Abgabegründe für den Hund

  • Ich hab da schon so viel mitgemacht und Geschichten gehört :|

    2 Extreme z.B. sind mir sehr im Kopf geblieben

    Einmal ein Fall von angeschafft und Hund ist doof, wobei die Situation sich da so hochschaukelte das es kurz vor einer Klopperei stand.
    Die typische Klischeegrossfamilie ala H4 hatte sich nen kleinen Aussi angeschafft ( taub) der sollte weg, schnellstmöglich weil er kläfft und jault, jut ich muss zugeben ich war an dem Tag eh nicht so gut gelaunt aber wieder zur Sache.
    Ich fahr also los mit meiner Freundin die den kleinen auf Pflegestelle nehmen wollte, kommen da an ( was ne Ranzbude) im Garten angebunden der Aussi ( 10 Wochen alt)
    Klingeln, stellen uns der "Frau Flodder" vor und werden in den Garten geschickt. Da war auch der Mann.
    So der Typ "alter Bauer" von ihm kam nur "nehmt den Scheissköter bloss weg" und tritt volle Elle dem Welpen in den Hintern.
    Ich hatte ihn dann dezent am Hälschen ( in dem Moment ging es dann mit mir durch) natürlich kamen direkt die Restflodders zur Hilfe, ich war so auf 180 ich hät es wirklich drauf ankommen lassen aber meine Freundin reagierte recht cool ( GsD)
    Die hatten dann auch 3 Tage später nen neuen Welpen, Kampfi, das hab ich dann von Amtswegen regeln lassen
    Da sollte der Hund einfach nur weg, menschlicher Hintergrund? Mistpack faules< Sonst keins

    Tscha und dann gabs da noch das Ömchen und ihr Ömchen
    Treibt mir bis Heute die Tränen in die Augen.
    Ältere Dame lebt mit ihrer alten Schäferhündin recht ländlich, alte Dame sollte ins Pflegeheim und da sind keine Hunde erlaubt, also erstmal ne fast "alltägliche Situation"
    Übrigens wieder dieselbe Freundin an Bord ( sie ist unglaublich "dabei" in Tierschutzdingen)
    Wir kommen also da an, Polizei vor der Tür, Krankenwagen vor der Tür die halbe Familie, ein Riesenaufmarsch.
    Da hatte sich das Ömchen in ihrem Haus verbarikadiert mit ner Heugabel und ihrem uralten Hund und machte klip und klar das sie ohne ihren Hund ma NIRSCVHENWO hingeht
    Tja was willste machen in so ner Situation, die Polizei versuchte sie zu überreden aber überred mal jemanden der seinen Hund liebt wie ein Kind und das soll "weg"
    Ihre beiden Söhne bekamen auch die volle Packung "Mistbrut elende" :lol:
    Wir dachten erst "jut die isn bisschen öhm" ... Nesch.
    Im Gespräch stellte sich dann aber heraus das der eine Sohn wohl schon seine Wohnung gekündigt hat und da einziehen will
    Da wurden wir ein wenig skeptisch und horchten mal nach. Es war wirklich so, sie sollte ins Pflegeheim damit der sohn sich in ihrem Haus breitmachen kann, natürlich soll sie nicht mehr ganz da sein etc.
    Wir haben uns also ans hintere Fenster begeben und mit ihr gesprochen ( übers Nachbargrundstück) die Frau war alles andere wie "nicht auf der Höhe", sie erzählte uns also die ganze Geschichte und das sie so Angst hätte um ihre Laika weil Laika ja schon 12 ist
    Total verheult die arme Frau ( moah bekomm ich schonwieder Pipi in die Augen) wir also vorgeschlagen > Anwalt
    Hatte sie kein Geld zu, hajut meine Freundin und ich stehen beide finanziell nicht so übel da also haben wir ihr gesagt " weisst was das bezahlen wir"
    Mein "Haus und Hofanwalt" hat die Sache dort dann ganz schnell geregelt, häuslicher Pflegedienst bis Gutachter geklärt haben etc.pp er kam sofort raus ( dafür lieb ich ihn ) Polizei wurde verscheucht ( ja wie keine Unmündigkeit was macht ihr dann hier? :gott: ) Familie wurde auch verjagt
    Am schönsten war dann einfach wie die alte Dame uns umarmte und sich Millionenfach bedankte und das sie uns die Rechnung vom Anwalt zurückzahlen würde und am heulen und uns am herzen
    SOOO süss
    Berechnet hat mein Anwalt uns übrigens nur nen Käsekuchen ( najut wegen der Anwaltskammer haben wir es anders machen müssen :D er bekam sein Gehalt ganz normal und kaufte für dieses Geld bei mir nen Käsekuchen :p )
    Da ging der Hund zwar nicht weg aber auch so Geschichten gibt es, einfach weil es ja so sein muss, aus Habgier der Familie oder oder.
    Die beiden Ömchen ruhen jetzt in Frieden, erst starb die alte Dame, wir übernahmen Leika sofort aber 3 Wochen später lag sie auch tot im Körbchen
    Nu soll ma einer versuchen die Ömchen zu trennen ( wir waren sie bis zum bitteren Ende immer wieder besuchen ob alles ok ist... Und um Kirschstreusel abzugreifen)
    Im nachhinein hat uns Gerda nochmal zum lachen gebracht, ihre beiden Söhne erbten nämlich garnichts,Null NADA
    Das Haus hat sie nach dieser Geschichte Spottbillig verkauft an ne kleine Familie, sie hatte noch lebenslanges Wohnrecht, dat Geld hat sie gespendet und sich n paar schöne Urlaube gegönnt ( mit ihrer Leika)
    Als ich das hörte musste ich schon grinsen, die schöne Nebenstory war nämlich das sie und meine Oma dann immer zusammen "latschen" gingen
    Sonntags hab ich meiner Oma Bärchen eingepackt ( unsere Schäferoma) und sie ist die 15 Minuten zu Gerda gefahren und so tingelten die 4 Ommas zusammen durchs Bergische
    Ein Bild für die Götter
    Hier hängt noch n 4er Bild von denen...

    "Normale Abgabegeschichten" haben wir sonst wie Sand am Meer von "taugtnix" bis hin zu "beisst"

  • Ich und meine Fragen... bei den Posts hab ich doch Tränen in den Augen.

    "Normale" Abgabegründe wie "der taugt nix" bis zu "der beißt"....

    Hmm, Momente, wo ich doch wütend werde und mich frage, wie geht man als Pflegestelle, als TH-Mitarbeiter oder in der Nothilfe damit um?

    Weil für mich ist das alles, nur nicht normal.

    Birgit

  • Da ich bisher fast nur BCs oder Hütehunde in Pflege hatte ist der Grund eigentlich immer der selbe: Wahl der falschen Rasse und dann noch Wahl einer miesen Vermehrerstätte. Bei einem Hund war das dann auch das Todesurteil.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Ne, Verpaarung von Epilepsievererber mit Epilepsievererber...

    :mute: sorry.....

    Womit der Hund von einem Anfall in den nächsten stolperte und nicht einstellbar war.

    Birgit, die sich jetzt grad schwer auf die Zunge beißt....


  • Großartige Geschichte. Das ist echtes Heldentum !! Einfach toll.

  • Ui...diese Geschichten gehen einen aber wirklich nahe...schön das sich auch um menschliche Belange gekümmert wird :gut: ...find ich wirklich ganz toll von Euch.

    Nein ich persönlich kenne keiner dieser "Horrorgeschichten"...ich arbeite nicht im TS...wollte aber eben nur meine Bewunderung dafür aussprechen.

    ich denke die meisten Abbgabegründe sind heute tatsächlich Zeit und Geldmangel, was eigentlich keine Ausrede sein sollte :/
    Dazu kommen die absolut unüberlegten Anschaffungen, gepaart damit, das sich null Informationen eingeholt werden...klar als Anfänger ist man unsicher, ist ja auch nicht schlimm...aber wenn dann nicht mal Hilfe geholt wird...
    Meistens passiert es dann, wenn Leute sich Mixe oder "Rassehunde" mal eben unüberlegt von Vermehrern geholt haben...oder schnell einen Auslandshund, dessen Orga unseriös arbeitet :mute:

    Hm...aber die meisten HH, die ich so kenne, haben sich egal welche Macken ihre Hunde haben, irgendwie damit arangiert.

  • Birgit, ein wichtiges aber auch unendlich trauriges Thema.

    Zitat

    Was berührt Euch, in welcher Situation könnt Ihr es nachvollziehen und wo packt Euch die Wut?

    Mir ist in den letzten Jahren oft der Gedanke gekommen, dass ich die Art und Weise der Abgabe oft viel entscheidender finde als den Grund.

    Ein Beispiel ist eine Frau, die ihre drei Katzen aus Allergiegründen abgab - sie hatte ihre beiden Kinder und eine Bescheinung über deren Allergietest dabei. Die Frau weinte, die Kinder weinten noch mehr. Eine Abgabe, die hart aber nicht unverständlich sein mag. Unverständlich hingegen ist, warum sie die drei Katzen die komplette Wartezeit von einer Stunde bei über 30° im Auto gelassen hatte. Sie brachte schließlich die Katzen herein - eingepinkelt, in einer feuchten Pappbox. Die Katzen mussten sofort tierärztlich versorgt werden, ein Tier überlebte den Tag nicht.

    Auch werde ich nie den alten Rottweiler-Rüden vergessen, der eigentlich kein schlechtes Leben bei seinem Besitzer verbracht hatte. Als der Hund alt und krank wurde, konnte der Besitzer mit der Situation zunehmend schlechter umgehen und brachte schließlich einen gramgebeugten, gesundheitlich verwahrlosten Hundeopa ins Tierheim - er könne ihm nicht weiter beistehen. Der Hund musste am Folgetag erlöst werden - allerdings auf einem warmen Sofa, umringt von streichelnden Händen. Nur waren es - aus seiner Sicht - sicherlich die falschen Hände.

    Gut erinnere ich mich auch an den großen schwarzen Hund, der zugebissen hatte - mehrfach. Der Besitzer musste kapitulieren, denn das Mensch-Hund-Team war einfach gescheitert. Wir alle hatten Verständnis. Warum der Hund allerdings nicht noch eine weitere Nacht bleiben durfte (schließlich tyrannisierte er seine Familie seit Jahren, weil die ihm einfach keinen anderen Weg zeigen konnten) und in einer eiskalten Nacht fast am Tierheimzaun erfror ... ich weiß es nicht. Auch hätte man die Polizei oder die Notfallnummer des Tierschutzes wählen können? Es gab ein knappes Happy End.

    Es wurde einmal eine kleine Hündin abgegeben - sie war wohlgenährt, gepflegt und die Kinder der Familie schienen sich gut mit ihr zu verstehen. Die Familie habe keine Zeit für die Hündin. Sie zahlten etwas Geld extra, brachten Körbchen und Futter mit - nicht unbedingt wünschenswert, aber im Notfall noch wunderbar. Als dann der Fragebogen kam, brachen Welten zusammen - ob sie sich mit Hunden verstünde? Wisse man nicht. Ob sie Gehorsam gelernt habe? Sie könne nix. Ob sie schwimmen mag? Wisse man nicht. Kurz: Man wusste NICHTS über einen Hund der SIEBEN JAHRE in der Familie lebte.

    Überhaupt ist die Quote der Hunde, die am Tierheimzaun angebunden werden, erschütternd hoch.

    Am Häufigsten sind es ja Umzüge.
    Zugleich auch einer der Punkte, wo ich am wenigsten Verständnis für habe.

    Klar ist Wohnungssuche mit Hund oder Katze scheisse.
    Allerdings weiß ich das, wenn ich mir das Tier anschaffe und muss das eben einkalkulieren. Man kann nicht beim kleinsten Problem die Flinte ins Korn schmeißen. Notfalls ist es eben nicht die tolle Wohnung und mensch muss Abstriche machen.

    Verständlich finde ich Abgaben aus Überforderung - hier würde ich mir wünschen, mehr Menschen wären in der Lage, zugunsten Ihres Tieres zu handeln. Noch besser wäre es jedoch, man würde sich von vorn herein informieren un den Hund nach anderen Rahmenbedingungen als der bloßen Optik auswählen - dann würden diese Abgaben sicher sehr schnell sinken.


    Aber generell ärgern mich die Leute am Meisten, die sich nicht die Mühe einer "anständigen" Abgabe machen - je mehr Infos, desto schneller ein neues zu Hause und je mehr Geld und Material, desto besser hats der Hund bzw. haben es alle Hunde.

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