Ich achte darauf wie wir aus solchen Situationen rausgehen bzw. gehe in die Situation/an die Orte in den folgenden Tagen nochmal, aber mit ruhiger Energie.
Beispiel, wir hatte vor ein paar Tagen den Zwischenfall, dass während Betti in den Himmel guckte neben uns der Krankenwagen die Sirenen einschaltete. Hund bekam Panik. Und guckte seitdem häufig hektisch in die Luft. Auch auf dem Balkon, als hätte sie eine neue gefährliche Welt entdeckt. Also langsam wieder Sicherheit aufbauen. Zeit auf dem Balkon verbringen, Hund gucken lassen. Je nach Level an Nervosität entweder per Ruhe Signal/Touch runterholen und ihr Alternativverhalten bieten oder Aushalten lassen bis sich Betti selbst beruhigt. Dasselbe in jeder Situation draußen, sofern Hund mental dazu fähig ist. Dazu muss die gesamte Runde ruhig laufen. Kein ins Jagen fallen oder sich in Panik abschießen. Bei Wind oder für uns schwierigeren Umständen lenke ich lieber mit Futter/Spiel/Freudensprache ab, sobald Hund nur darüber nachdenkte in die Luft zu gucken und hebe mir das Üben für bessere Zeiten auf. Bei uns funktioniert das gut. Hat nur eine Woche gedauert bis Betti sich wieder sicher fühlte. Aber Betti kennt mittlerweile viele Alternativverhalten und ihr Löffelchenrepertoire/Selbstbewusstsein haben wir aufgefüllt.
Gruselige Schnüffelstellen, gehe ich genauso an wie gruselige Fahrräder. Ich gehe hin und checke die Stelle. Hund darf aus Entfernung zugucken. Ist er dann beruhigt, geht es weiter. Braucht er noch, gehe ich mit ihr auf mehr Abstand, lasse sie beruhigen möglicherweise unterstützt durch touch oder suchspiel und gehe nach Beruhigung nochmal da lang mit angenehmen Abstand. Zur Not anhalten sobald Hund nur angedeutet unruhig wird und ihn die Situation einschätzen lassen. Belohnung bei gutem Verhalten/Orientierung zu mir und weitergehen.
Unruhiger/gestresster Hund wird immer gestresster/ängstlicher, wenn man ihn nicht beruhigt. Dann ist jeder kleine Reiz plötzlich viel größer.
Das konsequente Durchbrechen des Stresskreisels war wichtig in unserer Entwicklung. Meine eigene positive Stimmung entscheidet auch viel. Ja, ich singe manchmal in schwierigen Situationen "jede zelle meines Körpers ist glücklich". Dadurch kann Betti mittlerweile viele Dinge selbstständig angehen. Bei manchen Situationen lass ich sie einfach neben mir laufen, das bauen wir als Orientierung und Beruhigung auf. Oder breche auch mal Verhalten ab.
Rückfälle sind gute Bindungsübungen. Es ist halt immer eine Balance zwischen fordern und fördern. Das muss jede/r HalterIn für sich ausprobieren.