Angst vor Straße. Ich weiß nicht was ich machen soll! :(

  • Hallo zusammen,

    Rex hatte am Anfang auch sehr viel Angst vor Lastwagen und Motorrädern.

    Wir haben dann jeden Tag ein bis zweimal die Hauptstraße besucht, geschätzt 800 bis 1000 Meter und sind dann wieder auf einen Feldweg abgebogen. Wenn er stehengeblieben ist, habe ich nicht auf ihn reagiert, sondern mir die Umwelt/Natur in Ruhe angesehen. Er hat dann schnell bemerkt, dass Frauchen hier gar keine "Gefahr" sieht und ist dann anfangs noch zögerlich und mittlererweile total entspannt, hinter mir hergetrottet.

    Ein Zerren etc. war nicht nötig.

    Jetzt nach ca. 6 Monaten täglichem Training, interessiert ihn die Hauptstraße nicht mehr. Wenn Frauchen vorgeht ist alles o.k.!

    LG, Tigre

  • :gelbekarte:

    Was ist denn hier los?

    Welt-aggro-Tag und ich habs verpasst?

    Die TS braucht Erfahrungen und Ratschläge und keinen Zickenkrieg. ;)

    Also bitte nur noch zum Thema und nicht vorne-hinten-sonstworum gestichel.

    Merci! =)

  • es kommt darauf an wieviel angst der hund hat.
    wenn er panik hat kann er nix mehr lernen, da bringt auch kein hinterherziehen mehr, der denkt nur ans weglaufen. wenn der hund von der strasse kommt, hat er womöglich kaum was kennengelernt.
    meine war und ist immer noch eher ein ängstlicher hund, hat früher oft panik geschoben, heute kaum noch. hat aber immer mal wieder einen unguten tag. ich denke ihre welpenzeit war sehr reizarm, ich musste ihr alles nahebringen.

    dabei ist es wichtig den hund am rande der unruhe (stresses) zu manövrieren. das heisst konfrontieren aber so, dass er nicht zuviel angst hat, sonst gibts keinen lernprozess. wir haben strassen nach befahrenheit und tageszeit sortiert. also von klein bis gross von ruhezeit bis verkehr.

    nimm doch den welpen in einer stunde zur strasse, wo kaum verkkehr ist, underst dannnochmal wenns bisschen mehr verkehr gibt. dann kennt er den ort schonmal und ist etwas ruhiger und ansprechbarer. dann erst langsam steigern.

    und nach einer woche würd ich keine riesenerfolge erwarten. lieer etwas länger trainieren, aber ohne gezerre etc. als zu schnell zu sein. ich hb den fehler mit dem zu schnell sozialisieren bei einigem gemacht zB busfahren. ich habe meine hündin überfordert. sie hat panikattaken bekommen. musste alles von vorn in babyschritten aufbauen. hätt ich sofort langsam angegangen, hättes nicht mal die hälfte der zeit gedauert. und sie toleriert es, mögen tut sies nicht.

    man macht oft den fehler viel zu viel, viel zu schnell zu verlangen...

    lg annia

  • Auch von mir ein paar Erfahrungswerte:

    Mal ganz allgemein: Gib euch Zeit und bewahre dir so gut es geht die Geduld. Du hast deinen Hund erst vier Wochen, du kennst die Vorgeschichte nicht. Jeder Hund von der Straße ist anders, deinen verunsichern schnelle, laute Autos, er wird wissen warum. Die Situation stresst ihn, früher wäre er der Situation ausgewichen, indem er geflüchtet wäre oder einen anderen Weg gewählt hätte. Nun ist er aber an der Leine und muss sich auf dein Urteil verlassen, ob es für ihn brenzlig wird. Ich denke eure gemeinsame Zeit ist noch zu kurz, um dir in so einer Situation zu vertrauen und zu folgen.

    Meine Masha ist auch aus Rumänien (ich habe sie mit ca. 2 - 2 1/2 Jahren letztes Jahr aus dem Tierheim geholt). Sie war in einigen Dingen ein ängstlicher Hund (heute nur noch vorsichtig), unter anderem auch Autos gegenüber. Gleiche Erfahrung wie du: Je größer die Straße und je schneller und lauter die Autos desto panischer mein Hund. Sie hat versucht sich an den Häuserwänden entlang zu drücken und wollte auch meistens wenn gerade wieder ein Auto an uns vorbei gebraust war, zuerst nicht weiterlaufen. Heute findet sie es denke ich auch noch nicht prickelnd, ist aber viel gelassener und entspannter. Also nicht aufgeben! :smile:

    So bin ich vorgegangen: Ich habe solche Straßen nicht gemieden, aber ich habe sie an solchen Straßen immer an der Häuserwand entlang laufen lassen, so dass ich zwischen ihr und den Autos war.
    Nachdem ich gemerkt habe, dass es für sie viel schlimmer ist, wenn die Autos von hinten kommen, hab ich mit ihr eher Situationen geübt, wo sie an zweispurigen Straßen, die Autos von vorne auf uns zu fahren sehen konnte. Bei der Variante Autos zischen von hinten an uns vorbei, habe ich nur kurze Abschnitte gewählt und bin dann sofort wieder auf für sie ruhigere schmalere Straßen abgebogen.
    Wenn sie wegen eines Autos einen Satz zur Seite gemacht hat, habe ich mit ganz ruhiger leiser Stimme zu ihr gesagt: "Ist alles fein" und sie wieder mit "Na komm!" gelockt. Das ist am Anfang fast wie eine Beschwörungsformel zwischen uns gewesen. :D
    Sonst bin ich aber nicht weiter darauf eingegangen, sondern habe mich wieder in Bewegung gesetzt und sie so behutsam wie möglich "hinter mir hergezogen", bis ich gemerkt habe, sie entspannt sich wieder (zum Üben wäre eine Straße gut, wo die Autos schnell fahren, aber nicht im Sekundentakt nacheinander kommen).
    Wenn ich gemerkt habe sie entspannt ein wenig zwischendurch hab ich meiner kleinen Verfressenen ein Leckerlie angeboten (hat sie am Anfang vor lauter Angst nicht angenommen).
    Manchmal bin ich auch einfach an Kreuzungen oder Ampelübergängen eine ganze Zeitlang stehen geblieben, hab gar nichts groß zu ihr gesagt (ausser vielleicht mal nach einer sehr panischen Reaktion meine Beschwörungsformel), selbst einen Happen gegessen oder mich entspannt an die Ampel gelehnt. Dabei durfte sie ruhig einen Meter weiter an der Häuserwand sitzen.

    Was soll ich sagen, bei uns hat es geklappt. Wobei ich mir sicher bin, dass das größer werdende Vertrauen zwischen uns und die Gewöhnung an solche Umgebungen und Situationen uns zugearbeitet haben.
    Das ganze hat seine Zeit gebraucht und Geduld gefordert, aber es ist schön die Veränderung zu sehen. Heute weicht Masha nur noch gaaanz selten an großen Straßen aus oder scheut, meistens wenn bei großen LKWs, die mit großem Radau von hinten anbrausen. Ansonsten nimmt sie den Autoverkehr gelassen. Sie sitzt an den Ampelübergängen, ganz vorne an der Straße und lässt die Autos und Motorräder an sich vorbeifahren ohne groß zu reagieren.
    Ihr schafft das auch! :smile:
    Beobachte deinen Hund und verlass dich auf deine Intuition, die Formel gibt es sowieso nicht. Solltest du das Problem allein nicht in den Griff kriegen, hilft dir sicher ein erfahrener Hundetrainer dabei.

    Viel Glück! :smile:

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