Warum das hier immer wieder so giftig wird, raff ich einfach nicht.
Wo ich "giftig" werde, kann ich dir sagen: Immer dann, wenn dieses Totschlagargument "Das kann dir mit jedem Hund passieren" aufkommt.
Das ist nämlich die Krux - einerseits wird, gerade was Empfehlungen angeht, immer auf die individuellen Rasseeigenschaften eingegangen, wie du hier selber beschreibst:
Es gibt viele Hunde (Rassen und Mixe) die aufgrund von Form und Veranlagung das Potential haben, für einen Durchschnittsmenschen oder ein Durchschnittstier (d.h. nicht nur schwache, kranke, alte) sehr gefährlich zu sein, wenn sie nicht vernünftig geführt werden. Das ist simple Physik.
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Und dass es Hunde gibt, deren Vorfahren auf für unvernünftiges Führen ungeeignete Eigenschaften gezüchtet wurden, wird auch kaum jemand bestreiten - sonst könnte man sich die Rasseempfehlungsthreads ja sparen.
andererseits wird dann, wenn es mal ans "Eingemachte" für rassetypisches Verhalten geht, irgendwann immer alles in einen Topf geworfen, weil "jeder Hund immer noch ein gefährliches Raubtier ist".
Hunde sind eben nicht unberechenbar, es gibt so viele Erkenntnisse zu Verhalten und den Zusammenhängen zwischen Verhaltensinventar (früher: Triebe), hormonellen Einflüssen und Lernerfahrungen, basierend auf dem Wissen dass Hunde denkende und fühlende Lebewesen sind, dass sich sehr viel im Leben unserer Hunde vorausschauend betrachten lässt.
Für manche Hunde, und hier auch eben mit Blick auf die jeweiligen Besonderheiten von Rassen, wird dann eben auch ein spezielleres Wissen um die Veranlagungen benötigt, damit sich bestimmte Veranlagungen mit einem besonderen Gefahrenpotential für die Umwelt nicht verwirklichen können.
Das wird alles in einen Topf geworfen, und plötzlich wird jeder Hund gleich bei dem Argument: "Das kann dir mit jedem Hund passieren" ...
und dann werden die eigenen Hunde plötzlich zu Kaninchen, wenn ich es wage dieses in-einen-Topf-Gewerfe zu kritisieren.
Dann interessieren keine Reizschwellen, kein (selektiertes/gezüchtetes) Verhaltensinventar, keine Reaktionsnormen, keine Zusammenhänge zwischen Hormonen und Verhalten, keine genetischen Grundlagen die nunmal vom Wolf stammen und auch keine Berücksichtigung individueller Eigenschaften mehr, denn: "Es sind alles Raubtiere, und deshalb kann dir alles mit jedem Hund passieren".