Dicke Männer in schwarz

  • Liebes Forum,

    meine 10 Monate alte, friedliche und freundliche Hündin bellt grosse Männer (und dicke Frauen :smile: ) an. V.a. wenn sie dunkel gekleidet sind. In der Dämmerung ist es besonders schlimm. Meistens kann ich sie beruhigen und zu mir rufen aber manchmal regt sie sich so auf, dass sie mehrmals hinrennt und nicht aufhört zu bellen. So als wollte sie die Person verjagen.

    Kennt ihr das? Habt ihr Tipps für mich?

    Liebe Grüsse

    Stella

  • Wieso beruhigst du sie? Damit bestätigst du sie, dass es einen Grund gibt, zu bellen.

    In solchen Situationen mutiere ich zum Oberfeldmarschall. Der Hund kommt an die Leine, ich laufe zwischen Hund und Angstobjekt und dann "marschiere" ich in die Richtung, in die ich will und der Hund wird mit kurzen, zackigen Kommandos weitergeschickt. ICH bin souverän, ICH hab die Situation im Griff und mein Hund hat da absolut gar nix zu regeln und irgendwen anzubellen. Eine selbstbewusste Körperhaltung und eine Stimme, die vermittelt "Ich weiß was ich will und ich meine das auch so!" führen dazu, dass meine auch im Dunkeln an großen bösen Männern vorbeigehen kann.

    LG, Henrike

  • Oh, bei so einem eindeutigen Muster würde ich die Situation nachstellen und den Hund sich an den Anblick gewöhnen lassen.

    Ich würde einen Menschen mit ähnlicher Statur/Outfit um Hilfe bitten.

    Dann würde ich den Hund abgestuft mit dem Menschen konfrontieren. Immer unter seiner Unruheschwelle bleibend.


    (Ich denke, es ist der erwachende Schutztrieb bei deinem Hund. Will sagen: er weiß unter Umständen nicht so wirklich, was er da gerade tut, sondern folgt einem inneren Programm. Nun liegt es an dir, das in korrekte Bahnen zu lenken.)

  • Ich stimme den beiden absolut zu....Souverän in der Situation (definitiv nicht beruhigen und damit bestätigen) aber man kann ja zusätzlich noch mit Hilfe üben. Dann wirds auch nicht so unangenehm wenn es bei Fremden auf der Straße passiert ;)

    Unsere Penny hatte auch ein Problem mit schwarz gekleideten Personen und schwarzen Hunden. Irgendwann ist aus dem Gebell und gezeter ein ruhiges höfliches Misstrauen geworden. So lange die schwarzen Hunde auf abstand blieben und leute in schwarzen Kapuzenpullies sie in ruhe gelassen haben war alles ok ;)

    wird schon

  • Ok danke schonmal! Ich soll also wahrnehmen, dass sie bellt und dann die Situation "übernehmen"? Das hiesse, dass ich ihr manchmal hinterherrennen müsste um mich dazwischenzustellen. Ist soviel aufhebens dann nicht wieder kontraproduktiv?

  • Zitat

    Ok danke schonmal! Ich soll also wahrnehmen, dass sie bellt und dann die Situation "übernehmen"? Das hiesse, dass ich ihr manchmal hinterherrennen müsste um mich dazwischenzustellen. Ist soviel aufhebens dann nicht wieder kontraproduktiv?

    Ich würde eine Hündin mit 10 Monaten, die dieses Verhalten zeigt, erstmal an der Leine führen um" einwirken" zu können. Wenn sie im Freilauf dieses Verhalten zeigen kann, wird es sich irgendwann verstärken, da sie jedesmal einen Erfolg für sich verbuchen kann. Nimm sie an die Leine und wenn sie sich so zeigt, gehe kommentarlos durch die Situation hindurch. So lernt sie am besten, das schwarz gekleidetet Menschen keine Bedrohung darstellen. Das wäre jedenfalls mein Weg.


    LG Ute

  • Wenn es draußen dunkel ist, übernehme ich schon, bevor sie überhaupt bellen kann. Ich muss die Leute vor ihr sehen und entsprechend auftreten.

    Ansonsten Schleppe dran, wenn sie Kommandos überhört. Wenn man den Hund "abholen" muss, ist es für eine Zeitlang sinnvoll, wenn man erstmal den Ungehorsam verhindert...

    LG, Henrike

  • Hm. Im Freilauf zeigt sie das Verhalten eher selten, wenn nur in der Dämmerung, aber ich gehe sehr selten abends noch ohne Leine raus, kann damit leben darauf zu verzichten. Wo es aber häufiger auftritt ist (fällt mir jetzt erst auf), wenn wir zu Besuch sind. Heute z.B. war sie im Garten bei Freunden, da liefen Leute vorbei, sie sofort hin und bellt. Nicht schlimm, aber wäre besser, wenn sies nicht macht. Ich möchte sie ungern da an die Leine nehmen, weil sie sonst sehr unproblematisch ist und auch sehr gut hört und das draussen sein sehr geniesst. Kürzlich war bei meiner Freundin der HAndwerker, der hat ihr auch nicht gepasst, denn den hat sie ausführlich angebelllt. In der Wohnung. Meine Frage ist eher wie ich darauf reagieren soll.

  • Nicht REagieren, sondern agieren. Nicht erst eingreifen, wenn sie schon längst bellt und hingerannt ist, sondern erstmal dafür sorgen, dass sie mit dem Verhalten keinen Erfolg hat. Deswegen ruhig erstmal anleinen, sobald sie geschnallt hat, dass das unerwünscht ist, kannst du die Leine ja wieder weglassen. Rein theoretisch bräuchte meine abends auf der letzten Pipi-Runde auch keine Leine und ist sehr unkompliziert. Praktisch gesehen brauchte ich aber für die Anfangszeit eine Leine, um entsprechendes Verhalten zu unterbinden. Denn wenn der Hund in solchen Situationen nicht hört, auch wenn er sonst sehr gut hört, ist der Gehorsam eben noch nicht gut genug, um ohne Leine auszukommen, zumindest in den "Gefahrenzeiten" in der Dämmerung ;)

    Ansonsten halt wie gesagt, sicher und souverän auftreten, ihr klarmachen, dass das dein Job ist, nicht ihrer. Schließlich bist du schon groß und kannst dich selbst verteidigen, wenn du das für nötig hältst. Ich habe meine da körperlich zurückgedrängelt, wenn sie nach vorne gehen wollte und habe sie verbal zurechtgewiesen und dann gewohnt zackig weitergeschickt. Wie gesagt, meine Kommandos sind keine Vorschläge, sondern klare Anweisungen und wer denen nicht folgt, kriegt die "Konsequenz", dass ich da schonmal deutlicher werde.

    LG, Henrike

  • Du mußt einfach schneller sein sals der Hund: behalte ihn im Auge, wenn er auch nur Ansätze zeigt, zu einer Person hinrennen zu wollen, rufst Du ihn zu Dir heran - BEVOR er startet. Du zeigst ihm damit, was für ein Verhalten er zeigen soll, und mußt nicht erst laut werden/strafen etc., weil Du nicht schnell genug "geschaltet" hast. Wenn der Hund unsicher ist, gibt es ihm die nötige Sicherheit, zu wissen, wie er sich denn verhalten soll, und muß nicht noch in einer Situation, wo er eh unsicher ist (sonst würde er ja nicht bellen), geschimpft werden, weil er sich falsch verhalten hat.
    Notfalls im Dunklen an die Leine nehmen, wenn´s bei Euch uneinsehbare Seitensträßchen gibt, aus denen unvorhersehbar jemand kommen kann, oder eben gleich ins Fuß nehmen, wenn das zuverlässig klappt, sobald man jemanden sieht, der dem Schema (groß, schwarz gekleidet) entspricht.
    LG,
    BieBoss

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