Beiträge von Pfeffernaserl

    Ich bin manchmal ein bisschen schludrig, was das Einführen von Signalen angeht. Oft schleiche ich sie schon sehr früh ein oder ändere sie nachträglich noch drölfzig Mal :pfeif:|)

    Generell versuche ich aber, Signale erst dann einzuführen, wenn das Verhalten zu beinahe 100% so ausgeführt wird, wie ich es haben möchte. Allerdings gebe ich es nicht, wenn das Tier das Verhalten schon zeigt, sondern von Anfang an vor dem Verhalten. @Brizo , darf ich fragen, warum du das Signal Anfangs noch während das Verhalten ausgeführt wird gibst?

    Mit der Signalkontrolle nehm ichs auch nicht so genau. Es gibt nur ganz wenige Verhalten, bei denen ich auf Signalkontrolle bestehe, wie zum Beispiel springen oder Pfoten auf den Arm legen oder Küsschen geben.

    In dem Heftchen, das beilag, steht, ich kann die Übung verfeinern sobald in 80% der Fälle das gewünschte Verhalten gezeigt wird. Heißt dann bei dir „zuverlässig“ 80% oder sollte ich nahe an die 100 %?

    Wenn du noch im Aufbau des Verhaltens bist, dann auf keinen Fall näher an die 100% ranclicken, lieber schon deutlich früher die Anforderungen ändern. 100% sind der Tod jedes Shapings, damit verlierst du Variabilität und schaffst im schlimmsten Fall Frust, wenn das Verhalten, das sonst immer funktioniert hat, plötzlich nicht mehr belohnt wird.

    Manchmal macht sie nix, wartet und stupst dann erst die Hand an, in 90% der Fälle tut sie es sofort.

    Jedes Zögern solltest du als Information behandeln. Zögert sie, weil sie noch nicht ganz verstanden hat, was du von ihr willst, zögert sie, weil es Umweltfaktoren gibt, die es ihr gerade nicht möglich machen, sofort auf das Signal (denn deine Hand ist aktuell ja das Signal für das Verhalten) zu reagieren, zögert sie, weil sie im Training gestresst ist,...

    Wenn Carlo langsamer reagiert, setze ich die Anforderungen herab oder gebe ihm die Chance, mit sehr beliebten sehr einfachen Verhalten sich schnell einige Kekse zu verdienen und wieder zurück "ins Spiel" zu finden.

    Ich zitiere mich mal selbst, nach MRT&Co sind wir bei ~420€ Tierarztkosten/Monat gelandet. Und wenn ich jetzt die neue Transportbox zum Kleinkrams dazu rechne, wäre ein Pferd dann doch die günstigere Alternative gewesen :lol:

    Wir haben mit unserem "Rutenlosen" noch vor Weihnachten mal die Diagnostik der Neurologie unserer Tierklinik ausgereizt. Seit zwei Wochen bekommt Carlo jetzt Schmerzmittel gegen Nervenschmerzen und ich hab einen ganz anderen Hund. Im Nachhinein tut es mir Leid, dass er so lange mit Schmerzen herumlaufen musste.

    Hast du denn eine in Sachen Neurologie gut aufgestellte TK in der Umgebung? MRT hat bei uns keine aussagekräftigen Ergebnisse geliefert, erst die Elektromyographie hat uns weiter gebracht.

    Ich hatte heute auch ein bisschen Zeit und hab mich an den letzten drei Fotos versucht :)

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    Ja,Chirag Patel ist einer der Vorreiter was die Nutzung von Koop-Signalen angeht. Sein Bucket Game war auch bei uns einer der ausschlaggebenden Punkte, es damit mal zu probieren (da gibts auch eine ganz großartige Podcast-Folge mit ihm zu dem Thema Contrafreeloading, in der er auch über das Bucket Game spricht Dinking from the Toilet - Contrafreeloading with Chirag Patel )

    Und zum Thema "zum Affen machen" gibts vielleicht am Wochenende ein neues Video von uns. Badewannentraining mit dem Carlo-wird-gewaschen-Song. :pfeif:

    Das ist ja eine tolle Idee. Wie baut man so etwas denn auf?

    Ich kann mir das gar nicht vorstellen, hab aber auch einen Hund, der sich permanent anbietet, immer bereit ist und vor nichts Angst hat. Für den bräuchte ich eher einen Ausschalter. (Also so einer mit Knopfdruck wäre praktisch.) |)

    Zum Aufbau von unserem Start-/Kooperations-Signal zitiere ich mich mal kurz selbst:

    Pfeffernaserl Ein schönes Trainingsvideo! Ich oute mich jetzt vermutlich als völlig unwissend, aber es interessiert mich sehr, wozu Ihr diesen roten Untersetzer habt. Mir ist nicht wirklich klar geworden, was Carlo signalisiert, wenn er ihn mit der Pfote berührt.

    Der Untersetzer ist unser Start-Signal (bzw. ist es zwischendurch auch das Klopfen mit der Pfote). Erst wenn er mir damit signalisiert, dass er bereit ist, kommt das Gruselgeschirr ins Spiel.

    Ich hab nach dem Video unser Training nochmal ein wenig umgestellt. Ich lasse aktuell keine so langen Pausen entstehen sondern frage viel früher sehr einfache Alternativverhalten ab. So kommt Carlo aus dem Konflikt, dass es nur Kekse fürs Gruselgeschirr gibt, raus und kann viel öfter den Startbutton betätigen.

    Seit gut einem halben Jahr kämpfen wir nun schon gegen die kleinen Babesien, genauer gegen Babesia vulpes (früher Theileria annae). Weil es dazu so wenig Informationen im Netz von/für Betroffene zu finden gibt, möcht ich hier mal festhalten, was wir bisher versucht haben und hoffentlich auch irgendwann was Erfolg bringt.

    Angefangen hats Ende Juni, da haben wir Carlo mit unklarer Symptomatik bei unserer Haus-TÄ vorgestellt.

    Die Symptome waren:

    - blasse Schleimhäute

    - Nasenausfluss

    - hohes Schlafbedürfnis

    - wechselnde Lahmheiten und manchmal steifer Gang

    - Schwankungen der Körpertemperatur (da wir die (noch) nicht messen können, kann ich nicht sagen, ob nur erhöhte Temperatur oder Fieber)

    Carlo kommt ursprünglich aus Rumänien, also war das erste, das unsere TÄ gemacht hat, das Reiseprofil und Tests auf die diversen MMKs.

    Da hatten wir dann auch gleich einen erhöhten Babesiose-Titer und die nachgeschobene PCR hat dann bestätigt, dass er Babesiose positiv ist (dazu auch noch Hepatozoonose positiv, was die Lahmheiten erklären kann).

    Es folgte also die Standard-Behandlung: zweimal Imidocarb im Abstand von 14 Tagen.

    Die Spritzen hat er gut vertragen, bis auf ein wenig Juckreiz gabs keine Probleme.

    Das Allgemeinbefinden hatte sich verbessert, es gab deutlich weniger Nasenausfluss und auch die Schleimhäute haben immer wieder mal Farbe angenommen.

    Nach weiteren 14 Tagen folgte die nächste Blutabnahme um in der PCR den Erfolg der Therapie zu überprüfen.

    Leider war Carlo immer noch Babesiose positiv.

    Weiter gings dann also mit der Erregertypisierung. Das Ergebnis lautete dann eben: Babesia vulpes.

    Seit dem Zeitpunkt der fehlgeschlagenen Imidocarb-Therapie ist unsere TÄ mit der Parasitologie der LMU in Kontakt, die dann auch gleich eine Therapieempfehlung abgegeben haben:

    Atovaquon in Kombination mit Azithromycin über 7-10 Tage (die genauen Dosen hab ich grad nicht im Kopf).

    Atovaquon pur gibt es aktuell nur als Suspension zu einem äußerst stattlichen Preis. Nach Rücksprache mit der Para haben wir uns dann für ein günstigeres Kombinationspräparat entschieden: Atovaquon+Proguanil-HCl.

    Carlo hat auf das Atovaquon sehr stark reagiert. Erbrechen, extremer Durchfall, andauernde Übelkeit, extreme Mattigkeit (er hat in der Zeit mehr als 21h pro Tag geschlafen). Nachdem auch Medikamente gegen die Übelkeit absolut keine Linderung brachten und er gar nichts mehr fressen oder trinken wollte (ist ja eh alles nach spätestens 20 Minuten wieder aus dem Hund rausgeflossen), haben wir die Therapie nach 7 Tagen abgebrochen.

    Es folgte eine Wartezeit von 60 Tagen bis zur nächsten Blutabnahme für die Kontroll-PCR.

    Auch da gings Carlo nochmal deutlich besser. Die Schleimhäute durchgängig rosa, der ganze Hund viel aktiver und wacher, kein Nasenausfluss mehr und auch keine erhöhte Temperatur.

    Die Hoffnung wurde allerdings durch die PCR wieder zunichte gemacht: Carlo ist weiterhin Babesiose positiv.

    Wie es jetzt weiter geht, wissen wir noch nicht. Unsere TÄ ist wieder mit der Parasitologie in Kontakt, die hoffentlich nochmal eine Therapie für uns aus dem Hut zaubern können.

    Eine Möglichkeit wäre es, doch das pure Atovaquon zu nutzen, das ist scheinbar besser verträglich als das Kombi-Präparat mit Proguanil-HCl. In der Literatur findet man auch noch eine Behandlung mit drei Wirkstoffen, die bei Atovaquon-resistenten Stämmen von Babesia gibsoni eingesetzt wird. Ich bin aktuell am Recherchieren, ob die auch bei B. vulpes getestet wurde...

    Zum Einschlafen liegt Carlo zwischen uns, später verzieht er sich dann ans Fußende. Bei uns bin ich der unruhigste Schläfer, deshalb liegt Carlo auch immer bei meinem Freund, weil es ihn nervt, wenn ich mich andauernd herumdrehe und ihn dadurch aufwecke :pfeif:

    Ich bin auch die erste die aufsteht und sobald ich das Bett verlassen hab, macht er sich auf meiner Seite lang - da haben die Männer dann endlich Platz und Ruhe :lol:

    Anfangs durfte er nicht ins Bett, nachdem er aber angefangen hat, neben meinem Kopf zu steppen, hat er sich seinen Platz zwischen uns schnell erobert. Er schläft auch viel, viel ruhiger, wenn er bei uns liegen darf.