Das nimmt wahnsinnig viel Druck raus.
Genau das gefällt mir, weil es DIR Boden unter den Füßen gibt - und daraus resultierend die nötige Gelassenheit, Schritt für Schritt ein Gesamtkonzept anzugehen.
Das nimmt wahnsinnig viel Druck raus.
Genau das gefällt mir, weil es DIR Boden unter den Füßen gibt - und daraus resultierend die nötige Gelassenheit, Schritt für Schritt ein Gesamtkonzept anzugehen.
Aber Welpenblues klingt halt netter als Überforderung.
Ist es doch aber auch?
Schaut man sich das Wort "Überforderung" nämlich mal genauer an, dann birgt das (möglicherweise, als Botschaft) doch die Aussage: "Die Fähigkeiten und zur Verfügung stehenden Möglichkeiten reichen nicht aus, um ein Problem eigenständig zu bewältigen."
Kommt DAS als Botschaft bei jemandem an, dann nährt das (auch möglicherweise) dessen Selbstzweifel - und das finde ich z. B. weder sinnvoll noch zielführend.
Für mich ist es ein großer Unterschied, ob ich jemandem sage: "Du bist gerade einfach mit der Situation überfordert.", oder ob ich ihn virtuell "in den Arm nehme" und schreibe: "Hach ja - der "Welpenblues" - dieses Gefühl, zu scheitern/ungeeignet zu sein/die falsche Entscheidung getroffen zu haben kennen so einige andere auch. Damit stehst du nicht alleine. Wo drückt denn der Schuh?"
Für MEIN Empfinden lade ich damit den Gesprächspartner zu einem Austausch ein - und das hat in dem Moment herzlich wenig mit Bagatellisierung zu tun, sondern mehr damit, denjenigen da abzuholen, wo er gerade steht.
Meine Meinung.
Ich sehe im "Welpenblues" auch kein Riesendrama oder Zeichen dafür, dass die ganze Menschheit am Leben scheitert. Die übertriebenen Reaktionen auf das "Phänomen" in der eigenen Wahrnehmungsblase scheint mir dramastischer als das Phänomen selbst.
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Welcher Bruchteil davon im DF oder sonstigen sozialen Medien aufschlägt und wie wenige davon tatsächlich "rumheulen" - eigentlich ein Witz.
"Rumheulen" in Anführungszeichen - genau so empfinde ich das:
Rumheulen kommt bei mir negativ an, hat auch (nicht nur!) die Intention von "Weichei", "stell dich nicht so an" etc. (Für MICH - das muss und wird wohl nicht jeder so empfinden, und auch nicht jeder, der "rumheulen" genutzt hat hier im Thread, hat das so negativ gemeint!).
Bei Hund Nr. 1 hat mich die Oxytocin-Schwemme dermaßen durch die Welpenzeit getragen (ein HUND - ich habe endlich einen HUND
), dass da irgendwelche negativen Momente gar keine Chance hatten, sich zu entfalten.
Neben den beiden kleinen, aber höchst bedeutsamen Tatsachen, dass ich damals meine Züchterin als Ansprechpartnerin hatte (wenn auch telefonisch - aber das habe ich sehr oft genutzt, manchmal auch nur, um ihr von dem Welpen und unserem Leben mit ihm zu berichten. Gott hatte die Frau eine Geduld
) und dass ich keine, wirklich NULL Termine hatte in den ersten beiden Wochen. So konnte ich das Schlafdefizit über Tag mit Welpchen im Arm beim gemeinsamen Mittagsschlaf ausgleichen.
Bei Hund Nr. 2 (das ist mein Vasco) sah das schon etwas anders aus. Zwar hatte ich auch da keinerlei Termine in den ersten beiden Wochen... aber der Alltag musste ja weiterlaufen, und ich bin nach einer Woche Schlafmangel auf dem Zahnfleisch gekrochen. Nach 1,5 Wochen habe ich dann meinen Männern (Mann und Sohn) die Ohren vollgeheult ... und die sind natürlich selbstverständlich abwechselnd eingesprungen bei der "Nachtwache" für den Welpen, so dass ich mal wieder eine Mütze Schlaf im eigenen Bett verbringen konnte. Hätte ich doch mal eher mein Maul aufgemacht ... ![]()
Bei Hund Nr. 3 (das ist mein Amigo) hatte ich zwar auch Ringe unter den Augen, aber da wusste ich ja schon, wie schnell diese Zeit vorübergeht (und habe auch die "Nachtwachen" besser aufgeteilt
)
So Momente, in denen ich mich selbst in Frage stellte, hatte ich allerdings auch. Die gingen aber schnell vorbei.
Dass das "Welpenblues" ist, habe ich erst später in Foren erfahren.
So aus meinem eigenen Erleben betrachtet, wenn ich mir vorstelle dass da ein Mensch ist, der mit niemandem sonst reden kann (oder auch in seinem Umfeld mit diesem doch teilweise Gefühlschaos nicht ernst genommen wird) - dann habe ich schon zunächst einmal das Empfinden: Da ist ein Mensch in Not, und braucht erst mal jemandem der ihm zuhört und ernst nimmt.
Manchmal hat sich das bei diesem Menschen schon sehr aufgeschaukelt, und er ist in einer Gemütsverfassung wo er denkt: Eigentlich müsste ich diesen Welpen doch LIEBEN - und ich bin nur noch genervt und hadere mit mir selbst und der Entscheidung, einen eigenen Hund zu haben...
Manchmal, in ganz seltenen Fällen, steckt da auch eine persönliche Geschichte hinter, wo es angeraten ist sich professionelle Hilfe zu holen.
Manchmal reicht aber auch eine Vitamin/Mineralienkur, um die eigenen Batterien wieder aufzuladen. Und ne Mütze Schlaf ![]()
Ganz manchmal, wirklich sehr selten, ist es aber angeraten den Hund wieder abzugeben, einfach weil es wirklich nicht passt.
Den Großteil der Welpenbluesgeschädigten empfinde ich aber als "voll normal" - da prallt eben die vormals sonnige Vorstellung von einem eigenen Hund auf das pralle, wuselige, verhaltensoriginelle Welpenleben ... und es ist eben etwas Anderes, ob mensch in der Theorie weiß, dass es anstrengend wird, oder ob man das dann praktisch zu fühlen bekommt.
Zuhören, Mut machen, der ein oder andere praktische Tipp - für Menschen, die hierher ins DF gefunden haben weil sie (zunächst) erst mal keine andere Stelle gefunden haben, wo sie ihre Sorgen und Nöte lassen können, ist zumindest aus meiner Sicht der erste Schritt - und der reicht auch meistens.
Nen Blues zu haben hat mit der Überforderung bei Hundehaltung nichts zu tun.
Ich bringe hier aber mal ein, es gibt einen Unterschied zwischen "überfordert sein" und "sich überfordert fühlen".
Gerade an den "Heultagen" ist mancher Mensch näher an dem Gedanken: "Habe ich es richtig gemacht, bin ich befähigt dazu - oder war es eine falsche Entscheidung?" deutlich näher als zu Zeiten, wo die "Seele in Balance" ist.
Da fühlt mensch sich unfähig, weil da mal gerade der Blick auf das verstellt wird, was eigentlich gut bewältigt wird, und "kleine Problemchen" (in Anführungszeichen, weil jede/r Probleme eben auch unterschiedlich empfindet, auch tagesformabhängig) auf einmal wie ein großer, unüberwindbarer Berg vor einem zu stehen scheinen.
Hatte ich auch kurzzeitig, aber niemals würde ich das mit Wochenbettdepressionen gleichsetzen oder auch nur vergleichen.
Na ja - wurde von Babyblues als Vergleich zum Welpenblues gesprochen - oder von postpartaler Depression?
Die postpartale Depression (Wochenbettdepression) wurde von @Rübennase sehr schön beschrieben.
Das ist KEIN "Babyblues" - wie die völlig normalen Zweifel bezeichnet werden, gerade wenn eine Frau zum ersten Mal Mutter geworden ist und die vor der Geburt nur gedanklich betrachtete Verantwortung für ein Lebewesen plötzlich lebendig, schutzbedürftig, überhaupt völlig bedürftig und abhängig, in den Armen liegt....
Eine postpartale Depression als "Babyblues" zu bezeichnen, empfinde ich als degradierende Verniedlichung.
Phonhaus Ja, ich weiß dass es da Unterschiede gibt. Organische/körperliche Erkrankungen sind für Menschen greifbar, erklärbar.
Psychische Erkrankungen dagegen nicht.
@Rübennase Danke für deinen wundervollen Beitrag. Ich kann ihn ja leider nur einmal liken ![]()
Ich finde diese Tabuisierung trägt in weiten Teilen dazu bei, dass sich solche Probleme etablieren. Da klebt man lieber das Etikett "völlig normal" auf solche Auswüchse wie depressive Phasen nach dem Welpenkauf. und mit depressiver Phase meine ich auch depressive Phase und nicht nur mal nen Tag mies drauf sein.
Dein Beitrag, @Helfstyna , gefällt mir besonders wegen der Thematisierung der Stigmatisierung psychologischer Erkrankungen (unabhängig davon, ob sie tatsächlich vorübergehend oder chronisch sind), denn das ist tatsächlich weitestgehend so.
Einzig diese "depressiven Phasen" als "Auswüchse, die nicht normal sind" zu bezeichnen, finde ich zu pauschal.
Und es ist per definitionem auch keine depressive Phase. Genau das finde ich hier so erschreckend und heftig.
Ist der Begriff "depressive Phase" tatsächlich genau medizinisch abgegrenzt?
Ich meine, er wird auch angewandt als Beschreibung seelischer Umstände, die keinen krankhaften Hintergrund haben.
Dadurch entsteht eine Vermischung von "als normal anzusehenden Stimmungsschwankungen" und "pathologischen psychischen Veränderungen".
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Wenn mir jemand sagt: "Ich habe einen Welpenblues!" - dann höre ich da zunächst einmal ZU.
Selbstzweifel sind grundsätzlich etwas völlig Normales.
Dass manche Menschen Zweifel an sich selbst haben bei den Gedanken: "Eigentlich müsste ich doch vor Liebe überschäumen angesichts dieses kleinen, bedürftigen Lebewesens - und statt dessen bin ich einfach nur sauer, weil es wieder auf den Teppich gepinkelt/gekackt hat...", ist für mich erst mal kein Indiz für einen grundsätzlich labilen Menschen - sondern einfach nur für einen Menschen, der situativ emotional reagiert.
Ob ein Welpenblues eine seelische Erkrankung bedeutet, oder einfach nur ein "seelisches Tief", ausgelöst durch das Zusammentreffen verschiedener Faktoren (Schlafmangel ist da z. B. EIN Faktor, der das seelische Gleichgewicht durcheinander rütteln KANN, nicht muss), kann doch gar nicht so einfach gesagt werden.
Auch wenn ich dann ausseh, als wär ich in den Schweinetrog gefallen.
Optisch würden wir gut zusammenpassen. Bei mir ist es allerdings Dreck.
Dein letzter post zeigt mal wieder, wie sehr du für das Galgöchen überlegst, was wirklich wichtig ist um ihm ein gutes, unbeschwertes Leben zu ermöglichen.
Wobei da sicher hilfreich ist, dass ich auch Rückruf-Stufen kenne (weil ich sie selber nutze; muss ja den Super-Rückruf nicht permanent anwenden, nur weil er super funktioniert.).
"Sitz" und "Platz" sind da unwichtig, ne? ![]()
Ich weiß nicht was ich ankreuzen soll .
"Ich finde es wichtig, dass ein Hund Kontakt zu Artgenossen hat. Ja, ich habe *einen* Hund, der im Moment zu wenig Hunde trifft (ca 1 x Woche), wir sind nicht zufrieden. " Das wäre meine Antwort
Mit deinem ersten Satz hast du ja schon die Umfrage beantwortet: "Ja, ich finde es wichtig:"
Wochen/Monate in Leinenspaziergänge mit Abstand investieren will eher niemand.
Schade dass du zu weit weg wohnst (wenn ich es richtig sehe, PLZ-Bereich 85*). Ich drück dir die Daumen, dass du den ein oder anderen noch findest ![]()
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Ich selber habe die erste Antwort angekreuzt.
Aber ich finde auch die Frage seltsam, weil Hunde soziale Lebewesen sind.
Mir kam sofort in den Sinn: "Brauchen Menschen Kontakte zu Artgenossen?"
Da kämen immer - und nicht nur, aber eben viel auch abhändig von der Lebenssituation - auch Einschränkungen, die vom Individuum abhängen.
Würde aber irgendjemand diese Frage mit: "Nein, Menschen brauchen keine Kontakte zu Artgenossen" beantworten?
Es gibt Menschen, die brauchen Party, die brauchen Trubel, die sind neugierig auf andere Menschen, lernen gerne unterschiedliche kennen.
Es gibt Menschen, die brauchen keinen Trubel, sind zufrieden mit einem überschaubaren Kreis an Menschen, mit denen sie sich wohl fühlen und mit denen sie diese Kontakte pflegen.
Eremiten sind extrem selten - und sie sind tatsächlich eine Ausnahmeerscheinung, weil der Mensch nicht als solitär lebendes Wesen angelegt ist.
Warum da bei Hunden überlegt wird, ob sie Kontakte zu Artgenossen BRAUCHEN, ist mir ein Rätsel.
Ja, es gibt vereinzelt Exemplare, die mit dem interspezifischen Kontakt zu "ihrem" Menschen zufrieden sind. Aber das sind Ausnahmen.
Möglicherweise liegt es daran, dass Hunde die einzige Spezies auf dieser Erde sind, welche eine so enge Bindung und Beziehung zu einer anderen Spezies (nämlich dem Menschen) als Ergebnis der Domestikation eingehen KÖNNEN, und damit ihre Bedürfnisse nach einem Sozialkontakt weitestgehendst abgedeckt werden.
Das macht aber Artgenossenkontakte nicht unnötig.
Leider erlebe ich oft, dass die Frage: "Braucht mein Hund Kontakte zu Artgenossen?" mehr aus der Sicht des Menschen, und weniger aus der Sicht des Hundes, betrachtet und beantwortet wird.
Hm - also eigentlich darf er doch im Dunkeln seltsame Bierdosenmänner "stellen"?
Also - MEINE dürften das.
Nicht das ich WILL, dass sie das tun - ich habe selber "Zähne", mit denen ich mich verteidigen kann, zum Abschrecken anderer Menschen sind meine Jungs nicht da.
Ich hatte mal eine Situation, wo Vasco mal einen Mann im Gebüsch gestellt hat, im Dunklen, an einer dunklen Ecke eines ansonsten gut einsehbaren Weges.
Der kam dann etwas verschämt und immer noch an seiner Hose nestelnd aus dem Gebüsch raus (war wohl grad fertig
), hatte selber wohl nicht mit irgendjemandem gerechnet - und ich habe Vasco zu mir gerufen, dem Mann freundlich "Guten Abend - und Entschuldigung, wir haben uns selber erschrocken!" gesagt - und Vasco kurz und beruhigend abgestrichen: "Alles gut - ist nur ein Mann
".
Im Gegensatz zum Bierdosenmann war das aber kein mir selber unangenehmer Mensch, einfach nur ein junger Mann, der den Vorteil der Männer gegenüber den Frauen an einer scheinbar geeigneten Ecke genutzt hat.
Falsche Zeit, falscher Ort ![]()
Ich hatte da echt Verständnis für meinen Vasco, das WAR eine unangenehme Situation, und ohne meine Jungs dabei hätte das bei mir auch Angst ausgelöst, zumindest im ersten Moment.