Ich bin am verzweifeln!

  • Zitat


    Ich würde da aber eher an der Leinenführigkeit arbeiten, als am Fuß gehen.

    Neben dem Wechsel der Hundeschule, würde ich dir das Buch von Fichtlmeier ans Herz legen: Der Hund an der Leine.

    Wenn dein Hund zu Hause immer wieder den Platz verläßt, dann mußt du entweder den längeren Atem haben und sie immer wieder dahin zurückbringen, oder aber du befestigst eine Leine, damit sie sich von dort nicht mehr weg bewegen kann. Vielleicht noch Knabberzeugs, oder nen Kong zur Beschäftigung anbieten, dann könntest du auch so Schritt für Schritt das alleine-bleiben üben

    Hallo,

    Ach das habe ich ganz vergessen zu erzählen. Das Fußgehen an der Schleppleine funktioniert einigermaßen komischerweise!
    Aber eine Schleppleine eignet sich nicht an der Straße und ich muß erst ein Stück an der Straße laufen bevor ich die Schleppleine benutzen kann.

    Danke für den Buchtipp!

    Zurückbringen ins Körbchen habe ich eine Zeitlang versucht. Aber nachdem ich bestimmt 50mal am Tag den Hund zurück ins Körbchen gebracht habe, gab ich irgenwann auf. Habe nämlich auch ein Baby um das ich mich auch kümmern muß!
    Das mit dem Anleinen im Körbchen werde ich versuchen, bin für jeden Tipp dankbar!


    Gruß Heike ;)

  • Liebe Heike,

    es ist natürlich schwierig, das aus der Ferne zu beurteilen. Ich denke aber, dass Du noch lange weiter trainieren kannst, ohne Resultate zu erzielen. Du schreibst, dass Ihr verschiedene Baustellen habt. Du arbeitest bisher an den Symptomen, Du musst aber die Ursache herausfinden. Das ist anscheinend bisher in der Hundeschule nicht passiert. Die Probleme, die Deine Hündin hat, basieren m.E. auf einer Unsicherheit bzw. Angst.

    Du schreibst, dass Du für Hundetrainer schon viel Geld ausgegeben hast und nicht weiter gekommen bist. Das ist ärgerlich und sehr schade, aber ich denke, es geht kein Weg daran vorbei, hier noch einmal einen kompetenten Trainer zu Rate zu ziehen, der zumindest eine "Diagnose" stellt und Dir das passende Werkzeug in Form eines Trainingsplans an die Hand gibt.

    Wenn Du die Ursachen kennst, kannst Du ganz anders und vor allem so, wie Deine Hündin es braucht, um zu lernen, auf Deine Hündin eingehen. Und dann werdet Ihr sicher an´s Ziel kommen!

    LG Regina

  • Hallo
    also 1. aufgeben sollte man nie

    zu deinen Problemen
    Leinenführigkeit Wenn ich das richtig verstanden habe, möchtest du das sie nicht mehr so zieht und ihr gemütlich eure Runden gehen könnt. Fuss wäre da für mich der falsche Ausdruck, denn Fus bedeutet, das er genau neben dir zu laufen hat und auch nur das. Schnüffeln & Co sind dann tabu. Das bedeutet für mich Fuss.
    Dir würde ich empfehlen, es mit den Worten langsam zu versuchen. Fuss hat dein Hund bestimmt schon zur genüge gehört und wie man hört, klappt das nicht.
    Wenn sie zieht, langsam sagen und stehen bleiben. Bis der Hund sich etwas entspannt hat. Dann weitergehen und wenn dann wieder gezogen wird, wieder stehen bleiben und so weiter, und so weiter.
    Du kannst es auch mal mit Richtungswechsel probieren. Immer und immer wieder.
    Das ist ein langer Weg und es kann sehr lange dauern.
    Wenn du in der Hundeschule warst und keinen wirklichen Erfolg nachweisen konntest, dann liegt es viel. an dem Trainer und nicht an euch. Wechsel sie, höre dich um, oder such nach einem mobilen Trainer, der zu dir kommt, wo du nicht in eine Hundeschule eintreten musst.
    Der kann dir dann auch bei den anderen problemen zur Seite stehen. :gut:

    Gegen das Hinterherlaufen Wenn du die Tür zu machst oder sie an die Leine nimmst, ist das kein Lösen des Problems,sondern nur ein davor weglaufen.
    Auch wenns Nerven kostet, bringe sie immer auf ihren Platz zurück. Du musst konsequent bleiben, ihr das nicht durchgehen lassen.

    Zum Autofahren Wie verhälst du dich denn, wenn sie so ein Theater macht? Schonmal versucht es zu ignorriern? Ich weiß es ist schrecklich, hatt ich auch schon gehabt.
    Auf keinen Fall anfangen gegen deinen Hund anzuschreien, das anemiert sie und macht weiter, wenn viel. noch lauter.

    Wie gesagt, sind nur Tipps, die brauchen Zeit und Nerven, würde es aber wie schon gesagt nochmal mit einem guten Hundetrainer versuchen.
    UND NIEMALS AUFGEBEN :gut:
    Es ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen

  • Zitat

    Hallo,

    die Idee mit den Türen zu machen ist garnicht schlecht! Werde ich ausprobieren.
    Ich habe aus Verzweiflung meinen Hund in der Wohnung an die Leine genommen und bin den ganzen Tag mit ihr rumgelaufen, aber ihr wird es nicht zu blöd mir hinterherzulaufen. Leider!!!!

    Und zum Fußgehen: Flocke nimmt daußen im Freien überhaupt keine Leckerlies oder Futter an. Auch nicht wenn sie hunger hat. Ich kann ihr nur in der Wohnung Leckerlies geben. Dafür macht sie auch schön Sitz und Platz, aber wenn ich sie bestechen will das sie im Körbchen bleibt, funktioniert das schon wieder nicht mehr. Sie kommt trotzdem wieder raus.
    Ja mir geht es ums ziehen! Wenn ich stehen bleibe kommt sie zurück und setzt sich neben mich, mache ich einen Schritt nach vorne geht sie sofort wieder vor und versucht zu ziehen. Dann rucke ich an der Leine und sie bleibt kurz stehen. So wird die Leine wieder locker aber nach einer Sekunde zieht sie auch wieder. Manchmal schaffe ich in 1 Stund nur 500 m. Das ist ganz schön lästig. Bin ich aber nicht konsequent hat sie wieder gewonnen! :hilfe:

    Gruß Heike

    Hallo Heike!

    Die Leinenführigkeit bekommst du auch ohne Leckerchen hin! ;)
    Probiere es mal mit einem Richtungswechsel!!! Ausführliche Erklärung dazu folgt!

    lg

  • Zitat

    Wenn du die Tür zu machst oder sie an die Leine nimmst, ist das kein Lösen des Problems,sondern nur ein davor weglaufen.


    Da hast du natürlich Recht, dennoch kann man nicht permanent den Hund korrigieren, vor allem dann nicht, wenn noch ein Baby vorhanden ist. Was also machen, wenn das Baby weint, gewickelt werden will oder sonstiges ??
    Entweder der Hund darf sich dann frei bewegen, oder aber der Hund wird gesichert.
    Selbstverständlich soll und darf der Hund nicht permanent irgendwo angebunden, oder eingesperrt werden. Aber für kurz halte ich es durchaus legitim, denn die Welt dreht sich nicht nur allein um den Hund.

    Zitat

    UND NIEMALS AUFGEBEN


    Das ist sehr wichtig, wenn der Hund erstmal mitbekommen hat, daß sein Wille geschehe, wenn er nur hartnäckiger ist als du, dann wird er immer den längeren Atem haben, weil es zum Erfolg führt.

    Nimm dir doch am Besten erstmal eine Baustelle vor und arbeite daran konsequent. Vielleicht würde deinem Hund auch ein wenig Beschäftigung gut tun, z.B. Futtersuche in der Wohnung, oder aber auch ein Spielzeug benennen, daß er dann suchen muß usw.

  • Hallo, sunbear,

    Also - als erstes würde ich daheim an der Kontrollwut arbeiten ;-) Ich denke, das ist am einfachsten zu bewerkstelligen. Einfach tagsüber öfter mal die Türe hinter Dir schließen, oder den Hund anweisen, im Körbchen zu bleiben (aber nur, wenn Du dies auch kontrollieren kannst. Wenn Du keinen Blick auf sie hast dabei, schafft ihr das höchstens wieder einen Erfolg darin, zu tun, was sie möchte!).

    Bleibt sie nicht: hilfsweise für 2 Minuten (bitte nicht stundenlang, das bringt sicherlich keinen größeren Lerneffekt) im Körbchen anleinen, wenn Du wiederkommst, bestätigen und wieder laufenlassen. Noch besser: ableinen, aber im Körbchenbleiben lassen, Dich dazusetzen, solange der Hund ruhig liegt. Steht er auf und tigert rum, gehst Du wieder weg (Ressource Frauchen geht weg --> negativ. Frauchen bleibt bei mir = Bestätigung. Bestätigung muß also nicht immer ein Leckerli sein.)

    Ansonsten: nimm Dir einfach mal 1,2 Tage nichts vor und sei einfach nur daheim. Geh ins Wohnzimmer. Geh in die Küche, guck irgendwas auf dem Flur nach, um Dich wieder für genau 3 Sekunden aufs Wohnzimmersofa zu setzen. Spring auf und geh aufs Klo..... Telefonier ne Stunde mit der besten Freundin und schlendere dabei ziellos durch die Wohnung. Glaub mir - irgendwann wird´s JEDEM Hund zu blöd, er gibt auf und legt sich irgendwohin, weils ihm zu langweilig ist. Liegt er ne Weile (und schläft er dann nicht, wenn Du hinguckst), gehe dann irgendwann mal hin und lob den Hund, spiel ne Runde mit ihr oder gib Leckerli. Was der Hund halt am ehesten nimmt. Weise Deine Kinder an, dasselbe zu tun, wenn sie verfolgt werden. Bei 4 Leuten, die im Haus dauernd irgendwo herumrennen, wird der Hund froh sein, wenn er sich dann endlich in ne ruhigere Ecke verkrümeln kann.... *gg

    Wobei wir beim zweiten Thema wären - keine Leckerli nehmen. Was mag der Hund denn stattdessen? Hast Du schonmal ausgetestet, was sie wann liebt? Mein Großer liebt Spielzeug über alles, dafür macht er echt alles. Leckerli nimmt er auch gern mal. Aber wenn er draußen ist, oder Streß hat, komme ich mit Spielzeug weiter als mit Leckerli, besonders wenn ich ihn von interessanten Schnüffelstellen abrufen möchte. Ein Streicheln findet er drinnen toll, draußen - "bäh, faß mich net an, ich will rennen!".... - welch eine Zeitverschwendung, 2 Sekunden nicht rennen zu können ;-) Nach erfolgreichem Abruf aus dem Spiel mit anderen Hunden bekommt er ein wildes Zerrspiel mit mir - absolutes non-plus-Ultra für ihn (naja, leider erst an der Stelle NACH dem Jagen, aber das möchte ich nun wirklich nicht als Bestätigung verwenden.... *gg)

    Will heißen: finde die Vorlieben heraus, die Dein Hund hat, mach Dir sozusagen ne Rangfolge, was sie am liebsten mag, was weniger gern und setz das entsprechend ein: tolle Dinge, wenn sie richtig was geleistet hat, weniger tolle Dinge, die sie auch grad noch so als positiv annimmt, für Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, oder, wenn sie z.B. erst aufs zweite Kommando hört.

    Dinge, die sie innen mag, Dinge, die sie draußen toll findet. Das können tausend Dinge sein: ne Runde rennen, schnüffel dürfen etc. Nimm das, was der Hund in dem Moment am liebsten mag, als Belohnung: möchte sie einen anderen Hund begrüßen, hat sie sich z.B. erst ruhig hinzusetzen. Wenn sie das tut, kannst sie ableinen und zur Belohnung zum anderen Hund hinlaufen lassen (natürlich in Absprache mit dem Halter....). Möchte sie rennen: laß sie ganz kurz fußgehen, dann gib sie frei zum Laufen. Will sie gerade mit Dir spielen: kann sie - wenn sie vorher ein paar Meter Fuß gegangen ist. D.h., Du kannst dieses Spielchen ohne extra-Training eigentlich den ganzen Tag praktizieren. Will sie mit Dir in die Küche mitkommen, darf sie das - nachdem sie 2 Minuten ruhig im Körbchen gewartet hat, gibst Du ihr das Freigabe-Kommando oder rufst sie in die Küche. Will der Hund gerade Mäuse buddeln, darf er das - nachdem er sich von Dir hat abrufen lassen, kannst Du ihn wieder hinschicken/freigeben.

    Generell: ich habe gesehen, daß Dein Hund ein Australien Shepherd-Mix ist. Nachdem Du in Deiner Vorstellung schreibst, daß Du auch 3 Kinder hast: wie wird der Hund sonst ausgelastet? Beschäftigst Du den Hund auch anders als nur mit Gassigehen? zB Suchspiele, Unterordnung, Gegegenstände apportieren, o.ä.? Australian Shepherds brauchen Auslastung und eine Beschäftigung, wie fast alle Hunde, und wenn die nicht vorhanden ist, suchen sie sich eine, die ihnen liegt - und das ist beim Australian nunmal das Hüten (bei meinem wär´s definit Jagen) - nur, daß das eben im Hause in Kontrollwahn ausartet, und im Extremfall auch auf ein Bewachen hinauslaufen kann - sprich, andere Leute werden dann verbellt, wenn sie sich nähern oder ähnlich hübsche Angewohnheiten, das kann richtig häßlich werden, insofern ist es gleich nochmal wichtiger, entschieden dagegen vorzugehen. Nicht ausreichende Beschäftigung könnte also auch Ursache sein für dieses Kontrollverhalten.
    Du könntest dem Hund z.B. beibringen, bestimmte Dinge zu bringen - die Schuhe, wenn Du heimkommst, oder das Handy, wenns bimmelt. Die Zeitung vom Tisch bringen o.ä. Oder irgendwelche Tricks beibringen, damit kannst Du gleich die Kinder mit beschäftigen. Licht an oder ausschalten, Türen schließen (öffnen würd ich sie nicht lassen, sonst mußt Du künftig immer die Haustüre abschließen....*gg), Taschentuch bringen, wenn einer niest o.ä. Dem Menschen macht´s Spaß, das Hundehirn wird ausgelastet. Oder Suchspiele: Lieblingsleckerli unter einem von 3 Blumentöpfen verstecken, Hund probieren lassen, wie er drankommt, oder Leckerli in ne Flasche, Deckel wieder drauf. Jetzt ein-zwei kleine Löcher schneiden, durch die jeweils nur 1 Leckerli rausfallen kann, und der Hund muß rausfinden, wie er durch Rollen der Flasche der Leckerli rauskriegt. Schau mal unter www. spass-mit-hund.de, da findest Du mindestens tausend Ideen.

    Und auf der anderen Seite ist hier auch Deine Konsequenz gefragt, was das Verfolgen in der Wohnung betrifft. Erstmal ne ganze Zeitlang unterbinden, dann kannst die Strenge etwas lockern - wenn der Hund wieder allmählich zu folgen beginnt, merkst Du, das war zu viel Freiheit, das muß man ausprobieren, wie viel der Hund verträgt, ohne sich wieder Dinge herauszunehmen, die man selbst nicht möchte. Du darfst eben nicht den Hund heute mal "laufenlassen", sprich hinterherdackeln lassen, nur weil Du keine Zeit hast - das muß immer unterbunden werden. Und morgen verlangst Du dann wieder, daß der Hund im Zimmer zurückbleibt - wie soll er das verstehen. Der Hund kennt nur "ich darf" oder "Ich darf nicht". Allenfalls noch "Ich frage nach" - und darf dann entweder oder nicht (zB Hund geht ans Sofa, guckt Dich an ="Fragt um Erlaubnis", und Du gibst Dein OK dazu. Wenn Du nein sagst, geht er wieder").

    Gegen das Ziehen an der Leine würde ich versuchen, mit der Belohnung zu arbeiten, die dem Hund am besten gefällt: ist es ein Suchspiel, dann soll er ganz kurz Fuß gehen, und darf dann was suchen. Ist es rennen, dann muß er kurz Fuß gehen, bevor Du ihn freigibst. Du kannst dem Hund so auch ein Freigabe-Kommando beibringen, sodaß er irgendwann kapiert, Fuß ist Fuß, und solange er nicht freigegeben wird, hat er nicht zu rennen.

    Standard-Methode: stehenbleiben, sobald der geringste Zug auf die Leine kommt. Läßt der Zug nach, weitergehen. Das muß man halt durchhalten, wenn Du zwischendurch immer mal Runden gehst nur zum Pieseln, weil Du wenig Zeit hast, und läßt es da dann schleifen, ist das schlecht.

    Du kannst dem Hund auch das Kommando LANGSAM beibringen. Immer, wenn er zieht, langsamer werden, dazu ein im Tonfall passendes, langsames und gedehntes "laaaaaangsammmmm" sprechen, sodaß der Hund das Kommando mit dem reduzierten Tempo verbindet. Wenn der Hund daraufhin herunterbremst, bitte nur sehr verhalten loben, weil überschwengliches Lob ihn dann wieder so weit hochpushen könnte, daß er dies als Freigabe zum Losrennen interpretiert, das tut meiner dann gerne, und dann muß ich ihn wieder ausbremsen, was ja auch blöd ist für den Hund, wenn er gerade so schön langsamer geworden war. Immer, wenn der Hund wieder zu schnell wird, ein "Nein - laaangsammm" sagen, und das eigene Tempo ganz bewußt ein bißchen reduzieren. Anfangs natürlich nur kurze Strecken, weil es anstrengend ist, sich länger darauf zu konzentrieren (für den Hund), später auch länger. Grundsätzlich: an der Leine wird anständig gegangen, also laaaaangsammmmm ;-) und wenn Du dafür keine Zeit hast, würde ich ohne Leine Gassigehen, damit der Hund nicht wieder ins "an-der-Leine-rennen" kommt. Mußt halt die Gassi-Gebiete so aussuchen, daß Freilauf gefahrlos möglich ist. Immer wieder auf dem Spaziergang kurze Leinen-Strecke, dann wieder Freilauf. Paßt zum oben gesagten: wenn der Hund rennen will, soll er vorher anständig laufen, und wird mit dem Herumrennen bestätigt. Vorteil: Du brauchst den Hund dabei nicht mit Leckerli vollzustopfen oder Spielzeug mitzuschleppen, denn die Bestätigung ist etwas, das der Hund gerne tut, und dann eben als Belohnung auch tun darf.

    Solange Du an der Leinenführigkeit noch arbeitest, würde ich mit anderen Hundehaltern nur spazierengehen, wenn der Hund freilaufen kann. Denn Leinenführigkeit im Zusammensein mit Spielgefährten ist nochmal ne Stufe anspruchsvoller als Leinenführigkeit alleine. Außerdem machen Spaziergänge mit anderen Hunden doch eh mehr Sinn im Freilauf, damit die Hunde Kontakt haben und toben können. Mit Leinen hast da immer die Gefahr, daß irgendein Hund zu pöbeln beginnt, oder beim Spielen Leinensalat entsteht ;-)

    Sollte dies nicht möglich sein, versuch, ob Du mal, sobald sie zieht, ein paar Schritte rückwärts gehen kannst, und schau, wie sie reagiert. Verbunden mit Kommando "laaaangsammmmm". Jedes Mal, wenn der Hund zieht, wieder, ganz konsequent.

    Mögliche Alternative: Halsband an = anständig gehen, Geschirr an = laufen, wie der Hund mag. So sieht der Hund einen Unterscheid und lernt nicht, naja, heut muß ich brav sein, nachher kann ich wieder ziehen, Frauchen ist inkonsequent, und ich mach, was ich will. Sondern er unterscheidet ganz deutlich: mit Halsband wird grundsätzlich nicht gezogen, mit Geschirr darf ich. Oder: unterschiedliche Kommandos. Wenn Du mit ihr übst, "anständig laufen!" sagen oder sowas, ansonsten Freigabekommando oder ein "Lauf!" oder sowas.

    Zum Alleinbleiben: das Nicht-Alleinbleiben entspringt in meinen Augen der Kontrollwut - Ihr seid weg, da muß lautstark protestiert werden, immerhin habt Ihr Euch dem Einflußbereich des Hundes entzogen... Ich schätze, das wird besser/einfacher, wenn Ihr am Kontrollwahn arbeitet. Wenn der Hund dann mal 5 Minuten lang im Wohnzimmer entspannt alleinbleiben kann, ohne Euch hinterherzugeiern (Achtung: Kontrolle geht auch vom Körbchen aus, meine Kleine entwickelt dabei ab und an die Tendenz zur Giraffe (der Hals wächst minütlich in die Länge) , damit sie jaaaa alles mitkriegt, falls irgendwo ne Kühlschranktür aufgeht oder so.... *gg), muß er auch mal kurz alleinbleiben können, wenn Du zum Briefkasten gehst etc.

    Ich würde auch dem Hund versuchen, zu vermitteln, daß er nicht die erste Geige spielt in Eurem Leben, er auch nicht der Chef ist, der alle zu kontrollieren hat. Kommen die Kinder zB aus der Schule, wirst erstmal Du begrüßt, der Hund irgendwann nach 2-3 Minuten, wenn er sich beruhigt hat, jedenfalls nicht als erster. Wenn Ihr kuschelt oder miteinander herumalbert, dann kann er auch mal im Körbchen liegenbleiben, er muß nicht immer dabeisein. Wenn Ihr mit dem Hund spielt - IHR beginnt das Spiel, IHR beendet das Spiel (bevor der Hund gelangweilt aufhört, das muß man abpassen.). Steckt er die Nase beim Heimkommen nach dem Einkauf in den Einkaufskorb - nix gibt´s, den Korb kontrolliert nur einer, und das bist Du. So Kleinigkeiten, da ergeben sich bestimmt genügend Situationen im Alltag. Ihr müßt Euch nur mal setzen, und gezielt nachdenken, wie Ihr das nutzen könnt. Alles kein Extra-Zeitaufwand, läuft im Alltag sozusagen nebenher.

    Richtungswechsel ist schon geschrieben worden, find ich gut: sobald der Hund nach vorne zieht, beschließt Du, daß Du rechts abbiegen möchtest. Folgt der Hund, ist gut (sofort kurzes Lob, aber nicht erst, wenn er schon wieder vor Dir ist, das mußt Du exakt timen), rennt er wieder voran, beschließt Du, nochmal ein paar Meter zurück zu gehen. So rennt der Hund jedes Mal in die Leine, wenn er nicht guckt. Oder der Hund läuft neben Dir und fängt an, vorwärts zu ziehen, dann biegst Du links vor ihm ab, schiebst ihn dabei mit dem Knie zur Seite (gefühlvoll!) bzw. blockst das Vorwärtslaufen damit ab. Jedes Mal, wenn der Hund Dich dann verwirrt anschaut ("was will die?"), sofort verbal bestätigen. Das ist es, was Du willst: Konzentration auf Dich, damit der Hund sich nach Dir richtet im Tempo. Sobald der Hund ein paar Sekunden richtig schön neben Dir war, würde ich ihn nach einem verbalen Lob zum Rennen freigeben.

    So, mehr fällt mit spontan nicht ein zum Thema (muß auch weiterarbeiten), vielleicht bringt Dich der ein oder andere Tip weiter und führt zum Erfolg. Immerhin - ist ja schon super, daß Dir der Kontrollwahn als solcher aufgefallen ist, so mancher merkt´s nicht mal und läßt sich von seinem Hund herumterrorisieren.... *gg

    Ich wünsche Euch ganz viel Erfolg beim Ausprobieren, was am besten anschlägt (und bitte nicht nur 1-2 Tage probieren, dann das nächste oder so, gib dem Hund Zeit, zu kapieren, worum´s geht). Ich denke, eine Kombination dieser Maßnahmen führt über die Zeit am ehesten zum Erfolg. Nicht übereilen, Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden, und Ihr habt´s ja lang genug durchgehen lassen (warum auch immer, entweder waren die Methoden für den Hund/die Situation nicht passend, die Trainer unerfahren, oder Ihr habts nicht so erkärt bekommen, daß Ihr es umsetzen konntet).

    LG,
    BieBoss

  • Zitat

    ....Ich habe aus Verzweiflung meinen Hund in der Wohnung an die Leine genommen und bin den ganzen Tag mit ihr rumgelaufen, aber ihr wird es nicht zu blöd mir hinterherzulaufen. Leider!!!!

    Da hast Du glaub ich was falsch verstanden - DU sollst sinnlos umherlaufen in der Wohnung, bis es dem Hund zu blöd wird, Dir zu folgen - und irgendwann wird er sich freiwillig hinlegen, weil´s ihm zu dumm wird. ;-)

    LG,
    BieBoss

  • Zitat

    Dann rucke ich an der Leine und sie bleibt kurz stehen. So wird die Leine wieder locker aber nach einer Sekunde zieht sie auch wieder. Manchmal schaffe ich in 1 Stund nur 500 m. Das ist ganz schön lästig. Bin ich aber nicht konsequent hat sie wieder gewonnen! :hilfe:


    Wenn dein Hund ein Geschirr UND ein Halsband trägt, kannst du dir überlegen, dass dein Hund für den Anfang am Geschirr befestigt, ziehen DARF, aber wenn er am Halsband ist NICHT ziehen darf.
    So kannst du eine gewisse Zeit lang üben, die Übung beenden wenn es gerade gut läuft, ihn ins Geschirr klinken und zu einem anderen Zeitpunkt weiterüben. So bekommt dein Hund und du die nötigen Übungspausen und du mußt ihn nicht 'gewinnen' lassen. ;)
    Vielleicht versuchst du es mal mit Richtungswechsel anstatt Leinenruck. :smile:
    Zum Leckerchenthema: Hast du die Leberwursttube mal ausprobiert?

    Viel Erfolg!
    LG,
    Susanne

    Oje, ich hatte die zweite Seite des Threads übersehen und nun eventuell, Ideen die schon vorgeschlagen wurden wiederholt. :ops:

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