Tipps / Regeln für "Rudelneudefinition" gesucht ..

  • Hallo!
    Ich hatte hier schon mal vor einigen Tagen geschrieben, dass ich Probleme mit meinem 3 ½ Jahre alten Jack Russel Terrier Rüde habe.

    Er hängt einem dauernd auf der Pelle. Wenn man auf der Couch hockt und steht auf, steht er auch SOFORT auf und rennt einem hinterher und das so eng, dass man oft die Nase am Bein merkt. Wenn man auf Toilette geht, legt er sich vor die Toilettentür. Wenn mein Freund und ich uns umarmen, kommt er sofort mit seinem Spieli an und drängt sich zwischen uns. Er muss ständig an einem dran liegen oder auf dem Schoß hocken. Wenn wir die Schuhe anziehen, dann fängt er an zu jingsen und zittert. Beim Kochen rennt er einem in den Füßen rum etc. Habe gelesen, dass der Hund denkt, er wäre der Rudelführer oder Aufpasser. Da das für ihn sehr viel Stress bedeutet, bin ich jetzt auf der Suche nach ein paar Tipps, wie ich ihn wieder etwas „ruhiger / entspannter“ bekomme bzw. wie ich ihm „Ich Chef du nur Hund“ signalisieren kann. :hilfe:

    Er darf im Bett schlafen und wie er will auch auf die Couch. Das sollte ich wohl unterbinden? Wollte ihn eh aus dem Bett haben, da er sich verdammt breit macht für einen 9,5 kg Hund…
    Da er viele Befehle kennt und so recht gut hört, denke ich es dürfte so kein Problem werden, nur muss ich wissen, was ich tun kann / soll? Möchte eine Liste mit Regeln für mich und meinen Freund (da es für ihn schwer fällt, den Hund so „schlecht“ zu behandeln) aufstellen, an die wir uns dann konsequent halten wollen. Der Hund steht ja unter Dauerstrom…

    Also bin für JEDEN Tipp oder Regel dankbar und der Hund auch. :D

    LG
    Jasmin, Tobi & Tyson

  • Moin,

    es handelt sich bei solchem Verhalten tatsächlich um Kontrollverhalten.... und das kann man unterbinden, indem man den Hund auf seinen Platz schickt.

    Also, wenn mein Diego, der dazu neigt, mit nachzuschleichen, das tut, schicke ich ihn in seinen Korb..... notfalls lasse ich die Badezimmertür auf, um auch etwas sagen zu können, wenn er sich davor schleicht. ;)

    Ich denke, wenn erbei Euch aufs Sofa darf und ihr das auch genießt, dann spricht nichts dagegen - sofern er auf Aufforderung kommt, also nur, wenn Ihr es wollt, nicht, wenn er es will.

    Und wenn er sich zwischen Euch drängelt? Auch hier ist ein fester Platz eine gute Alternative, finde ich. Er soll lernen, das ihr auf ihn aufpasst und nicht umgekehrt.

    Aber in kleinen Schritten üben, denn ein zuviel kann den Hund dann auch überfordern. Nicht alles auf mal, sondern erst eines nach dem anderen. Und hilfreich sind sowieso Hundeplätze in Räumen, in denen Hunde sich aufhalten. Bei uns in der Küche dürfen die Hunde nur in ihrem Korb liegen, während ich koche, während wir essen.... die Küche ist mein Platz. Sie dürfen hingegen in meinem Büro liegen wo sie wollen, ebenso im Wohnzimmer, aber hier gibt es Körbe, in die ich sie verweise, wenn mir danach ist. Und wenn ich koche und die Tür steht auf, dürfen sie vor dieser liegen wo sie möchten, aber in dieser, wie gesagt, nur auf ihrem Platz. Das halte ich zu Hause so wie auch in unserem Haus in Schweden.....

    Und das klappt prima.

    Liebe Grüße
    Sundri

  • Und wie mache ich das mit dem "aus dem Bett" werfen?
    Ich habe schon mal versucht, ihn Abends aus dem Bett auf seine Decke zu schicken, was auch klappt. Allerdings - wie ihr euch schon denken könnt - kommt er ca. 15 - 30min später wieder reingeschlichen.
    Ich hätte es jetzt auf die harte Tour gemacht: Komplett aus dem Zimmer... :hust:

    Klar mag ich es, wenn er mit auf der Couch hockt. Schmusen ja auch dann mit ihm.

    Sonstige Tipps? Regeln?

  • Zitat


    Ich hätte es jetzt auf die harte Tour gemacht: Komplett aus dem Zimmer... :hust:

    was anderes wird dir nicht übrig bleiben, esseidenn du stehst auf Schlafentzug, weil du alle 10 Minuten deinen Hund vom Bett verscheuchen musst - die ganze Nacht lang ;-)

    Meinem hat das übrigens absolut nicht geschadet, er hat sogar schon mal ne Nacht in ner Box verbracht, allein im EG, weil wir ihn vergessen haben, rauszulassen, nachdem er den Besuch verbellt hatte :ops:

    Was ich noch machen würde: seinen Platz mal so platzieren, dass er euch nicht sehen kann, also Körbchen hinter die Couch z.B. :roll:

  • Zitat

    Was ich noch machen würde: seinen Platz mal so platzieren, dass er euch nicht sehen kann, also Körbchen hinter die Couch z.B.

    Da sind sooooo ähhhh 5cm frei... :hust:
    Ansonsten hm... Geht nicht... :???:

    Also kann ich ihn einfach aus dem Zimmer werfen?
    Ich habe so ein Kindergitter gekauft, damit er uns noch sieht, oder soll ich knallhart die Tür zu machen? Will ihn ja nicht "schocken" :schockiert: ...
    Schlaflose Nächte werde ich dann auch haben, da er mit Sicherheit jingsen wird (er jammert immer wenn ihm was nicht passt)...

    Noch haben wir uns nicht getraut ihn ganz raus zu werfen. Mein Freund meinte auch schon: "Willst du ihn wirklich raus werfen???? Der ARME Hund..."

    LG

  • Wenn ihr ihn nicht aus dem Schlafzimmer verbannen wollte, würde ich als Alternative einen Kennel versuchen, da kann er euch sehen, sich aber nicht ins Bett schleichen.

  • ICH will schon. Meinem Freund ist das nicht so recht, aber irgendwie muss ich dem Hund ja auch zeigen, dass wir die Chefs sind. Es tut ihm ja nicht gut, der Aufpasser zu sein.

    Will dem Hund keinen Schock verpassen, wenn ich ihn rauswerfe, aber wenn ihr meint, dass es OK ist, wird er wohl in den nächsten Tagen nicht mehr ins Schlafzimmer dürfen!

    Sonst noch Tipps, was man machen sollte?

  • Zitat

    Sonst noch Tipps, was man machen sollte?

    wie gesagt, ein Kennel wäre noch eine Alternative, wenn er sich daran gewöhnt hat, kann man ihn ja immer ein Stück weiter Richtung Ausgang schubsen, dann ist es für Herrchen auch nicht so hart :lol:

  • Ach der...
    Von mir aus können beide aus dem Schlafzimmer raus. :hust:

    (Die Schnarchen nämlich beide :D )

    Naja, werde dann mal die nächste Zeit üben, üben, üben. Habe auch vor ihn jetzt täglich 15-30min. alleine zu lassen, damit er es endlich mal lernt!

    Falls jemandem noch was einfällt, einfach hier hin schreiben.

  • Naja, manche gravierenden Änderungen lassen sich nicht ganz ohne "Schock" hinkriegen - aber es sind ja heilsame Schocks, die Deinem Hund auf Dauer das geben, was er so dringend braucht, nämlich einen Rahmen von Regeln innerhalb derer er sich sicher und auch recht frei bewegen kann.

    Ich an Deiner Stelle würde versuchen, dieses ganze Chef-Gedöns zu ignorieren, oft wird man dadurch assoziativ auf einen falschen Trip gebracht...

    Wenn schon Chef, dann so einen, wie wir ihn uns alle wünschen:
    Einer, der uns ab dem 1. Arbeitstag ganz klar und deutlich sagt, wie die Hausordnung so tickt, was man darf und was man tunlichst lassen sollte...
    Einer, der uns deutlich sagt, wie weit unsere eigene Entscheidungsfreiheit reicht und ab wann wir ihn um Rat/Meinung/Erlaubnis bitten müssen.
    Einer, dem wir uns in jeder beliebigen Situation anvertrauen können, weil er es immer gut mit uns meint.
    Einer dessen Reaktionen wir nach einigen Tagen vorhersehen können.
    Einer, der uns lobt, wenn es angebracht ist und zwar so, dass wir uns wirklich drüber freuen können, aber auch mahnt oder tadelt, wenn wir Fehler machen, oder gleich Fehler machen werden - wir wissen immer, woran wir bei ihm sind...

    Und nochmal zur "Schock-Geschichte":
    Je deutlicher und konsequenter Eure Neuregelungen sind, desto leichter fällt es dem Hund, sich damit abzufinden.
    Statt also ihn jeden Tag einen Zentimeter weiter Richtung Schlafzimmertür zu deponieren, würde ich persönlich - gerade und besonders bei Terriern :lol: lieber die "hart aber fair"-Methode bevorzugen, denn sonst "diskutiert" Ihr vermutlich jeden Zentimeter aufs Neue aus...

    Dann lieber eine "richtige" Änderung, die der Hund nach einigen Tagen kapiert hat (vielleicht für Euch am besten, am WE anzufangen...), als den Hund jeden einzelnen Zentimeter aufs neue "nachfragen" zu lassen...

    Man muss nicht alles auf einen Schlag ändern, meist genügen einige, fast lächerlich kleine Änderungen der Hausordnung, um einem Hund die Sicherheit zu geben, die er braucht, um ruhiger werden zu können.

    Sucht Ihr für Euch die 2, 3 neuen Regeln aus, die für Euch in Eurer Situation wichtig sind - das merkt man daran, wenn man sich die ehrliche Frage stellt "Was nervt mich eigentlich am meisten?" und achtet nur darauf, dass Ihr auch gemeinsam dahintersteht.

    Sowas wie die Hausordnung läßt sich von aussen eher schlecht beurteilen, deshalb müsst Ihr Euch da selbst nen Kopf machen :lol:

    Und dann stellt man oft innerhalb weniger Tage kleine Veränderungen fest - der Hund wird auch in anderen Situationen ruhiger und gelassener, weil er allmählich lernt, dass er sich nicht um alles selbst kümmern muss...

    LG, Chris

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