Tierheimhund! Wann konntet ihr ihm bei Menschen trauen?

  • Bei Nr. 1 nach ca 8 Monaten; bei Nr. 2 noch nicht, aber ich wusste nach ca. 13 Monaten ganz genau, was aufs Korn genommen wird. Das tut sie nicht mehr, solange ich aufpasse. Bin ich abgelenkt oder total mies drauf, dann probiert sie es nochmal. Darum geht es in eng bebautem Raum mit vielen Menschen an die Leine. 13 Monate sind eine lange Zeit, aber sie hat sich sehr langsam eingelebt und von daher auch erst nach und nach mit den kleinen Macken ausgepackt.

  • Meine beiden Hunde waren/sind TH-Hunde. Es hat mit beiden nie Probleme gegeben, wenn Besuch kam oder bei Begegnungen mit Menschen und Hunden draussen.
    Ich hab schon Vertrauen. Allerdings beobachte ich schon sehr genau das Verhalten meines jeweiligen Hundes. Jeanny ist zurückhaltend aber freundlich. Sie ist es gewöhnt, dass bei uns immer wieder Besuch sich ankündigt. Sie bellt nicht einmal wenn der Postbote kommt.
    Da Jeanny ein SH ist bin ich aber besonders aufmerksam vor allen Dingen in der Begegnung mit Kindern. Aus reiner Vorsorge. Auch weil ich nicht weiss, wie ihr vorheriges Leben war. Sie ist in allem was sie tut ein sehr souveräner und ruhiger Hund (ausser bei Gewitter und Sylvesterknallerei, da hat sie wohl etwas Angst).
    Nur im Garten - wenn Hunde am Grundstück vorbeilaufen - bellt sie etwas und teilt mit, dass das ihr Garten ist.
    LG Gabi

  • Meine Hündin mag fremde Menschen, die ihr zu nahe kommen, absolut nicht! Sie braucht eine sehr große Distanz zwischen sich und Fremden! Sie ist kein Hund, der gern getätschelt wird, oder großen Körperkontakt haben möchte. Ich achte unterwegs immer darauf, dass sie genügend Raum um sich herum hat. Ist das mal nicht möglich, hole ich sie ganz nah zu mir, anders geht das nicht!

    Fremde, die hier zu Hause auf sie zukommen wollen, oder wie gerade erst erlebt, zB in der Tierarztpraxis, das mag sie gar nicht. Erst weicht sie aus, dann knurrt sie. Werden alle diese deutlichen Zeichen ignoriert, geht sie auch nach vorne.

    Dieses Verhalten ist so in ihr drin, so geprägt aus ihrer Zeit im TH, das ist nicht mehr umzupolen. Aber...sie hat eine lange "Vorlaufzeit". Sie zeigt wie im Lehrbuch beschrieben, ganz deutlich, was ihr unangenehm ist!

    Wir haben uns drauf eingestellt, wir können damit leben. Fremde und Freunde, müssen allerdings manchmal sehr nachdrücklich von uns angesprochen werden, sie hat ein sehr putziges Gesicht, das förmlich zum Tätscheln einlädt.

    Hat sie jemanden erstmal näher kennengelernt, dann ist sie einfach eine Zuckerschnute! Ein ganz anderer Hund.

    Übrigens sind ihr unterwegs interessanterweise andere Hundeleute nicht so supekt, wie Leute ohne Hund...:-))

    Vertrauen? Sie vertraut uns nach drei Jahren mittlerweile! Aber ich merke immer wieder, dass viele instinktive Verhaltensweisen in bestimmten Situationen wieder hochkommen.

    Ob diese Hunde überhaupt jemals wieder ein hundertprozentiges Vertrauen aufbauen können, das kann ich mir nicht so recht vorstellen, nachdem, was ich bisher so erlebt habe.

    Ich bin da lieber entsprechend vorsichtig! Zumindest, wenn wir unterwegs sind und Fremden begegnen!

  • Man sollte egal, ob TH-Hund oder nicht immer daran denken, dass manche Hunde eine gewisse Individualdistanz haben, die gewahrt werden sollte.
    Diese Hunde dulden in dieser Nähe eben keine anderen Menschen, manchmal keine anderen Lebewesen.
    Und dies sollte auch beachtet werden!!!
    Ich würde meinem Hund den Kontakt zu Fremden niemals aufdrängen.
    Wenn ich unsicher bin, dann bekommt der Hund im Freilauf einen Maulkorb drauf und wird mit einer Schleppleine gesichert.
    Ich kannte einen ADSH, ein Rüde, der früher auf Vollkontakt ausgebildet wurde. Der Hund war clean, solange sein Herrchen da war.
    Einmal war er vor einem Supermarkt angebunden. Ich muss dazu sagen, es ist ein sehr sehr stattlicher Rüde gewesen.
    Ein völlig fremder Mann geht zu ihm hin und will ihn streicheln. Diesen Mann hat er dann in den Arm gebissen.
    Wobei man dazu sagen muss, damals war der Hund schon jahrelang im Besitz meines Bekannten und nie auffällig gegenüber Menschen.
    Die Polizei kam, sah den Hund und fragte den Mann, wie man als Erwachsener auf die dumme Idee kommen kann, einen völlig fremden Hund zu streicheln.
    Tja, die Anzeige wurde nicht aufgenommen und die Kosten hat der Mann selbst übernehmen müssen, da er grobfahrlässig gehandelt hat.

    Was ich damit sagen will, ein Hund ist ein Lebewesen und man kann niemals sicher sein, dass nicht was passiert.
    Ich vertraue meinen Hunden, aber nur zu 99%.
    Dies eine Prozent ist einfach der Instinkt, den ich niemals vorhersehen kann.

    Gruß
    Bibi

  • genau das denke ich auch, teddy ist froh, wenn man ihn einfach in ruhe lässt, aber wenn man unterwegs ist, kann man gar nicht so schnell gucken, wie die leute sich auf den armen hund stürzen.
    letztens erst war ich per bahn unterwegs und ging ihm bahnhof die treppe hoch, nichtsahnend, zufrieden damit, wie brav er in der bahn war. da kommt uns einer entgegen und macht plötzlich solche schnalz-/knutschgeräusche und wuschelt dem hund über den rücken. der war so überrumpelt, dass er gar nichts machen konnte und ich nur zu einem lauten eyyyy in der lage war.

    wenn die leute einfach mal in ihren schädel kriegen würden, dass man nicht einfach auf einen fremden hund losstürmt, dann würde ich teddy auch vertrauen, aber so muss man echt überall seine augen haben, damit hundi nicht belästigt wird.

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