Beiträge von BettiFromDaBlock

    100% in Erziehung wäre nie mein Ziel, nicht mal 60%. Ich wüsste gar nicht was die Skala ist. Wenn ich nix verlange, wären wir ja immer bei 100% :denker:

    Dagegen sind mir Dinge wie Sicherheitsgefühl, Selbstsicherheit und Bedürfnisbefriedigung wichtiger. Gerade beim Thema Selbstsicherheit im Leben ist Bettis Entwicklung von -50% auf fast 70%. Mehr als ich je zu träumen geahnt hätte. Also unser Stempelheftchen ist voller Erfolge.

    Ich musste Betti spontan 2h am Abend alleine lassen. An einem Tag, an dem ich das Wohnzimmer und damit auch ihren Schlafplatz umgeräumt habe. Und wir waren keine große Gassirunde wegen Wetter. :fear:

    Tja, dementsprechend lief es auch. Nach 2 Minuten hat sie gejault. Sich beruhigt. Dann nach 15 min wieder. Dann nach 30 min. Dann war Ruhe, aber sie war unruhig. Augen waren immer auf. Zwischendurch lag sie aber auch mal auf der Seite. Voll das Actionvideo.

    Wenn Betti jault, dann so 3-5 laute, tiefe Züge und dann versucht sie sich selbst runterzuregeln. Da grunst sie ein bisschen bevor sie sich wieder hinlegt. Also mehr als 3 min hatten die Nachbarn keine Geräuschkulisse. Aber mein Herz zerspringt dann doch ein bisschen.

    Ich werde jetzt auch am Abend langsam aufbauen. Tagsüber klappt soviel besser. Oder ich mauere dickere Wände. :ugly:

    Potato setzt leider so ein paar Angsthund-Regeln außer Kraft, zB das mit den vertrauten Orten vs neuen Orten. Für Potato ist alles neue toll, weil da noch nie was doofes passiert ist. Und zwar wirklich toll toll.

    Ist das wirklich Freude oder starke Aufregung, die zum Kaspern führt? Betti rennt ja auch volle Kanne in jeden neuen Ort, aber nicht, weil sie Bock drauf hat. Sie gerät einfach in Bewegung bei Stress. Kann er sich an dem neuen Ort schnell beruhigen und ablegen, wälzen, bleiben? Wenn nicht, würde ich das hinterfragen, dann wäre das schon ein Zeichen von jetzt wird es zu viel und er will die Anspannung irgendwie loswerden.

    Mehr als Geld könnt ihr ja fast nicht verlieren. Von daher drück ich alle Daumen.

    Genau das war auch mein Gedanke, weswegen wir es jetzt einfach nochmal versuchen, 2x mindestens. Gängige Schmerzmittel helfen einfach nicht und das soll bei Zehen relativ typisch sein. Also hoffen wir nun, sonst müssen wir weiter sehen :verzweifelt:

    Ich habe gehört Hundeschuhe können auch helfen. Und nie wieder auf Asphalt laufen. Aber das ist bei uns keine Option.

    Viel Glück.

    Wandelroeschen

    Es gibt auch beim Training mit Angsthunden und/oder Deprivation unterschiedliche Trainingsansätze. Man weiß ja auch aus der Forschung, dass das Gehirn sich stetig verändert und darauf aufbauen kann ein Hund auch neue Werkzeuge erlernen, die ihm die Möglichkeit geben ein neues Leben zu leben. Dafür darf man natürlich nicht den Hund zu einem "Folg mir einfach" transformieren, sondern ihm viele Freiheiten und ausreichend Kapazitäten im eigenen Lernprozess ermöglichen. Da kann eine neue Persönlichkeit entstehen. Aber das nur am Rande. Deine Ansatzpunkte finde ich trotzdem nachvollziehbar und vielleicht auch ein gutes Thema, um in einem anderen Thread darüber zu diskutieren.

    Ja, eine Abgabe sollte man nie komplett ausschließen und regelmäßig darüber nachdenken. Und das "Forumsideal" kann und sollte man mit einem solchen Hund nicht versuchen zu leben.

    Woran ich mich gerade aus deinen anderen Threads erinnere, dass beim Joggen der Hund entspannter war, oder? Kann es sein, dass beim Rausgehen auch die Dynamik fehlt oder die Treppen/der Aufzug ein erstes mentales Stopp darstellen?

    Das Training mit einem Angsthund ist super Zeitaufwändig. Allein die Zeiten, die man irgendwo verbringt, um zu beobachten oder den Hund durch Suchspiele aus der Angstspirale löst. Viel Training ist einfach nur aushalten bzw den Hund an einem Ort zu bringen, den er erträgt. Es gibt manche Straßen in der Stadt, die liebt Betti einfach. Da kommen selten Leute aus der Tür und die Autos parken wie Schutzschilde. Andere Wege bedeuten einfach nur Stress. Also gehe ich da entlang. Immer wieder. :sleep:

    Auch ist die Frage welche Auslöser bei euch die Unsicherheit noch verstärken kann eine Rolle spielen. Beispiel Wetter. Nass und windig geht einerseits in die Knochen, andererseits gibt es dadurch mehr Gerüche. Das ist hier schlimm. Bei anfassbaren Triggern kann man mit Click für Blick gegenarbeiten. Meist ist es passives Training und an Orte fahren. Fels in der Brandung spielen und dabei gleichzeitig innerlich freudig gelaunt sein quasi. Also in der eigenen menschlichen Entwicklung hilft das einen schon weiter, aber gibt auch graue Haare.

    PS dass der Hund gerade gut Alleinebleiben kann in der Wohnung würde ich feiern und darauf das Alleinbleibtraining aufbauen. Das gibt euch die Möglichkeit noch ein Leben zu haben.

    Wir haben Librela schon Mal vor 2 Jahren versucht. Da brachte es leider keine wirkliche Verbesserung.

    Jetzt lahmt Shira wieder häufig und wir haben einen alten (mind. 6 Jahre her) Bruch in einer Zehe gefunden. Drum herum natürlich Arthrose und vermutlich eine Entzündung. Jetzt versuchen wir es noch einmal. Hat jemand damit bereits Erfahrung?

    Mit erneut probieren nicht, aber mit Arthrose in den Zehen. Der Unterschied ist hier enorm auch weil das ganze Pfotenknabbern aufgehört hat. Und Zehenarthrose auf kaltem Boden ist doof.

    Mehr als Geld könnt ihr ja fast nicht verlieren. Von daher drück ich alle Daumen.

    Ist das "Problem" nicht eigentlich, dass der Hund die Gegend vor der Tür gruseliger findet als Zuhause zu sein? Vorher war eben Beides gleich gefährlich.

    Im Grunde ist der Ansatz die neue Gegend neu aufzubauen. Immer den gleichen Weg gehen, hin und zurück. Stück für Stück. Gern auch mal nachts falls Hund sich da wohler fühlt bzw ruhigere Uhrzeiten. Er fühlt sich mit dem Zweithund nicht sicherer? Und ansonsten zur Auslastung rausfahren. Ist auch ok, wenn nur am Wochenende.

    Hier hilft zum Beispiel auch auf einem erhöhten Ort sitzen und die Welt beobachten plus Routinen. Aber um ehrlich zu sein laufe ich seit fast 4 Jahren beinahe dieselben Wege bzw. Hund bevorzugt das. Nir die Länge hat sich dramatisch verändert. Neue Wege testen wir immer so knapp an der Gehirnschmalzgrenze. Oder wenn ich wieder übertreibe, dann gibt es danach Ruhetage.

    Den Tipp von LUKE13 kann ich nur bestätigen. Der Hundebuggy bringt uns auch mal an neue Orte. Schon die Welt aus dem Ding beobachten zählt hier als großes Kino. Sobald hier irgendwo ein Kinderanhänger in der Stadt steht, muss ich Betti verbieten reinzuspringen.

    Hund auch mal öfter Zuhause lassen als vorher, finde ich nicht schlimm. Er braucht ja auch Zeiten, um Dinge zu verarbeiten. ihr seid noch nicht lange umgezogen und ihm raucht wahrscheinlich die Rübe. Allerdings kann er auch nur lernen, wenn er ein wenig aus seiner Comfortzone kommt bzw fehlt ja anscheinend auch noch das Vertrauen zu dir, um auch in gruseligeren Orten spazieren zu gehen. Das ist ein netter BalanceAkt, der einem als HalterIn Gehirnzellen kostet.

    Warum glaubst du denn der Hund wäre aktuell nicht ausgelastet? Wie lange seit ihr in der neuen Situation? Ich kann mir vorstellen mental hat er gerade gut zutun.