Hund macht Pipi in den Flur

  • :hilfe:

    Huhu ihr Lieben,
    Wir haben seit zwei Wochen einen 7-Monate alten Retriever-Rüden bei uns wohnen (Ole).
    Ole hat leider in seinem bisherigen Leben nicht viel kennengelernt und ist deshalb extrem ängstlich, vor allem was Straßen, aber auch fremde Menschen angeht.
    Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus und Ole pinkelt jetzt ständig in den Hausflur.
    Unsere Vermieter haben davon noch nichts mitbekommen, aber wir wollen das auch möglichst verhindern und hoffen so sehr, dass ihr uns gute Tipps gebt, wie er sich das möglichst schnell abgewöhnt.

    Bisher habe ich "Nein" gesagt, was er auch sonst immer versteht, aber dabei....nicht.
    Dann habe ich ihn immer getragen, aber er wird auch immer schwerer, so dass ich das bald nicht mehr schaffe...

    Ich vermute, dass Ole vorher keinen Flur kannte...weil er auch, wenn wir draußen sind, sofort sein Geschäft verrichtet und dann wieder rein in die Wohnung möchte...Es scheint, als hätte man ihn nur kurz raus in den Garten gelassen für sein Geschäft (das sind aber alles nur Spekulationen)

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen und sinnvolle Tipps?
    Ich möchte es ihm möglichst "liebevoll" beibringen, weil er eben sehr ängstlich ist. Aber das Verhalten muss möglivhst schnell aufhören....


    Bittttttttteeeeeee bittttttttte helft mir:)


    Ganz viele Grüße!

  • Huhu,

    macht er denn immer in den Flur oder auch draußen, wenn ihr rausgeht?

    Ich würde wahrscheinlich wie beim Welpen die Stubenreinheit trainieren (Flur ist ja dann quasi auch Stube), die Intervalle zwischen dem Rausgehen kurz halten und draußen nach dem Lösen gaaaaanz dolle loben.
    Damit es keinen Streit gibt würde ich es wegwischen und wenn jemand fragt vielleicht kurz die Situation erklären, dass der Hund sich noch einleben muss.
    Vielleicht nimmt euch das auch den Druck, denn ihr braucht sicherlich Geduld und Ruhe wenn Ole so gestresst ist wie du erzählst.

    Das wäre meine erste Idee, aber sicherlich kommen dazu noch ein paar Tipps.

  • Vielen Dank für deine Antwort:)

    Ja, er macht auch Draußen. Da macht er (wenn in der Nähe eine ist..;)) auch auf die Wiese.
    Die Vermieter wohnen direkt nebenan und da bekomme ich dann natürlich Schweißausbrüche, wenn Ole direkt vor die Tür pinkelt. Wäre das mein Haus, hätte ich absolut kein Problem damit, das alles ganz ruhig anzugehen, aber so ist mir das wirklich unangenehm, zumal wir erst seit ein paar Monaten dort wohnen...

    Naja, ich frag mich halt nur, ob er überhaupt versteht was ich von ihm will, weil er immer ganz verängstigt schaut, wenn ich ihm währenddessen NEIN sage.

    Hmm, ich hoffe die Zeit wirds bringen...aber Danke schonmal!

    Vielleicht gibt es ja noch andere Anregungen:)

  • Ich weiß von meinem Kerl, das er am Anfang beispielsweise total gestresst war draußen. Also hektisch, immer hin und her geguckt und gerannt und bloß schnell Pieseln.
    Das hat sich mit der Zeit gelegt und ich hab ihn von Anfang an einfach konsequent mit weitergehen lassen bis wir an vorhergesehener Stelle waren.
    Also auch das Lösen an der Hauswand verboten.
    Ein ruhiges "Nein" und weitergehen und dann gelobt, wenn wir an der richtigen Stelle waren und da Pipi geflossen ist :-)
    Wenn Du vor der Reaktion des Vermieters Angst hast und diese Grenze sowieso immer bestehen bleibt, also das er da nie hinpieseln darf, würd ich das konsequent (wenn's Sinn macht wie oben beschrieben mit kürzeren Intervallen damit's nicht gar so dringend ist) durchziehen.

    Schönen Abend noch und Viel Geduld :-)

  • Vielleicht kannst du versuchen, ihn mit Leckerlchen in der Hand schneller durch den Flur zu locken/gehen zu lassen bzw. ihn dadurch abzulenken :???: . Und im Moment vielleicht auch öfter mit ihm rausgehen, damit er noch nicht viel Druck in der Blase aufgebaut hat.

    LG Francisca

  • hej,

    leider schreibst Du eine wichtige Information nicht, gibt das ein See oder markiert er nur mit Spritzern?

    Wichtig ist auf jeden Fall den Geruch weg zukriegen, der motiviert ihn automatisch wieder sich dort zu lösen.
    Dafür gibt es viele verschiedene Mittel, zum Beispiel mit Chlor etc. natürlich muss man auch auf den Untergrund aufpassen, dass der keinen Schaden nimmt aber in einer Drogerie oder ähnlichem könnte man Euch weiterhelfen.

    Der Untergrund ist auch in einer anderen Hinsicht speziell.
    Es könnte sein, dass er sich bisher nur auf so einem Untergrund lösen konnte/durfte und dass er deshalb den Flur bevorzugt (ich sehe so schlecht wo ihr wohnt, durch den Bildschirm ;) )

    Ihr könnt auf jeden Fall sicher sein, dass er dies nicht mit böser Absicht tut, tatsächlich könnten gesundheitliche Problem die Hauptursache sein oder auch schlicht Stress.

    Übrigens, Stress, den verursacht ihr sehr wahrscheinlich mit Eurem "Nein", denn entweder versteht er nicht was Ihr meint oder er kann nicht anderst.
    Urin ist für Hunde schliesslich nicht eklig sondern interessant, dies alleine könnte seine Ahnungslosigkeit erklären.

    Es gibt allerdings einen Trick, den Ihr anwenden könnt.
    Berührt ihn währenddem er sich erleichtert.
    Nicht schlagen, keine Schmerzen zufügen, nur berühren.
    Dies ist einem Hund genau so unangenehm wie uns, während dem Erleichtern.
    Deshalb wird er "abklemmen", dann ganz schnell raus und eine gute Stelle für ihn zum Lösen suchen und dann warten.
    Warten, weil Ihr habt ihn gerade vom Topf geholt, von diesem Schreck muss er sich zuerst erholen und dann muss er noch rausfinden, dass er dort darf, wo Ihr dann seid.
    Ganz schön viele Anforderungen für so einen Hund.
    Deshalb, macht es nicht hart oder brutal sondern nur zielgerichtet aber rücksichtsvoll.

    Liebe Grüsse aus dem Norden

  • Unser Mr. Big ist seit 2 Monaten bei uns, ist geschätzte 1,5 Jahre und hat vorher ca. 9 Monate im Wald gelebt (zumindest ist er seit 9 Monaten gesichtet worden, was nicht heißt, dass es nicht länger gewesen sein kann). Er hat am Anfang auch in die Wohnung gemacht. Er wußte jetzt geht es raus, alle waren schon angezogen und trotzdem hat er es kaum bis zur Tür geschafft. Das war nicht so, dass er es nicht hätte schaffen können, weil es nicht darum ging, dass seine Blase das nicht mitgemacht hätte, er war einfach durch den reinen Vorgang des nach draußen gehens so wahnsinnig gestreßt, dass er nicht mehr einhalten konnte. Wir habe des öfteren geputzt in der Zeit.

    Eigentlich haben wir nie was gesagt, außer ein ruhiges nein, wenn er grade mal wieder 5 Meter vorm Ziel auslief, wir sind dann einfach weitergegangen und haben ihn - ich weiß herzlos - einfach hinter uns hergezogen ;) . Er hat es überlebt. Auch bei Mr. Big ist es so, dass er gut aufs draußen sein verzichten könnte. Er legt keinen gesteigerten Wert auf Gassigänge, wenn wir im Haus sind, wo es einen großen Garten gibt, rennt er nur kurz in den Garten und kommt dann wieder rein. Wahrscheinlich meint er auch er war für sein Leben lang genug draußen ;) . Wir zwingen ihn jetzt nicht extra lange draußen zu bleiben und wenn wir länger Gassi gehen, dann gehen wir länger Gassi und wenn wir in den Freilauf fahren dann ist das so. Trotzdem merkt man ihm an, dass er einfach keinen Wert drauf legt. Mal schauen, wie sich das in Zukunft noch entwickelt.

    In unserer Mietwohnung macht er nun nicht mehr ein. Im Haus, wo wir grade hinziehen und die Hälfte der Woche immer hinfahren, macht er wieder ein. Auch da ist es die pure Aufregung...er kann noch nicht so gut mit Streß umgehen. So kann es sein, dass ich ihn anziehe oder mich anziehe und schwupps läuft er mir aus. Auch jetzt schimpfen wir nicht, wir machen das Malheur kommentarlos weg. Auch das er sich 3 x vertan hat und im Keller nen Haufen hingesetzt hat, haben wir ignoriert. Wir wissen halt, dass er einfach seine Zeit braucht, um auch hier wieder die Ruhe und die Sicherheit zu haben und dann hält er auch automatisch besser ein. Wir sind bemüht den Start zum Gassigang so ruhig wie möglich zu gestalten aber er dreht schon ganz alleine hoch. Wir machen es jetzt so, dass wir mehrfach am Tag so tun, als würde es rausgehen, dann aber doch nicht gehen. Das hilft ihm, dass ganze normaler zu sehen.

    Vorübergehend hilft es da immer Küchenpapier zur Hand zu haben ;) und nicht die Nerven verlieren, Hunde sind ja auch lieber stubenrein also lernen sie es auch, nur nicht die Geduld verlieren.

  • Zitat

    Vielleicht kannst du versuchen, ihn mit Leckerlchen in der Hand schneller durch den Flur zu locken/gehen zu lassen bzw. ihn dadurch abzulenken :???: . Und im Moment vielleicht auch öfter mit ihm rausgehen, damit er noch nicht viel Druck in der Blase aufgebaut hat.

    LG Francisca

    So würde ich es auch machen. Versuchen ihn abzulenken und die Leine kurz halten.

  • Vielen Dank für euren lieben Antworten!

    Laursen: Er pinkelt einen ganzen See. Aber auch wenn wir nach zwei Stunden mit ihm erneut rausgehen...an dem Untergrund scheint es nicht zu liegen, denn bei meinen Eltern (die ein eigenes Haus haben) macht er das nicht, da macht er immer auf die nahegelegene Wiese. Aber das mit dem Stress machen, durch das "Nein" sagen, hatte ich auch das Gefühl...

    Das mit dem Anfassen werde ich mal versuchen und hoffen dass es funktioniert:) Danke für den Tipp

    @Fransisca : Auch das mit den Leckerchen werde ich ausprobieren:)

    Ich bin da auch zuversichtlich, dass das alles noch klappen wird:)
    Vielen Dank für eure Hilfe!

  • hej,

    Seen sind nie gut, weil sie können auch geschehen, weil der Hund krank ist.
    Mal ein paar Beispiele, bei Diabetes trinkt der Hund sehr viel und scheidet auch sehr viel aus, der Urin wird wässerig, das muss man aber nicht sicher erkennen können.
    Entzündungen können auch dazu führen, dass der Hund sich viel erleichtern muss, bei Eiweissausfall deswegen wird der Urin trüber und riecht, muss aber nicht sein bei einer Entzündung.
    usw.

    Deshalb mein erster Rat, geht zum Tierarzt und klärt ab, ob ihm nichts fehlt.

    Dann haben wir auch noch das andere Thema, ein ängstlicher Hund.
    Wenn man angespannt ist, dann ist es schwer sich zu lösen.
    Manchmal geht es ein bisschen, nur damit man später feststellt, dass man eigentlich noch müsste.

    Sucht Euch einen ruhigen Platz zum Lösen von ihm, einen Ort, an dem nicht viel los ist und er in der Nähe von Euch ist.
    Dann geht es darum, ihn dort entspannen zu lassen, so dass er seine Blase auch ganz leeren kann.
    Immer wieder wird empfohlen, einen Welpen zu loben, wenn er sich am richtigen Ort löst.
    Bei einem ängstlichen Hund kann das aber die gegenteilige Wirkung haben, weil man den Hund wieder aufregt.
    Erwartet er sogar, dass dies geschieht, kann es durchaus vorkommen, dass er sich vor lauter Spannung nicht lösen kann.
    Etwas anderes kann auch helfen.
    Ein Pipibuch.
    Unsere Körper haben ihre eigenen Rhythmen, dies trifft auch auf Euren Hund zu.
    Wenn ihr herausfinden könnt, wie der Rhythmus seines Körpers ist, dann könnt Ihr dafür sorgen, dass er zu diesem Zeitpunkt an dem Platz ist, wo er sich lösen soll.
    Übrigens, wenn man einem Hund Sicherheit geben will, macht man dies am Besten, indem man es ihm vorlebt.
    Hunde sprechen unsere Sprache nicht gut genug, damit sie verstehen, was wir sagen, wenn wir reden.
    Deshalb ist es wirklich schwierig einen Hund ruhig zu reden, unser Geschwätz wirkt eher beunruhigend.
    Wenn wir uns aber entspannen und uns so verhalten, als hätten wir alles im Griff und alles wäre in Ordnung, dann kann sich der Hund an uns orientieren und sich deshalb entspannen.

    Alle Tipps, die ich Euch gegeben haben, verlangen ein gewissen Einfühlungsvermögen und es ist nicht so, als könntet Ihr irgend einen Knopf drücken, damit alles in Ordnung ist.
    Trotzdem bin ich überzeugt, dass ihr dies in Griff bekommen könnt, in relativ vernünftiger Zeit, wenn das Problem psychischer Natur ist.

    Liebe Grüsse aus dem Norden

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