Beiträge von Pfeffernaserl

    Ich überlege ob ich morgen früh auch gehe aber ich muss einfach schauen, wie ich aus dem Bett komme :ops: Irgendwie ist es ja doch was anderes um 4 Uhr oder 4:30 im Wald zu sein oder um 5:30 Uhr... Mal schauen ob ich mich aufraffe...

    Genau die gleichen Überlegungen hier :lol:
    Es juckt mich ja schon in den Zehen, morgen Früh eine kleine Runde zu drehen, aber noch früher aufstehen ist... früh :tropf:

    Wir haben eine Physio :hurra:
    Am Freitag gabs unter Aufsicht unserer Trainerin das erste Beschnuppern, das wie geplant sehr gut verlaufen ist. Nächste Woche haben wir dann unseren ersten Termin bei ihr, erstmal nur die Räume angucken und ankommen. Wenn er so weit ist, kommt er erstmal aufs Unterwasserlaufband, wenn er sich dann irgendwann mal anfassen lässt, gibts Laser-Therapie für die Narbe. Laufen sollen wir weiterhin in seinem Tempo, wies mit CC aussieht, müssen wir gucken, aber sie klang recht zuversichtlich.

    Gestern Früh sind wir dann also gleich wieder raus, ich höchstmotiviert, Carlo eher nicht so. Nachdem er auf zwei Anfragen, ob er nicht vielleicht laufen mag, mit "Nein" geantwortet hat, sind wir unverrichteter Dinge wieder heim.
    Heute Morgen hab ichs wieder probiert, ich wieder höchstmotiviert, Carlo auch :applaus:So sind wir teilweise sehr gemütlich, teilweise etwas flotter durch den Neuschnee getrabt. Immer noch mit vielen Pausen an der Schlepp dazwischen, die braucht er aber auch, damit er die Motivation nicht verliert. Einen Sitzstreik hatten wir im Wald, da waren wir ob des einzuschlagenden Weges geteilter Meinung :lol: Dafür ist er dann das letzte Stück supertoll mitgelaufen.

    Herr Hund und ich waren am Sonntag und gestern unterwegs, ich hab ganz unten in der Hundekramsbox einen billigen Bauchgurt und eine gedämpfte Leine gefunden (wusste ichs doch, dass ich von Anfang an mit dem Hundetier laufen wollte!) - für die ersten "ernsten" Übungsläufe hat das ja gereicht. Fokus liegt ja eh erstmal auf dem Etablieren einer Laufroutine. Also viel herumleinen (Pause an der Schlepp, Laufen an der gedämpften Leine) und wenig Strecke machen.

    Beim ersten Umleinen auf die kurze Leine ist Carlo nach dem Start-Schnalzer mit einer absoluten Selbstverständlichkeit in einen so angenehmen Zug gegangen, als ob er das schon immer so gemacht hätte. Ich hab ihn dann natürlich gleich ausgebremst und neben mich sortiert, das hat er dann auch super angenommen, aber schon diese zwei, drei Schritte haben ausgereicht, um vollkommen nachvollziehen zu können, warum dieser Sport so süchtig macht :applaus:

    Gestern liefs ganz großartig, nur beim letzten Laufintervall auf den letzten drei Metern ist mir wieder klar geworden, warum mein Freund mich einen Körperklaus nennt... Da bin ich auf gerader Strecke so elegant über meine eigenen Füße gestolpert, dass meine Knie jetzt wunderschön blaulila schimmern. Herr Hund hat nur kurz geguckt, ob ich noch lebe und dann die verstreuten Leckerlies eingesammelt - hoffentlich lernt er nicht, dass es Leckerchen regnet, wenn Fauchen umfällt :lol:

    Am Freitag lernen wir unsere hoffentlich zukünftige Physio kennen, meine Trainerin hatte da noch einen Geheimtipp für mich. Das beste ist ja, dass die Physio Freitags immer in der Stunde vor uns Dummytraining hat und sie wohl auch bereit ist, die Zeit zwischen den Stunden zum Kennenlernen und Vertrauen aufbauen zu nutzen. Carlo ist beim Training eh immer so positiv eingestellt und findet da interessanterweise alle Menschen toll, den Effekt nutzen wir gleich - und hoffentlich gibts dann irgendwann das OK für CC (und wenn nicht, laufen wir einfach weiter nebeneinander).

    Zum Verlängern der Dauer teste ich ja gerade das Koppeln an ein zweites Verhalten und ich bin überaus begeistert. Ich kombiniere Winken mit Targetklopfen, das klappt deutlich besser als erwartet. Unsere zweite Einheit dazu hab ich gefilmt, muss mal gucken, ob das verwertbar ist, dann zeig ich unsere Fortschritte her.

    Mir fällt nur gerade zum Nasetarget noch kein gutes koppelbares Verhalten ein... Eventuell euer Targetstick? Je nachdem, wie gut der schon funktioniert. Also erst ein paar Clicks für Nase an Hand, dann Clicks für Nase an Targetstick. Danach dann erst die Hand präsentieren und wenn sie da angedockt hat, den Targetstick zeigen und das Andocken an den Stick clicken und bekeksen.

    Die Kette (Hand-Nase-Targetstick-Nase-Click-Keks) ein paar mal machen lassen, bis alles sehr flüssig läuft, dann kannst du das Präsentieren vom Stick rauszögern und somit die Dauer an der Hand erhöhen.

    Nur über rauszögern des Clicks arbeiten mach ich auch gern, da würde ich aber darauf achten, dass du nicht in zu großen Schritten vorgehst und die Dauer nur im Schnitt verlängerst. Also wenn du bei im Schnitt zwei Sekunden bist, auch immer noch Kekse für eine Sekunde oder drei Sekunden verteilen, wobei da natürlich mehr Ein-Sekunden-Kekse verdient werden sollten. Damit hältst du die Motivation hoch und schaffst weniger Frust. Ich würde mir da vielleicht auch einen Trainingsplan schreiben um das im Blick zu haben, bei wieviel Sekunden man gerade ist und wie oft man welche Intervalle belohnen mag.


    Zum Pfoteln: Carlo hat Anfangs auch überhaupt nichts mit den Pfoten angeboten, gar nix. Ich hab dann über drei oder vier Wochen jedes zufällige Anheben einer Vorderpfote geclickt, bis ihm ein Licht aufgegangen ist. Das mach ich gerade auch mit den Hinterpfoten, dass er die aktiv bewegen kann, hat er noch nicht herausgefunden :lol:
    Du könntest auch über Bodentargets arbeiten und den Hund einfach führen, so dass er auf jeden Fall drauftritt, das dann bekeksen und so vielleicht mehr Pfotenaction erclicken... Ist auf jeden Fall eine sehr gute Übung fürs Timing und zur Blickschulung. Oft hilft es schon, wenn man den Gedanken oder die ersten Muskelzuckungen schon clickt und nicht erst eine sichtbare Pfotenbewegung.

    Bei uns ist auch Futter einer der Hauptverstärker. Da gibts natürlich auch Abstufungen: Thunfisch, Hüttenkäse, Fleischwurst, Käsewürfel und Leberwurst teilen sich die obersten Plätze, gefolgt von getrockneter Ente bzw. Huhn, dann kommen diverse Leckerlies und schließlich noch sein Trockenfutter.

    Wir arbeiten hauptsächlich mit dem TroFu und getrockneter Ente, da spiele ich aber ganz viel mit der Art der Präsentation. Am Liebsten hat er es, wenn ich es über den Boden rollen lasse und er hinterherhetzen darf, auch super ist aus der Luft fangen, dann kommt vom Boden suchen und am wenigsten verstärkend ists direkt aus der Hand.

    Matschige Dinge aus Tuben kann man auch in Spuren auf den Boden schmieren und vom Gras schlecken lassen, das ist für Carlo beruhigender und belohnender als direkt aus der Tube schlecken.

    Streicheln ist bei ruhigen Übungen zwischendurch manchmal verstärkend, auf jeden Fall aber nach einer Trainingssession super. Aber da muss ich aufpassen, das kippt ganz schnell in "meh, ist unangenehm".

    Lieblingsübungen sind mittlerweile auch schon tertiäre Verstärker, "Sitz" zum Beispiel. Oder Handtouch oder Kinntarget.

    Umweltbelohnungen sind nachschnüffeln und drübermarkieren, buddeln, Fährten nachgehen, vorstehen, gucken, weiterlaufen dürfen, Abstand zu Auslösern gewinnen, Krähen nachbellen, beschützen/warnen.

    Stimmlob nimmt er in manchen Situationen auch gern an, vor allem, wenn man sich ehrlich freut und stolz ist.

    In Trainingssessions ist das Weitermachen und Probleme lösen für ihn auch überaus verstärkend, deshalb muss ich immer aufpassen, wie ich das Ende gestalte.

    Bei unserem Rumänen gabs auch erhöhtes Schlafbedürfnis und er hat diffuse Lahmheiten und Muskelschmerzen. Ich würde euch auch zu einem Check auf Mittelmeerkrankheiten raten, bei uns sind Babesien und Hepatozooen für die Symptome verantwortlich. Und den Test auf MMKs auf jeden Fall nach etwa 6 Monaten nochmal wiederholen, manche Parasiten brauchen etwas länger, um nachgewiesen werden zu können.

    Außerdem musst du unbedingt in den Rumänen Thread und Fotos herzeigen :D

    Ich finde das ja auch toll - nur hilft das nicht wirklich, wenn das Tier akut die Medis braucht, und nicht erst nach Abschluss des Medical Trainings.

    Und was mache ich, wenn das Tier auch nach Medical Training seinen Entscheidungsspielraum dazu nutzt, Nein zu sagen, weil halt akut zu viele Medis/Behandlungen notwendig sind? Das Tier die Konsequenzen tragen lassen (von denen es nix wissen konnte)?

    Ich arbeite auch ganz viel über Kooperationssignale - wenn ich im Training noch nicht so weit bin, dass mein Tier im Ernstfall kooperiert, dann biete ich für die aktue Maßnahme nicht die Möglichkeit eines Kooperationssignals an.

    Als Beispiel kann ich zwar gerade kein medizinisches bringen, aber bei uns ist das Geschirranziehen stark negativ verknüpft (so negativ, dass er auch beißen würde). Ich übe seit Wochen mit Kooperationssignalen, trotzdem muss das Geschirr mindestens dreimal täglich für die Spaziergänge angezogen werden. Ich gestalte die Situation komplett anders - anderer Raum, andere Kleidung, andere Signale - und biete ihm sein Kooperationstarget gar nicht erst an. Natürlich bemühe ich mich trotzdem, das ganze so wenig aversiv wie möglich zu halten. Er wird dann durchgefüttert mit Superleckerchen und wir machens langsam und in seinem Tempo, aber am Ende hat er das Geschirr an.
    Das Training zeigt seine positiven Effekte aber auch sehr schnell in der akut-Situation, die dadurch immer weniger stressig wird.

    Ich kenne übrigens kein Tier, dass nach gut durchgeführten Medical Training im Ernstfall "nein" sagt, und ich kenn wirklich viele Tiere, die so trainiert wurden (Hunde, Katzen, Pferde, Vögel, Ziegen,...). Wenn ich Bedenken habe, dass das Tier "nein" sagt, dann biete ich eben nicht die Möglichkeit an, Nein zu sagen. Das positive Training wirkt ja trotzdem.

    Und bevor mir wieder jemand einen Strick draus dreht und das als hinterhältig und falsch bezeichnet: ich würde das so machen, wenn es um die Gesundheit meines oder anderer Lebenwesen geht. Alles, was nicht akut ein Lebewesen gefährdet, wird langsam trainiert und es gibt dabei immer die Möglichkeit Nein zu sagen. Und warum ich das Training dann trotzdem mache, obwohl das Tier nachher nicht nein sagen darf: weil es dem Tier trotzdem hilft.