Die Bürgergarde schießt Salut...
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Bei uns im Dorf gibt es seit einigen Jahren eine Bürgergarde. Das sind tapfere Recken, die sich in nachgeschneiderte Uniformen aus der Zeit der napoleonischen Kriege zwängen und dann mit geschulterten Bajonetten und gestrengem Blick durch die Straßen exerzieren. Das ist eine sehr ernste Angelegenheit, und es stehen auch stets die Damen der Herren zum Applaudieren Spalier, selbstredend gekleidet in der Haute Couture des 18. Jahrhunderts.
Das wär mir ja alles soweit völlig egal.
Doch leider führen die Herrschaften stets eine größere Kanone mit sich, um ihrer Gefährlichkeit zusätzlich Ausdruck zu verleihen, um noch männlicher zu erscheinen oder warum auch immer. Und leider benutzen sie diese auch. In letzter Zeit wurde das immer häufiger. Man erschrickt zu Tode. Das macht einen derartigen Rumms, dass die Fensterscheiben wackeln. Ungelogen. Ich hab mir schon so manches Mal gedacht, irgendwann gibt das noch Tote, wenn arme ältere Leute vor Schreck einen Herzinfarkt bekommen - ich krieg ja selber jedesmal fast einen.
Und dann wird nicht nur einmal geschossen, nein, nein, eine Salve muss her, und zwischen den einzelnen Schüssen werden feurige Reden gehalten, um die Menschheit in Sicherheit zu wiegen. Ah, jetzt sind sie fertig, Gottseidank. RUMMMS!Meg kann das überhaupt nicht ab. Sie ist eh immer schnell in Panik bei Knallgeräuschen, bei Hupkonzerten und all solchen Dingen. Aber diese Kanonen-Schüsse sind für sie der absolute Super-Gau. Sie verkriecht sich dann immer in unserem DVD-Schrank im untersten Regal, schmeißt die ganzen DVDs in hohem Bogen raus und zwängt sich bibbernd ins hinterste Eck.
Den Rest des Tages kann man sie dann immer komplett vergessen, sie kommt erst nachts wieder raus.Mir tut das immer so leid. Aber ich kann's nicht ändern, ich wüsste auch nicht, wie man sie an sowas gewöhnen könnte.
Heute ist es leider wieder soweit. Weinbrunnenfest. Die Bürgergarde wird aufmarschieren und ab 16.30 Uhr wird der Männlichkeit wieder mal lautstark Ausdruck verliehen.
Meine Frage an Euch ist keine Erziehungsfrage für den Hund, sondern eine für mich: Wie soll ich mich verhalten? Soll ich Meg in ihrer Panik völlig ignorieren? Soll ich sie einfach in ihrer Ecke sitzen lassen und so tun als wär sie gar nicht da? Oder soll ich versuchen, sie irgendwie zu beruhigen? Das Problem ist, dass ich wirklich selber jedesmal einen Satz mache, wenn es wieder kracht, insofern merkt Meg auf jeden Fall, dass ich auch zu Tode erschrecke. Soll ich zusehen, dass ich mich nicht im gleichen Raum aufhalte, damit sie das nicht sieht? Wie würdet Ihr Euch da verhalten?
Irgendwann werd ich gegen dieses Kasperltheater noch Klage einreichen, ich seh's kommen...
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4. September 2010 um 10:02
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Die Bürgergarde schießt Salut... - Vor einem Moment
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Guten Morgen,
wie Du Dich verhalten sollst kann ich Dir leider auch nicht sagen.
Aber hast Du Jalousien?
Unsere Hündin hat auch bei Silvester oder Schützenfest-Feuerwerk Angst, wir lassen dann einfach alle Fenster zu und machen die Außenrollos runter, damit man es nicht ganz so laut hört.Wir sitzen dann zwar immer wie eingesperrt hier, aber was tut man nicht alles für den Hund :-)
Wie lange geht das denn bei Euch? Kannst Du sonst mit dem Hund irgendwo hinfahren und einen schönen langen Spaziergang oder so machen?
Liebe Grüße Ina
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Ich müsste schon richtig weit rausfahren, denn wir haben festgestellt, dass man die Schüsse wirklich weithin hören kann. Meg ist da auch so sensibel drauf, dass sie immernoch reagiert, auch wenn mir selbst schon gar nicht mehr auffallen würde, dass es wieder gekracht hat.
Man weiß leider halt auch nie so genau, wie lange die da zugange sind, weil wie gesagt längere Pausen zwischen den Schüssen stattfinden. Kämen die kurz hintereinander, könnte man das ja aussitzen oder wirklich so lang das Weite suchen.
Einmal bin ich mit Meg wirklich weit weg gefahren, wir haben nichts gehört, hatten einen netten Spaziergang, kamen zurück, Meg sprang aus dem Auto, lief in unseren Garten und RUMMMS!!! krachte es doch nochmal. Meg hat geschrien vor Angst. Ich war so sauer, das könnt Ihr glauben...
Es ist auch leider viel, viel lauter als ein Feuerwerk. Die Druckwelle merkt man einfach, die Fenster wackeln, da würden geschlossene Rollläden nichts bringen.
Die Älteren unter Euch erinnern sich vielleicht noch an den Knall, den die Düsenjäger immer machten, wenn sie über Euren Köpfen die Schallmauer durchbrachen.
So in etwa müsst ihr Euch das vorstellen.
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Ich weiß, wie sich Kanonenschüsse anhören, bei uns ist dieses Wochenende wieder Sehusa-Fest, ein mittelalterliches Fest......
Drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, dass ihr den Tag gut übersteht und nicht allzuviel geschossen wird.
Liebe Grüße Ina
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Angst ist dazu da überwunden zu werden. Gerade bei Tieren sehe ich es als eine grundlegende Aufgabe des Halters an, ihnen Ängste so weit wie möglich zu nehmen.
Dazu muss man dem Tier vermitteln, dass die beängstigende Situation völlig normal und irgendwie auch schön ist. Silvester z.B. Meine Hunde sind bei uns im Ort die einzigen, die sich an der Knallerei erfreuen. Wir sind alle draußen und freuen uns, auch die Hunde.
Der Rüde hat bei seinem ersten Silvester gebellt wie verrückt, die Hündin hatte Angst vor pfeifenden Leuchtkugeln. In beiden Fällen habe ich den Hund sitzen lassen, meinen Arm auf seinen Rücken gelegt und ihn auf die schöne Seite des Geschehens aufmerksam gemacht: "Oh, toll! Schööön, guck mal da!" usw. Ruckzuck fanden auch die Hunde Gefallen daran. Der Rüde hat dann am Neujahrsmorgen zu den Nachbarn herübergebellt, damit sie das Feuerwerk fortsetzen
.Jäger stellen bei Hunden, die nicht schussgleichgültig sind, eine Schüssel mit Futter auf den Boden und geben immer dann, wenn der Hund gerade frisst, einen Schuss mit der Flinte ab. Gewaltfreies Stricken geht zwar anders, aber dem Hund ist der Knall nach wenigen Schüssen egal, denn es passiert ja nichts.
Es gibt Geräusch-CD, die du nutzen kannst um deinen Hund geräuschgleichgültig zu machen, du kannst speziell für die Schuss- bzw. Knallgleichgültigkeit auch die Toten Hosen (Alles aus Liebe) nutzen. Schmeiße die CD rein und spiele oder schmuse mit dem Hund. Achte in keiner Weise auf die Geräusche, zucke nicht zusammen, reagiere gar nicht sondern widme dich voll dem Hund. Er wird deine Nichtreaktion mitbekommen und darüber lernen, dass Geräusche wie Namen sind - Schall und Rauch, völlig irrelevant
.Mache nicht den Fehler den Hund zu trösten, wenn er sich erschreckt hat. Dann lache ihn besser aus, denn das Trösten vermittelt ihm, dass da ja doch wohl eine Situation vorlag, die beängstigend ist. Damit würdest du jedoch seine Angst verstärken statt sie abzubauen.
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Sowas hab ich schon versucht, war aber nicht wirklich erfolgreich. Ich hab den Eindruck, Meg kann unterscheiden, ob ein Geräusch vom Band kommt oder ob es echt ist. Wir haben DVDs sehr laut gestellt, wenn da irgendwelche Szenen mit Kampfgetümmel und/oder Schüssen kamen. Das war ihr total egal, da hat sie sich nicht drum gekümmert.
Vielleicht ist das wirklich die Druckwelle, irgendwelche Schwingungen in der Atmosphäre, die sie wahrnimmt und die sie dann panisch machen?
Und ich kann mich noch so konzentieren, ich erschrecke einfach immer, wenn es plötzlich wieder rummst. Einmal hab ich grade gelesen und vor Schreck mein Buch fallen lassen. Ich bin eigentlich nicht besonders schreckhaft, aber diese Schüsse sind echt brutal und immer so plötzlich.
Was ich mir aber tatsächlich abzugewöhnen versuche, ist der Ärger hinterher. Ich hab anfangs immer losgepoltert und mich aufgeregt, wie man so blöd sein kann und solche Sachen gut finden kann, wie man anderen Leuten sowas einfach zumutet, rücksichtslos und blablabla, da hab ich schon sehr getobt. Ich glaube, das war für Meg nicht besonders hilfreich, auch wenn es ja gar nicht an sie gerichtet war.Ich versuche, jetzt einfach zusammenzuzucken und dann den Schnabel zu halten.
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Ist nachvollziehbar
. Du hast aber noch eine Möglichkeit, dass du dich bei dem Kanonenknall nicht erschreckst und ihr so die Gefahrlosigkeit vermitteln kannst. Gehe mit ihr dort hin. Dann siehst du doch wann es "rrrummms" machen wird, bist vorbereitet und kannst cool bleiben. Und Meg immer schön "vorbereiten": "Oh, guck mal, schön, gleich machen die wieder bumm." Wenn es denn knallt, lachen und freuen wie ein Schneekönig. Ruhig auch mal lachend die Frage stellen: "Hey, was bist du denn für ein Angsthase?"Die Situation mit dem Buch, so normal sie sein mag, war leider kontraproduktiv, denn sie hat Meg ja vermittelt, dass da schon etwas ist. Nützt jetzt auch nichts, ran dan den Feind und durch. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.
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Im Prinzip hast Du sicher recht, aber ich trau mich da mit Meg wirklich nicht hin. Da haut's dem Hund doch die Lauscher weg, wenn wir uns da hinstellen... Also die Leute halten sich immer die Ohren zu und die kleinen Kinder müssen Mickymäuse aufsetzen. Meinst Du wirklich, das wäre eine Möglichkeit?
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nun muß ich mich doch einklinken
und was ich wenn ich selbst total knallscheu bin? Im leben nicht würd ich in die Nähe der kanonen gehn.Allein das Gerumse wäre mein Horror.
Ich finde das mit dem zusammenzucken aber ruhig bleiben gut, das vermittelt doch auch " da war zwar was, aber das juckt mich nicht" oder???
Gruß PollyNixe
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Das ist doch zum Mäusemelken. Ich hab grade so eine Desensibilisierungs-CD-Shop-Website gefunden und ein Demo bei voller Lautstärke laufen lassen. Waren Gewehrschüsse, aber schön plötzlich, in unregelmäßigen Abständen. Meg saß die ganze Zeit neben mir und zuckte nichtmal.
Gibt's das...
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