Beiträge von BettiFromDaBlock

    Genau, bei uns wird immer cpli mitkontrolliert, weil chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung. Der Wert ist zurzeit um die 500. Mir hat die TA erklärt man könne damit so ungefähr Einschätzen, ob sich die Bauchspeicheldrüse weiterzerstört oder ein akuter Schub vorliegt.

    Also in den grünen Bereich geht es da bei uns nie wieder. (Ich kann ja nicht zaubern) Deshalb achte ich eher darauf was dem Hund gut tut und sie mir zeigt. Und da scheint Betti gerade schmerzfrei und Verdauungsstabil.

    Fütterung ist hier recht streng angepasst.

    Übrigens pocht meine TA immer auch darauf B12 mitzukontrollieren (Leberwerte sowie, weil weitere Baustelle)

    Der Tierarzt meint, der hohe Wert spricht einfach für die chronische Pankreatitis. So lange es dem Hund gut geht, würde er sich keine Sorgen machen, da man den Patienten im Ganzen und nicht nur die Werte betrachten muss.

    Ist hier auch so. Manchmal steigen die Werte egal wieviel Mühe ich mir gebe alles zu regulieren. Und dann sanken sie als ich bißchen weniger kontrolliert hatte. Die Frage ist ja, wie geht es dem Hund? Bauchweh? Hält er Gewicht? Sehr gestresst? Kotabsatz Usw.

    Ultraschall schon gemacht?

    Man sollte da schon den ganzen Hund und nicht nur die Werte angucken. Stress etc kann alles reinspielen.

    Geht halt sehr auf Kosten meiner Lebensqualität. Ein anderes Umfeld draußen wäre/ist deshalb unvermeidlich und ich arbeite an einer Lösung, Führerschein oder Umzug

    I feel das. Ich lasse mal ein Kompliment für die Hingabe da.

    Was ich auch mache ist sie viel entscheiden lassen, ich gehe eigentlich nur ihre Wege, denn sie kommt nirgendwo einfach so mit hin, das wäre zuviel Streß. Vor dem Rausgehen hilft es, daß sie was im Magen hat für die Impulskontrolle und vorher und zwischendurch streicheln hilft auch, daß sie schon mal gelassener ist, wobei natürlich nicht jeder Hund bei Streß gerne angefaßt wird

    Ich habe auf den Arm springen und Anfassen in Stresssituationen antrainiert (Geschirrgriff und Halten am Brustbein). Betti vergisst beim Eskalieren gerne mal, dass sie nicht alleine in der Situation ist und dann hilft das ungemein sie anzufassen, damit sie aus dem survival modus kommt und sich herunterfahren kann.

    Und ein GehirnschmalzSnack vor dem Gassigehen ist auch wichtig.

    Da man die Ängste, Unsicherheiten und Stresslevel von unseren Hunden ja schwer vergleichen kann, zudem sich Wohnumfeld und Beziehungen unterscheiden, basteln sich hier alle ihre eigenen Lösungen. Es muss dem Hund und den Halterinnen entsprechen. Authentisch und beständig sein. Mir würde es einfacher fallen, für den Hund umzuziehen, als stetig beruhigend auf Betti einzureden. Das funktioniert bei ihr auch, aber wäre für mich zu anstrengend. Da knie ich lieber neben ihr im Dreck und berühre sie.

    Es ist nicht so ungewöhnlich, dass nach der ersten Spritze noch nicht die volle Wirkung erzielt wurde. Auch der Hersteller empfiehlt, mindestens die zweite Dosis abzuwarten. Sollte sich dann keine Besserung zeigen, muss man es leider als wirkungslos ansehen.

    Hier war auch eine deutliche Steigerung nach der ersten Spritze zu erkennen, aber richtig gut ging es Bodo ab der zweiten.

    Wenn ein Hund u.U. jahrelang in Schonhaltung gelaufen ist, dann muss sich das auch erst wieder einspielen, glaube ich.

    Ich drück Euch die Daumen, dass es hilft. Es kann so viel Lebensqualität zurück geben :)

    Danke! Ja, die Tierärztin hat auch gleich aufgeklärt, dass in jedem Fall eine 2. Spritze erfolgt und gleich dafür den Termin gegeben.

    Ich sehe ja auch, dass sie anders läuft. Flüssiger und weniger wetter-/tagesschwankend. Und netter/feuriger ist sie auch. Wahrscheinlich müssen sich die Muskeln ausgleichen oder es zeigen sich nun andere WehWehchen. (auch wenn wir ja in Vollbehandlung sind und da gerade nix überraschendes seins sollte)

    Wir lassen uns darauf ein und gucken was passiert. Gerade hat sie während meiner Abwesenheit das Grünlippenmuschelpulver aus der Packtasche geholt und sich bedient. Also das mit den Futterzusätzen funktioniert bei uns.

    Hier ist nun Tag 6 nach der Spritze und ich bin mir noch unsicher wie die Wirkung ist. Also das Knabbern an Gelenken ist deutlich reduzierter. Betti läuft auch anders, aber irgendwie unsicher. Stolpert manchmal Stufen. Als käme sie mit dem neuen Schwung im Gang/ Körpergefühl nicht klar.

    Sie hatte die letzten Tage einige Zoomie-Phasen und gleichzeitig wirkt sie klarer im Kopf, weniger aggressiv. Bei uns vermischen sich da immer ein wenig die Baustellen.

    Jetzt geht es aufs Dorf, da können wir die neuen Beine im Freilauf austesten. Mal sehen.

    Potato

    Nein, der Rat hier ist eigentlich nicht zu vermeiden. Aber der Hund muss erst einmal in einem lernfähigen Zustand sein, um in den richtigen Dosen mit seinen Konflikt konfrontiert zu werden. Und dann wird in der Situation Sicherheit und Führung vermittelt bis Betti sich Dinge ansehen kann, um neue Verknüpfungen zu erlernen. Jedenfalls fahren wir damit am besten. Hier wird allerdings auch gebissen und eskaliert , wenn alles zuviel wird. Da sind Optionen wie Floating nicht so unseres. Mit Deprivationsschaden funktioniert hier leider kein Generalsieren..

    Aber wichtig ist den generellen Stress zu reduzieren, um Lernfähigkeit herzustellen. Dann kann man auch erfolgreicher in Situationen reingehen.

    Den aktuell gruseligen Balkon inspiziere ich morgen einmal und dann rufe ich Betti. Sie weiß ja, dass sie auf mich bauen kann und ich sie selten in die Hölle schicke, dann kommt sie da auch raus. Und dann lass ich sie beobachten. Sollte sie sehr fahrig werden, biete ich ihr ein Alternativverhalten oder Schutz. Sie soll sich schon mit ihren Ängsten auseinandersetzen, aber in einem Rahmen der ihr eine Chance des positiven Ausgangs bietet.

    Und mittlerweile findet er eben schon jede abgelegene Vorstadtstraße doof, auf der fast kein Auto oder Mensch mehr ist (also so der Weg von Parken bis Natur auf manchen Strecken).

    Betti würde auch lieber immer im Chaos der Stadt rumrennen, alle Hunde verprügeln, anstatt im Nirgendwo zu entspannen. Ein Hund gewöhnt sich an einen gestressten Lebenspegel, das ist sein vertrautes Verhalten und danach „suchtet“ er dann. Der Hund weis leider nicht immer, was ihm gut tut. Stattdessen zwinge ich Betti Ruheinseln zu genießen, verlangsame, gehe langweilige Strecken auf denen sie dann auch mal aus der Reizlosigkeit Unsinn macht und schnuppert an jedem Blatt, statt hektisch zu sein. (Natürlich wird auch mal Bewegung gebraucht, da stehe ich 5Uhr morgens auf, um den Hund freier laufen zu lassen)

    Langweile aushalten lernen und anschließend genießen können, ganz wichtiger Punkt hier. Gerade bei meiner Terrieristin.

    Ruhetage sind hier wirklich nur 3x10min auf die Wiese am Hinterhaus. Vielleicht noch ein kleines Suchspiel oder 15min Balkonien. Meine Hündin ist da aber etwas extrem und wir wohnen in der Großstadt. Mittlerweile brauchen wir die weniger. Heute ist übrigens einer. Hund schläft und schläft und schläft.

    Mit Ruhetagen meinst du, dass du dann überhaupt nicht raus gehst? Das fällt ihm energiemäßig halt auch schwer.

    Erholung von den ausgeschütteten Botenstoffen ist wichtig. Cortisol dauert bis zu 5 Tage bis das abgebaut ist. Heißt nach dem Treffen mit dem TA kann das Tage dauern bis das Angstelin (so nenne ich die ganzen Hormone und Botenstoffe der Angst) wieder weg ist. Gerade wenn er sowieso noch unruhig ist. Ich musste da auch mal 3 Tage durchziehen. Es gibt allerdings auch Hunde denen fällt es leichter durch gleichmäßige rhythmische Bewegung den Stress wegzujoggen. Da muss man den jeweiligen Hudn betrachten.

    Ruhe ist allerdings grundsätzlich wichtig. Routinen. Langweilig Lebensumstände. Machbare Aufgaben. Streichel fürs Kuschelhormon.

    Aktuell schläft Betti weniger und das merke ich sofort an ihrem Verhalten.

    Es ist eine Mischung aus ganz vielen Dingen. bei Sturm habe ich hier einen kopflosen Hund. mein eigenes Verhalten kann natürlich auch noch zusätzlich mit reinspielen. Zuviel beobachten oder gestresst sein usw.

    Hast du Ernährungszusätze schon ausprobiert? Relaxan oder ähnliches?

    Es ist ein Prozess den Hund einzuschätzen zu lernen. Stresstagebuch, um eine objektivere Einschätzung zu erhalten, kann auch helfen.

    Ich habe halt das Gefühl, Potato entwickelt erst immer mehr alle möglichen Ängste. Wir sind auf einem Spaziergang mal dem Tierarzt begegnet, der ist für Potato der personifizierte Teufel. Seitdem bekommt er jedes Mal an der Stelle absolute Panik, und das ist jetzt ein dreiviertel Jahr her. Das ist das extremste Beispiel, aber gefühlt wird seine Liste von "da ist mal was passiert, da hab ich jetzt immer Angst" immer länger. Allmählich sind wir schon bei "städtische oder neue Straßen sind immer unheimlich"

    Was Ballon-ähnliches hatten wir auch letztens, da war ein Handwerker auf dem Dach, gleich über dem Schlafzimmer. Die Nacht darauf mussten wir die Fenster komplett abhängen und Musik anmachen, aber das hat gottseidank geholfen, und jetzt ist Schlafzimmer wieder safe space.

    Aber so ein bisschen hab ich das Gefühl, ich schau gerade zu, wie mein Hund zum Angsthund mutiert.

    Habt ihr Schilddrüse abgecheckt?

    Also wenn wir in eine solche Spirale geraten, dann weil Hund im Dauerstress ist und da erst rauskommen muss. Heißt ich mache dann 2 Ruhetage oder ähnliches. Da kommt ja dann Auslöser, auf Auslöser, auf SommerMenschenMassen etc. Also es kann sein, dass Potato sein Cortisol etc gerade schwer runtergeregelt bekommt und er dadurch mehr Ängste zeigt. (manchen Hunden hilft da Ausdauerbewegung, anderen Ruhe)

    Ich habe hier im Sommer einen viel gestressteren Hund als im Winter. Mehr Gerüche, mehr Angst bzw. wenn ich dann nicht aufpasse, mache ich zuviel mit ihr draußen und wir kommen in die Spirale.

    Auch wenn ich mich nicht ausreichend an Ihren Routinen orientiere oder im Nachbarhaus wegen Bauarbeiten viele neue Geräusche sind, die ich gar nicht mitbekomme, kann das alles mit reinspielen.

    Ich resete dann meist. Medizinischer Check. Strikte Ruhetage. Anschließend Übungen zum Selbstbewusstseinsaufbau. Aber vor allem akzeptieren, dass es auch mal miese Wochen gibt.

    Mal ne sehr allgemeine Frage, hattet ihr manchmal auch das Gefühl, dass es schlimmer wurde mit der Angst, und wenn ja, warum? Und wie habt ihr darauf reagiert? (Also jetzt nicht in dem Fall, dass der Hund ankommt, und nach und nach erst alles "auspackt", sondern ganz un-anlassbezogen)

    Hier gibt es regelmäßig mal "Schübe" in beide Richtungen. Ich glaube allerdings, dass viel mit einem Gewöhnungseffekt einhergeht. Ich muss Betti ja recht eng führen, damit sie besser mit der Welt klarkommt. Läuft es eine Weile echt gut, dann werde auch ich gechillter und wenn dann ein Auslöser kommt, kommt mir das einfach schlimmer vor als in sowieso stressigeren Zeiten. Schlimmer wird es außerdem bei Schmerzen/ Krankheit, Hormonellen Phasen und schlechtem Wetter.

    Gestern flog ein Heißluftballon über den Balkon. So tief, dass ich fast einsteigen konnte. Betti hat sofort gezittert und ist schreiend davon gerannt und schaut den Balkon aktuell nur noch aus 2 Zimmern Entfernung an. Guckt nun auch beim Gassigehen in den Himmel, ob etwas kommt. Doof und unnötig. Aber ehrlicherweise nehme ich solche neue Situationen als Trainingsansatzpunkt. Wir brauchen ja quasi Rückschläge, um gemeinsam Lösungen im Team zu finden und dadurch zu lernen. Es wird jetzt einige Zeit dauern, bis Betti nicht mehr am Himmel nach Problemen sucht. Ich bin an ihrer Seite und helfe ihr durch diese Phase zu gehen.