Training gegen Kontrolle: Bin ich zu streng???

  • Hallo ihr Guten!

    Ja wo fang ich an??? Kurz und knapp, in den letzten Wochen hat Paule ein Kontrollverhalten entwickelt, was mich und ihn ganz schön stresst. Bzw. vielleicht hatte er das auch schon vorher und ich bloss nicht bemerkt. Schlüsselerlebnis war ein Tag bei meinen Eltern, die er beide kennt und mag. Er war mit meiner Ma im Garten an der Schlepp angebunden, weil der Garten nicht eingezäunt ist und er noch nicht gut genug abrufbar ist um freilaufen zu können. Als ich mit bei war, war alles i.O. Aber dann war ich mit meinem Dad vorm Haus...die Schlepp hat gerade bis zu dem Punkt gereicht wo der Hund uns noch sehen konnte und da ging das Gebelle und Gejaule los...er wollte unbedingt zu uns (mir?) hin. Das kannte ich so von ihm überhaupt nicht....

    naja...wir habens ausgesessen...bis er sich irgendwann beruhigt hat, er war natürlich wahnsinnig gestresst. In der Wohnung dann ist er mir überall hinterhergelatscht, hat vor jeder Tür gewartet.

    Da hab ich den Entschluss gefasst, es geht so nicht weiter....ich muss was tun. So...

    Also übe ich jetzt seit ca. 2 Wochen mit ihm. Ich bringe ihn komentarlos zu seinem Platz zurück wenn er mir folgt, ich wechsel immermal am Tag den Raum...folgt er mir bring ich ihn zurück. Er darf nicht mehr im Flur liegen....wo er öfter lag.

    Das klappt auch ganz gut bis jetzt... heute ist er das erste mal länger liegen geblieben obwohl ich rumgewerkelt habe und hat ein bisschen gedöst.

    Nun wollt ich gern von euch wissen, wie streng muss ich das an den Platz bringen durchziehen? Muss ich ihn auch dann wieder hinschicken wenn ich denke er will nur schauen ob er in der Küche was zu essen abfassen kann, oder wenn er ne halbe Stunde alleine im Wohnzimmer war und nun mal gucken kommt was ich mache??? Kann es manchmal nicht auch sein dass er einfach bei mir sein will? das tut mir dann ja auch leid ihn wegzuschicken...Wie streng muss ich mit ihm sein? Und vorallem kann ich noch was anderes tun um an diesem Problemchen zu üben?

    Vielen Dank und entschuldigt den langen Text....sollte was fehlen sagt mir Bescheid, ich beantworte es gerne.

    Ich les auch gerne eure Erfahrungsberichte!

    Liebe Grüße
    Suse und Kontroletti Paule

  • also grundsätzlich solltest du mit deinen kommandos auch konsequent sein denn konsequenz ist das zauberwort in der erziehung.... wenn du ihn also auf seinen platz schickst darf er das kommando nicht von allein wieder aufheben sondern nur du.... nicht die quantität an zeit die du mit ihm verbringst zählt sondern die quälität....
    klar wollen hunde immer und überall dabei sein aber manchmal geht das eben nicht und das müssen sie auch lernen....schritt für schritt aber konsequent....

  • Hallo Kuschelsheltie! Vielen Dank für deine Antwort!

    Also konsequent denk ich bin...ich frage mich aber wenn ich ihn auf seinen Platz schicke und er bleibt und döst dann, schmollt, was auch immer....und er kommt dann nach ner halben STunde wieder gucken was ich mache....soll ich ihn dann wieder zurückbringen? ja oder? Oder ich muss es vorher wieder auflösen....was ich ja nicht will denn dann latscht er mir wieder überall hinterher.... :???:

  • MMMHHH :???:

    Vielleicht wäre es bei Kontrollverhalten sinnvoller den Hund nicht auf seinen Platz zu schicken, sondern ihm das Kontrollieren wollen so nervig unleidlich zu machen, dass er es von selber aufgibt.......es würde zwar etwas dauern, aber da wäre der Lernerfolg für den Hund "einleuchtender" und es wäre hinterher ein selbstverständlicher Zustand, als wenn du ihn ständig auf seinen Platz schicken musst und es dann wieder auflösen musst !

    Mit unleidlich nervig meine ich, du wechselst echt kommentarlos so lange die Zimmer (Türe ZU nicht vergessen), behandelst den Hund dabei wie Luft, bis es ihm von selber zu blöd wird und er sich irgendwo hin legt und aufhört "auf dem Sprung" zu sein. =)


    LG

  • Hallöchen,

    wenn Du ein Kommando gibst, musst Du es auch wieder auflösen, bevor er tun und lassen kann was er will.

    Ich sag mal so: Willst Du das der Hund den ganzen Tag nur noch in seinem Körbchen liegt??? Klingt zumindest so, wenn ich deinen letzten Beitrag lese.

    Du hast diesen Beitrag bei Welpen & Junghunde reingeschrieben. Also gehe ich mal stark davon aus, dass Paule noch nicht allzualt ist. Übe langsam mit ihm. Lass ihn ein paar Minuten liegen und dann gib ihm das Auflösungskommando. Mit der Zeit steigerst Du auch die Zeit in der er "Ruhe" geben soll.

  • Hm...mir scheint die Sache mit dem "auf den Platz bleiben" hier eher überflüssig...bzw. wird hier die Aufmerksamkeit auf einen ganzen Tagesablauf gerichtet.

    Wenn es darum ginge das der Hund bei Besuch auf seinen Platz bleiben soll würde ich diese Methode als sinnig empfinden...aber so eher nicht...die Konzentration wird den ganzen Tag automatisch auf Dich gerichtet.

    jetzt weiß ich natürlich nicht, wie Dein Hund vorher reagiert hat...ist er Dir schon immer in der Wohnung hinterhergelaufen?

    Ich würde eher eine Methode einrichten in denen der Hund lernt, das es egal ist wo und wann Du Dich in der Wohnung aufhälst.

  • Zitat

    MMMHHH :???:

    Vielleicht wäre es bei Kontrollverhalten sinnvoller den Hund nicht auf seinen Platz zu schicken, sondern ihm das Kontrollieren wollen so nervig unleidlich zu machen, dass er es von selber aufgibt.......es würde zwar etwas dauern, aber da wäre der Lernerfolg für den Hund "einleuchtender" und es wäre hinterher ein selbstverständlicher Zustand, als wenn du ihn ständig auf seinen Platz schicken musst und es dann wieder auflösen musst !

    Mit unleidlich nervig meine ich, du wechselst echt kommentarlos so lange die Zimmer (Türe ZU nicht vergessen), behandelst den Hund dabei wie Luft, bis es ihm von selber zu blöd wird und er sich irgendwo hin legt und aufhört "auf dem Sprung" zu sein. =)

    LG


    Genauso so meine ich das auch :gut:

  • Ich würde weder meinem Hund noch mir das ständige ins Körbchen bringen antun.
    Vor allem: wo fängst du an und wo hörst du auf? Soll er nur noch im Korb liegen??

    Versuch es mal mit: ich habe keinen Hund.
    Tagsüber in der Wohnung einfach nicht bemerken.......in andere Zimmer gehen, Tür zu machen, nicht an Hund denken. Deine Sachen machen OHNE einen Blick auf den Hund zu werfen, ohne zu schauen was macht er jetzt.....

    Oft ist man sich nicht bewusst das man ständig ein Auge auf den Hund hat, immer im Blickfeld, immer auf dem Radar sozusagen. Der Hund bemerkt es, und findet es normal das IMMER eine Art Kommunikation zwischen ihm und seinem HH stattfindet. Und wenn es nur ein Blick aus den Augenwinkeln heraus ist.

    Das Kontrollverhalten geht vom Hundehalter aus, der ständig wissen muss was sein Hund jetzt macht. Der Hund reagiert nur darauf. Überlege: wann hast du wirklich mal deinen Hund "vergessen" sprich Zuhause nicht daran gedacht das er da ist?

    Ich sage nicht das es bei dir so ist........aber einige HH die ich kenne sind so. Ihr Hund ist praktisch niemals unbeobachtet. Und diese Hunde wollen ihre HH nicht ausser Sichtweite lassen.

    Birgit

  • Ich würde es so handhaben wie Majaline es vorgeschlagen hat.

    Das Ziel sollte sein das der Hund völlig entspannt bleibt, egal wo Du hingehst und was Du machst.
    Allerdings finde ich es völlig normal das ein Hund nach einer halben Stunde mal gucken kommt.

    Und ich finde dann kann man sich durchaus auch mal eine Minute Zeit nehen für irgendeine Interaktion mit ihm, sei es streicheln oder einfach mal ein hallo, naaaa, alles klar.

    Abgesehen davon, was spricht dagegen das er dort liegt wo Du zu tun hast?

    Seh es doch positiv, er ist sehr auf Dich bezogen. Das ist eine gute Grundlage für euer Miteinander.
    Paule ist ein Puggle, richtig?
    Gerade die sind häufig Hunde die ihr eigenes Ding machen und die ihrem Mensch nur schwer Aufmerksamkeit schenken, vor allem draußen.
    Ich würde die enge Bindung die er scheinbar hat nutzen und nicht dagegen anarbeiten.
    Natürlich in die richtigen Bahnen gelenkt.

  • Hallo,

    unser 19 Wochen alter Labrador-Mix hat seinen festen Platz für den Tag, auf dem er schläft und döst.

    Wenn ich am Schreibtisch arbeite oder mich in der Wohnung bewege, bleibt er meist dort. Wenn er mich mal nicht sehen kann und nachschauen kommt, wo ich bin, ignoriere ich ihn völlig (schaue ihn auch nicht an), dann geht er nach kurzer Zeit wieder zurück auf seinen Platz.

    Was bei uns Wunder gewirkt hat (anfangs ist der Kleine mir überall hin gefolgt), ist das absolute Nichtbeachten für etwa zwei Stunden, auch kein Blickkontakt - seitdem ich dies konsequent durchziehe, wenn ich arbeite und er seine Ruhepause haben soll, ist der Kleine in der Wohnung viel ausgeglichener als noch vor ein paar Wochen.

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