Beiträge von Mehrhund

    Andererseits, kenne ich massig Halter mit einfachsten Anfängerhunden, die Probleme reininterpretieren, die keine sind und die nach 2 Jahren behaupten sie haben massig Hundeerfahrung, seien mit Hunden aufgewachsen und der eigene "Problemhund" sei nun selbst therapiert ein wahres Wunder an Hund.

    Ich versuche mich zu erinnern, wie ich war als "Anfänger"....

    Ich wollte einen HUND!

    Ich wollte kein Sportinstrument und auch keinen Spezialisten.

    So ging ich ins Tierheim und habe den besten Hund der Welt ausgesucht und mitgenommen.

    So einfach...

    Schuld will ich der Hundehalterin nicht geben.

    Das ist auch gar nicht nötig.

    Wir haben ja ein sehr gut funktionierendes Rechtssystem.

    Also Schuld im juristischen Sinne wird sie haben, denn von Fahrlässigkeit gehe ich hier sehr stark aus.

    Aber Fahrlässigkeit ist eben kein Vorsatz und Schuld im moralischen Sinne würde für mich persönlich Vorsatz erfordern.

    Das sind Begrifflichkeiten.

    Das emotionale Schuldgefühl wird in dieser Situation jeder normale mitleidende Mensch haben.

    Ob das in lebenseinschränkender Weise auch das Leben der Täterin stören wird, wissen wir nicht.

    Und ob und wie sie diesen von ihr (durch ihr Handlen) verursachten Unfall verarbeiten kann wissen wir auch nicht.

    Bei der juristischen Schuldfrage haben hier im Threas schon Leute mit Sachkenntnis was dazu geschrieben.

    Da geht es um Teilschuld und darum, ob es eine Ordnungswidrigkeit oder ein Straftat ist. Da kenne ich mich nicht aus.

    Aber ich zitier noch mal zu Fahrlässigkeit:

    Zitat:

    "Der Begriff „Fahrlässigkeit“ ist gleichzusetzen mit fahrlässigem Handeln. Dies bedeutet, dass eine Person, welche es an der nötigen Sorgfalt und Umsichtigkeit fehlen lässt, fahrlässig handelt."

    https://www.juraforum.de/lexikon/fahrlaessigkeit

    Im psychischen Bereich ist das Gefühl der Schuld sehr stark, wenn man fahrlässig gehandelt hat und sich dessen bewusst wird. Seelig dann diejenigen, die die Fähigkeit besitzen ihr eingenes fehlerhaftes Verhalten zu externalisieren.

    Denn wenn ich meinen Hund frei laufen lasse - gehe ich dann davon aus, dass deshalb jemand stirbt?

    Wenn du ihn an einer Autobahn ohne Wildzaun läufen lässt?

    Ja!

    Weil er einen furchtbaren Unfall verursachen kann.

    Wenn du ihn an einer Radstrecke ohne Zaun läufen lässt?

    Ja!

    Weil er einen furchtbaren Unfall verursachen kann.

    Aber für mich ist die Konsequenz jetzt einfach viel zu hoch für den Fehler, der begangen wurde.

    Die Konsequenz für das Opfer ist, das er sein einziges Leben, was er zur Verfügung hatte, jetzt nicht mehr hat.

    Die Konsequenz für die junge Täterin ist, dass sie ihr Leben lang mit dieser Schuld wird leben müssen.

    Es gibt fuer mich Rassen, von denen ich fast jedem Anfaenger abrate. Und das sind die Spezialisten.

    Bei meiner "Spezialisten Rasse", dem Border Collie gibt es die Variante: Kauf dir einen ausgebildeten oder angelernten Hund, der schon am Vieh arbeiten kann, überleg, ob du ein "BorderCollie-Mensch" bist und mit den Eigenheiten dieser Hunde umgehen möchtest/kannst.

    Wenn ja kann auch jeder Viehhalter, der Hunde-Anfänger ist, diese Spezialisten führen.

    Der "Anfänger-Anfänger", der BC nur von Beschreibungen kennt, die bei Google auftauchen, der sollte von diesen Spezialisten absolut die Finger lassen.

    Mehrhund

    Also darf mein 8 Monate alter Jagdhund dann sein Leben lang an der Leine versauern, weil es keine Adequaten Freilaufflaechen gibt?

    Ich wundere mich, dass du diese Frage an mich stellst. Ist ja gar nicht mein Thema gewesen. Ich beantworte sie dir dennoch sehr gerne.

    Selbstverständlich obliegt es der Verantwortung eines Halters eines jungen Jagdhundes für dessen Wohl zu sorgen, an geeigneter Stelle unter geeigneten Bedingungen.

    Es ist in meinen Augen grausam, sich ein Tier anzuschaffen und dieses dann entgegen dem Tierschutzgedanken zu halten.

    In dem Video wird genau das gezeigt, es wird immer wieder hingucken, weggucken, hingucken, weggucken, hingucken, weggucken belohnt, immer und immer wieder.

    Ich dachte es wird nur das hingucken belohnt?

    Was den nun? :dead:

    Les dir doch noch mal durch, was in dem von mir verlinktem Beitrag steht.

    Z und B ist nicht soooooo einfach, wie es daherkommt.

    Es ist eine Verhaltenstherapie in meinen Augen.

    Genial und dann genial einfach, wenn man es verstanden hat.

    Wenn man strukturiert vorgeht und das so aufbaut in Schritten.

    HINGUCKEN ist ja das Verhalten, was der Hund eh zeigt. Weiter oben habe ich das schon 1 oder 2 mal erklärt.

    Ich nehme das Verhalten, was der Hund von sich aus zeigt (in diesem Falle eben ein Fehlverhalten), das Verhalten marker ich (Mein Hund hing geifernd und schreiend in der Leine und wollte sich prügeln, wenn das nicht ging, hat er aus Verzweiflung in mein Bein reingebissen (einmal, weil ich das natürlich dann mit Mauli verhindert habe)

    Mein Ziel habe ich vor BEGINN der Z und B -Therapie klar definiert und ich habe für mich die Methode gelernt (trocken, schriftlich!)!

    Mein Ziel habe ich in kleine Ziele/Schritte unterteilt. Ein grosses Ziel, was langfristig erreicht werden sollte(wurde), war: Geh mit mir durch die Landschaft und ertrage, wenn andere Hunde auch drin vorkommen wie Bäume, Radler und Autos oder Rehe und Hasen.

    Mein 1. Ziel war: Guck hin und komm in die Welt zurück, sei Handlungsfähig/Ansprechbar

    Also habe ich gemarkert und irgendwan hab ich ihm Würstchen vor die NASE (Zugangskanal Geruchssinn) gehalten und er konnte während er hoch angespannt andere Hunde angeschrien hat Würstchen fressen.(durch den Maulkorb reingeschoben)

    2. Schritt

    er guckt zum Hund und lernt das "Wort": das ist ein Hund/Wo ist ein Hund

    In der Phase haben wir rumgestanden und Hunde geguckt und ich habe den Begriff gesagt...

    3. Schritt

    er guckt zum Hund, ich sage WO ist der Hund, er guckt mich an und guckt zum Hund.....da war es schon 20% freudig....(also die Gefühlslage bei mir und meinem Leinenbiest, war fröhlich: Juchhuh ein Hund....

    4. Schritt

    ICH suche einen Hund (provoziertes Training vorausgesetzt) und frage: WO ist der Hund.

    Mein Hund sucht (alle Schritte immer an der Leine gesichert) mit den Augen den Hund (oder den Reiher-war lustig, weils bei uns heisst: WO zum Geier ist der Reiher---ich will ja auch Spass haben)
    Ab Schritt 4 ist das eine Anzeige.

    Der Hund arbeitet quasi und muss mir Hunde anzeigen oder Reiher oder Rehe.

    Das habe ich dann angepasst, weil Borders da leicht zwanghaft werden....Zum Schluss hatte ich : SCANNEN...er hat dann nur noch gescannt.

    "Scannen" hab ich dann ausgeschlichen, weil ich das ja nicht brauche. Es waren alles nur KRÜCKEN auf dem Weg zum NORMALEN Verhalten.

    Normales Verhalten ist: Umwelt wahrnehmen aber nicht in höchste Abwehreaktion (Stress) geraten, wenn ausser fest stehenden Bäumen noch andere Dinge in der Umgebung rumlaufen.

    (Ich habe das schnell zusammengefasst und unterschritte nicht mit aufgeschrieben, aber ich denke, es ist nur klar, dass das nicht Klick und Lecker ist, sondern eine Therapie mit Struktur und vor allen Dingen einem ZIEL, welches in kleinen Schritten mit Zwischenstufen erreicht werden soll. Bei uns war das ein Prozess über 1,5 Jahre...und dann noch mal 2 Jahre, bis der Hund nicht mehr die ANZEIGEKrücke brauchte.

    Man kann auf jeder Stufe auch stehenbleiben.....das ist alles sehr individuell.

    Aber da ich 3 Hunde führe und auch die andern teilweise bei dieser "Therpie" anwesend waren und die Schritte auch teils anders assoziierten, war bei mir immer das Ziel: Weg mit der Anzeige!

    Das weggucken soll ja irgendwann automatisch folgen, wenn der Hund das Prinzip verstanden hat. Das Abwenden ist erwünschter Teil von Z&B und wird zur Not auch gezielt herbeigeführt (mit Leckerli vor der Nase wegziehen) auch wenn es nicht das ist, was direkt gemarkert wird.

    genau! und viel kürzer als meine Ausführung:D

    Ich ging von einer Diagnose aus.

    So wie: "Beinbruch" oder anderes.

    Wenn eine ärztliche Diagnose genutzt wird, dann denke ich immer erst, das ist dann auch eine.

    Wenn es um die Frage geht: Gibt es Depression beim Hund, ist die Antwort JA.

    Wenn die Frage lautet, könnte, der hier beschriebene Hund eine Depression haben, ist die Antwort: Da ich bin weder Arzt noch Hellseher bin: keine Ahnung.

    Mein Rat: Berichte deine Wahrnehmungen den Pfegern und frage im Tierheim nach, ob der Hund bitte mal von einem Tierarzt untersucht werden könnte, auf seine Sinne: Gehör, Augen und ein evt. ein Blutcheck...ect.