• Hallo,

    nun hab ich die kurze seit knapp 3 Wochen und das Zusammenleben funktioniert schon ziemlich gut. Die kleine Olde Englisch Bulldog (4,5 Jahre alt) lebt sich gut ein, hat sich an meinen Rhythmus gewöhnt und lernt relativ gut dazu.

    Nur bei einer Sache, weiß ich noch nicht so recht, wie ich das angehen soll. Vom Vorbesitzer hörte ich, sie sei eigentlich mit allen Hunden da draußen verträglich. Das kann ich so nicht behaupten. Es gab schon drei Situationen in denen sie sich von einer äußerst garstigen Seite gezeigt hat.

    1. Beim Nach Hause weg stürmte sie auf einen Golden Retriver zu und pöbelte den an, mit Bellen und auch körperlicher Gewalt.

    2. Bei einer großen Spaziergehrunde sind wir an einem Stall vorbei gekommen, wo hinter einem Tor zwei mittelgroße Hunde (hier diese Scharftreiber :D) waren. Und was macht die Margot? Stürmt auf die beiden Los und pöbelt auch die an.

    3. Eben haben wir unsere morgendliche Gassirunde beendet und wollten gerade wieder aus dem Park gehen, ich hatte Sie vorher angeleint. Es kam uns ein Mädchen mit angeleintem Dalmatiner entgegen, welches ich auch als erstes begrüßte. Dann sollten sich die Hunde hallo sagen und Margot war wieder nur am rumpöbeln. Ich hab sie dann platz machen lassen, ihr ins Ohr gebissen und ordentlich rumgeknurrt. Bei einem vorherigen Hund haben solche "Maßnahmen" sehr schnell Wirkung gezeigt. Danach hätte Sie sich eigentlich beschwichtigend Schütteln müssen, aber ganz im Gegenteil sie hat dann eher ein bisschen freudig-verrückt an der Leine gespielt.

    Also glaube ich, dass das Maßregeln so nicht bei ihr funktioniert, vor allem beim Anknurren schaute sie mich doch eher erstaunt an. Vielleicht sogar bestätigt?

    Nun ja, auf jeden Fall bin ich ein bisschen ratlos, wie ich es hinkrieg das die kleien nicht so ein garstiger Hobbit ist, was sie komischer Weise auch nicht immer ist und auch nicht zu einer speziellen sorte Hund, bei kleinen ist sie prinzipiell sehr friedlich und auch beim spielen mit anderen Hunden zeigt sie so ein Verhalten nicht. Ich würde nicht sagen das sie einfach nur Angst an der Leine hat oder meint mich jetzt verteidigen zu müssen.

    Eine neue Taktik muss her, wie wärs mit jedes mal einer solchen Situation ausweichen, indem ich komplett in die andere Richtung mit ihr gehe um ihr zu zeigen, dass mich eine solche Begegnung überhaupt nicht interessiert und sie auch nicht zu interessieren hat?

    Oder könnten das Tiefere Probleme sein? Hat Sie vielleicht noch nicht erkannt, dass ich der Rudelboss bin und alles kläre?

    Vielen Dank
    Marten

  • Zitat


    3. Eben haben wir unsere morgendliche Gassirunde beendet und wollten gerade wieder aus dem Park gehen, ich hatte Sie vorher angeleint. Es kam uns ein Mädchen mit angeleintem Dalmatiner entgegen, welches ich auch als erstes begrüßte. Dann sollten sich die Hunde hallo sagen und Margot war wieder nur am rumpöbeln. Ich hab sie dann platz machen lassen, ihr ins Ohr gebissen und ordentlich rumgeknurrt. Bei einem vorherigen Hund haben solche "Maßnahmen" sehr schnell Wirkung gezeigt. Danach hätte Sie sich eigentlich beschwichtigend Schütteln müssen, aber ganz im Gegenteil sie hat dann eher ein bisschen freudig-verrückt an der Leine gespielt.

    Also glaube ich, dass das Maßregeln so nicht bei ihr funktioniert, vor allem beim Anknurren schaute sie mich doch eher erstaunt an. Vielleicht sogar bestätigt?

    Hast Du tatsächlich Deinen Hund ins Ohr gebissen? Und bei einem anderen Hund von Dir hat das funktioniert?

    Davon mal ab: Es gibt einige Hunde, die sehr verträglich sind mit Artgenossen, aber zur Aggression an der Leine neigen. Da hilft nur gezieltes üben der Leinenführigkeit und deinem Hund verständlich zu machen, dass pöbeln an der Leine nicht geht. (hier gibt es einige Threads über Leinenaggression) Was passiert denn, wenn dein Hund ohne Leine mit anderen Hunden zusammen ist? Oder war sie in Situation 1 und 2 ohne (Schlepp) Leine?

    LG Kerstin

  • Vielen Dank für deine Antwort.

    Zu dem Biss, das ist eher ein angedeuteter Biss, also mit viel Tamtam und Geknurre und ein sagen wir mal anknappern und ja das bei einem anderen Hund schon mal geholfen. War aber auch nur eine Situation und danach war das geritzt.

    Das ist ja das komische, ich würde nicht sagen das sie zu Agressionen an der Leine neigt, bei 90% der Begegnungen schiebt sie n entspannten und macht nichts ungewöhnliches. (Ne Runde schnüffeln oder auch gerne mal ignorieren). Wenn sie sonst im Park mit anderen Hunden tobt macht das n ganz normalen Eindruck. Sie spielt freudig und auch die Größe des Spielpartners ist dann egal. Ihr Buddy ist z.B. dobbelt so groß (dazu aber leider n psychisches Wrack aus Ungarn).

    Ich schau mir die Threads mal an. Nun muss ich nur genauer herausfinden warum sie das nur in so wenigen Fällen macht, also was die spezielle Situation ausmacht. Na da hol ich mir wohl am besten mal n Hundetrainer ins Haus.

    Situation 1 und 2 waren ohne Leine.

  • Hast du denn den Eindruck, sie macht viel Wind um nichts - oder denkst du, sie würde es durchaus auf einen Kampf ankommen lassen?

    Ist/bleibt sie in den Pöbelsituationen für dich ansprechbar und lenkbar?

    Ist sie kastriert? (Oder hab ich das überlesen)
    Hast du den Eindruck, es tritt mehr bei einem Geschlecht (zB Hündinnen) auf - oder geschlechtsunabhängig?


    Und hättest du vielleicht ein größeres Bild als in deinem Avatar von Margot?
    (*Engl.Bulldoggen-Fan* :D )

  • Ne ich find sie hat in diesen 3 Situationen schon deutliche Agressives Verhalten gezeigt. Ob sie es auf einen Kampf ankommen lassen würde, kann ich so noch nicht genau sagen, dafür kenn ich sie leider noch zu wenig und dafür hab ich die Situationen natürlich auch so schnell wie möglich versucht aufzulösen.

    Lenkbar schon, aber mehr schlecht als recht. Nach einem "Maggie, Schluss" und Richtungswechsel mit Leinenzug (ja ich weiß, dass ist nicht das wahre aber ich muss ja irgendwie weg kommen) konnte ich heute vom Dalamatiner weg.

    Sie ist nicht kastriert. Das Geschlecht ist glaube ich nicht relevant. Find ich aber nochmal raus. Situation 1 war ein Rüde, Situation 2 war glaub ich Rüde und Hündin und was der Dalamatiner war, weiß ich noch nicht :D

    Ein paar Bilder gibts hier: martonos.de

  • Zitat

    Ich hab sie dann platz machen lassen, ihr ins Ohr gebissen und ordentlich rumgeknurrt.

    Ne, das ist jetzt nicht Dein Ernst oder? Dazu müsstest Du Dich ja auf den Boden legen. Die Kleine ist doch ganz weit unten.
    Also von der Methode habe ich noch nie was gehört. Was hat denn Dein menschliches Gegenüber dazu gesagt?

  • Jo, ich hab mich quasi auch auf den Boden gekniet. Das Prinzip dahinter ist: was wäre, wenn sie in einem Rudel einen "Fehler" begangen hätte? Dann würde das Rudeloberhaupt sie auch zurechtstutzen, sie maßregeln und unterwürfig machen. Ich hab das irgendwann mal gelesen und dachte eigentlich, dass das kein so schlechter Ansatz ist. Zum Beispiel die Nummer mit dem Anknurren funktioniert sehr gut. Zum Beispiel lässt sie Essen welches auf dem Boden liegt nun eher liegen und ist nicht mehr so ein Staubsauger.

    Natürlich nutze ich das nur im äußersten Notfall und wenn möglich auch nur ein mal.

    Das menschliche Gegenüber war ein bisschen verwirrt und ist dann los gezogen.

  • Hallo! Da will ich doch gleich auch ein paar Weisheiten beisteuern.

    Zunächst mal, jeder Hund ist anders :D . Ich hab auch schon (etwas neidisch) Hunde gesehen, die sich von einem Anknurren von Herrchen/Frauchen zutiefst beeindrucken lassen. Hättest du meinen Hund seit 3 Wochen bei dir, würde er, je nachdem ob er diese Massregelung als Spiel oder Ernst interpretieren würde, dir vermutlich ebenfalls mehr oder weniger zärtlich am Ohr knabbern :pfeif: Sprich, der würde bestenfalls mitspielen und schlimmstenfalls seine Haut verteidigen, aber draus lernen würde er nichts.

    Dann ist die Kleine, wenn ich das richtig verstanden habe, auch erst 3 Wochen bei dir. Das ist noch gar keine Zeit, und deine Hündin muss sich erst noch orientieren und auch dich besser kennen zu lernen. Deshalb würde ich ihr Verhalten momentan nicht auf die Goldwaage legen. Du sagst, sie pöbelt. Aber hast du den Eindruck, sie meint es ernst (bzw, reagieren die anderen Hund ebenfalls aggressiv, oder gehen sie ihr eher ignorierend aus dem Weg?).

    Mein Hund hatte auch mal eine "Pöbelphase", in der es ihm in erster Linie darum ging, mich sein Frauchen zu beeindrucken bzw mir zu zeigen, dass er auch was regeln kann (kann er aber nicht). In der Regel gingen die anderen Hunde auch gar nicht darauf ein, denn er hat ja eher mich (seine Ressource ;) ) verteidigt, als dass er sozial gegen den anderen Hund aggressiv gewesen wäre. Wenn du nicht sicher bist, würde ich die Abklärung durch einen guten Trainer empfehlen (aber Vorsicht, gibt auch viele schlechte).
    Wir haben das mit dem Pöbeln gelöst, indem von ihm Alternativverhalten eingefordert und bestärkt wurde (an der Leine: neben mir absitzen, im Freilauf: herkommen und absitzen). Alles ganz ruhig und ohne jegliche Gegenaggression (also kein Schimpfen, Zerren etc. - souverän Abblocken war aber erlaubt). Dann machte ich es mir in der Situation (z.B. Schwätzchen mit dem anderen Hundehalter) gemütlich, und wenn ich das Gefühl hatte, er sei wieder heruntergefahren, durfte er auch hin zum anderen Hund, ohne meinerseits viel Wind darum zu machen. Natürlich übten wir das nur mit gut sozialverträglichen Hunden. Hat sehr gut geklappt, bei uns pöbelt nix mehr ;)

    An der Leine würde ich generell keine anderen Hunde begrüssen lassen, es sei denn, beide sind wirklich entspannt dabei, was bei deiner Hündin aber momentan nicht der Fall zu sein scheint.

    Woher hast du sie denn, und wie verhielt sie sich denn bei ihren Vorbesitzern?

    Gehst du mit ihr in eine Hundeschule, wo du mit Margot evtl. gezielt entspanntes Verhalten üben kannst, während aussenrum andere Hunde laufen, üben, rennen etc?

    Liebe Grüsse!

  • Sorry ich hätte das zu gerne live gesehen :D also wie du sie ins Ohr gebissen hast und wild rumgeknurrt hast. Ich glaub ich hätte mich in die Hose gemacht vor lachen :D. Kannst mal froh sein, dass sie sich nicht überlegt hat, dass du doof bist und dir mal ins Ohr gepackt hat.

    Ich bin ein sehr sehr großer Fan von Körpersprache und auch das man sich in der Erziehung an den Hunden orientiert. Also nicht groß rummacht, sondern durch kurze klare Ansagen vermittelt, dass das so nicht ok ist und das klein Spacko sich doch bitte gescheit verhalten soll. Damit bin ich bisher am Besten gefahren aber meine Hunde ins Ohr beißen .. ich glaub die würden ganz schön blöd schauen.

    Was das knurren betrifft hast du durchaus Recht ... es gibt Hunde die springen wahnsinnig gut darauf an, wenn man grummelt oder böse schaut. Trotzdem sind Hunde nicht total verblödet ... du kannst andere Hunde vielleicht imitieren aber dein Hund sieht dich eh nicht als ebenbürdig .. also warum bist du nicht Mensch und vermittelst über die dir zur Verfügung stehenden Mittel - deinen Körper, dein Gesicht, deine Ansprache, deine Ausstrahlung, deine Persönlichkeit - dass sei den Scheiß lassen soll ? Ich glaube das wäre authentischer und damit für deinen Hund glaubwürdiger.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!