Hilfe! Pubertät und alle damit eintretenden Probleme...

  • Hallo ihr Lieben,

    da ich ganz neu hier bin, hoffe ich auf ein paar Ratschläge wie ich meinen Hund (und meine Nerven) unbeschadet durch die Pubertät bringe :D

    Als erstes Mal zu uns. Mein kleiner Terrorkrümel heißt Emil (Zwerpinscher-Mix) und ist gerade ein Jahr alt geworden.
    Er ist nicht mein erster Hund, aber der andere, also mein erster Hund lebt bei meinen Eltern in Bayern, weil ich ihn nicht aus seinem gewohnten Leben reissen wollte, das er seit mittlerweile 14 Jahren dort führt.
    Emil ist ein sehr lebendiges Kerlchen, mit MÄCHTIG Energie. Haben sehr früh angefangen mit der Hundeerziehung. Mit Hilfe eines befreundeten Hundetrainers und mit sämtlichen Fachbüchern. Er ist bestens sozialisiert mit Hunden, lauten Umgebungen, Menschen, Autofahren... das volle Programm eben. Welpenspielstunden standen ebenfalls auf unserer To-Do-Liste. Gute Erziehung ist/war ein Muss, weil ich Emil täglich mit ins Büro nehme. Das einzige was ich mir "zu Schulden kommen" lassen habe, ist, dass er im Bett schlafen darf. :-/ Ich gehe 4-5 Mal am Tag mit ihm Gassi, damit das Energiebündel über die Wiesen fetzen kann. Wenn wir anderen Hunden begegnen nehme ich ihn nicht hoch, sondern leine ihn nur an. (außer ich kenne den Hund, dann darf er hinlaufen) Also, kurz und gut: Ich versuche wirklich alles umzusetzen was mir gesagt und geraten wird, um den Hund richtig zu erziehen.
    Und bis auf ein paar kleine Zwischenfälle hat auch immer alles sehr gut geklappt.
    Bis jetzt... ! (Plötzlich kann ich verstehen, warum mich meine Mama damals immer in den Wandschrank sperren wollte, bis ich erwachsen bin...)
    Aktuell haben wir ein echtes Dominanz-Problem! Er testet mich jeden Tag aufs neue! Es fing an mit Markieren im Büro (was echt ÜBERHAUPT nicht geht!!!!). Seitdem hab ich seinen Bewegungsradius so eingeschränkt, dass ich ihn im Auge habe, weil da macht er natürlich nichts. Sobald ich mein Büro verlasse, winselt er wie der arme, kleine, verlassene Hund, was er vorher auch nie gemacht hat. Generell winselt er wegen allem und jedem. Wenn er raus will, wenn er ein Leckerli will, wenn er spielen will und manchmal sogar wenn er neben mir liegt und ich ihn streichle. Ich versuche dieses Gewinsle zu ignorieren, weil ich weiß, dass jede Reaktion genau das Falsche ist. Aber was soll ich denn machen, wenn er das ganze Büro unterhält? Und seit einer Woche, bleibt er nicht mal mehr alleine zuhause! Und DAS hat wirklich sehr gut geklappt, weil wir das lange geübt haben. Er sitzt vorm Fenster und heult wie ein Wolf, abgewechselt von bemitleidenswertem Winseln und Bellen. Beim Gassi gehen haut er aus mir nicht erfindlichen Gründen ab, hetzt Vögeln hinterher oder rennt zu nem Hund der auf der anderen Seite des Feldes ist. Auch das ist VÖLLIG neu. Er hat immer gehorcht. :( Anfangs bin ich auch noch immer schön hinterher gerannt, aber inzwischen bleibe ich einfach stehen und warte bis er merkt dass ich nicht mehr in seiner Nähe bin, dann dreht er nämlich um. (Außer es ist ne Straße in der Nähe oder so, dann lauf ich natürlich hinterher)
    Manchmal bin ich dann so sauer auf ihn dass ich ihm echt gerne einen Klapps geben will, aber denke nicht dass das die richtige Reaktion wäre. Ich strafe ihn meistens mit völliger Ignoranz. Das Schlimme daran ist, dass es ihn manchmal kein bisschen interessiert. Das Sozialverhalten zu anderen Hunden hat sich aus meiner Sicht kaum verändert, aber fremde Menschen bellt er seit kurzem des Öfteren mal an. Als wolle er mich beschützen. Auch wenn ich vor ihm reagiere und ihm zu verstehen gebe, dass ich quasi die Situation unter Kontrolle habe. (So stand das nämlich in einem meiner Erziehungsbücher) Vor lauter Verzweiflung und vorallem aus Angst, dass ich ihn nicht mehr mit ins Büro nehmen darf, hat mir mein Hundetrainer geraten ihn kastrieren zu lassen. Da ich das aber eigentlich nicht möchte, habe ich ihm letzte Woche diesen Kastrations-Hormon-Chip setzen lassen. Ich weiß, dass die Wirkung erst nach 4-6 Wochen eintritt, aber ich hoffe trotzdem auf ein bisschen Hilfe auf diesem Weg.

    Danke fürs "zulesen" und liebe Grüße,
    Kathi und der rotzfreche Emil

  • Gegen Pupertät hilft nur regelmässiges ausgiebiges Lüften und ggf. Futterumstellung, damit das Pupen aufhört... :lol:

    Falls Du aber die PuBertät meinst, gibt es hier jede Menge Tipps und Infos.

    Gruss
    Gudrun

  • Naja, es ist auch kein Dominanzproblem sondern der junge Mann sucht grad seine Stellung. Da kommt es nun mal zu Unarten wie Markieren und das Winseln, die Mädels sind heiß und er hat grad entdeckt, dass er ein ganzer Kerl ist.

    Gassi... statt Freilauf geht es eben an die Schlepp. Schont Deine Nerven und die der Umwelt ungemein.

    Was sonst noch hilft: Ruhe, Geduld und Konsequenz.

    Birgit

  • Hallo erst einmal,
    und Willkommen in der Pubertät :lol:

    Tja,
    da mußt Du eben durch.


    Zitat


    Aktuell haben wir ein echtes Dominanz-Problem! Er testet mich jeden Tag aufs neue!

    Also, "Dominanz" Problem würde ich mal nicht so sagen.
    Daß er seine Grenzen täglich "testet", ist normal bei der Pubertät.
    Da wirst Du halt mit viel Geduld, auf jeden Fall eine Menge Humor und sehr viel Konsequenz dagegen halten müssen.

    Daß er in Deinem Bett mitschlafen darf, sehe ich noch nicht einmal als "Makel" an. Da denke ich mir, daß muß jeder Halter selbst wissen, was er / sie will, und das dann auch dementsprechend einhalten.
    Bei Dir darf er das, dann ist es auch okay. Wenn Ihr da auch keine weiteren Probleme mit habt!

    Zitat

    Beim Gassi gehen haut er aus mir nicht erfindlichen Gründen ab, hetzt Vögeln hinterher oder rennt zu nem Hund der auf der anderen Seite des Feldes ist. Auch das ist VÖLLIG neu. Er hat immer gehorcht. :( Anfangs bin ich auch noch immer schön hinterher gerannt, aber inzwischen bleibe ich einfach stehen und warte bis er merkt dass ich nicht mehr in seiner Nähe bin, dann dreht er nämlich um. (Außer es ist ne Straße in der Nähe oder so, dann lauf ich natürlich hinterher)

    Da wirst Du Dich umstellen müssen!
    Freilauf geht nicht mehr?
    Dann kommt die Schleppleine dran, und zwar so lange wieder, bis der Rückruf gut funktioniert und er auch sonst so auf die Kommandos hört, die er normalerweise im Freilauf zu hören bekommt!
    Ist das nicht der Fall, ist Training angesagt, und zwar mit der Schleppleine!
    Die dient nur als Absicherung! Damit er sich nicht selbst belohnen kann, wenn er Dir gegenüber ungehorsam ist, und Du keine Angst haben muß, daß er vors Auto rennt!

    Zitat


    Manchmal bin ich dann so sauer auf ihn dass ich ihm echt gerne einen Klapps geben will, aber denke nicht dass das die richtige Reaktion wäre.

    Das ist durchaus menschlich, dieser Gedanke, aber Du hast ja schon richtig weiter gedacht!

    Zitat

    Ich strafe ihn meistens mit völliger Ignorranz.

    Wozu? Und bei welcher Situation?
    Ignoranz kann helfen, ja, aber nicht bei allem.

    Zitat

    Das Schlimme daran ist, dass es ihn manchmal kein bisschen interessiert.

    Eben! Wenn er sich grad selbst belohnt, indem er zum Beispiel von Dir wegrennt, oder am Bellen ist, dann ist ihm Deine Ignoranz genau in diesem Fall egal.
    Im Grunde genommen "belohnst" Du ihn ja auch noch damit.


    Für mich liest es sich ein wenig so, als ob er leicht unsicher wäre, und ihm auch eine klare Linie von Deiner Seite aus fehlen würde. Das würde auch die Anbellerei fremder Menschen erklären. Er scheint zu denken, daß Du die Situation eben nicht unter Kontrolle hast.

    Zitat

    Vor lauter Verzweiflung und vorallem aus Angst, dass ich ihn nicht mehr mit ins Büro nehmen darf, hat mir mein Hundetrainer geraten ihn kastrieren zu lassen.

    Na ja, ehrlich gesagt, glaube ich nicht, daß dies der richtige Weg wäre!
    Eine Kastration ist kein "Allheilmittel". Es ist sehr wahrscheinlich, daß er sein Verhalten beibehalten wird, auch wenn er kastriert wäre. Da wirst Du erzieherisch gegen angehen müssen.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Zitat


    Aktuell haben wir ein echtes Dominanz-Problem! Er testet mich jeden Tag aufs neue! Es fing an mit Markieren im Büro (was echt ÜBERHAUPT nicht geht!!!!).

    Wie kommst du eigentlich auf ein Dominanz-Problem?

    "Markieren" ist nicht immer = Markieren.
    Wenn ein stubenreiner Hund plötzlich in das Haus uriniert, hat es Gründe.
    Entweder hat er Stress, Läufigkeiten machen ihn zu schaffen (Aufregung) oder es liegt ein gesundheitliches Problem vor.
    Beschreibe das bitte mal näher.
    In welchen Situationen macht er das?
    Wie reagierst du, wenn du ihn erwischt?
    Warst du deswegen vorsichtshalber mal beim Tierarzt und hast den Urin untersuchen lassen?

    Zitat

    Sobald ich mein Büro verlasse, winselt er wie der arme, kleine, verlassene Hund, was er vorher auch nie gemacht hat.

    In diesem Alter befinden sich Hunde in der Unsicherheitsphase.
    Alles, was bisher keine Probleme bereitete, kann jetzt bei einem Hund Angst oder Stress auslösen.
    Dieses ständige Gewinsel spricht für eine starke Unruhe oder mangelnde Frusttoleranz.
    Die genaue Ursache ist von hier aus nicht erkennbar.


    Zitat

    Beim Gassi gehen haut er aus mir nicht erfindlichen Gründen ab, hetzt Vögeln hinterher oder rennt zu nem Hund der auf der anderen Seite des Feldes ist. Auch das ist VÖLLIG neu. Er hat immer gehorcht. :( Anfangs bin ich auch noch immer schön hinterher gerannt, aber inzwischen bleibe ich einfach stehen und warte bis er merkt dass ich nicht mehr in seiner Nähe bin, dann dreht er nämlich um. (Außer es ist ne Straße in der Nähe oder so, dann lauf ich natürlich hinterher)

    Dein Hund wird erwachsen und eigenständig.
    Jagen und andere Hunde sind natürlich interessanter als du, das ist kein anormales Verhalten.
    Genauso wenig testet er deine Grenzen bewusst aus, er handelt instinktiv, nicht mehr und nicht weniger.
    Du kannst einen Hund, der nicht abrufbar ist, nicht von der Leine lassen.
    Er hat doch im Freilauf immer wieder Erfolg und bestätigt sich selber.

    Wie hast du den Rückruf überhaupt aufgebaut?
    Welche Motivation hat er, um zu dir zu kommen?
    Was macht dich interessanter als Vögel und andere Hunde?


    Zitat

    Manchmal bin ich dann so sauer auf ihn dass ich ihm echt gerne einen Klapps geben will, aber denke nicht dass das die richtige Reaktion wäre. Ich strafe ihn meistens mit völliger Ignorranz. Das Schlimme daran ist, dass es ihn manchmal kein bisschen interessiert.

    Dass du genervt bist, ist nachvollziehbar, aber weder das noch vermeintliche Klappse verbessern sein Verhalten, im Gegenteil.
    Schlechte Stimmung überträgt sich auf einen Hund.
    Warum sollte er unter solchen Bedingungen auf Rückruf überhaupt kommen?
    Einen Hund muss man immer loben, wenn er kommt.
    Was soll Ignoranz bringen?
    Hunde sind nicht ganz doof, sie wägen ab.
    "Was lohnt sich?"
    "Was erwartet ihn?"

    Wenn ihn ein schlecht gelauntes, genervtes Frauchen erwartet, die ihn auch noch ignoriert, wenn er kommt, anstatt sich zu freuen und ihn zu belohnen, bleibt er lieber dort, wo er ist und macht das, was sich lohnt und Spaß macht.
    Verstehst du, wie ich es meine?


    Zitat

    aber fremde Menschen bellt er seit kurzem des Öfteren mal an.Als wolle er mich beschützen

    Das ist kein Seltenheitsfall in diesem Alter, auch das, so vermute ich, hat nichts mit Beschützerinstinkt, sondern mit seiner Unsicherheitsphase zu tun.


    Zitat

    Auch wenn ich vor ihm reagiere und ihm zu verstehen gebe, dass ich quasi die Situation unter Kontrolle habe. (So stand das nämlich in einem meiner Erziehungsbücher)

    Was machst du konkret?

    Zitat

    Vor lauter Verzweiflung und vorallem aus Angst, dass ich ihn nicht mehr mit ins Büro nehmen darf, hat mir mein Hundetrainer geraten ihn kastrieren zu lassen.

    Ich sage offen und ehrlich meine Meinung:

    Was ist das nur wieder für ein "kompetenter" Ratschlag eines Hundetrainers? :/

    Leider gibt es häufig solche unqualifizierten Tipps.
    Was haben die Hoden mit Erziehung zu tun?
    Nichts!
    All das, was du beschreibst, ist stinknormales Hundeverhalten, auch wenn es anstrengend und nicht wünschenswert ist, aber eine Kastration macht es nicht besser.
    Im Gegenteil, ein unsicherer Hund wird noch unsicherer.
    Ich rate dir dringend davon ab.
    Unabhängig davon, kann es auch gesundheitliche Nachteile mit sich bringen.
    Mit einfach mal eben die Hoden amputieren, wird sich sein Verhalten nicht ändern.

    Gruß
    Leo

  • SheltiePower:

    danke für deine ausführliche Antwort. Damit kann ich auf jeden Fall schon mal was anfangen. Dann werde ich mir erstmal ne Schleppleine besorgen, so eine besitze ich nämlich noch nicht. :-/
    Das mit der fehlenden "klaren Linie" kann durchaus sein. Anfangs liefen manche Dinge bisschen lockerer in der Erziehung und als wir merkten, dass wir ihn "falsch" erziehen, haben wir manches umgestellt oder sind strenger geworden.
    Da es ja bis vor kurzem immer gut geklappt hat mit folgen und so, haben wir uns deswegen auch nicht soooo große Gedanken gemacht. Das zahlt sich dann jetzt wahrscheinlich aus.
    Mit "Ignoranz strafen" meine ich, dass ich ihn dann wenn er vom ausbüchsen wieder zu mir zurück kommt und erwartet dass ich ihn lobe, weil er zu mir kommt, nicht beachte und wortlos meinen Weg weiterlaufe. Ich übe das eigentlich bei jedem Gassi gehen, dass ich ihn zwischendurch mal zu mir rufe, ihn dann belohne, und dann darf er wieder abdüsen. Auch "Sitz" und andere Kommandos sind mein stetiger Begleiter beim Gassi gehen.

    Ok, wie gesagt, ich halte Kastration auch nicht für die beste Lösung. Aber ich wollte es eben auf Anraten einfach mal versuchen. Gerne bin ich bereit das erzieherisch zu lösen, aber wie bekomm ich das gepiepse und geheule denn wieder weg? Ich meine, ich soll ja am besten garnicht darauf reagieren oder? Und auch das mit dem, dass er nicht mehr alleine zuhause bleibt macht mir echt Sorgen. Gestern Abend war ich nur 20 Minuten kurz beim Einkaufen und als ich aus meinem Auto aussteige, kann ich ihn über die ganze Straße heulen und bellen hören. Er war vorher schon öfters und vorallem länger mal alleine zuhause.

    Danke für eure Antworten.
    Liebe Grüße,
    Kathi

  • Zitat


    Das mit der fehlenden "klaren Linie" kann durchaus sein. Anfangs liefen manche Dinge bisschen lockerer in der Erziehung und als wir merkten, dass wir ihn "falsch" erziehen, haben wir manches umgestellt oder sind strenger geworden.

    Das könnte tatsächlich der "Knackpunkt" bei Euch sein.
    Zumindest im Augenblick!
    Du bist für ihn jetzt etwas "unberechenbar" geworden, weil er vorher wohl mal was durfte, und Du jetzt auf einmal strenger bist.
    Das geht nicht!
    Da hättest Du von Anfang an schon "zeigen" müssen, was Du willst, damit solche "Fehler" erst gar nicht einschleichen können ;)


    Zitat

    Da es ja bis vor kurzem immer gut geklappt hat mit folgen und so, haben wir uns deswegen auch nicht soooo große Gedanken gemacht. Das zahlt sich dann jetzt wahrscheinlich aus.

    Genau!

    Zitat

    Mit "Ignoranz strafen" meine ich, dass ich ihn dann wenn er vom ausbüchsen wieder zu mir zurück kommt und erwartet dass ich ihn lobe, weil er zu mir kommt, nicht beachte und wortlos meinen Weg weiterlaufe.

    Lies Dir mal das durch, was die Leo ("dieschweizer") dazu geschrieben hat.
    Sie hat es sehr schön erklärt!
    Warum soll er denn zu Dir zurückkommen, und das noch nebenbei noch "gerne"?
    Bei Dir gibt es ja nichts Tolles zu erwarten! Eher ein mies gelauntes Frauchen.
    Da würde ich auch lieber auf Abstand bleiben wollen ;)

    Egal wie schwer es Dir (anfangs) fallen wird, aber bemüh Dich, immer zu freuen, wenn er kommt.
    Dann werden die Zeiten bis zu seiner Rückkehr nicht mehr länger dauern, sondern sich eher verkürzen.

    Zitat

    Ich übe das eigentlich bei jedem Gassi gehen, dass ich ihn zwischendurch mal zu mir rufe, ihn dann belohne, und dann darf er wieder abdüsen

    .

    :gut:

    Und das wirst Du jetzt halt mit der Schleppleine üben müssen!
    Nur zur Absicherung!


    Zitat


    Gerne bin ich bereit das erzieherisch zu lösen, aber wie bekomm ich das gepiepse und geheule denn wieder weg? Ich meine, ich soll ja am besten garnicht darauf reagieren oder?

    Es kommt immer auf die Situation an.
    Warum macht er diese Geräusche?
    Wann macht er das?
    Wenn Du da bist, und er was von Dir will?

    Wenn dies "Aufforderungen" an Dich sind, die darfst Du dann gerne ignorieren, denn schließlich soll er ja nicht lernen, daß er damit zum "Erfolg" kommt.

    Macht er das aber aus anderen Gründen, wird die Ignoranz von Deiner Seite aus eher nach hinten losgehen!

    Zitat

    Und auch das mit dem, dass er nicht mehr alleine zuhause bleibt macht mir echt Sorgen. Gestern Abend war ich nur 20 Minuten kurz beim Einkaufen und als ich aus meinem Auto aussteige, kann ich ihn über die ganze Straße heulen und bellen hören. Er war vorher schon öfters und vorallem länger mal alleine zuhause.

    Dein Hund leidet im Augenblick darunter, und hat deshalb Streß.
    Nur darum fängt er mit dem Heulen an, weil es ihm hilft, den Streß abzubauen.
    Du wirst es mit ihm (noch einmal) von vorne trainieren müssen.

    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Zitat

    . Dann werde ich mir erstmal ne Schleppleine besorgen, so eine besitze ich nämlich noch nicht. :-/

    Die Schleppleine ist schon mal gut, aber bitte an einem Geschirr befestigen.
    Bitte beschreibe kurz, wie du den Rückruf trainiert hast.
    Der richtige Aufbau ist wichtig, sonst nutzt dir die Schleppleine nichts.


    Zitat

    Anfangs liefen manche Dinge bisschen lockerer in der Erziehung und als wir merkten, dass wir ihn "falsch" erziehen, haben wir manches umgestellt oder sind strenger geworden.

    Was war deiner Meinung nach denn falsch?
    Inwiefern strenger?

    Zitat

    Da es ja bis vor kurzem immer gut geklappt hat mit folgen und so, haben wir uns deswegen auch nicht soooo große Gedanken gemacht. Das zahlt sich dann jetzt wahrscheinlich aus.

    Bis zu einem gewissen Alter läuft bei einem Hund alles recht "einfach", aber wenn der Hund sich tatsächlich zum Hund entwickelt, erwachen seine natürlichen Instinkte.
    Das ist normal und gehört zum Leben, man muss nur wissen, wie man ihn "packen" (motivieren) kann.


    Zitat

    Mit "Ignoranz strafen" meine ich, dass ich ihn dann wenn er vom ausbüchsen wieder zu mir zurück kommt und erwartet dass ich ihn lobe, weil er zu mir kommt, nicht beachte und wortlos meinen Weg weiterlaufe.

    Dann habe ich es schon richtig vermutet.
    Dein Hund weiß nicht, warum du so reagierst, bringt es mit nichts in Verbindung.

    Übe an der Schleppleine:
    Mache dich interessant, rufe ihn höchsten Tönen, renne in die entgegengesetzte Richtung.
    Freudig, mit viel schauspielerischem Talent.
    Wenn er ankommt, wird IMMER und grundsätzlich gelobt und belohnt.
    Verwende nicht irgendein langweiliges Trockenleckerlie, packe Fleischwurst oder so ein, kleine Hühnchenstücke...


    Zitat

    Gerne bin ich bereit das erzieherisch zu lösen, aber wie bekomm ich das gepiepse und geheule denn wieder weg? Ich meine, ich soll ja am besten garnicht darauf reagieren oder? Und auch das mit dem, dass er nicht mehr alleine zuhause bleibt macht mir echt Sorgen. Gestern Abend war ich nur 20 Minuten kurz beim Einkaufen und als ich aus meinem Auto aussteige, kann ich ihn über die ganze Straße heulen und bellen hören. Er war vorher schon öfters und vorallem länger mal alleine zuhause.

    Was rät denn der Trainer zur ganzen Situation (außer Kastration)?

  • @Leo:

    Puh, da gehst du ja ganz schön ins Gericht mit mir.
    Also das, was mich interessanter macht als andere Hunde sind Leckerchen, Spielzeug, Aufmerksamkeit, Streicheleinheiten... die er ja regelmäßig bekommt, wenn er das Kommando befolgt. Hab ja bereits in einer Antwort geschrieben, dass ich das zwischendurch immer mal übe. Und es klappt ja auch öfters als es nicht klappt. Und wenn es dann nicht klappt, habe ich gedacht, ich kann ihn ja nicht dafür belohnen dass er nachdem er mein Herrufen ignorriert hat doch irgendwann zu mir kommt. Oder habe ich da einen Denkfehler?

    Also soweit ich das beurteilen kann ist diese Pinkelei reines Trotzverhalten. Vielleicht täusch ich mich auch. Er macht das ja nur (!!!) im Büro. Zuhause garnicht. Er will Aufmerksamkeit, legt mir sein Stofftier neben den Tisch und wenn ich nicht reagiere, weil ich Arbeiten muss oder einfach nicht reagieren will, weil er mich zum Spielen auffordert statt umgekehrt, geht er ausm Büro und pinkelt irgendwo gegen. Ich erwische ihn ja nie dabei, sondern bekomme dann einen Anruf von dem Arbeitskollegen oder entdecke es selbst irgendwann. Also strafe ich ihn auch nicht, weil er nicht mehr weiß wofür. Inzwischen hab ich seinen Bewegungsradius so eingeschränkt, dass er sich nur noch in meinem Büro und der dazugehörigen Dachterrasse aufhalten darf. Seit dem ist auch nichts mehr angepinkelt worden. Aber wenn ich dann mal aus dem Büro muss sitzt er da und winselt was das Zeug hält.

    Wie meinst du das mit "Unsicherheit"? Ich habe eher das Gefühl dass er sich viel zu sicher ist. Also dass er versucht sich über mir zu positionieren?! Und was kann ich gegen diesen Stress und Unruhe machen, die du beschreibst?

    Zu der Situation mit dem Menschen anbellen:
    Vorher habe ich in etwa so reagiert: Ich habe abgewartet, ihn beobachtet und irgendwann fing er das bellen an. Dann hab ich auf ihn eingeredet, vielleicht manchmal zu laut. Mir wurde die Situation dann folgendermaßen erklärt: Emil sieht den Menschen, wartet auf irgendeine Reaktion von mir, sieht zu mir und merkt dass ich ihn angucke, was für ihn scheinbar der Befehl ist, zu reagieren. Und wenn ich dann noch laut werde, denkt er sich "Oh das muss aber wirklich Gefahr sein, wenn sie jetzt mit mir mitbellt" - (so wurde es mir erklärt)
    Also handle ich inzwischen so. Ich sehe einen Menschen und rede ruhig auf ihn ein, lenke ihn manchmal mit Kommandos und Belohnung ab und gehe an dem Menschen vorbei, als ob nichts wäre. Auch das klappt manchmal, manchmal eben nicht.

    hmmm. Soviel dazu.
    Aber danke für deine lange und ausführliche Antwort.

    LG Kathi

    P.S. Ja, ich halte doch auch nichts von Kastration. Aber hab nun schon öfters gelesen, dass es mir helfen würde. Und ich hab bei meinem Tierarzt nachgefragt und bei meinem Hundetrainer. Deswegen dieser Chip, um es zu testen und nichts endgültiges zu machen.

  • Trotz, Kathi, ist eine menschliche Reaktion, jedoch keine aus der Hundwelt, denn Trotz kennen Hunde nicht.
    Ähnlich wie Leo vermute ich auch hinter der Markierei Stress. Du hast den Erziehungsstil geändert und bist für ihn im Moment nicht mehr verläßlich und berechenbar, die Mädels sind läufig und er hat zum ersten Mal bemerkt, das es da in der Hundewelt ein kleinen aber feinen Unterschied gibt.

    Hunde, die unsicher sind, neigen dazu nach vorn zu gehen. Sie bellen, knurren oder schnappen sogar ab.

    Was mir auffällt, Du wartest immer ab, bis Emil agiert und dann reagierst Du.

    Wenn Du bspw. merkst, dass der Gute gleich bellen wird, dann ruf ihn zu Dir und lenk ihn ab.

    Gib ihm Sicherheit und hol ihn rechtzeigt aus der für ihn verunsichernden Situation bevor er meint, agieren zu müssen weil Du ihn in seinen Augen grad allein lässt.

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