Heilen-Beruf oder Berufung?

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  • Hallo,

    ganz oft lese ich hier, dass ein TA seinen Beruf verfehlt hat, wenn er Wildtiere nicht kostenlos behandelt, keine Ratenzahlung akzeptiert, bei Op´s evtl. Vorkasse wünscht, etc.
    Müssen Tierärzte grenzenlose Tierliebe zeigen, ununterbrochen im Einsatz sein, kostenfrei behandeln....?
    Oder anders:
    Woher kommt der Anspruch der bedingungslosen Bereitschaft, der ausschließlichen Leidenschaft für seinen Beruf seitens der Kunden?
    Bin ganz gespannt.

    LG, Friederike

  • Zitat


    Woher kommt der Anspruch der bedingungslosen Bereitschaft, der ausschließlichen Leidenschaft für seinen Beruf seitens der Kunden?

    Bewrufsethos! Ein Arzt (ob nun Humanmedizin oder Veterinaermedizin) sollte sich in erster Linie moralisch verpflichtet fuehlen zu helfen wenn er ein Lebewesen in Not sieht und die Kompetenz & Moeglichkeit hat dieser Not Abhilfe zu schaffen.

  • Das kommt ganz auf die Situation an!
    Meiner Meinung braucht ein TA nicht umsonst Wildtiere behandeln und er muss auch keine Ratenzahlung akzeptieren, wenn ich dem Hund Zahnstein entfernen lassen will...aber in absoluten Notfällen erst zu handeln, wenn das Geld auf dem Tisch liegt...da würds mir auch die Sprache verschlagen!
    Ich muss da immer an mollrops Geschichte denken, die mit einem Hund mit einer akuten Magendrehung in die Tierklinik fährt und dort erst mit der OP begonnen wird als das Finanzielle geklärt war...

  • Klar - ein Tierarzt sollte seinen Beruf nicht zuletzt machen, weil ihm was an Tieren liegt und er diesen gerne helfen möchte.

    ABER:
    Ich habe das Gefühl, dass viele gerne vergessen, dass es ein BERUF ist, von dem man eben auch mal sein Leben finanzieren muss.

    Was soll ein Tierarzt tun, wenn er den Tierbesitzer nicht kennt? Ratenzahlung vereinbaren, bei einem völlig fremden? Würde ich nicht.
    Und es gibt nunmal die GOT. Da kann kein Tierarzt was ran rütteln - und wenn es auffliegt, dass der entsprechende TA sich nicht daran gehalten hat, dann gibt es richtig Ärger für ihn.

    Natürlich ist der Tierarzt moralisch verpflichtet, generell zu helfen und niemandem mit todkrankem Tier wieder wegzuschicken.
    Aber man muss eben auch den Tierarzt verstehen, der natürlich sein Geld sehen will - schließlich hat er lange und hart studiert, muss seinen Lebensunterhalt finanzieren etc.pp.

  • Ich weiss nicht ob ich kostenlose behandlung erwarte, eher nicht, nehme ich mich eins tieres an, bin ich auch für ein wildtier bereit zu zahlen. aber lässt der tierarzt das tier sterben, nur weil ich kein geld sofort zur verfügung habe, dann such ich mir einen neuen.

    man knn doch raten und nachzahlung vereinbahren, aber geholfen werden sollte trotzdem finde ich. brufsethos. ich finde tierarzt sollte man aus tierliebe werden, behandelt der tierarzt mein tier "herzlos" oder ich merke er mag es nicht, wechsele ich. :???: ich fand es immer schade wie meine frühere tieräztin meine ratten behandelt hat. sie hat zwar alles getan, aber man merkte sie mag sie nicht. ein tierarzt sollte wissen wie man mit einem tier umgeht ruhig und freundlich sein, es auch ml ansprechen. das erwarte ich. nicht nur spritze und dann rechnung.

    ich wähle ja die dienstleistung die ich haben möchte und beim tierarzt gehört das eben dazu. den es geht um leben und da sollte eben dieses an erster stelle stehen! mir ist klar ein tierarzt lebt von seinem beruf, deswegen bin ich ja auch bereit zu zahlen, aber er sollte eben auch in scwierigen situationen mit sich reden lassen.

    lg annia

  • Schönes Thema, Friederike.

    Ich finde schon, dass Fundtiere ohne Bezahlung behandelt werden sollen.
    In der heutigen Zeit kann ich jedoch verstehen, dass Tierärzte keiner Ratenzahlung zustimmen bzw. sofortige Bezahlung bei Neu- bzw. unzuverlässigen Kunden verlangen.

    Ich verlange von meinem TA Kompetenz. Ich verlange, die Sicherheit, dass mein Hund gut aufgehoben ist. Ebenso verlange ich, dass mein Tierarzt sich auf mein Tier einstellt also nicht einfach drauf los geht.

    Woher der Anspruch kommt - Hunde werden nicht mehr überwiegend als Nutztier (Beschützer für Haus und Hof gehalten) sondern sind zu Familienmitgliedern geworden und damit werden auch höhere Ansprüche gestellt. Man tauscht nicht einfach aus sondern tut für den geliebten Vierbeinerpartner alles was notwendig ist und noch viel mehr. :D

  • Zitat


    In der heutigen Zeit kann ich jedoch verstehen, dass Tierärzte keiner Ratenzahlung zustimmen bzw. sofortige Bezahlung bei Neu- bzw. unzuverlässigen Kunden verlangen.

    Klar, das finde ich auch absolut in Ordnung.

    Aber in erster Linie sollte sich ein Tierarzt einem Tier annehmen das in diesem Moment medizinische Versorgung wirklich benoetigt......und die Zahlung sollte da an zweiter Stelle stehen.

    Ich finde es auch absolut ok wenn ein TA oder Tierklinik ein behandelter Tier nicht herausgibt ohne Bezahlung......was ich nicht akzeptieren wuerde waere die med. Hilfe dem Tier strikt zu verweigern nur weil die Bezahlung nicht geklaert ist.

    Ich habe auch persoenlich noch keinen TA kennen gelernt der ein Tier um das es wirklich kritisch steht einfach abweisen wuerde.

  • Unser TA ist mit Leib und Seele TA er setzt sich immer für die Kranken Tiere ein und egal wie dick Frauchens oder Herrchens Brieftasche ist :gut:
    Wir haben auch schon einen Verletzten Igel und eine fast verhungerte Katze zu unseren TA gebracht 9€ pro Behandlung fand ich ok.
    Sicher muss ein TA auch Leben aber wenn ich bei manchen TA sehe 15€Beratungsgebühr naja ohne Komentar.
    Wie soll ich vertrauen zu einen TA haben den die Tiere nur interessieren wenn das Geld stimmt :???:
    TA sollte schon eine Berufung sein sonst ist man mit Sicherheit kein guterTA!

  • Woher kommt der Anspruch, ... weil der Arzt helfen kann!

    Der Beruf des Arztes, egal ob für Mensch oder Tier, geht für mein Empfinden mit einer höheren moralischen Verpflichtung einher als die meisten anderen Berufe.

    Ich habe ja sowohl wegen Bobby als auch als Tiertafel-Mitarbeiterin in letzter Zeit einige Tierärzte kennengelernt und muss sagen, dass es da sehr deutliche Unterschiede gibt. Natürlich erwarte ich von einem Tierarzt Fachwissen, den Willen zur Weiterbildung usw., aber auch eine besondere Liebe zum Tier und bestenfalls sogar Verständnis für die Emotionen des Halters. Kann der Doc mir dies vermitteln, erhöht es mein Vertrauen in ihn.

    Ein Tier in Not aus finanziellen Gründen nicht zu behandeln, sollte niemals eine Option sein. Auch Ratenzahlungen sollten unbedingt möglich sein. Selbst wenn jemand die Zahlungen schuldig bleibt, wird dies durch erhöhten Kundenzulauf ausgeglichen, weil sich die frohe Kunde der angenehmen Zahlungsmodalitäten schnell verbreitet (auch wenn man selbst gar nicht in Raten bezahlen will).

    Es sind meist die Praxen mit den "Apothekerpreisen", die wenig bis keine Gnade kennen ... das sagt für mich viel über die Beweggründe aus. Von jemandem mit dem verantwortungsvollen Beruf des Arztes/Tierarztes erwarte ich anderes.

    Liebe Grüße
    Wauzihund

  • Hallo,

    ich habe noch keinen TA kennengelernt der mich erst nach dem Finanziellen gefragt hat wenn es ein Notfall war, dann hieß es immer erst, komm rein wir machen das schon.

    Bei meinen Tierärzten hab ich auch nie viel bezahlt, da ich neben den Hunden meist auch Nutztiere hatte und sie wussten wie gering mein Lehrgehalt ist.
    Ich bin allerindings auch nur zur Impfung oder in Notfällen bei meinem TA, oder ich hol direkt die Medis. Als ich mit einer Bissverletzung ankam, weil meine damalige Mitbewohnerin mich genervt hat dass ich damit zum TA sollte, es war wirklich nicht schlimm, hat mein TA nur den Kopf geschüttelt und gemeint das ich deswegen nicht hät kommen brauchen und mich ohne Behandlung wieder heimgeschlickt und ohne das ich Geld zahlen musste.

    Aber ich kann auch verstehen wenn ein TA nicht jedes Wildtier behandeln will, da wirklich alles hingeschleppt wird und manchmal muss man einfach akzeptieren das es der Lauf der Natur ist, wenn sie eine Taube den Flügel bricht und dann zu Fuchsfutter wird.

    LG

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