Märchen So war es, zumindest von meiner Seite nicht gemeint.
Mein Punkt war, dass das was wir "Wissen" nicht unbedingt immer automatisch auch richtig ist. Wie viele Menschen "wissen" wie gefährlich AKWs, Fliegen, Terroranschläge usw. sind, haben aber kein Problem damit am Straßenverkehr teilzunehmen oder mit anderen Menschen umzugehen (die Keimüberträger schlechthin)? Und jetzt schau dir an wie viele Todesopfer es in D pro Jahr für diese Optionen gibt. Das ist eindeutig.
Beim Umgang mit rohem Fleisch vs. Industrienahrung ist es ähnlich. Beim Fleisch wird sensibilisiert, gewarnt und alte Ängste wach gehalten, bei Industrienahrung dagegen wird suggeriert sie wäre absolut sicher, keine Probleme usw. Ironischerweise erhöht das ja sogar noch die Hemmschwelle mit verderblichen Lebensmitteln umzugehen, es gibt ja eine "sichere" Alternative. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Frage ist wo genau.
Dass man beim Umgang mit BARF Fleisch also auf Hygiene achten muss ist klar. Aber ist es in der Praxis wirklich signifikant gefährlicher als die Alternativen? Wir viele Fälle gibt es denn (in D) in denen Menschen sich beim Hund Salmonellen eingefangen haben und (schwer) krank wurden und sogar gestorben sind?
Mal ganz konkret: In ganz D würden zB 2019 13.693 Erkrankungen durch Salmonellen festgestellt (wobei das ja auch schon nur bei Verdacht gemeldet werden muss), 4.752 davon waren schwer genug für eine Einweisung ins Krankenhaus und 18 Todesfälle. Mal so alleine vom Gefühl her, wie viele davon wurden wohl von einem Hund infiziert?
Und dann mein Punkt: Wo genau ist die Gefahr sich beim BARFen durch den Hund (!) Salmonellen einzufangen erwähnenswert, geschweige denn in einer Größenordnung, dass sie eine Warnung oder gar den Verzicht rechtfertigt?
DAS ist mein Problem mit dem Ganzen hier. Da werfen BARF-Gegner/-Skeptiker irgendwas in den Raum, ohne Zahlen oder sonstiges Backup, was erlernte Ängste triggert und schon wird das dramatisiert und weiterverbreitet wie ein Lauffeuer.