Das ist der Plan. Das geht hier eigentlich auch ganz gut, nur 100% vermeiden ist halt wirklich nicht.
Liegt hier jetzt ein Missverständnis vor? Frag ich mich gerade, vom Threadverlauf her.
Hundekontakte im Freilauf sind doch völlig problemlos, oder?
Da kannst du doch so agieren, dass es nicht zu ungeplanten Kontakten kommt, denn dein Hund ist abrufbar, und ist ein Kontakt erlaubt, klappt das gut.
Dein Problem ist doch das angeleinte Laufen innerorts, hier gibt es eine Fehlverknüpfung, und dafür hast du von deiner Trainerin einen Plan bekommen, bei dem du jetzt schon überrascht bist, welche Fortschritte da bisher schon möglich sind (auch wenn du noch mit deinem Timing haderst, richtig?).
Es geht also um das 100%ige Vermeiden von LEINENKONTAKTEN, nicht pauschal alle Hundekontakte.
Das klappt bisher in gestellten Übungen, in denen du jetzt erst einmal die Anwendung üben kannst und dir selber Sicherheit erarbeitest.
Auch deine bisherigen Erfahrungen müssen "gelöscht" und durch neue, positive ersetzt werden.
Denn im Prinzip möchte ich das ja (viel..) später so verwenden, wenn wir total entspannt und auch mal nah an einem anderen Hund vorbeigehen wollen.
Dieses "nah an einem anderen Hund vorbeigehen" vermeide ich, heute noch.
Dabei habe ich Hunde, wo andere Menschen immer wieder sagen, die sind so toll, und gut erzogen ...
(ich teile diese Ansicht nicht so zwingend - wir LEBEN halt zusammen und kommen gut klar, haben eingespielte Handlungsweisen
).
"innerorts" ist etwas, was ich auch sehr selten brauche. Ich signalisiere meinen Hunden da automatisch "kein Kontakt", INDEM ich Abstand halte oder auch aktiv NEHME.
Das habe ich schon immer so gemacht - und genau deshalb reagieren sie heute auch nicht, wenn z. B. in der Fußgängerpassage dann trotzdem zufällig mal ein Hund 2m neben ihnen Krawall macht. Da steigen sie gar nicht drauf ein und gehen ungerührt mit mir weiter.
Das habe ich nie geübt, sondern immer nur vorgelebt: Wir GEHEN.
Im Frühjahr 2020 ist es genau 9 Jahre her, dass ich mit meinem damals noch nicht 2 Jahre alten Vasco ein Problem mit hundelosen Einzelpersonen im Wald hatte. Dem war eine seltsame Begegnung mit einem Waldarbeiter vorausgegangen, mit der ich ziemlich dämlich umgegangen bin und deshalb eine Fehlverknüpfung selber herbei geführt hatte.
Nach 2 solcher Begegnungen (Vasco, der ansonsten Menschen gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen war, hat diese hundelosen Einzelpersonen im Freilauf beim Passiere angebellt) bekam ich ein Kribbeln im Bauch, sobald ich solchen hundelosen Einzelpersonen begegnete. Das hat sich bei mir immer mehr verstärkt, und mein Handeln beeinflusst - eine sich-selbst-erfüllende Prophezeiung.
Von daher kann ich deine "angespannte Haltung" sehr gut nachvollziehen, weiß, wie das ist 

Ich habe diese Situationen einer befreundeten Trainerin per mail geschildert (und weil ich diese Korrespondenz habe ausdrucken lassen, konnte ich es gerade noch mal nachlesen: Es ist genau 8 Mal zu einem solchen Verbellen gekommen - dann habe ich mich hilfesuchend an sie gewandt.)
Herausgekommen ist folgende Vorgehensweise, an die ich mich strikt halten sollte:
Bei Sichtung solcher hundelosen Einzelpersonen sollte ich Vasco anleinen und schon deutlich vor Erreichen ihn "in Gehorsam" nehmen (Hier: "bei Fuß"). Leine kurz, aber ohne Spannung.
ICH sollte mich völlig auf meinen Hund konzentrieren, Blick auf ihn gerichtet, meine Aufmerksamkeit komplett auf meinen Hund, freundlich, aber "straight", im Sinne von "Ich WILL das jetzt".
Die Einzelpersonen sollte ich komplett ignorieren, kein "guten Tag", kein Lächeln, kein grüßendes Nicken beim Passieren - einfach NICHTS.
Deutlich vor Erreichen der Personen ausweichen, und im großen Bogen an ihnen vorbei, Blick immer bei meinem Hund.
Nach dem Passieren, mit ausreichendem Abstand, dann ganz normal weiter, nebenbei ableinen und Vasco dann frei geben.
In kleinen Schritten konnte ich das Procedere dann immer weiter auflockern - und nach 3 Wochen war das Thema durch.
Vasco geht seitdem an diesen Menschen vorbei, und hat nie wieder einen Passanten verbellt.
Das soll jetzt um Himmels Willen keine Trainingsanweisung sein, nur ein persönlicher Erfahrungsbericht, dass es GEHT, solche Problematiken wieder zu lösen 
Ich selber kam mir äußerst blöd vor, andere Menschen so völlig zu ignorieren
, mich wirklich voll und ganz auf meinen Hund zu konzentrieren.
So mancher hielt mich sicherlich auch für ziemlich schrullig - aber das hatte, und war es letztendlich auch, mir völlig egal zu sein, denn es ging um MEINEN Hund, und mit dem muss und will ICH klarkommen können.
Es hat hervorragend funktioniert - also: Nur Mut, auch du schaffst das!