Beiträge von BettiFromDaBlock

    Das ist Betti, wenn sie auf einer Wiese anhalten muss. Ist auf dem Dorf und gegenüber sind eingesperrte Kinder. Wir saßen da jeden Tag zum Pausemachen. Aber könnte genauso im leeren Feld sein.

    Sie fängt sofort an zu zittern und Panik aufzubauen. Außerhalb von 4 Wänden erwartet Betti ständig den Sensemann um die Ecke kommen. Im Wald könnt ich fast heulen, so drüber ist sie. Egal wie oft wir wo sind und das nix passiert. Das ist generalisiert.

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    Zu Beginn hätte sie die Fahrräder, die so stinken einfach umgebumst, jetzt zuckt sie eben weg und kauert sich ein, weil wir nicht mehr hirnlos Attackieren.

    und was macht ihr dann? Also wie kommt sie da raus?

    Ich führe sie an dem Gegenstand vorbei. Wenn Betti danach durch den Wind ist, bleiben wir kurz stehen und versuchen zu realisieren, dass die Situation gar nicht so schlimm ist. Wir haben einen Entspannungstouch zum Runterkommen. Manchmal wird sie dann auch interessiert, dann fasse ich den Gegenstand neugierig (!) an und befinde ihn für friedlich. Betti kann entscheiden wie nah sie sich rantraut.

    Gegenstände können wir zum Glück ruhig betrachten. Der Hund, der die Pedale angepinkelt hat, ist nicht in der Nähe. Wenn Betti das erkennt, dann wird sie wieder ruhiger.

    Lebende, bewegende Dinge, sind für uns viel schwieriger. Da muss ich sie ja manchmal komplett aus der Situation tragen. Je nachdem wie nah und plötzlich das passiert. Aber nach dem Tragen ist sie meist super ruhig, das schaltet sich irgendwas ab.

    Geschwindigkeit und Hektik aus der Situation nehmen, das ist so mit am wichtigsten. Hat sie bereits ausgelöst und der Reiz verschwindet dadurch, kann es tatsächlich sein, dass sie danach total stolz und ruhig weitergeht. Den Lerneffekt sieht man bei ihr leider auch |)

    Er schnüffelt zur Zeit so ganz extrem, und steigert sich da in irgendwas rein, was ihn dann auch immer ängstlicher macht. Kennt das jemand? Also vor allem auf Spaziergängen, gerade wenn wir in einer Gegend sind die er nicht als komplett sicher empfindet, schnüffelt er sich irgendwie so merkwürdig beim laufen fest, und kriegt dann seine Nase überhaupt nicht mehr vom Boden los. Hat das jemand auch, und einen Weg gefunden das zu unterbrechen?

    Solches Verhalten breche ich schon vor Beginn ab. Also mit klassischen Abbruch bzw körperlich blocken, aber dann habe ich meist vorher gepennt. Man kann ja entspanntes Schnüffeln von ich habe eine Spur oder ich steigere mich da jetzt in den Rausch rein unterscheiden.

    Mache ich das nicht, kickt sie sich weg, fällt in den Tunnel, wird zittrig vor Aufregung und kann dann beim nächstbesten Reiz eskalieren.

    Meine Hündin ist vom Temperament auch eher Auf Geht's mit Gebrüll und mir gehört die Welt. Aber trotzdem komplett unsicher und ängstlich. Sie geht dann eben meist nach vorn und attackiert, oder will wegrennen (rennt dabei auch frontal gegen parkende Autos). Seit wir das umtrainieren, also Orientierung zu mir und die Welt bewusst wahrzunehmen, sieht man häufiger ihre Ängstlichkeit (also auch die Leute, die Betti als Draufgängerin und aggressiv einschätzen) Zu Beginn hätte sie die Fahrräder, die so stinken einfach umgebumst, jetzt zuckt sie eben weg und kauert sich ein, weil wir nicht mehr hirnlos Attackieren.

    Wie bereits hier in Thread besprochen sind unsere Hunde nicht nur "Angsthunde", sondern auch Hunde mit tollen Eigenschaften und Strategien. Hier wird halt vor allem der ängstliche Aspekt angesprochen, weil das eine echte Herausforderung sein kann.

    Man muss eigentlich ein mutiges Geschöpf sein, um in einer "gefährlichen" Welt zu überleben.


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    Bei Megan reichen gerade Schatten an der Wand vom uns gegenüberliegenden Vorderhaus, wenn wir in den Hof gehen um nach vorne zu kommen oder ein entferntes Geräusch oder Gerüche am Boden im Hof, ein Knacken im Geäst und sie kehrt um. Auf der Straße dann Menschen in weitester Entfernung, ein Licht irgendwo. Auch in der Wohnung reagiert sie zurzeit noch mehr auf leiseste Geräusche und Bewegungen, will alleine sein und ihre Ruhe, andererseits ist sie anhänglich und kuschelig. Ich habe schon oft über eine Kastration nachgedacht, da sie ja auch sehr unter der Scheinträchtigkeit leidet, fast 3 Monate lang. Die vierte Läufigkeit wollte ich jetzt noch abwarten, da sich da ja auch noch viel tun soll, wobei ich eigentlich nur eine größere Sicherheit und Ruhe nach der ersten gemerkt habe

    Die Ängstlichkeit sogar in der Wohnung klingt anstrengend für alle Beteiligten... :verzweifelt:

    Wir haben ja gerade Locationwechsel hinter uns und spätestens in 3 Tagen wird Betti wieder mit den Hausgeräuschen klarkommen. *klopfaufholz*

    In der Läufigkeit/Scheinmutterschaft konnte Hund nicht mehr Alleinebleiben, reagierte auf alles, das atmet oder von etwas das atmet berührt wurde. Ich kenne ja die ganzen Gedankengänge bezüglich Kastration. Mir wurde die Entscheidung letztendlich durch die Pyo abgenommen. Bei uns ging das sehr positiv aus. Aber im Grunde ist es ein Würfelspiel.

    Das auf Lichter reagieren haben wir hier überhaupt nicht. Geräusche auch nur bestimmte (Niesen, Streits z.B)

    Dafür sind Gerüche ein großer Reaktionsfaktor. Wir laufen an einem stehendem Leihrad vorbei. Alles scheint gut. Dann auf Höhe der Pedale oder des Korbes springt Betti mit einem Satz in meine Beine und schreit auf. Ich versuche sie zum Anschüffeln des toten Objektes zu überreden, aber sie steht da wie verprügelt und starrt auf Pedale oder Korb. Das passiert wahnsinnig oft. Dasselbe bei den Geschenkekisten oder liegengebliebenen Masken.

    Sind eure ängstlichen Hunde in der Läufigkeit auch so viel ängstlicher?

    Betti war zu ihren Hormonumstellungen sooo viel gestresster und unsicherer (bei uns dann plus Aggression). Phasenweise konnten wir kaum vor die Tür. Das ist seit der Kastration ganz klar ausgeglichener.

    In der Dunkelkeit ist hier erhöhte Wachsamkeit, wenn jemand uns entgegen kommt Aber das ist bei uns keine allgemeine Ängstlichkeitsverstärkung. Jedes dunkle Loch wird neugierig betreten. Ohne Reiz ist gechilltes Bummeln im Dunkeln möglich. Erst wenn jemand wo rumsteht, dann sind die Reaktionen verstärkter.

    Ich habe einen U40cm Hund, der im Vorbeigehen nach Menschen (ebenso Hunde) schnappt, gern auch nur jeden 15., so dass man sich sicher fühlt und dann kaboom. Schnapperln in Hautrichtung wird im Stress auch mal zu Löchern. Und dein Hund hat große Zähne. Vor allem kennst du deinen Hund kaum, der entwickelt sich je nach Erfahrungen bei dir weiter.

    Rechne ich beim Gassi mit Menschen, kommt der Maulkorb drauf. Das ist der pure Seelenfrieden für mich und Leute nehmen viel mehr Abstand. Also bis auf die mitleidigen AlleHundeBrauchenNurLiebe-Fanatiker, aber das hast du bei einem großen Hund seltener.

    Ein Maulkorb ist Fürsorge für deine Umwelt und deine Nerven.

    Man gewöhnt sich als HalterIn auch schnell dran. ;)