Ich seh das auch etwas kritisch, dass bei dir ein Direktimport einziehen und dann auch recht bald mit ins Büro soll... Jetzt isses natürlich schon mal praktisch, dass ihr kaum bis keinen Kundenverkehr habt, das nimmt viel Stress für den Hund raus... aber wie sieht's mit Kollegenkontakt aus? Kommen öfter mal andere Kollegen zu euch ins Büro?
Für den Hund sind fremde Menschen erstmal fremde Menschen, da würde ich mich also durchaus auf Wachverhalten einstellen - wenn der Hund nicht bellt, weil da jemand Fremdes ins Zimmer kommt, umso besser ![]()
Woher kommt der Hund denn? Magst du auch die Organisation dahinter verraten? Ist bekannt, welche Rassen da drinstecken?
Ich hab ja drei Auslandshunde, davon kam einer als Direktimport zu mir.
Dino wäre als Bürohund absolut ungeeignet (starkes Territorial- und Wachverhalten, mag Besucher überhaupt nicht und würde auch beißen, wenn nicht gesichert). Er hatte auch massive Angst vorm Autofahren, als ich ihn übernommen habe, da mussten wir erstmal gut ein halbes Jahr an Training reinstecken, damit er im Auto ruhig bleibt... auf der Rückbank. An Mitfahren in der Kofferraumbox war überhaupt nicht zu denken, das klappt erst jetzt - 3,5 Jahre nach Übernahme ![]()
Eingewöhnt hat er sich schnell, würde ich behaupten, alleine bleiben ging auch von Anfang an gut. Allerdings kannte er das bei seinen Vorbesitzern/Pflegestellenversagern auch schon.
Bonny wäre super fürs Büro geeignet, wenn (!) sie einen ruhigen, geschützten und höhlenartigen Platz als Rückzugsort hat. Die Maus hat Angst vor fremden Menschen und ist generell sehr zurückhaltend. Fremde Umgebungen sind auch erstmal gruselig, da wird bei jedem Geräusch zusammengezuckt und die Rute klebt unterm Bauch... aber wenn sie nach ner halben Stunde merkt, dass ihr da nichts passiert, dass die anderen Menschen nix von ihr wollen, sondern höchstens mal ein Leckerli bei denen runterfällt, ist das für sie ok und sie pennt einfach.
Vom vermittelnden Tierheim wurde sie übrigens auch als "freundlich, zurückhaltend und ruhig" beschrieben. Die ist ein absoluter Tutnix und froh, wenn sie ihre Ruhe hat. Aber die grundlegende Angst wird immer bleiben.
Bei Dino und Bonny hatte ich die Gelegenheit, die beiden mehrmals persönlich kennen zu lernen. Das ist Gold wert, besonders als Anfänger!
Masha ist mein Direktimport und könnte auch mit ins Büro, allerdings müssten Mülleimer und alles andere potentiell Essbare dann gesichert und aus ihrem Tanzbereich geräumt werden. Die Dicke plündert sonst und man kommt nicht zum Arbeiten ![]()
Wenn die Umgebung aber mashasicher ist, legt sie sich einfach hin und beobachtet. Oder schläft. Oder hypnotisiert die Menschen, weil sie könnten ja doch Leckerchen haben.
Allerdings ruht Masha auch extrem in sich selbst und lässt sich eher nicht von Stress anstecken. Die fühlt sich auch in fremden Wohnungen sofort heimisch. Wir waren mal bei einer Freundin zu Besuch - Masha hat sich kurz im Wohnbereich der Einzimmerwohnung umgeschaut und ist nach nicht mal 5 Minuten seelenruhig aufs Bett im Schlafzimmer geklettert, so a la "Ich hab jetzt alles gesehen, weckt mich, wenn was interessantes passiert".
Masha zog allerdings auch nur deshalb als Direktimport ein, weil der Vereinsvorstand sie in Italien kennengelernt hat und mir daher aus erster Hand berichten konnte, wie die dicke Oma so drauf ist. Sie war dann auch wie beschrieben und berichtet - freundlich, entspannt, super verträglich mit anderen Hunden...
Bei allen dreien ging das Alleinebleiben von Tag 1 an super - weil die das alle schon irgendwie kannten. Ich hab mir, als Masha dazu kam, eine Woche Urlaub genommen, um die Hunde untereinander anzuleiten, Masha mit der Gegend vertraut zu machen usw. - das würde ich aber nur dann so machen, wenn klar ist, dass der Hund sich absolut problemlos ins neue Umfeld einfügen kann UND vor allem auch schon andere Hunde vorhanden sind. Die helfen definitiv beim Alleinebleiben (wenn die das eh schon kennen).
In deinem Fall würde ich mal mit mindestens zwei Wochen Urlaub rechnen, damit ihr euch wenigstens ein bisschen kennenlernen könnt. Ob der Hund dann schon mit ins Büro kann, kann dir keiner sagen, das solltest du während des Urlaubs mal vorsichtig durch einen kurzen Besuch testen... zum Rest wurde ja schon genug gesagt.
Vor allem: wer passt auf den Hund auf, wenn er nicht mit ins Büro oder zuhause alleine bleiben kann? Hast du da genügend "Notfall"pläne?
Was Zubehör angeht: du hast ja schon einiges beisammen. Vielleicht noch eine rudimentäre Hunde-Apotheke? Mit Desinfektionsmittel, Wundsalbe, Verbandszeug, Mittelchen bei Durchfall und Co. usw...