Mein Hund bellt mich an

  • ANZEIGE:
    Nach dem Hundespaziergang BURNHARD GRILL an und den Feierabend genießen🔥*
  • Hallo Susanne! Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
    Muss das kurz mal zurück beantworten!

    Zitat

    Es geht darum zu erkennen was deinen Hund dazu
    bringt dieses Verhalten zu zeigen...
    Es sieht für mich aus als würde er dich manipulieren.
    Der Hund agiert ...du reagiert. Auch Ignoranz ist eine
    Reaktion wenn auch eine negative. Aber er bekommt
    auf sein Bellen eine Reaktion und die ist Belohnung!

    Dass Luna versucht zu manipulieren ist offensichtlich. Da braucht man nicht lange drüber zu spekulieren. (Welcher Hund versucht das von Zeit zu Zeit nicht?)
    Nur: leider ist es nicht möglich NICHT zu reagieren, IRGENDEINE Art von Reaktion zeige ich ja IMMER, sogar wenn ich mich in Luft auflösen könnte. Die Frage stellt sich mir als immer noch: Warum empfindet Luna es als Belohnung, wenn ich zum Beispiel mit o.g. Beispielen (Ignorieren, über Steg laufen...) reagiere?

    Zitat

    Er nutzt diese Form der Kommunikation mit dir anscheinend
    schon in vielen Situationen...

    Nein, außerhalb dieser Situationen ist Luna ein sehr folgsamer Hund. Wie bereits oben beschrieben hört sie sehr gut, lässt sich sehr gut abrufen, sogar wenn sie mit fremden Hunden rennt, läuft vorbildlich bei Fuß, mit und ohne Leine. Das sie hin und wieder mal zickt ist denke ich normal (Damit meine ich jetzt nicht ihre Bellattacken, die sind nicht ganz normal) und zum Glück sehr selten. Woran willst du erkennen, das sie (über das normale Maß, das wohl jeder Hund in sich trägt, es sind ja schließlich eigenständige Wesen, keine Maschinen) uns in vielen Situationen manipuliert?

    Für mich stellt sich bei Luna nicht die Frage nach einem generell Ungehorsam, den sie nicht mitbringt, sondern nach einem spezifischen Verhalten in einer spezifischen Reaktion.

    Viele Grüße, Didi

  • Hallo lillameja!


    Ja, ich habe tatsächlich schon etwas ausprobiert.
    Ich habe mir auf deinen Tipp hin eine leichte Leine gekauft, 4m lang, und dat kleene Hündchen mal am Strand mit dem Ding laufen lassen. Es dauerte auch nicht lange da ist sie wieder ausgeflippt (ich bin extra an ihren Lieblingsstrand gefahren, da macht sie immer Alarm).
    Ich habe sie also ignoriert, ganz ruhig die Leine in die Hand genommen und - sofort Stille. Ich habe sie dann eine Weile ignoriert, bin dann mit ihr nach Hause gegangen.

    Das hat mich auf der einen Seite natürlich gefreut dass das Bellen so schnell aufgehört hat, auf der anderen Seite habe ich mich aber gefragt, ob sie das jetzt nicht wieder als Belohnung/ Ablenkung wahrnimmt. Schließlich habe ich ja schon in irgendeiner Weise auf ihr Verhalten reagiert.

    Da komme ich ja wieder auf die vorher gestellten Fragen zurück: Wann belohne ich den Hund mit meinem Verhalten, wann nicht?
    Bisher konnte mir hier noch niemand eine zufriedenstellende Antwort darauf geben.

    Was meinst du dazu?

    Viele Grüße, Didi!

  • Hallo,
    du hast in dem Moment weder belohnt noch abgelenkt, sondern einfach reagiert und das war gut so! :gut:

    Reagiere mehr aus dem Bauch heraus, konsequent und hinterfrage nicht ständig, ob und was du eventuell falsches getan hast.

    In der Strandsituation hast du punktgenau geagiert und das hat deinen Hund beeindruckt.

    Ich habe hier auch 2 Terriermixe und ich weiss, wie gut sie einen unbewusst manipulieren können wenn man es zuläßt!

    Wichtig ist bei diesen Rassen nicht super viel Auslastung sondern viel Ruhe, Gelassenheit und runterfahren können. :p

    Dein Weg ist richtig, nehme die Schlepp und gehe an den Strand oder sonst wohin, dreht sie auf dann binde sie im gebührenden Abstand an
    ( z.B. wenn du auf der Parkbank eine Pause einlegst) oder wie am Strand einfach gehen.

    Versuche mal nur Spaziergänge zu absolvieren, ohne jegliche Beschäftigung. Setzte dich öfter auf eine Bank oder Wiese und lese in einem Buch, so wird deine Maus lernen entspannt zu werden und zu bleiben. Wenn du völlige Gelassenheit einfließen läßt, wird sie nicht mehr versuchen dich zu manipulieren und was sehr wichtig ist, sie merkt das du konsequent bist und sie mit ihrer Marotte nicht mehr durchkommt.

    Ich nenne jetzt mal ein Beispiel:
    Fussel unser 1,5 jähriger Terriermix hatte die Angewohnheit unter den Imbisswagen im Wald zu verschwinden, um dort lautstark Steine oder Hölzer zu verbuddeln.

    Das Gekläffe störte nicht nur mich, sondern natürlich auch die anderen Gäste. Nur hatte Fussel in diesen Momenten keinen Bock darunter vorzukommen. Also habe ich für das nächste Mal eine Schlepp drangemacht, er verschwand wieder unter den Imbiss und fing an zu kläffen. Ich nahm ruhig die Schlepp, sagte "nein" und zog ihn vor. Ohne ein weiteres Wort band ich ihn ca. 15 Meter weiter weg an einen Zaun.

    Er schaute irritiert, da er ja jetzt vom restlichen Rudel getrennt war. Ich würdigte ihn mit keinem Blick und trank in Ruhe meinen Kaffee. Als das Gekläffe verstummte, ging ich 1 Minute später hin und band ihn wortlos ab und ließ ihn wieder laufen.

    Dieser Ablauf wiederholte sich genau 3 Mal, dann hatte er verstanden und wenn er nun wieder unter den Wagen wollte reichte mein "nein". Er geht heute nur noch selten unter den Imbiss und dann nur um Schatten zu suchen.

    Du siehst, man muss schon im gewissen Maße reagieren, agieren und ignorieren, um an das Ziel zu kommen! ;)

  • Hi Didi,


    Zitat


    Dass Luna versucht zu manipulieren ist offensichtlich. Da braucht man nicht lange drüber zu spekulie-ren. (Welcher Hund versucht das von Zeit zu Zeit nicht?)
    Nur: leider ist es nicht möglich NICHT zu reagieren, IRGENDEINE Art von Reaktion zeige ich ja IMMER, sogar wenn ich mich in Luft auflösen könnte. Die Frage stellt sich mir als immer noch: Warum empfin-det Luna es als Belohnung, wenn ich zum Beispiel mit o.g. Beispielen (Ignorieren, über Steg laufen...) reagiere?

    Nein, außerhalb dieser Situationen ist Luna ein sehr folgsamer Hund. Wie bereits oben beschrieben hört sie sehr gut, lässt sich sehr gut abrufen, sogar wenn sie mit fremden Hunden rennt, läuft vorbildlich bei Fuß, mit und ohne Leine. Das sie hin und wieder mal zickt ist denke ich normal (Damit meine ich jetzt nicht ihre Bellattacken, die sind nicht ganz normal) und zum Glück sehr selten. Woran willst du erken-nen, das sie (über das normale Maß, das wohl jeder Hund in sich trägt, es sind ja schließlich eigenstän-dige Wesen, keine Maschinen) uns in vielen Situationen manipuliert?

    Für mich stellt sich bei Luna nicht die Frage nach einem generell Ungehorsam, den sie nicht mitbringt, sondern nach einem spezifischen Verhalten in einer spezifischen Reaktion.

    ...nun ja ... so eigenständige Wesen sind sie nun auch nicht... ;)

    Sie versucht nicht nur zu manipulieren...sie tut es auch und hat Erfolg.
    Meine versuchen es auch... aber erfolglos ... meistens... :ops:
    Das man manipuliert wird erkennt man daran, dass man etwas tut was man eigentlich nicht möchte, man wird fremdbestimmt... und das wirst du doch oder ?

    Das sie es in vielen Situationen versucht hab ich nicht gemeint aber...
    so speziefisch scheinen die Situationen ja nicht zu sein ...mal im Training,
    mal beim Spaziergang...Ihr Verhalten gilt ja nicht der Situation sondern DIR
    und kann im schlimmsten Fall in jeder beliebigen Situation angewendet werden.
    ... Sie hat nur ein Kommando ( bellen ) und wendet es solange an bis du das jeweils, in ihren Augen, richtige tust oder das, in ihren Augen, falsche unterlässt.

    Sie sagt hüpf ...du hüpfst !
    Sie nimmt aktiv die Situation in die Hand weil ihr nicht passt was gerade
    passiert oder sie lieber was anderes machen würde oder deine Aufmerksamkeit gerne hätte.... und zwar mit Erfolg. Sie empfindet deine Reaktion als Belohnung.
    Oder sie maßregelt dich damit.

    Beispiel:
    ...Ich laufe mit dem Hund über den Strand. Bleibe mal stehen, gehe weiter.
    Irgendwann bleibe ich wieder stehen. Hund bekommt Bellattacke.
    Ich ignoriere den Hund komplett. Keine Reaktion, Hund bellt weiter.
    Nach 3 Minuten gehe ich weiter (genauso wie die ganze Zeit vorher) i
    gnoriere den Hund weiter, verlasse den Strand. Hund hört irgendwann
    auf zu bellen...
    ( Das sie den Steg doof und den Strand toll findet, scheint mit eher
    deine Interpretation...)

    Freust du dich nicht bzw. empfindest es als Belohnung wenn dein
    Hund ein Kommando ausführt oder etwas lässt was er nicht soll
    ...z.B. Bellen ... oder dich beim Spaziergang beachtet?

    Vieles hört sich an, als wenn sie so lange lieb, folgsam und gelehrig
    Ist wie sie es für richtig hält... und nicht du !
    Wie verhält sie sich denn wenn sie zickt ?
    Wie verhält sie sich im Haus...stubbsen, pföteln etc.?

    Zitat


    Wichtig ist bei diesen Rassen nicht super viel Auslastung sondern viel Ruhe, Gelassenheit und runterfahren können.

    Dein Weg ist richtig, nehme die Schlepp und gehe an den Strand oder sonst wohin, dreht sie auf dann binde sie im gebührenden Abstand an
    ( z.B. wenn du auf der Parkbank eine Pause einlegst) oder wie am Strand einfach gehen.

    Versuche mal nur Spaziergänge zu absolvieren, ohne jegliche Beschäftigung. Setzte dich öfter auf eine Bank oder Wiese und lese in einem Buch, so wird deine Maus lernen entspannt zu werden und zu bleiben. Wenn du völlige Gelassenheit einfließen läßt, wird sie nicht mehr versuchen dich zu manipulieren und was sehr wichtig ist, sie merkt das du konsequent bist und sie mit ihrer Marotte nicht mehr durchkommt.


    :gut: :gut:

    Grüße
    Susanne und die Mäuse

  • Zitat


    Da komme ich ja wieder auf die vorher gestellten Fragen zurück: Wann belohne ich den Hund mit meinem Verhalten, wann nicht?
    Bisher konnte mir hier noch niemand eine zufriedenstellende Antwort darauf geben.

    Eine zufriedenstellende Antwort kann ich glaube ich auch nicht geben. =)

    Also: Ich reagiere immer auf eine Art und Weise auf meine Umwelt, also auch auf meinen Hund und seine Reaktionen. Mein Hund reagiert dann seinerseits zurück, manchmal mit einer von mir erhofften Reaktion, manchmal auch nicht. :roll:
    Das liegt aber meiner Einschätzung nach nicht daran ob meine Reaktion belohnend für den Hund war oder nicht. Ich denke eher der Hund versteht mein Verhalten nicht immer so wie ich das möchte. Also liegt es an mir dem Hund klare Signale zu senden. Wenn das gelingt zeigt der Hund das gewünschte Verhalten. :smile:

    Du hast mit dem Leine in die Hand nehmen (und wahrscheinlich noch viel mehr durch deine Körpersprache, innere Entschlossenheit, ...) ein Signal gesendet und dein Hund hat drauf reagiert. Ob sie das als Belohnung oder Ablenkung wahrnimmt, darüber würde ich mir gar keine Gedanken machen. Wichtig ist doch, das du in solchen Situationen mit dem Hund eindeutig "kommunizieren" kannst. Und das hat funktioniert. :gut:

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

  • Zitat


    Da komme ich ja wieder auf die vorher gestellten Fragen zurück: Wann belohne ich den Hund mit meinem Verhalten, wann nicht?
    Bisher konnte mir hier noch niemand eine zufriedenstellende Antwort darauf geben.

    Ja, das ist klar, dass dir niemand eine Antwort speziell auf euch bzw. deinen Hund geben konnte.

    Denn das was der Hund als Belohnung ansieht, hängt stark von dem Hund ab ;)

    Der eine ist total verfressen und findet Futter absolut toll.

    Der andere mag kein Fressen.

    Für den anderen ist Spielzeug toll, der andere interessiert sich gar nicht dafür.

    Wiederum andere empfinden weder das eine noch das andere als Belohnung.....

    Belohnungen können u.a. sein:

    - Futter

    - Spiel (mit Mensch, Hund, sich selber, mit Spielzeug alleine oder zusammen)

    - Bewegung (rennen, hüpfen, suchen, lernen, erkunden)

    - jagen (etwas jagen z.B. Menschen, Hunde, andere Tiere, Objekte)

    - in der Arbeit aufgehen

    - Aufmerksamkeit (Berührungen z.B. streicheln + bürsten, rum albern, ansprechen/anmeckern, körperliche Nähe, Blicke, Gesten, Mimiken)
    - Mobbing

    - Erfolg- (reich jemanden/etwas vetreiben/verbellen, klauen)

    - Körperpflege

    - Brückensignale (Lob, Clicker)


    Wenn jemand noch etwas einfällt dann bitte ergänzen ;)

  • Hallo Susanne!
    Vielen Dank für deine Antwort!


    Zitat

    Hi Didi,


    Sie versucht nicht nur zu manipulieren...sie tut es auch und hat Erfolg.
    Meine versuchen es auch... aber erfolglos ... meistens... :ops:
    Das man manipuliert wird erkennt man daran, dass man etwas tut was man eigentlich nicht möchte, man wird fremdbestimmt... und das wirst du doch oder ?

    Zitat

    Sie sagt hüpf ...du hüpfst !

    An dieser Stelle drehen wir uns leider im Kreis. Natürlich versucht sie uns im Moment ihrer Bellattacken zu manipulieren, sie will mit uns spielen, Stöckchen werfen ect., aber das bekommt sie von uns ja nicht! Das hat sie noch nie bekommen! Die einzigen Reaktionen die sie von uns bekommt sind: 1. Ignorieren, 2. Ignorieren mit Körperabwenden, 3. Weggehen/ Abbiegen, sodass sie uns folgen muss. Letzteres aber eher selten, da wir uns meist auf dem Strand oder einer Wiese befinden. Das praktizieren wir jetzt schon mehrere Monate so, ohne Ergebnis. Nochmal also die Frage: WARUM sollte sie das als Belohnung/ Bestätigung werten? Irgendwie MÜSSEN wir ja reagieren. Für mich ist das keine Belohnung/ Bestätigung, da ja ihr geliebtes Spiel/ der Freilauf abgebrochen wird.


    Zitat

    Hi Didi,


    Das sie es in vielen Situationen versucht hab ich nicht gemeint aber...
    so speziefisch scheinen die Situationen ja nicht zu sein ...mal im Training,
    mal beim Spaziergang...

    Ich würde schon sagen dass es eine spezifische Situation ist. Es ist NUR draußen so, NUR wenn sie abgeleint ist, NUR auf einer großen Fläche, und NUR wenn sie herumtollen darf. Sie bekommt von uns ein "Los!" -Signal, vorher geht sie ohne Leine bei Fuß. Diese Situation trifft schätzungsweise gerade mal auf 20-30 Minuten des Tages zu. Die restlichen 23,5 Stunden des Tages tritt das Problem nicht auf.


    Zitat


    ( Das sie den Steg doof und den Strand toll findet, scheint mit eher
    deine Interpretation...)

    Natürlich ist es meine Interpretation, aber wie sollte mal freudiges Herumspringen, schnüffeln, tollen, rennen am Strand, und ängstliches, tapsiges, langsames Vorwärtsgehen mit anschließendem schnellen verlassen des Steges sonst interpretieren?


    Zitat

    Wie verhält sie sich denn wenn sie zickt ?
    Wie verhält sie sich im Haus...stubbsen, pföteln etc.?

    Ihr Zicken würde ich mal als gelegentlichen Ungehorsam beschreiben (um das allerdings nicht in die falsche Richtung zu bringen: solche Situationen passieren ca. 2-3 Mal IN DER WOCHE!): sie will nicht ins Auto einsteigen, macht es dann erst nach mehrmaliger Aufforderung (Normalerweise springt sie auf "Hopp!" ins Auto), sie klaut unsere Socken (gibt sie aber anstandslos wieder her), sie möchte mit Staubsauger oder Fön kämpfen. Solche Dinge, halt. Sie weiß dass sie es nicht darf, tut es zu 99% auch nicht, manchmal aber trotzdem.

    Ihr Verhalten im Haus ist unkompliziert, abgesehen von oben genannten Dingen, die in meinen Augen aber nicht der Rede wert sind. Diese Dinge stören uns nicht weiter, schließlich hat der Hund auch einen großen Unterhaltungscharakter für uns, wenn er sich zum Beispiel schwanzwedelnd mit Socke im Maul vor uns aufbaut (und um das auch gleich klarzustellen: nein, er macht sie nicht kaputt und kaut auch nicht drauf, sie trägt sie nur).

    Ansonsten kein anstupsen, kein pföteln, kein betteln am Tisch (Gegenteil: während des Essens liegt sie in ihrem Körbchen), kein Rumgenerve. Hund pennt viel, lässt sich ohne weiteres ins Körbchen schicken. Ein vorbildlicher Hund in meinen Augen.


    Viele Grüße Didi!

  • Zitat

    Ja, das ist klar, dass dir niemand eine Antwort speziell auf euch bzw. deinen Hund geben konnte.

    Denn das was der Hund als Belohnung ansieht, hängt stark von dem Hund ab ;)

    Der eine ist total verfressen und findet Futter absolut toll...


    Hallo LasPatitas!

    Danke für deine umfangreiche Antwort.
    Leider geht das in die falsche Richtung. Was du schreibst ist mir völlig klar, in diese Richtung hat meine Frage nicht abgezielt.

    Mir ging es um die Frage warum mein Hund in dieser besonderen Situation mein Verhalten als Belohnung/ Bestätigung sieht. Das war ja die Erklärung Einiger hier für ihr Verhalten.

    Um das vorweg zu schicken: wir hatten immer Hunde und haben uns auch immer viel mit ihnen beschäftigt. Ich würde behaupten dass wir über einen Anfängerstatus was Hundererziehung angeht hinaus sind.
    Wir haben Hundeschulen besucht, Bücher gelesen wie Calming Signals, Das andere Ende der Leine, Hundeerziehung 2000, um nur mal einige zu nennen, und haben damit auch schon viel erreichen können.

    Ich finde es toll, dass sich viele so rege beteiligen und mir hilft die Auseinandersetzung damit echt viel weiter! Mir sind einige Dinge viel klarer geworden alleine vom drüber nachdenken. Dafür kann ich ja gar nicht genug danken!

    Nur: Es ist eben sehr schwierig einen Rat zu einer Situation zu geben, wenn man weder Hund, noch Situation, noch Hundehalter kennt. Ich kenne die Situation ja am besten, und deshalb filter ich logischerweise die Antworten heraus, die mir nicht passend erscheinen für dieses Problem. Ich möchte allerdings auch nicht jeden Ansatz ganz verwerfen, wenn ich manchmal hier etwas naiv nachfrage sollte man das nicht als Unwissenheit missdeuten, sondern als hinterfragen mancher in meinen Augen etwas zu unbedarft gegebener Standardantworten.

    Unsere erste Reaktion auf Lunas Bellattacken war natürlich sofort: IGNORIEREN (Und wir wissen auch was IGNORIEREN bedeutet). Soweit war uns das von Anfang an klar. NUR: es hat nicht funktioniert. Ca. zwei Wochen haben wir das durchgezogen. Danach etwas anderes probiert: IGNORIEREN MIT KÖRPERABWENDEN. Sprang also Luna um uns herum um uns ins Gesicht zu bellen, habe wir ihr die kalte Schulter gezeigt, als Zeichen deutlicher Ablehnung. NUR: hat auch nix gebracht. Danach Strategie 3: Strand/ Wiese verlassen, oder im Hafen: abbiegen auf Stege. Die 3. Strategie ist noch am erfolgreichsten, weil sie dann schon aufhört zu bellen, nur: Sie fängt IMMER WIEDER DAMIT AN.

    Aus diesem Grunde komme ich mit der Belohnungs-, Bestätigungsbegründung nicht zurecht, für mich klingt das nach einer Standardantwort. Denn ich belohne sie ja nicht! So empfinde ich das, aber bisher konnte mir das auch noch niemand hier plausibel widerlegen.

    Ich habe eher eine andere Erklärung:
    Luna ist ein kleiner Wildfang, immer schon gewesen. Obwohl Mischling ist sie Terrier durch und durch (Mutter ist reinrassiger Parsson Russel, Vater Dackelmix). Als Welpe war sie eine absolute Katastrophe, sie hat nur gebellt, in alles reingebissen, sogar in den Fußboden, uns in der Wohnung angefallen mit ihren spitzen Milchzähnchen, gejault wenn sie allein bleiben musste, ist hinter allem her gejagt, tagsüber keine Sekunde geschlafen, ständig war Alarm und Vollgas angesagt. Ein richtiger süßer Albtraumhund.

    Mit viel Zeit und Mühe und der Hilfe von Kursen in der Hundeschule haben wir sie zu einem sehr folgsamen Hund erzogen. Sie bleibt ohne Probleme alleine zuhause oder im Auto, lässt sich ohne Probleme beim Toben mit anderen Hunden abrufen (was 99% der Hundehalter denen wir so begegnen nicht gelingt), geht problemlos bei Fuß, mit und ohne Leine, kann jede Menge Tricks, beißt in nichts rein und macht nichts mehr kaputt, um nur mal einige Dinge zu nennen.

    Mir kommt es bei ihr eher so vor, als ob sie die ganze Zeit ein bisschen gegen ihren inneren Wildfang, ihren Charakter, ankämpft. Sie reißt sich den ganzen Tag zusammen und ist folgsam, und in diesen Bellattacken lässt sie mal ordentlich Dampf ab, weil sie sich die ganze Zeit so zusammenreißen muss. Das ist ihre Form von Rebellion uns gegenüber, dass sie zumindest in dieser speziellen Freilaufsituation mal ganz sie selbst sein kann, inklusive des Versuches Rudeloberhaupt zu spielen, und uns rumzuschubsen.

    Klingt das völlig absurd?


    Wie auch immer ist es so dass uns dieses Verhalten stört, und wir es ihr austreiben wollen.

    Der Tipp mit der dünnen Leine und dem Fixieren hat vorgestern und gestern sehr zufriedenstellend geklappt, sobald man sie an der Schleppleine fixiert, hört sie auf zu bellen. Nun bleibt abzuwarten ob diese Vorgehen zum gewünschten Ergebnis führt, nämlich dass sie gar nicht mehr anfängt zu bellen und wir auf die Schleppleine verzichten können. Inzwischen weiß ich dass 2-4 Wochen ein so ein tiefsitzendes Verhalten zu ändern fast zu knapp gerechnet ist, aber wir haben Geduld!


    Viele Grüße, Didi!

  • Ich hätte da auch mal wieder eine Frage, vielleicht kam es irgendwo schon vor, dann sorry:

    Wie verhält sich denn deine Maus, wenn du eine Ruhephase einlegst, draussen auf der Wiese, mitten im Spaziergang? Habt ihr schonmal Picknick gemacht, seid ins Grüne gefahren und habt euch (oder auch allein) mal hingelegt und die Augen zugemacht o.ä. ? Also es geht nicht darum den Hund GANZ BEWUSST zu ignorieren sondern eigenständig zu sagen "ach, hier leg ich mich mal hin, hier ist schön, was der Hund macht is mir grad wurscht".

    LG

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!