Hund macht in die Wohnung; keine der üblichen Gründe

  • Hallo,

    wir haben seit etwa einem dreivierteljahr einen Hund von der Tierhilfe (Mittelmeer-Hund). Da ich (die männliche Hälfte vom Profil ;) ) bereits von Haus aus langjährige Hundeerfahrung habe, war es eigentlich kein großes Problem, dem Hund die Grundkommandos beizubringen und ihn an unsere Katzen zu gewöhnen. Eigentlich eine traumhafte Hunde-Beziehung, bis auf ein Problem: Der Hund hält es für völlig normal, sein kleines (und manchmal auch großes) Geschäft an einer bestimmten Stelle im Wohnzimmer zu verrichten. Die üblichen Ursachen, die man hinter einem solchen Verhalten vermutet, konnten wir nach und nach ausschließen:

    Der Hund hat das Verhalten von Anfang an den Tag gelegt.

    Der Hund hat definitiv keine körperlichen Beschwerden. Wenn wir die Wohnzimmertür zumachen, kann der die ganze Nacht einhalten und wartet morgens, bis wir mit ihm rausgehen. Die Tierärztin bestätigte uns, dass der Hund kerngesund ist.

    Der Hund (Rüde) markiert auch nicht, er legt einfach sein Bächlein. Mit der Kastraktion hat das Ganze auch nichts zu tun, da das Verhalten vorher ebenso wie nachher vorhanden war. Und ein Haufen hat eigentlich ohnehin nichts mit Markieren oder einer Kastraktion zu tun, und die legt er ja auch manchmal.

    Der Hund will auch keine Aufmerksamkeit haben. Es kommt durchaus vor, dass er von uns beiden bespielt wird, kurz nach nebenan geht und dann verrichteter Dinge wiederkommt. Er macht es auch, wenn wir im Raum sind, reagiert dann aber sofort auf seinen Namen und unterlässt das Verhalten.

    Ich weis, dass die Hunde bei der Tierhilfe nicht im Zwinger, sondern als Rudel in einem großen Garten bzw. einfach im Haus gehalten wurden. Ich bezweifle, dass mit allen Hunden (geschätzte 30 Stück) immer Gassi gegangen wurde, so dass es wahrscheinlich darauf hinaus lief, dass jeder Hund eine Stelle im Garten hatte, wo er sich erleichterte und dass das Geschäft danach per Schaufel entfernt wurde.

    Das passt zu dem, was ich von zwei anderen Hunden aus dem Bekannten- und Familienkreis weis, die ebenfalls aus dieser Tierhilfe kommen. Alle drei Tiere (unseren eingeschlossen) zeigen unabhängig voneinander das gleiche Verhalten! Es ist völlig normal für die, an einer festen Stelle im Haus oder (falls zugänglich) Garten ihr Geschäft zu verrichten. Das älteste Tier ist eine zweijährige Hündin, also anderes Alter und Geschlecht als unserer.

    Soweit die Erklärung. An einer Lösung arbeiten wir noch und sind für jede Hilfe dankbar. :???: Ich habe nämlich keine Lust, für einen quasi erwachsenen Hund nochmal einen Puppi-Trainer oder so anzuschaffen. Zumal ich bisher Welpen problemlos durch simples Loben und regelmäßiges Gassigehen auch so stubenrein bekommen habe. Bloß hat dieser Hund sein Fehlverhalten schon einmal drin und ich krieg's nicht so einfach wieder raus.

    Mittlerweile haben wir das so gelöst, dass wir nachts schon seit zwei Monaten die Wohnzimmertür zumachen und tagsüber regelmäßig die Pinkel-Stelle kontrollieren und den Hund loben, wenn nichts da ist. Und dann natürlich tüchtig loben, wenn er draußen macht. Ist aber kein Dauerzustand und sobald man nur ein paar Minuten zu spät "kontrolliert", hat man schon eine Pfütze da stehen.

    Hat irgendjemand vielleicht noch Ideen oder ähnliche Erfahrungen, die uns hier weiterbringen könnten? Ich hätte den Hund ganz gerne so stubenrein, dass generell kapiert, dass in Wohnung oder Garten machen unerwünscht ist und dass er sich im schlimmsten Fall an der Haustür bemerkbar machen soll (was kaum nötlig sein wird, so oft wie wir gehen). Halt eben so, wie meine bisherigen Hunde auch. =)

    Gruß
    Manuel

  • du hast nicht geschrieben wioft und wie lange ihr raus geht.
    wie er sich draußen verhält usw

    und: du solltest das Pipitrainig wie bei nem welpen anfangen ;)
    nach dem spielen raus
    nach dem aufstehn raus
    nach dem fresse raus...
    immer nur kurz, keine langen spaziergänge ...

    Lino hatte das selbe Verhalten wie dein Hund. 3 Wochen Pipitrining und siehe da seit 5 Tagen kein Pipi mehr ;)

  • Ich schätze mal, der Hund hat es einfach nie gelernt, dass er sich nur draussen lösen soll und im Garten nicht.
    Habt ihr schon versucht, wie bei einem Welpen vorzugehen bzgl. Stubenreinheit?

  • Hallo,

    welche Stelle nutzt er denn im Haus?
    Kann man diese Stelle vielleich kurzfristig mal verstellen, oder abschirmen?

    Dass er draußen machen soll ist klar, aber ich würde das mit dem nicht in den Garten machen erst später fordern.
    Sonst wird er ganz durcheinander.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Ich kann mich nur anschließen.

    Auch wenn der Hund erwachsen ist, mit dem Training anfangen wie bei einem Welpen.

  • Zitat

    Auch wenn der Hund erwachsen ist, mit dem Training anfangen wie bei einem Welpen.


    Nun ja, das hat der TS doch gemacht, oder? Der Hund wird gelobt, wenn er draussen macht. Der Hund ist ja prinzipiell auch stubenrein, er macht nirgendwo sonst hin ausser an diese eine Stelle.

    Bei unserer Hündin aus dem Auslandstierschutz war es zwar nicht so extrem, aber ging in die gleiche Richtung.
    Nach der Aufregung der ersten Tage hat sie draussen ihr Geschäft verrichtet, wir haben sie immer kräfitg gelobt. Wir haben drauf geachtet, oft mit ihr raus zu gehen, denn am Anfang konnte sie noch nicht so lange einhalten (da sie aus dem Tierheim kam und die Hunde dort in den Zwinger machen, musste sie vorher vermutlich noch nie einhalten).
    Zu 95% war sie dann auch stubenrein.

    Trotzdem hat sie ab und zu, also alle 3-4 Wochen doch mal in die Wohnung gemacht. Ohne dass es einen für uns ersichtlichen Grund gab (sie war nicht krank, sie war manchmal erst kurz vorher draussen gewesen, etc.).
    Auf Anraten unseres Hundetrainers (er meinte, ihr ist einfach nicht klar, dass sie nicht in der Wohnung machen soll) haben wir dann folgendes gemacht:
    Wir haben sie in der Wohnung nicht mehr aus den Augen gelassen, und immer wenn sie in ein anderes Zimmer verschwunden ist, sind wir vorsichtig hinterher. Bis wir sie dann eines Tage endlich in flagranti erwischt haben. Mein Freund hat dann ganz laut "Viena Nein" gerufen ("Nein" kannte sie schon), so dass sie sich kräftig erschrocken hat und gemerkt hat, ohoh das ist grad nicht in Ordnung. Danach sind wir mit ihr raus und haben wieder kräftig gelobt, als sie draussen ihre Pfütze gemacht hat.

    Seitdem hat sie nie wieder in die Wohnung gemacht.
    Natürlich kann man das jetzt nicht mit einem Hund machen, der misshandelt wurde und eh schon Angst vor Menschen hat. Da muss man dosieren, da reicht dann wahrscheinlich schon ein leicht energisches Nein aus.
    Ich wills auch nicht als die Standardmethode propagieren, aber vielleicht ist es bei euch auch so, dass dem Hund gar nicht klar ist, dass er nicht in diese Ecke machen soll. Er hat das jahrelang so gemacht und es war immer ok. Wahrscheinlich ist das in seinem Kopf immer noch so.

  • Zitat


    Nun ja, das hat der TS doch gemacht, oder? Der Hund wird gelobt, wenn er draussen macht. Der Hund ist ja prinzipiell auch stubenrein, er macht nirgendwo sonst hin ausser an diese eine Stelle.

    Wo hat sie das gemacht ? hab ich da was überlesen :???:

    Und wo ist der Hund denn stubenrein :???: er hat noch nicht begriffen, daß er nur draussen machen darf und das muß er halt lernen,
    wie ein Welpe.

  • @ Bentley:
    Der TS hatte geschrieben:

    Zitat

    Wenn wir die Wohnzimmertür zumachen, kann der die ganze Nacht einhalten und wartet morgens, bis wir mit ihm rausgehen.

    Daraus habe ich erstmal geschlossen, dass der Hund nicht wie ein Welpe erstmal laufen lässt, sondern durchaus schon weiss, dass er nicht überall hinmachen soll/darf.
    Nur wo genau er jetzt darf und wo nicht, das hat der Hund noch nicht verstanden, da gebe ich dir Recht.
    Daher war meine Idee ja auch - nachdem das "drinnen ignorieren, draussen loben" ja nichts fruchtet, und der Hund einhalten kann, ihm dann doch mal deutlich zu sagen, dass es an dieser bestimmten Stelle eben nicht ok ist.
    Und zwar genau in dem Moment, in dem der Hund das macht. Natürlich nicht Stunden später, und auch nicht körperlich (sprich Nase reinstecken oder so ein Quatsch).

  • [quote="Viena"
    Daher war meine Idee ja auch - nachdem das "drinnen ignorieren, draussen loben" ja nichts fruchtet, und der Hund einhalten kann, ihm dann doch mal deutlich zu sagen, dass es an dieser bestimmten Stelle eben nicht ok ist.
    [/quote]

    Und was lernt er dann, wenn er an dieser Stelle nichts machen soll :???: dann macht er es an einer anderen Stelle :hust:


    Was hast du eigentlich dagegen, wenn ich vorschlage, sie soll wie bei einem Welpen vorgehen :???:
    Die TS kann sich doch bei den Vorschlägen raus suchen, was ihr passt, da muß man doch nicht die einzelnen Threads zerpflücken.

  • @ Bentley:
    Ich glaube wir reden aneinander vorbei...
    Vielleicht führst du einmal detaillierter aus wie das aussehen soll, das Vorgehen bei einem Welpen und in welchem Punkten der TS das noch nicht befolgt.
    Vielleicht mag er sich auch selber noch einmal dazu äussern. ;)

    Und das verstehe ich ehrlich gesagt gar nicht:

    Zitat

    Die TS kann sich doch bei den Vorschlägen raus suchen, was ihr passt, da muß man doch nicht die einzelnen Threads zerpflücken.


    Was hab ich wo zerpflückt und wann hab ich gesagt, dass der TS sich das nicht raussuchen soll? :???:

    Ich hab lediglich berichtet, wie es bei uns geklappt hat und da war es nunmal erfoglreich. Ich habe doch auch gleich dazu geschrieben, dass ich das nicht für die einzig richtige Methode halt.
    Es war ein Erfahrungsbericht von mir, nicht mehr und nicht weniger.
    :smile:

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