Viele Fragen vor dem Hundekauf

  • Hallo alle miteinander,

    ich wünsche mir schon seit ich ein Kind bin einen Hund, jetzt habe ich endlich die Gelegenheit einen zu halten. Da ich noch nie einen Hund hatte, habe ich wahnsinnig viele Fragen und hoffe sehr, dass ihr mir helfen könnt.

    1.) Ich arbeite im Schichtdienst und am Wochenende, das heißt in etwa eine Woche Tagschicht (5 Arbeitstage), 1 Woche Nachtschicht (7 Nächte) und zwischendurch mal eine Freischichtwoche. Mein Freund arbeitet ganz normal tagsüber und kommt dann abends nach Hause. Wir würden uns dann für tagsüber nach einem Hundesitter umsehen, damit der Hund nicht so lange alleine ist. - Wäre da so machbar? Kommt der Hund mit so unregelmäßigen Tagesabläufen zurecht?

    2.) Wir haben 4 Rennmäuse und einen Hamster. Können die Nager sich mit einem Hund arrangieren?

    3.) Im Moment haben wir uns in den Kopf gesetzt einen Golden Retriever Welpen aufzunehmen. Ich mag die Rasse sehr und als Anfängerhund wäre er doch gut geeignet?! Nur würde ein Welpe mit dem Schichtdienst zurecht kommen? Die ersten 2-3 Wochen würde ich mir natürlich Urlaub nehmen. Nur wie geht es danach weiter? Was meint ihr? Oder doch einen erwachsenen Hund vom Tierschutz?

    Die Zusage vom Vermieter zur Hundehaltung haben wir noch nicht. Aber es gab in dem Haus schon einmal einen Hund, also sieht es ganz gut aus, dass es klappt. Das warten wir natürlich ab ... Aber das hindert mich nicht daran schon einmal alles zu planen und mir Gedanken zu machen. Ich hoffe ihr könnt mir dabei helfen.

    Ich freue mich sehr auf eure Antworten.

    Viele Grüße,
    Melli

  • Ich kenne viele Hunde, deren Besitzer im Schichtdienst arbeiten und die kommen damit ganz prima klar. Du hast dadurch einen mords Vorteil, da du ja in der Nachschichtwoche zb. tagsüber für den Hund da sein kannst.

    Die Idee mit dem Hundesitter finde ich sehr gut :gut: Wenn ihr vielleicht vorher schon ein wenig mit dem Welpen trainiert allein zu bleiben, könnt ihr das mit einem Hundesitter gemächlich und stressfrei für den Welpen trainieren! Sprich: du gehst 9.00 Uhr aus dem Haus, 9.30 Uhr steht der Hundesitter vor der Tür... in der nächsten Woche kommt der Sitter erst um 10 Uhr... usw.

    Gegen Golden Retriever spricht aus meiner Sicht nichts. Seht nur zu, dass ihr einen guten VDH Züchter findet und keinen sogenannen "Wühltischwelpen" kauft. Nur denkt dran: Auch so ein lieber Golden retriever will erzogen werden. Das heißt Hundeschule etc!

    Hier ein paar Buchtipps, die mir damals sehr geholfen haben:

    Karen Pryor - Positiv bestärken, sanft erziehen
    Viviane Theby - Verstehe deinen Hund
    Patricia McConnell - Das andere Ende der Leine

    Und hier ein paar nützliche Links:
    http://www.vdh.de
    http://www.tasso.net/Tierschutz/Wuhltischwelpen/Petition

  • Hallo Melli und Willkommen im Forum!

    1.
    Solange der Tagesablauf für den Hund relativ konstant bleibt, ihr also für die Zeit, in der ihr arbeiten seid, einen Sitter bemüht, sehe ich da kein großes Problem.

    2.
    Das liegt komplett bei euch, dem Hund beizubringen, dass eure Nager tabu sind. Trotzdem musst du dir darüber im Klaren sein, dass Hunde nie ganz berechenbar sind, das heißt, vor Allem in Zeiten, in denen du keine Aufsicht hast, die Nager so zu sichern, dass der Hund nicht rankommen kann.

    3.
    Wenn euch ein Goldie gefällt, warum dann nicht, einen wahren "Anfängerhund" gibt es sowieso nicht. Allerdings gehört er ja schon zu den leichtführigeren Rassen.
    Wie oben schon geschrieben, sollte auch ein Welpe kein Problem mit eurem wirren Tagesablauf haben, solange seiner relativ beständig bleibt.
    2-3 Wochen halte ich allerdings für ziemlich kurz, kann dein Freund sich danach vielleicht noch ein Mal 2-3 Wochen nehmen?
    Wenn danach dann ein Sitter bemüht wird, ist das durchaus machbar.

    Ob jedoch ein älterer Tierschutzhund für euch geeignet wäre, müsst ihr wissen. Prinzipiell möglich wäre, denke ich, für euch beides.
    Für mich persönlich würde z.B. nur noch ein älterer Tierschutzhund in Frage kommen, da ich die Welpenzeit zum Einen sehr aufreibend fand und zum Zweiten sehr gute Erfahrungen damit gemacht habe.
    Ihr müsst euren Weg jedoch selber finden.


    Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.
    Viel Erfolg für die Zukunft und Spaß mit deinem (zukünftigen) Wuff ;)

    Liebe Grüße

  • Ich arbeite Schichtdienst.

    5 Tage Früh (6-14)
    5 Tage Nacht (23-6)
    We Bereitschaft (sprich ich muss rund um die Uhr abkömmlich sein)
    4 Tage Spätdienst (14-23)


    Die Hunde kommen damit super zurecht, im meiner Abwesenheit kommt meine Mutter zu mir nach Hause und geht mit ihnen ne Runde zum Lösen, bzw. verteilt lebensnotwendige Medikamente...

    Machbar sollte das also schon sein ;) Mir wäre für mich wichtig, dass der Hund so lange wie möglich erstmal Familienkontakt hat, sprich wenn dein Freund nach deinem Urlaub auch nochml frei bekommen könnte, wäre es sicher "optimaler" als wenn nicht.

    Retrievern wird leider zu gerne nachgesagt, dass sie Anfängerhunde seien.

    Gut, idR sind sie schon sehr gewillt zu lernen - aber auch ein Retriever (egal welcher) muss lernen und es gibt auch Expemplare, die eben länger brauchen oder halt nicht ganz so einfach sind, wie es Bücher gerne beschreiben ;)

    Ich selbst habe zwei Labradore und bekomme leider sehr oft zu hören "Na, da haben se sich ja die einfachsten überhaupt ausgesucht" - solchen Leuten gebe ich meine gerne mal mit (bis jetzt hat das ANgebot noch neimand angenommen) - denn auch hier gibt es einige Baustellen, die wir nicht so ganz in den Griff bekommen (ncihts dolles - aber auch wenn sie noch so "gelehrig" sind, es gibt immer mal was, was nicht so läuft wie man es sich gewünscht hatte).

    Grundsätzlich sind es aber wundervolle Hunde :)

    Ich würde die Rassewahl allerdings nicht nur am "Anfängertauglich" fest machen, sondern auch daran, was ihr mit dem Hund machen wollt, wie ihr ihn euch vom Typ her vorstellt. Wenn das mit dem Golden überienstimmt - perfekt!


    Den Hinweis zum ordentlichen Züchter kann ich nur nochmal bestätigen - ich habs zweimla nicht wahrhaben wollen und habe doch so einiges an Krnakheiten mitgenommen. Sicher, das kann auch beim guten Züchter mal passieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist kleiner. Und ja, bei einem Hund aus dem Tierschutz (da gibts übrigens auch Welpen/Junghunde) geht man das Risiko einen gesundheitlich vorbelasteten Hund zu bekommen auch ein - aber man bezahlt damit nicht irgendwelchen "Produzenten" ihren Urlaub ;)

  • Huhu,

    hier mal meine Erfahrungen, vielleicht hilft es ja.

    1. Ich bin selbstständige Dozentin und allein für meine Hündin verantwortlich. D.h. ich lebe mit ihr allein. Mein Arbeitsalltag ist sehr sehr unterschiedlich. Es gibt Tage da arbeite ich 9 Stunden, dann gibt es Tage da arbeite ich 3 Stunden, mal am Abend, mal ganz früh - es ist jede Woche anders.
    Lucy kommt mit dieser Lebensweise super klar, solange ich jeden Tag mehrere Stunden mit ihr verbringe und sie auslaste. Sie ist ein Dalmatiner, also richtig aktiv.
    Mein Leben mit ihr wird unglaublich dadurch erleichtert, dass sie allein bleiben kann. Das ist eine super wichtige Eigenschaft und meiner Meinung nach sollte sie mindestens stundenweise trainiert werden.
    Einen Hundesitter halte ich ab 6 Stunden aufwärts für sinnvoll. Bzw. mal einen Gassigang zwischendurch.

    Natürlich vorausgesetzt, dass der Hund gesund ist und allein bleiben kann.

    2. Ich habe Kaninchen. Lucy weiß, dass sie da nicht ran darf. Sie macht es auch nicht, aber wenn ich nicht dabei bin ist die Tür zu dem Zimmer mit den Kaninchen zu. Die Kaninchen selbst interessieren sich nicht für Lucy, solange sie ihnen nicht zu nahe kommt. Panik muss man da nicht hervorrufen, also direkter Kontakt ist nicht notwendig - denke ich.
    Da meine Kaninchen in einem großen Gehege leben, haben sie eben ihr eigenes Zimmer - das einzige Zimmer in der Wohnung in das Lucy nicht ohne mich darf.

    3. Rasse würde ich ebenfalls nicht nach "Anfänger" und "Fortgeschrittene" aussuchen. Schon gar nicht, wenn du dich schon viel mit Hunden beschäftigt hast, und auch bereit bist, dich viel mit deinem Hund zu beschäftigen.
    Suche dir die Rasse nach deinen Ansprüchen und Bedürfnissen aus.
    Ich habe einen Dalmatiner als Ersthund, habe aber schon seit ich Kind bin mit Hunden Umgang und war auch mal ne Zeit Hundesitter für zwei Hunde - Schäferhund und Westi. Über Dalmis liest man auch viel, aber letzten Endes bin ich ein sehr aktiver Mensch und habe ein Pferd und da passt der Dalmi perfekt dazu.
    Ein Golden Retriever wäre da wahrscheinlich weniger geeignet für mich.
    Wenn die Ansprüche, die Eignung und die Bedürfnisse des Hundes passen, dann kommt die Harmonie oft von selbst.

    4. Ich werde für den Rest meines Lebens erwachsene Hunde aus dem Tierschutz holen, da ich mit ihr die beste Erfahrung überhaupt gemacht habe. Wichtig ist es, den Kopf immer mit dabei zu haben wenn man ins Tierheim geht und nicht nur mit dem Herz den Hund auszusuchen. Außerdem in nichts reinquatschen lassen und Zeit nehmen für's Hund aussuchen. Testen, genau informieren, immer wieder hin gehen. Nicht denken "ich geh heute ins TH und hol mir einen Hund".
    Wenn du ein schlechtes Gefühl hast - beim TH (den Menschen oder der Haltung und der gewissenslosen Vermittlung) dann nichts wie weg. Du willst ja mit dem Hund glücklich werden.
    Anfangsschwierigkeiten sind relativ - von einem erwachsenen Hund kannst du durch Hundeschule bzw. Hundesport mehr verlangen, d.h. du musst vielleicht Vertrauen erkämpfen und viel Zeit in der Hundeschule zubringen, aber dafür hast du den "Welpentrubel" nicht.
    Der kann zwar toll, herzerweichend, zuckersüß und lustig sein - aber auch sehr sehr zeitaufwendig und anstrengend. Und nach 3 Wochen ist der Welpe noch lange nicht aus dem Gröbsten raus. :D

    Und herzerweichend zuckersüß lustig sind die Erwachsenen auch. ;)

    LG,
    SummSumm

  • Ich habe Punkt 2 ganz unterschlagen...

    Bei uns leben noch zwei Meerschweinchen. Die Hunde haben von klein auf gelernt dass der Käfig kein Spielobjekt ist und man nicht hektisch an diesen rangeht.

    Sie schnüffeln gern mal am Käfig oder liegen einfach nur davon uns "gucken" - genauso kommen die Meeris an das Käfiggitter und schnuffeln an den Hunden - sie sind also nicht in voller Panik in einem Versteck sondern trauen sich sehr wohl an die großen Tiere dran.


    Katzen leben hier übrigens auch noch (bzw. 2 Kater) und auch das klappt sehr gut (ebenfalls Katze/Kleintier).

  • Also ich habe 2 Kleintiere und einen Bretonen (also ein richtiger Vollblutjäger) und dank guter Erziehung liegt er sogar auf dem Sofa ab, während die Zwerge rumflitzen!
    Also alles eine Frage des Trainings.

    Zum Retriever, generell eine tolle Sache, ich hatte auch mal einen Labrador. Aber wichtig finde ich, dass du deinen Goldi rassegerecht (also Dummy) auslastest - leider machen das viele Retrieverhalter nicht und es ist einfach schade für die Hunde!

  • Es soll sogar Retriever geben, die gar nicht so Dummyversessen sind ;)

    Meine zwei finden es nicht wirklich spannend...sie machens mit (wie jeder andere Hund), aber es gibt beseres für sie (wild im Wasser rumtollen zB., egal bei welchem Wetter; Connor liebt Unterordnung und Gerätearbeit - und Gordon? ach, der freut sich wenn er einfach nur rennen und nach Mäsuen schnuffeln darf - der tanzt echt total aus der Reihe *g*)

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