Deutsch Drahthaar-Mix Hündin mit "Hummeln im Hintern&qu

  • Hallo!

    Ich habe vor ca. 4 Monaten eine (damals) ca. 12 Monate junge Deutsch Drahthaar/Schnauzer-Mix Hündin aus dem Tierheim geholt. Sie war als "Fundhund" deklariert, keine Vorgeschichte und auch kein Geburtsdatum bekannt. Daher war sie "der Hund im Sack."

    Das hat sich allerdings als problemlos rausgestellt, da sie ein wirklich liebes Wesen ist. Von Anfang an Stubenrein, verschmust, verspielt, sehr sensibel, sehr intelligent, aber auch sehr frech.

    Ich habe von Anfang viel mit ihr unternommen, viel gespielt, viel unterwegs, viel Bewegung und auch viel Erziehung. Vielleicht etwas zu viel, da sie ein paar Wochen später Zwingerhusten bekam, der nach ca. 1 1/2 Wochen aber wieder völlig verschwunden ist. Seither gehen wir das Ganze doch etwas ruhiger an.

    Im Alltag ist sie sehr gehorsam geworden, sie hat ihren Platz, auf den ich sie auch ohne Probleme schicken kann und wo sie auch bleibt, Leinenführigkeit ist auch wunderbar, auch vorm Laden kann ich sie inzwischen parken, sie bleibt sitzen und macht kein Theater.
    Nur alleine lassen zu Hause ist für sie noch etwas, was wir üben müssen. Klappt zwar, sie jammert die ersten paar Minuten rum und dann ist Ruhe (laut Nachbarn :P). Aber so richtig Stressfrei ist das für sie noch nicht.

    Wir gehen immernoch viel raus (4-5x am Tag, jeweils 30-45min), fahren viel Fahrrad, etc. Also viel Bewegung und körperliche Auslastung hat sie.

    Leider wohnen wir ziemlich in der Stadt. Das heißt raus, Leine ab und Spaß haben ist leider nicht. Hier gibt es kaum Plätze, wo ich sie guten Gewissens ableinen kann, ohne ständig den Hintergedanken zu haben, dass einer vom Ordnungsamt ankommt und mir 'n 25,- € Bußgeld reindrückt.

    Allerdings denke ich, dass ihr die richtige geistige Auslastung fehlt und da weiß ich nicht wirklich weiter.

    Ich bin Selbständig, arbeite auch fast nur von zu Hause und hab mir auch grad 'ne Woche Urlaub genommen. Wenn ich unterwegs bin, kommt sie natürlich mit.
    Aber sonst ists halt so, dass es Tage gibt, wo ich ein Pensum schaffen will und da ists halt auch mal 4-6 Stunden langweilig für sie.

    Wenn ich in der Wohnung von A nach B gehe, klebt sie mir vermehrt erwartungsvoll am Hintern. Wenn sie merkt, ich geh nur in die Küche um Abwasch zu machen oder aufs Klo, geht sie wieder zurück ins Wohnzimmer.
    Manchmal ists sogar so, dass sie schwanzwedelnd Parat steht, wenn ich auf dem Stuhl nur meine Sitzposition ändere ...
    :headbash:

    Was ich schon versuche:

    * Kunststückchen beibringen; zB Slalom durch die Beine, auf den Rücken legen, im Kreis drehen, ... Klappt soweit auch, nur wird sie nach einer Weile so hibbelig und scharf auf das Leckerlie, dass sie nicht mehr versteht, was ich von ihr will und alles mögliche an Abfolgen macht (Sitz, Pfote geben, Platz), um daran zu kommen. Da brech ich auch das Üben ab und wir machen Pause.

    * Prey-Dummy in der Wohnung verstecken; Darauf steht sie total. Sie bleibt in der Küche sitzen, ich gehe durch die Wohnung und verstecke den Beutel, komme wieder in die Küche und schicke sie ab mit "Such".
    Nur kennt sie inzwischen schon alle möglichen Verstecke und irgendwie hab ich das Gefühl, dass sie das mehr und mehr aufdreht, jedesmal wenn sie mir den Beutel erfolgreich gebracht hat und was draus fressen kann.
    Nach ca. 10-15min steht sie mit gespitzten Ohren und wedelndem Schwanz vor mir, Sabber läuft ihr aus dem Mund, ... Total in ihrem Element. Aber wie schon gesagt: Ich glaube, das dreht sie noch mehr auf, als sie auszulasten.

    * Futterball; Hat sie relativ schnell rausgefunden, wie es funktioniert. Wird aber nach ein paar Minuten (inzwischen sogar schon Sekunden) wieder uninteressant und wird liegen gelassen.

    * Tauziehen; Macht sie gern, macht auch Spaß. Nur ist das - in meinen Augen - auch mehr körperliche Beschäftigung, statt geistiger.

    * Ball spielen; Macht ihr auch viel Spaß, in der Wohnung (vorallem auf PVC Boden) allerdings eher suboptimal, da sie viel rumrutscht und halt auch relativ wenig Platz ist.

    * Hundeplatz; Macht ihr Spaß, ist sie ganz in ihrem Element, da powert sie sich auch richtig aus, entspannt sich 'ne Weile und dann wird weiter getobt und gerauft.

    Jetzt kommt noch dazu, dass sie seit ca. 2 1/2 Wochen nun (scheinbar) ihre erste Läufigkeit hat und seither noch unruhiger ist. (Und Hundeplatz fällt damit auch weg.)

    Jetzt grad liegt sie zwar auf dem Balkon auf ihrer Decke und pennt (mit einer Pfote hinter die Ohren geklemmt; ... sieht immer total süß aus), vorher waren wir auch nochmal 'ne größere Runde (die zweite heute schon), weil sie bei der ersten kein Häufchen gemacht hat, ich dachte daher ist sie so nervös.

    Aber vorher war es zB wieder so, dass sie mir ständig am Hintern geklebt hat, unruhig durch die Wohnung getigert ist, aller paar Minuten den Platz gewechselt hat, wenn sie draußen irgendwelche Geräusche vernommen hat, ist sie mit gespitzten Ohren auf den Balkon, hat sich auf ihre Decke gesetzt, gehorcht und kurz darauf rumgejodelt.

    Wenn ich sie in solchen Phasen auf ihren Platz schicke, macht sie das widerwillig und mault auch rum, bleibt aber auf ihrem Platz. Nach 'n paar Minuten beruhigt sie sich auch wieder, legt sich ab und "seufzt" erstmal tief.
    Bis das nächste Geräusch kommt, entweder draußen oder im Haus. Da spitzt sie wieder die Ohren und würde da am liebsten Nachforschungen betreiben.

    Und so geht das schon 'ne ganze Weile. Seit der Läufigkeit noch gesteigert.

    Körperlich scheint sie auch gesund und fit zu sein. Sie hat ein gutes Fell, frisst gut und gern.

    Ein Freund meinte, ich soll mal Agility mit ihr versuchen. Finde ich gut, werd ich auch machen. Morgen, am 10.06., ist im HSV Tempelhof auch ein Schnuppertag für Anfänger, wo ich vlt. mit ihr hingehe, wenn das mit ihrer Läufigkeit vom Veranstalter aus kein Problem ist (werd ich heut noch anrufen).

    Aber was meint ihr denn dazu? Ist sie geistig einfach nur nicht ausgelastet? Oder ists der Fortpflanzungstrieb, der ihre Hormone und Sinne jetzt durcheinander bringt?

    Danke für eure Tipps!

    Mario und Evie

  • uiuiui.....du machts ja wirklich sehr viel...nur das wichtigste hast du vergessen.

    Das du ihr Ruhe beibringst. In der Wohnung ist die Zeit zum Ruhen, da gibt es kein Bespaßungsprogramm.
    Deine Hündinn scheint in einer Dauererwartung zu stecken was den ihr Animateur als nächstes für sie bereit hält.

    So kann sie nicht entspannen.
    Ich würde, bevor es noch zum Agy geht schauen, dass sie Ruhen kann.
    Draussen könnt ihr üben, trainieren, toben etc.
    Vielleicht reicht ihr dieses Programm auch absolut und ist glücklich dabei.

    Streß ist absolut ungesund für Hunde. Hier im Forum kannst dich dahingehend sehr gut informieren.

    Gruß Gwen

  • Oh ja, hört sich für mich auch nach viel zu viel Action an. Meine Trainerin hat mir erklärt, dass man Hunde bei ständiger Bespasung richtig hochpuschen kann, also je mehr man macht, desto mehr wird vom Hund erwartet und die Ruhephasen kommen dann viel zu kurz was dann wiederum nicht gut für die Gesundheit ist.

    Ich stimm da lady-gwendolyn absolut zu - erst mal wieder ein bisschen Ruhe reinbringen und kein schlechtes Gewissen wenn der Hund sich mal ein bisschen langweilt (bzw. sich ausruht) - Hunde schlafen ziemlich viel.
    Unsere Maus muss auch mal damit klar kommen, das die Spaziergänge und sonstigen Aktivitäten magerer ausfallen und da wird zu Hause dann auch kein Ausgleichsprogramm gemacht - auch ein Hund kann mal seine Seele baumeln lassen :D

    Liebe Grüße
    Anja

  • Nimms mir nicht übel, aber das was du mit dem Hund machst, ist ein Witz.


    Der DD scheint voll durchgeschlagen zu sein bei deiner Hündin. Am besten suchst du dir eine bestimmte Arbeit, die ihre volle Konzentration fordert und nach der sie platt ist. Nicht die Quantität zählt, sondern die Qualität.

    Empfehlen würde ich dir sowas wie Mantrailing oder Fährten. Eine super Auslastung auch für zu Hibbeligkeit neigende Hunde.

    Und für die körperliche Auslastung kann man schaun, dass man regelmäßig Rad fährt, vielleicht auch was in Richtung Zughundesport.

    Wichtig ist auch ein sehr guter Grundgehorsam. Gerade Hunde die schnell hochfahren, sollte man gut unter Gehorsam stehen haben.


    Du hast ein absolutes Powerpaket zuhause. Nimm die Herausforderung an, und du wirst viel Freude haben mit deinem Hund!

  • - würde diese ganzen Spielchen mehr nach Draußen verlagern. Hast du den Dummy auch schonmal Draußen eingesetzt? Da dürften dir die Verstecke ja vorerst mal nicht ausgehen :-)

    - vermehrte Dummy- und Fährtenarbeit - oder vllt auch erstmal nur noch Fährte

    - wenn sie dir in der Wohnung folgt, schick sie auf ihren Platz. Sei konsequent :-)

    - würde insgesamt weniger mit ihr machen, aber die Anforderungen bspw. mit Suchspielen/Fährte erhöhen.

    - gerade Tauziehen, Ballspielen würde ich weglassen. Zumindest kommt es durch deine Beschreibungen so rüber, dass sie da sehr schnell hochdreht - deshalb lass es besser erstmal weg und schau wie sie sich verändert. Du kannst es immer noch später wieder Häppchenweise einbauen.

    - Agility würd ich ehrlich gesagt auch eher abraten (sofern deine Beschreibungen auch zutreffend sind, denk ich, dass das deine Hündin mehr aufputscht)

    Fazit: allgemein einfach ein Bisschen das Programm runterfahren, ruhiger werden und Fährte/Dummy draußen probieren :-)

  • Mir fehlt auch ein wenig die Ruhe für zu Hause, schon allein das ständige nachschleichen würde mich persönlich echt aufregen.
    Zu Hause ist Ruhe angesagt, da dürfen die Hunde sich selbst beschäftigen via Kong, Kausachen, Futterball, sie können schlafen oder wie jetzt in der Sonne liegen
    Bei mir werden die Hunde zu Hause nur dann wirklich bespaßt, wenn es den ganzen Tag regnet und somit eine ordentliche Beschäftigung/Bewegung draußen kürzer ausfällt.

    Agi würde ich wohl nicht machen, eher würde ich die Arbeit mit dem Dummy empfehlen, oder Mantrailing. Ich hab einen Terrier, der in jungen Jahren sehr hippelig und nervig war, die Dummyarbeit hat ihm nicht gut gefallen, er kam auch nach Hause und war ruhig und zufrieden.

    Lieber eine solch eher ruhige Beschäftigung, als Agi was den Hund u.U. noch mehr hippeliger macht.
    Dafür dann mehrmals pro Woche Rad fahren, oder wie erwähnt Zughundesport. Könnte ich mir richtig gut vorstellen.

  • Gegen das Hinterherlaufen und Aufspringen: immer wieder freundlich sofort auf ihren Platz schicken, das bringt auch Ruhe rein. :)
    Den Hund nur DORT streicheln, ansonsten nicht beachten.
    Wenn du 5 Stunden am Tag mit dem Hund beschäftigt bist, kommst du dann noch zum Arbeiten?


    Ansonsten schon mal an Zughundesport gedacht? da haste beides: körperliche und geistiige Auslastung, freie Zeiteinteilung und auch eigene Bewegung für nen Schreibtischtäter :)
    Für diese Rasse eigentlich ideal :). Auch gut: Nasenarbeit in jeder Form: DAS fordert den Hundekopf :)


    die anderen Tätigkeiten, die du oben genannt hast, sind durchaus nette Nebenbeschäftigungen, die man immer mal wieder einstreuen kann.


    P.S.
    Agilitiy ist immer das erste, was Leuten einfällt, die nicht so viel Ahnung von den unterschiedlichen Hunderassen und ihren Bedürfnissen haben :)
    Das ist in der Regel der einzige Hundesport, den "Otto Normalverbraucher" so kennt. Fürn Deutsch Drahthaar ist das nix!
    Da braucht man kleine, wendige Hunde


    P.P.S.
    Der Zwingerhusten hat m.E. nix mit deinen Aktivitäten zu tun: da hat sie sich bei einem anderen Hund angesteckt, der das hatte... oder hat das noch aus dem TH mitgebracht

  • Danke für die zahlreichen Tipps und Hinweise! :)

    Stimmt, dass ich (immernoch) zuviel mit dem Hund mache, ist mir ehrlich gesagt nicht in den Sinn gekommen.

    Ich glaube hier vermenschliche ich sie doch noch etwas zu sehr, indem ich denke, sie würde sich langeweilen, nur "abhängen" und darunter leiden. :hust:

    An PreyDummy draussen einsetzen habe ich schon gedacht. Nur noch kein geeignetes Plätzchen gefunden.
    Wie schon gesagt sind wir hier mitten in der Stadt (hab auch (noch) kein Auto) und hier ist überall Leinenzwang, selbst im Park. Hält sich zwar kaum einer dran, ich auch selten, hab aber schon von vielen gesagt bekommen, dass sie öfter Ärger mit dem Ordnungsamt deswegen hatten und (pro Hund) 25,-€ zahlen durften.

    Wie würdet ihr das denn am besten machen? Vorallem die Technik? Absitzen lassen, Beutel irgendwo verstecken und sie in Ruhe zum suchen abschicken? Oder 'ne Fährte mit dem Beutel ziehen?

  • es gibt Hundeschulen, die Fährtenkurse anbieten...

    vll. findet sich was in deiner Nähe?


    dieses Buch finde ich super:

    Anne Lill Kvam:
    "Spurensuche - Nasenarbeit Schritt für Schritt"


    Wünsche dir viel Spaß mit deiner Maus! :D

    P.S.
    Hast man n Foto? (oder zwei...?) :gott:

  • Ich wohn auch in der Stadt, aber Plätze und Möglichkeiten findet man immer. Zum einen kannst du ja eine Leine dran lassen und im Notfall schnell aufheben und zum anderen gibt es immer ruhige Zeiten, wo sich der Hunde auf die Arbeit ohne Artgenossen konzentrieren kann.

    Zitat

    Wie würdet ihr das denn am besten machen? Vorallem die Technik? Absitzen lassen, Beutel irgendwo verstecken und sie in Ruhe zum suchen abschicken? Oder 'ne Fährte mit dem Beutel ziehen?


    Da sie es ja von zu Hause bereits kennt, würde ich so anfangen. Erst einmal den Dummy verstecken, aber so das sie noch sehen kann in welche Richtung es geht (kannst auch hinterrücks in die Luft werfen).
    An einem Ast aufhängen, oder den Dummy mit Blättern zudecken ist auch noch ein kleiner Kniffel. Aber immer erstmal klein anfangen.

    Später kannst du eine Fährte legen, oder den Dummy während des Spaziergangs "verlieren" und läßt sie dann auf dem Rückweg suchen.

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