Beiträge von Hundundmehr

    :streichel:


    So ganz spontan, um mal aus deinem Kopfkreisel rauszukommen:

    Eine sinnvolle, gemeinsame Beschäftigung kann hier sehr hilfreich sein.

    Das führt weitere Signale ein, die eure Kommunikationsbasis erweitern.

    Dazu dienen solche Signale.

    Wenn du dich auf etwas fokussieren kannst, was dem Galgöchen und dir gleichermaßen Spaß macht, wo ihre gerne zusammen arbeitet ... dann bleibt für den Kopfkreisel weniger Raum. Natürlich denke ich dabei an ein Jagd(ersatz)training.

    Was ist mit deinem Katzenfuttersuperrückrufpfiff?

    Eine weitere Idee: Wenn Galgöchen doch sicher zum Zaun hinrennt - kannst du dann vielleicht zum Trainieren selber mit am Zaun bleiben, und dann gehst du mit Hund und Leberwursttube am Zaun entlang, schon während sich jemand annähert und dann möglicherweise sogar am Zaun stehen bleibt?

    Oder - statt ihn zurück zu rufen - selber hingehen, LOBEN fürs Melden, und dann direkt (Leberwursttubengestützt) ein Alternativverhalten anknüpfen.

    Nur ein paar Gedanken....

    @Das Rosilein Ich betrachte diese Berichte über Vorfälle mit Rottweilern auch mit Sorge, und habe wie du auch den Eindruck, es würde da eine (leider wieder) steigende Tendenz geben.

    Genauso wie bei dir kollidiert das auch mit meinen Erlebnissen im realen Leben.

    Möglicherweise spielen da auch die Aspekte mit rein, die von flying-paws angebracht wurden, u. A. auch ihre Anmerkung, "ein noch so netter Halter kann nicht eine erhöhte Jagdmotivation (mit ihren Auswirkungen auf das gesamte Verhalten des Hundes) kompensieren/ausgleichen/verschwinden lassen" (Das ist jetzt mit meinen Worten ausgedrückt, ich hoffe, sie da richtig verstanden zu haben).

    "Ins Gespräch gekommen" habe ich angeführt, nicht um die Freundlichkeit dieser Menschen hervorzuheben, sondern um aufzuzeigen dass mein Eindruck nicht nur auf persönlichen Gedanken beruht, sondern eben auch auf Informationen, die ich von diesen Haltern im Gespräch erhalten habe.

    Wie jeder andere Mensch auch habe ich einen "ersten Eindruck" von Hund und Mensch, und bin da natürlich auf meine persönlichen Erfahrungen (und Kenntnisse) angewiesen.

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    Mal ein ganz klassisches Beispiel für MEIN persönliches Handeln:

    Mir kommt ein Hundehalter entgegen, noch mit großer Entfernung. Ich sehe, dass dieser seinen Hund an die sehr kurze Leine nimmt, und bei jeglichem Ansatz des Hundes, an dieser kurzen Leine zu ziehen, mit einem kurzen, kräftigen Leinenruck agiert.

    Das sind so Begegnungen, wo ich mindestens 10m weit mit meinen Hunden ins Unterholz gehe, dort mit ihnen warte bis der andere Halter uns passiert hat, beim Passieren grüße ich freundlich - und wenn er weit genug vorbei ist, spreche ich meine Jungs freundlich an und wir gehen wieder zurück auf den Weg.

    Möglicherweise tue ich dem anderen Halter damit unrecht - aber ICH will meinen Hunden unliebsame Situationen ersparen; Dem anderen Hund übrigens auch.

    Ich halte gar nix davon, irgendwelche unliebsamen Reaktionen zu bewirken, indem ich die Problematik beim Unterschreiten einer Individualdistanz völlig außer acht lasse.

    Deshalb vermute ich ja auch eine Veränderung im Zuchtbereich.

    Genauer gesagt, hege ich da folgenden Gedanken:

    Es gab und gibt immer Züchter, die ihre Zuchtziele der jeweiligen "Modeerscheinung" anpassen, und solche, die immer schon ihre Zweifel an diesen "Modeerscheinungen" hatten und da nicht mitgegangen sind. (Wobei da nicht vergessen werden darf, wie viele "Hinterhofzuchten" - ihr wisst, wie ich das meine? - da plötzlich aus dem Boden gestampft wurde, die ganz pauschal der jeweiligen Rassezucht zugeordnet wurden.)

    Letztere haben es doppelt schwer - zum Einen, weil sie über Jahre gegen diese "Modeerscheinung" ankämpfen müssen und dabei fast untergehen; Zum Anderen, weil sie eben auch unter den Auswirkungen dieser "Modeerscheinung" zu leiden haben.

    Mal ehrlich - WER wollte denn während und auch nach den ganzen Listenhunddebatten und Schauergeschichten noch einen Rottweiler haben?

    Versteh mich nicht falsch, flying-paws ; Ich streite deine Feststellung zur Rasse Rottweiler nicht ab.

    Ich meine nur aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen zu erkennen, dass so ganz langsam wieder die Bemühungen seriöser Züchter, die eben nicht auf Merkmale wie "ausgeprägte Jagdmotivation" gezüchtet haben, ihre Früchte tragen.

    Dies ist ein sehr zäher Prozess, ohne Frage. Dass immer noch viele Exemplare der Rasse durch eine "fehlgeleitete" Selektion problematisch sind, ist nun mal das Ergebnis dieser jahrelang weit verbreitet praktizierten Selektion.

    Der Rottweiler ist im Arsch ... Sorry, aber das kann man nicht anders sagen.

    Hm ... seit einigen wenigen Jahren sehe ich hier zu meiner Freude wieder ab und an Rottweiler in meinem Umfeld.

    Diese werden sehr umsichtig von ihren Menschen geführt, ungefragt lassen sie ihre Hunde niemals zu anderen (Hunden und Menschen).

    Ist ein Kontakt allerdings erlaubt, geht das ohne Leine - und klappt hervorragend.

    Ich gerate ja mit diesen Haltern dann immer ins Gespräch :D, und bisher war diesen immer eine Haltung gleich: Sie wissen über die Bedenken ihrer Hunderasse gegenüber, und berücksichtigen das in ihrem Management, sobald sie sich in der Öffentlichkeit mit ihren Hunden bewegen.

    Das Ganze ist jetzt sicher nicht repräsentativ, ich rede da von meinen persönlichen Erfahrungen mit vielleicht 5-6 Hunden dieser Rasse.

    Erlebt habe ich alle diese Hunde als freundlich, aber zu Beginn eher distanziert, erst mal "bedächtig" kennenlernen, mit einer sehr souveränen Ausstrahlung.

    Die Kontakte verliefen ohne jegliches Zeichen von Aggression.

    Die Halter waren allerdings auch durch die Bank nett. Alle haben bei der Erziehung ihrer Hunde berücksichtigt, eben NICHT das (in der Öffentlichkeit weit verbreitete) Klischee des "Kampfhundes" zu bedienen.

    Das Halterklientel dieser Rasse scheint sich verändert zu haben - dass hier möglicherweise auch die Züchter verstärkt darauf achten, welcher Klientel sie ihre Hunde überlassen, ist nur eine Vermutung von mir, und damit rein spekulativ.

    Ich finde diese Tendenz erfreulich, und kann von meinen persönlichen Erfahrungen her nur sagen, dass ich überhaupt nicht das Empfinden habe, die Rasse als solche wäre kaputt.

    Für möglich (sogar sehr wahrscheinlich) halte ich aber, dass die Auswirkungen der Vergangenheit immer noch in dieser Rasse zu spüren sind.

    Bestimmte, über Generationen betriebene Selektion (z. B. auf Verstärkung der Merkmale Schutz- und Wachmotivation) lassen sich nicht so schnell wieder rückgängig machen.

    Hinsichtlich Selektion auf bestimmte Merkmale halte ich so ziemlich alles für möglich.

    Wenn man verkürzte Schnauzen, Riesenwuchs, Zwergform züchten kann - warum sollte das dann vor einer Verstärkung von Aggressionsverhalten oder auch Beutefangverhalten Halt machen?

    Das beste und anschaulichste Beispiel, welche unterschiedlichen und vor Allem vielfältigen Veränderungen bei der Selektion auf EIN Merkmal bewirkt werden können, ist das Silberfuchsexperiment

    Haustiergene im zahmen Fuchs

    Dass sich mir bei manchen dieser "Selektionsziele" die Nackenhaare zu Berge stellen, und ich diese vom MENSCHEN gewollten Ziele als krank empfinde, übertrage ich zumindest dennoch nicht gleich auf eine komplette Rasse.

    Manche Rassen werden gerne und häufiger genutzt für bestimmte Selektionsziele.

    Ich "pfeif" übrigens auf diese Beißstatistiken, egal wie gut und fundiert sie gemacht sind.

    Sie haben nämlich immer die Wirkung, pauschalisierend einer gesamten Rasse einen Stempel zu verpassen.

    Dafür schaue ich mir lieber den einzelnen Hund UND dessen Ontogenese an, wozu natürlich auch rassetypische genetische Dispositionen gehören.

    Genau - es geht um Konsequenz deinerseits.

    Diese fehlte bisher zu stark, oder war - zumindest für deinen Hund - sogar gar nicht vorhanden.

    Das war dann die Lücke, in der seine genetische Disposition Raum gefunden hat.

    Im Grunde ist Domino ja ein entspannter Hund, er muss nur lernen, dass er selbst keine Entscheidungen zu treffen hat.

    "dass er selbst KEINE Entscheidungen zu treffen hat" - das liest sich für mich jetzt allerdings sehr hart. Meinst du damit vielleicht eher doch, er soll wissen, dass deine Entscheidungen seine im Zweifelsfalle "toppen"?

    So, wie ich es verstehe, geht es in dem Ansatz hauptsächlich darum, dass der Hund akzeptiert, dass Situationen von der TE geregelt werden und nicht von ihm selbst. Das kann ja nur gut sein, egal ob das mit dem Arbeitsplatz nun noch klappen wird oder nicht.

    Genau. Zwar wird hierzu derzeit das Mittel der Dominanz genutzt, aber der Fokus liegt jetzt erst mal auf deiner Konsequenz deinem Hund gegenüber.

    Damit du dich dabei nicht verzettelst, wird dies zunächst "im kleinen Rahmen" etabliert.

    Es wird dich und deinen generellen Umgang mit deinem Hund verändern. Du wirst selbstbestimmter werden, und dich nicht mehr von deinem Hund bestimmen lassen.

    Dieser Weg ist keine Einbahnstraße, denn es geht um gegenseitigen Respekt.

    Mach dir nichts vor - das Kissentraining dient in erster Linie dem Sinn, dich gegenüber deinem Hund DURCHZUSETZEN - genauso wie das Couch- und Bettverbot dazu dient.

    Du hast von dem Trainer EINE! ganz klare, genau umrissene Trainingsaufgabe bekommen, die konsequent durchgesetzt werden soll. Konsequenz heißt in deinem Fall: Geduldig, also immer wieder und wieder und wieder - bis dein Hund lernt: Du gibst da NICHT NACH.

    Dass (wenn, falls) dein Hund dabei lernt, das Kissen als Ruheort/Rückzugsort/Ablageort auf Anweisung von dir anzunehmen, dann ist das ein wünschenswerter Nebeneffekt.

    Wobei die Wahrscheinlichkeit, dies so lernen zu können recht hoch sein dürfte - das ist einfache Konditionierung, die dabei "mitläuft".

    Du hast aus Unwissenheit bei deinem Hund in der Vergangenheit sehr viel laufen lassen - und er hatte dadurch die Möglichkeit, aus seiner Sicht angemessene Verhaltensweisen zu entwickeln, die seiner genetische Disposition entsprechen.

    JETZT soll er erst mal ERFAHREN, dass auch du Entscheidungskompetenzen hast.

    Dies durch eine ganz klare, genau umrissene Trainingsaufgabe zu etablieren, ist sehr geschickt vom Trainer gewählt.

    Weiter so - du schaffst das! :bussi:

    Es wurden ja auch "Luxusprobleme" angesprochen.

    Wenn ich das mit dem Hintergrund der existenziellen Probleme betrachte, mit dem die Generationen vor mir (meine Oma war z. B. Jahrgang 1899) befasst waren - da blieb überhaupt kein Raum für irgendwelche tieferen Gedanken zu Erziehung von Kindern; Erst recht nicht für Erziehung von Hunden.

    Frust war mit Sicherheit vorhanden - er hatte nur keinen Raum, weil andere Sachen wichtiger waren. Kinder satt bekommen z. B.

    Sich mit einem Hund überhaupt befassen zu KÖNNEN - auch eine "luxuriöse Begleiterscheinung" der heutigen Zeit.

    Die Möglichkeiten, die sich heute und hier bieten, geben der Verantwortung andere Prioritäten.

    Eine wesentliche Priorität ist hier Empathie.

    Das ist ein Qualitätsgewinn, aber keine Verweichlichung.