Beiträge von Hundundmehr

    Ja offiziell sind es wenige in NRW. Dann geh mal bitte mit offenen Augen durch gewisse Gegenden und komm in der Realität an.

    Ich bin nicht nur mit offenen Augen durch diese Gegenden gegangen, ich habe dort gearbeitet, mit Kindern, die in "diesen Gegenden" aufwuchsen.

    Und jetzt?

    Edit: Und da haben wir sie wieder - die Grau(en)zone, in die jeder jegliche Zahl reindichten kann, die ihm nach anekdotischem Empfinden in den Sinn kommt...

    Hast du jeden der Hundehalter dort kontrolliert, um herauszufinden, wie "exorbitant hoch" doch diese Grauzone ist, dass die offiziellen Meldezahlen von dir ad absurdum geführt werden können?

    Das hier war die Aussage:

    Es ging nicht um "gefährlich", sondern um toller (im Sinne von schöner, entspannter als Hundehalter).

    Das hier ist der Post bzw. die Position, um die es ging.
    RE: Der "gefährliche" Hund Teil 3

    Aber hier ging es Gandorf doch auch ganz klar darum, dass der Mensch mit bestimmten Hunden gefährlicher ist als der eigentliche Hund!

    Ein Wesenstest für Menschen, vor Allem bei bestimmten Hunden, wäre sicher sinnvoller, weil dann der Richtige geprüft würde.

    Ändert aber auch nichts daran, dass der Ursprung der Diskussion ein ganz anderer war.

    Ich zumindest fühle mich in NRW MIT dieser Liste zumindest sicherer - was eben auch daran liegt, dass NRW das Bundesland mit den meisten Einwohnern und der größten Bevölkerungsdichte ist.

    Die Lösung, Probleme mit Hunden einzelnen Hunderassen zuzuschreiben funktioniert halt nicht.

    Hier übersiehst du den eigentlichen Hintergrund dieser Listen: Es kann nicht verhindert werden, dass Menschen mit krimineller Intention (das Einschüchtern oder gar Bedrohen von anderen Menschen mit einem gefährlichen/gefährlich scheinenden Hund bedarf krimineller Energie) einen für ihre Zwecke geeigneten Hund anschaffen und diese kriminelle Intention verwirklichen.

    Durch die Listen wurden die Hürden für die Anschaffung entsprechender Hunde so hoch gelegt, dass sie uninteressant wurden für eben genau dieses Klientel, auch weil es eben noch mal einen Happen mehr krimineller Intention bedarf, um sich bewusst im illegalen Bereich zu bewegen.

    Hier bietet das Land NRW z. B. genaue Zahlen, weil der Bestand dieser Listenhunde seit 2004 um nahezu die Hälfte gesunken ist.

    Hier ging es aber um die Frage, ob es in BL ohne Liste gefährlicher ist als in BL mit Liste.

    Nein :flushed_face:

    Ob es gefährlicher ist mit oder ohne Liste, stand überhaupt nicht zur Debatte!

    Das hier war die Aussage:

    Und woher weißt du, ob man in SH nicht noch viel toller leben könnte mit einer ordentlichen Liste? ;)

    Das haben wir schon ausprobiert. War doof und wurde deswegen abgeschafft.

    Es ging nicht um "gefährlich", sondern um toller (im Sinne von schöner, entspannter als Hundehalter).

    Warum das hier immer wieder so giftig wird, raff ich einfach nicht.

    Wo ich "giftig" werde, kann ich dir sagen: Immer dann, wenn dieses Totschlagargument "Das kann dir mit jedem Hund passieren" aufkommt.

    Das ist nämlich die Krux - einerseits wird, gerade was Empfehlungen angeht, immer auf die individuellen Rasseeigenschaften eingegangen, wie du hier selber beschreibst:

    Es gibt viele Hunde (Rassen und Mixe) die aufgrund von Form und Veranlagung das Potential haben, für einen Durchschnittsmenschen oder ein Durchschnittstier (d.h. nicht nur schwache, kranke, alte) sehr gefährlich zu sein, wenn sie nicht vernünftig geführt werden. Das ist simple Physik.


    (....)


    Und dass es Hunde gibt, deren Vorfahren auf für unvernünftiges Führen ungeeignete Eigenschaften gezüchtet wurden, wird auch kaum jemand bestreiten - sonst könnte man sich die Rasseempfehlungsthreads ja sparen.

    andererseits wird dann, wenn es mal ans "Eingemachte" für rassetypisches Verhalten geht, irgendwann immer alles in einen Topf geworfen, weil "jeder Hund immer noch ein gefährliches Raubtier ist".

    Hunde sind eben nicht unberechenbar, es gibt so viele Erkenntnisse zu Verhalten und den Zusammenhängen zwischen Verhaltensinventar (früher: Triebe), hormonellen Einflüssen und Lernerfahrungen, basierend auf dem Wissen dass Hunde denkende und fühlende Lebewesen sind, dass sich sehr viel im Leben unserer Hunde vorausschauend betrachten lässt.

    Für manche Hunde, und hier auch eben mit Blick auf die jeweiligen Besonderheiten von Rassen, wird dann eben auch ein spezielleres Wissen um die Veranlagungen benötigt, damit sich bestimmte Veranlagungen mit einem besonderen Gefahrenpotential für die Umwelt nicht verwirklichen können.

    Das wird alles in einen Topf geworfen, und plötzlich wird jeder Hund gleich bei dem Argument: "Das kann dir mit jedem Hund passieren" ...

    und dann werden die eigenen Hunde plötzlich zu Kaninchen, wenn ich es wage dieses in-einen-Topf-Gewerfe zu kritisieren.

    Dann interessieren keine Reizschwellen, kein (selektiertes/gezüchtetes) Verhaltensinventar, keine Reaktionsnormen, keine Zusammenhänge zwischen Hormonen und Verhalten, keine genetischen Grundlagen die nunmal vom Wolf stammen und auch keine Berücksichtigung individueller Eigenschaften mehr, denn: "Es sind alles Raubtiere, und deshalb kann dir alles mit jedem Hund passieren".

    Ich find halt für Gebrauchshunde sollten wirklich die HH eine Prüfung ablegen statt die Hunde. Und zb sowas wie Gebrauchs Prüfungen mit den Teams. Je nach dem also zb zughunde/Hüte/schh/jagd (Grundlagen).

    Und was genau schwebt dir da vor?

    Ich meine der Jagdschein mit dem kompletten Fach Jagdhundewesen, den man braucht um überhaupt jagen gehen zu dürfen und den Hund jagdlich ausbilden zu dürfen, sowie (mindestens) zwei Brauchbarkeitsprüfungen (einmal Grundlagen und dann jeweils anwendungsspezifisch pro Einsatzgebiet) die Hund und Mensch zusammen machen müssen, damit der Hund jagdlich eingesetzt werden darf, scheint da deiner Meinung ja nicht auszureichen.

    Es geht lurchers2 doch um die menschliche Eignung, also um dessen Motivation und Fähigkeiten (u.A. eben Einsicht hinsichtlich der Berücksichtigung besonderer Rasseeigenschaften), um einen Hund entsprechend der individuellen (Rasse-)Anforderungen zu Halten und zu Führen.

    Das hat mit den Gebrauchshundeprüfungen doch nichts zu tun.

    Man kann ein super Ausbilder für seine Hunde sein, und sich trotzdem wie mit offener Hose in der Öffentlichkeit aufführen.

    Edit: Meine Hunde dürfen übrigens "Jagen" - d.h., ich biete ihnen die Möglichkeit, ihre Jagdverhaltenssequenzen auszuleben, ohne dabei mit dem Jagdgesetz (oder sonstigen Gesetzen) in Konflikt zu geraten.

    Ja, ich weiß - in Jägerkreisen wird dieses "Jagen" oft belächelt, weil es ja kein "richtiges Jagen" ist, weshalb hier oft der Trugschluss gezogen wird, es wäre keine wirklich beglückende Auslastung für einen Jagdhund.

    Nur erlebe ich das nicht nur mit meinen Hunden völlig anders.

    Aber das ist eine Diskussion mit dem Inhalt "Verhaltensbiologie", die hier zu weit führen würde.

    Hmm, was für ein Problem? Ist doch normales rassetypisches Verhalten.

    Ein Problemverhalten wird doch nicht zu "keinem Problemverhalten" weil es rassetypisch ist - die Problematmung bei Brachyzephalen wird ja auch nicht zur normalen (nicht-problematischen) Atmung, weil sie rassetypisch ist.

    Ein nicht kontrollierbares Jagdverhalten ist immer ein Problem, unabhängig von der Rasse.


    Wobei das aus dem Artikel ja nicht hervorgeht,

    Hier geht es ja um den Grund - und da stand in dem Artikel, dass der Hund sich selbständig machen konnte aufgrund eines Momentes der Unachtsamkeit seines Menschen.

    Auch ohne, kein Mensch kann Daueraufmerksam sein.

    Deshalb gibt es Hilfsmittel, die verhindern dass ein Hund einen Moment der Unachtsamkeit nutzen kann.

    Eines davon ist übrigens Erziehung ...

    Auch Stilles Wasser hat ja nur angesprochen, dass stark ausgeprägtes Jagdverhalten die Norm für die Rasse ist, und kein Problem,

    Siehe oben, hier noch mal ergänzend: Nein, es wurde angesprochen, dass das Reißen von Tieren normal für diese Rasse ist, es wäre normal wenn diese bei Gelegenheit eben einen großen Schaden anrichten.

    Das ist ein Problemverhalten.

    Wenn man nun weiß, dass dieses Problemverhalten typisch für diese Rasse ist, und dazu auch noch weiß, dass Daueraufmerksamkeit nicht möglich ist und darüber hinaus Erziehung hinsichtlich dieses Problemverhaltens nicht in dem Maß wirkt wie Erziehung bei anderen Hunden (Rassen), dann muss man sich darüber im Klaren sein, dauerhaft andere Hilfsmittel einsetzen zu müssen die ein Verwirklichen dieses Problemverhaltens zuverlässig verhindern.

    Maulkorb und Bauchgurt z. B., natürlich aus entsprechend belastbaren Materialien.

    Oh je - ich habe das Gefühl (und das ist wirklich nur MEIN Gefühl, das ich jetzt niemandem überstülpen will), ihr "macht" euch da wirklich Stress mit dem Alleine-Bleiben-Training? :denker:

    So Gedanken hatte ich tatsächlich nie :ka:

    Möglicherweise liegt das an meinem Fokus des Alleine-Bleiben-Könnens?

    Ich bin der Meinung, Alleine-Bleiben können basiert auf dem Wissen, nicht Verlassen zu werden, und dieses Gefühl baue ich von Beginn an bei meinen Welpen kleinschrittig auf.

    So konnten sie lernen, dass ich zwar auch mal weggehe, aber eben immer wieder komme.

    Der Welpe wurde nie alleine gelassen, zu Beginn war immer jemand in seiner unmittelbaren Nähe, als er sich sicherer fühlte und beim Aufwachen feststellte dass keiner im selben Raum war, kam er dann angetappert, um festzustellen dass ich da war, und im weiteren Verlauf habe ich dann kommentarlos die Haustüre hinter mir zugemacht, um Müll wegzubringen - und war eine halbe Minute später wieder da, auch kommentarlos.

    Selbstverständlich eben.

    Wenn sie dann das erste Mal tatsächlich alleine sind, basiert das auf dem Gefühl: "Ist zwar jetzt ungewöhnlich - aber sie kommen ja wieder!" - und so ist es ja auch.

    Ich glaube, wenn ich das wirklich bewusst gemacht hätte, hätte mir das ordentlich Stress gemacht - und diesen Stress hätte ich dann vermutlich meinen Hunden auch gespiegelt :ka:

    Das sind jetzt aber auch nur meine Gedanken dazu, ich empfinde das schon ordentlich stressig, zumal ihr ja wohl auch Kandidaten habt die da nicht so "pflegeleicht" sind, wie ich es von meinen Hunden kenne.