tag zum Kaffetrinken ein und gucken was passiert.Grüße,
Zheni - Vor einem Moment
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