Knurren ok oder Grund zu Handeln?

  • Und nochmal muss ich ein Thema aufmachen...meine Hündin hat mich nun vergangene Woche zweimal angeknurrt...

    Einmal hatte ich sie nach einem langen Tobetag in der Huta abgeholt und wollte sie daheim aus dem Auto haben. Sie war schon eingeschlafen und dementsprechend verpennt und wollte nicht aufstehen. Als locken nicht half habe ich sie rausgehoben. Hab sie wohl unangenehm gepackt, weil die Liegeposition blöd war, hab mir in dem Moment halt gedacht "ja wenndes nicht magst, dann hüpf doch selbst raus und erspars dir".

    Außerdem auch vorhin. Sie lag ruhend neben mir beim Fernsehen und ich dachte, ich könnte sie etwas kraulen. Ja, ich habe ihr Gähnen und nach meiner Hand schielen ignoriert, anscheinend wollte sie grad nicht gekrault werden.

    Nun aber die Anfängerfragen:
    Ist es ok, dass sie damit ihr Unbehagen ausgedrückt hat, ich dieses respektiere und die Handlung unterbrochen habe?
    Oder müsste ich handeln, mich durchsetzen oder so? Wenn ja, wie?

    Prinzipiell ist sie eine überhaupt nicht aufdringliche Hündin und wir haben im Umgang bezüglich Hören oder Grenzen setzen an sich keine Probleme mehr. Wenn ich sie vom Sofa/in ihren Korb schicke akzeptiert sie das, wenn ich wo sitze und mich breit mache weicht sie. Wenn sie spielen oder gekrault werden möchte und wir das ignorieren akzeptiert sie auch das anstandslos und verzieht sich usw...

    Natürlich wollen wir um jeden Preis vermeiden, dass aus Knurren vielleicht mehr wird und können die Gefahr als Anfänger nicht gut einschätzen...

    Liebe Grüße,
    Lily und Happy

  • für mich klingt das so als wenn es deinem hund in den situationen net gepasst hat das du sie angefasst / gekrault / getragen hast... würde das knurren net einfach so hinnehmen...

    ich selber hatte noch keinen welpen... meiner war 1,5 jahre halt als ich ihn als "second-hand"hund bekommen habe und er hat so ein verhalten nie gezeigt.

    vlt meldet sich hier ja noch jemand der ähnliches durchgemacht hat...

  • Das ist immer ein bisschen ein Gratwanderung. Einerseits gestehe ich meinen Hunden natürlich zu, so auch ihren Unmut kund zu tun, andererseits ist es stark situationsabhängig. Habe ich mich falsch verhalten, gestehe ich es ihnen zu. Aber grundsätzlich entscheide schon noch ich wann die Hunde angefasst werden. Was, wenn Du eine Zecke ziehen mußt, eine Wunde verbinden oder ähnliches?

    Durchsetzen ist so eine Sache, wie würdest Du denn das tun? Meistens stimmt irgendeine andere Sache nicht, wenn es zu solchen Situationen kommt und man sollte versuchen diese herauszufinden und zu beheben (sagt sich immer leicht dahin, ich weiß :)).

    Es könnte natürlich auch eine gesundheitliche Sache sein, also eventuell Schmerzen. Ob das durch Verspannungen oder sonstige Schäden kommt, kann ich jetzt so natürlich nicht sagen.

  • Du kannst ihr das Knurren natürlich abgewöhnen und dann Gefahr laufen, dass sie irgendwann ohne Vorwarnung zuschnappt. Oder aber du kannst dir anschauen, welche Situationen das Knurren verursachen und diese entweder vermeiden (ich lasse meine schlafenden Hunde grundsätzlich in Ruhe, zb) oder aber andere Wege suchen, diese Situationen zu lösen.

    Knurren an sich ist nichts schlimmes, sondern eine verbale Äusserung deines Hundes, der so nett ist und sich so bemerkbar macht.

    Über das Knurren gibt es hier auch schon viele Themen mit unterschiedlichen Meinungen. Such einfach mal danach! ;)

  • Wir haben Happy auch nicht als Welpen bekommen, sie ist im Alter von 8 Monaten vor 3 Monaten zu uns gekommen. Sie ist ein Labbi-Engl. Bulldogge-Mix.

    Was heißt denn "würde ich nicht so hinnehmen"? Wie konkret würdet ihr reagieren? Denn es KANN auf ein Knurren ja auch Schnappen folgen, deshalb war ich da erstmal vorsichtig.

    Das aus dem Auto heben werde ich in Zukunft lassen und mehr Geduld haben bzw. sie mehr motivieren rauszuhüpfen.
    Und beim Streicheln schicke ich sie das nächste Mal in ihren Korb, ich war vorhin nur so perplex...
    Reicht das sozusagen als "nicht hingenommen"? Aber eigentlich hat sie damit ja noch nicht gelernt, dass sie das Anfassen zu tolerieren und mich nicht anzuknurren hat...

    Liebe Grüße,
    Lily und Happy

  • mh, aus meiner Sicht geht es dabei weniger ums "nicht anknurren dürfen" als darum ihr den Grund zu nehmen.
    Drei Monate ist ja noch keine sehr lange Zeit und ich würde zuerst versuchen abzuklären was der Grund ist.

  • ich finde es "gut" wenn hunde knurren, da sie so vorwarnen und nicht gleich zuschnappen. daher würde ich es auch nie verbieten.
    allerdings kommt es auf die situation an, ob noch geübt werden muss, oder nicht.

    in deinem fall: der hund wollte pennen, also lass ihn auch. viele menschen sind ja auch nicht gerade erbaut darüber, wenn man sie im schlaf stört.

    auto aussteigen: das knurren hätte ich direkt in der situation ignoriert, aber daraus geschlossen, dass das auto aussteigen noch geübt werden muss. also jenachdem wie du es willst, den hund auf befehl rausspringen lassen, oder ihn mit befehl darauf vorbereiten, dass er gleich rausgehoben wird.

  • Zitat

    Durchsetzen ist so eine Sache, wie würdest Du denn das tun? Meistens stimmt irgendeine andere Sache nicht, wenn es zu solchen Situationen kommt und man sollte versuchen diese herauszufinden und zu beheben

    Gedacht habe ich mir so:

    Das aus dem Auto heben werde ich in Zukunft lassen und mehr Geduld haben und es aussitzen bzw. sie mehr motivieren rauszuhüpfen (jedoch ohne Leckerchen, sonst erzieht sie ja eher mich als umgekehrt).

    Und beim Streicheln schicke ich sie das nächste Mal weg in ihren Korb, ich war vorhin nur so perplex...insgesamt will sie (leider) nur ziemlich selten mal gekrault werden und das dann auch nur kurz. Sollte ich wohl insgesamt eher tolerieren, dass sie so ist.

    Reicht das sozusagen als "nicht hingenommen"? Aber eigentlich hat sie damit ja noch nicht gelernt, dass sie das Anfassen zu tolerieren und mich nicht anzuknurren hat...Sonst fällt mir nicht wirklich was ein.

    Bei unangenehmen Dingen wie z.B. Zecken-Ziehen oder mit dem Handtuch abschrubbeln hat sie mich noch nie angeknurrt, sondern es einfach über sich ergehen lassen. Durchgesetzt habe ich das in dem Moment ohne großes Gezeter mit Festhalten und Machen.

    Liebe Grüße,
    Lily und Happy

  • So wie ich das lese, kam es zu den Situationen aus einer Ruhephase heraus. Das heißt sie schlief und wurde geweckt. Nicht jeder Hund nimmt sowas mit Freude auf, sondern äussert dann auch seinen Unmut.

    Wenn sie nicht geweckt werden will, soll sie auf ihrem Platz/Hundekorb schlafen, wo sie dann auch absolut in Ruhe gelassen wird.

    Weißt du denn, unter welchen Umständen sie vorher leben musste? Vielleicht war ihr dort auch keine Ruhe vergönnt und musste sich das so vehement (also durch knurren) einfordern?

    Mein Rüde knurrt auch meine Hündin an, wenn sie ihn in seiner Ruhephase stört. Dabei ist es weniger ein agressives "Ich schnapp gleich" Knurren, als ein "Lass mich in Ruh'" Knurren. Knurren ist auch nicht gleich Knurren. :smile:

  • Naja, in einer Familie mit 4 Kinder lebte sie vorher. Und wie wir mitbekommen haben am Anfang, haben die auch erziehungstechnisch auf Alphawurf und Co. zur Klärung einer "Rangordnung" und Co. gesetzt, sodass wir an so einigen Baustellen arbeiten.

    Sanftes Streicheln oder Spielen kannte sie garnicht, aber sie hat sich in diesen 3 Monaten schon richtig gut gemacht. Anfangs ließ sie sich ja überhaupt nicht streicheln, jetzt immerhin so 1-2 Mal am Tag, dass sie es offensichtlich genießt, sich auf den Rücken kullert und den Bauch zum Kraulen hinstreckt.

    In ihrem Korb hat sie bei uns auch absolute Ruhe und bisher ist sie auch immer einfach weggegangen anstatt zu knurren, wenn sie keine Lust auf anfassen hatte.

    Nach dem langen Arbeitstag war ich einfach genervt und ungeduldig, sie nach dem langen Toben totmüde und so ist es wohl beim "Aussteigen" einfach doof gelaufen.

    Nicht so einfach alles ...

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