Beiträge von Hundundmehr

    @Dackelbenny Oh, dann hatte ich dich missverstanden :bussi:

    Wobei mir jetzt gerade erst auffällt welch wichtigen Punkt du damit aufgezeigt hast:


    Irgendwie kommt das bei mir seit einiger Zeit so rüber als wenn der Rütter bei jedem Fall irgendwas "therapiert", aber das eigentliche Problem gar nicht so richtig gut gelöst wurde.

    Er THERAPIERT.

    Diesen Ansatz finde ich richtig, zumindest bei den Hunden, die ich jetzt in seinen Folgen gesehen habe.

    Spoiler anzeigen

    Ihr Lieben :ops: ... ich kenne den Rütter eigentlich nicht wirklich. Klar habe ich ihn hier und da mal gesehen mit seinen Folgen "der Hunderprofi", fand ihn nicht übel (ich finde ihn tatsächlich wenig gewaltbereit, im Gegensatz zu einigen anderen "Trainern") - aber vor Allem halte ich ihn für einen guten Menschenkenner, der mit einer gehörigen Portion Humor den MENSCHEN vor Augen hält, wo deren Schwachstellen liegen.

    Insofern kann ich jetzt gar nicht sagen, ob sich da bei ihm was VERÄNDERT hat.

    IHR seid schuld, dass ich mir jetzt die Folgen, über die ihr diskutiert, selber mal genau ansehe, bevor ich hier schreibe ... weil ich die Diskussionen hier sehr interessant finde.

    Das habt ihr jetzt davon xD

    :bussi:

    Bei der Porcelain-Hündin und dem Gordon Setter hat er den Menschen klar gesagt: "Euer Bedürfnis (die "Baustellen"-Reparatur) interessiert mich jetzt erst mal nicht - jetzt wird erst mal das Bedürfnis des Hundes bedient!".

    Bei der Elo-Hündin stand für ihn mehr im Vordergrund die Veränderung hinsichtlich der Unsicherheit Menschen gegenüber - wobei ich mir gewünscht hätte, er hätte dies in der Sendung noch viel deutlicher herausgestellt.

    Bei Penni ... fehlt mir der weitere Verlauf. Da gibt es nämlich Ansätze, die einen Hinweis auf den weiteren möglichen Verlauf geben - und der wird überhaupt nicht erwähnt in der Sendung.

    Das ist das eigentliche Dilemma: Die "Reparatur" eines Problems lässt sich mit bestimmten "Methoden" in kurzer Zeit durchführen - und leider oft mit Folgen, über die WIR hier dann diskutieren, weil das über den Tellerrand hinausgeht.

    Eine "Therapie" dagegen DAUERT, weil sie etwas im Inneren in Bewegung setzt (bei der Elo-Hündin ist da noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, finde ich).

    Dieses DAUERN lässt sich aber nicht in ein Sendeformat bringen.

    Ich finde es schade, wenn dieser Ansatz verloren geht, weil bei den Zuschauern möglicherweise tatsächlich der Eindruck entsteht, "Rütter würde die Probleme jetzt nicht mehr wirklich lösen".

    Zumindest was ich bisher gesehen habe, geht an einigen Stellen sehr in die Tiefe - und kommt durch das Sendeformat so flach rüber.

    Ohne diese Sendung würde da aber gar nix rüberkommen ...

    :ka:

    Außerdem sagt er anfangs oft, dass er denkt, dass man das Problem nicht komplett beseitigen kann und man halt mal sehen muss wie weit man kommt.

    DAS war früher nicht so, da hat er zu Beginn eines Trainings immer positiv gedacht.

    Gerade diese Einschränkungen, die er da macht, empfinde ich als deutlich positiver, weil sie einem denkenden und fühlenden Lebewesen gerechter werden als die "Versprechen": "Das bekommen wir komplett beseitigt."

    Genetische Veranlagungen bekommt man nicht "komplett weg", die müssen berücksichtigt werden, und hier bedarf es auch der Kompromissfähigkeit seitens des Halters.

    So ist der Grundsatz bei ihm aber auch nicht , lest doch noch mal nach ;) Man muss seine Arbeit nicht mögen oder seine Grundsätze aber die sollte man dann doch nicht anders formulieren ;)

    Du - das habe ich auch nirgendwo gesagt :bussi:

    Mal ganz deutlich (was ich tatsächlich vorher versäumt habe):

    Grundsätzlich mag ich den Rütter, eben weil ich

    - der Ansicht bin, er versteht wirklich viel von Hunden

    - ihn für einen Menschen halte, der Hunde mit Liebe, Verständnis und Nachsicht betrachtet und behandelt

    - ihn für einen Menschen halte, der grundsätzlich Gewalt ablehnt.

    Gerade der letzte Punkt ist für mich immer schwierig zu erklären, ich versuche es mal so:

    Obwohl Rütter - und zwar sehr gezielt, mit Sinn und Verstand - auch aversive Ansätze nutzt, hat er dabei immer im Fokus, ob er dem Hund damit SCHADEN zufügt.

    Genau diesen Schaden WILL er aber nicht zufügen, weshalb er sich die Hunde genau anschaut, und zwar sowohl hinsichtlich einer Verhaltensanalyse, als auch hinsichtlich ihrer RESILIENZ.

    Mal am menschlichen Beispiel:

    Ist da ein Mensch, der ständig nur an mir rummotzt, rumkritelt, mich unter Druck (mit Zwang)dazu bringt, das zu tun was ER will, ohne sich für meine Meinung und Gründe zu interessieren - den finde ich zum :kotz:, und nehme dessen Kritik überhaupt nicht mehr ernst. Ist das beispielsweise ein Chef auf der Arbeit - dann muss ich mich zwar notgedrungen fügen (zumindest wenn ich den Job behalten will), aber die KRITIK nehme ich nicht wirklich an.

    Würde aber meine Freundin, die ich schon Jahrzehnte kenne und bei der ich mir absolut sicher bin, dass sie mir wohlgesonnen ist und mich auch grundsätzlich wohlwollend betrachtet, mir auf einmal eine richtige Packung mitgeben - dann würde mich das schocken... aber vor Allem NACHDENKLICH machen. Ich würde mir tatsächlich überlegen, welchen - aus ihrer Sicht - größeren Schaden sie denn mit dieser ungewohnten Reaktion hat vermeiden wollen.

    Mein Grundvertrauen in sie wäre damit allerdings nicht erschüttert - aber ich nehme ihre Reaktion in der Folge (und Konsequenz) ganz anders wahr, als den zuvor beschriebenen Menschen (beispielsweise Chef).

    tja ... da war er: Der Rütter, wie ich ihn nicht mag.

    Dabei fand ich nicht grundsätzlich mies, was er da gemacht hat.

    Die grundsätzliche Botschaft: "Leute - TRAUT euch doch auch mal, euren Hunden etwas zu SAGEN!", finde ich richtig.

    Das Leben ist kein Ponyhof, und es ist nicht immer alles nett - auch ICH nicht.

    Ich bin es aber grundsätzlich (und, falls das nicht deutlich genug rüberkommt: Grundsätzlich heißt, es gibt eben auch Ausnahmen, da bin ich nicht nett. Grundsätzlich heißt aber auch, dass man sich darauf verlassen KANN).

    ...................

    Kennt ihr den Hundeerziehungsansatz:

    Erst GRENZEN setzen,

    dann BESCHÄFTIGUNG

    und erst dann ZUWENDUNG

    und zwar in genau dieser Reihenfolge?

    Begegnet mir sehr oft bei Trainingsmethoden.

    Finde ich schxxxx, weil hier der Hierarchieanspruch im Vordergrund steht. Da ist kein Platz für Empathie, also das Einlassen auf mein Gegenüber.

    Bei mir ist es genau umgekehrt:

    ZUWENDUNG ist die Basis,

    über (überlegte) Beschäftigung baue ich Beziehung und Bindung auf

    und GRENZEN werden dadurch oft gar nicht erst überschritten, weshalb ich sehr selten in die Situation gelange, eine Grenze setzen zu müssen.

    ........................

    Warum dieser kurze "Ausflug"?

    Bei beiden Hunden in dieser aktuellen Folge war ZUWENDUNG die Basis im Zusammenleben.

    Es gab ein Grundvertrauen zwischen Hunden und deren Menschen als festzementierte Basis.

    Damit zu den Einzelfällen:

    Penni:

    Die Analyse von Penni war treffend: Angriff ist die beste Verteidigung, der territoriale Aspekt floss da verstärkend mit ein.

    Hier hat sich Rütter allerdings selber wiedersprochen: Er sagte zu Beginn über den darauf folgenden Einsatz der Wasserflasche, diese Korrektur müsse EIN MAL richtig sitzen, vielleicht auch 2, maximal 3 mal - und dann müsste aber bei Penni klar sein, dass ihr bis dahin gezeigtes Verhalten unerwünscht ist.

    Im weiteren Verlauf hat er den Haltern aber die Aufgabe gegeben, zukünftig MIT Wasserflasche spazieren zu gehen und diese weiter zu nutzen - UND damit dann auch noch ein Signalwort/Kommando zu verknüpfen, welches im weiteren Verlauf den Einsatz der Wasserflasche überflüssig machen sollte.

    Das ist dann aversive Konditionierung, weil ein Schreckreiz (der bei Penni ja sehr deutlich sichtbar einen Meidereflex bewirkte) mit einem zuvor neutralen Reiz (dem Signalwort/Markerwort/Kommando) verknüpft wird, und durch die Konditionierung im weiteren Verlauf das Meideverhalten allein durch dieses Wort abgerufen wird.

    Diese aversive Hemmung unterdrückt allerdings das unerwünschte Verhalten nur, der Hund lernt nicht, anders mit der Situation umzugehen.

    Mein Ansatz für Penni wäre ein anderer gewesen, ich hätte erst mal mit mehr Abstand als Alternativverhalten begonnen.

    Die Elohündin Bella: Ich gehe davon aus, M.R. hat noch über weitere Informationen verfügt für seine Analyse eines schlecht sozialisierten Hundes aufgrund schlechter Aufzuchtbedingungen.

    Hier hätte ich mir schon gewünscht, M.R. hätte von einem Vermehrer und nicht von einem Züchter gesprochen.

    Auch hier eine treffende Analyse, ein unsicherer Hund, bei dem aber die Disposition zu Territorialverhalten zum gezeigten Verhaltensmuster führte.

    Sehr schön fand ich hier

    1. den Ansatz der Gegenkonditionierung: Die Klingel sollte nicht mehr mit der Botschaft "gruselige Besucher" sondern mit der Botschaft "Oh- Besucher!!! Leckerchen :cuinlove:" verknüpft werden.

    2. dass er selber den Fokus mehr auf die Verhaltensänderung der Hündin Menschen gegenüber wichtiger fand, als das Ursprungsproblem, für das er überhaupt kontaktiert wurde.

    Warum, um Gottes Willen, hat er damit nicht WEITER gemacht:wallbash:

    Die Hündin wurde doch immer sicherer Menschen gegenüber...

    Ich fand es nicht falsch, dass die Halterin ab einem gewissen Punkt auch mal ein "Machtwort" sprechen sollte, zumal in genau diesem Fall tatsächlich das gezeigte Verhalten mit dem "Machtwort" von der Hündin verknüpft wurde - ihr war der Zusammenhang KLAR.

    Was ihr - auch hier, genau so wie bei Penni - allerdings NICHT klar war: Was soll sie denn STATT DESSEN tun?????

    Was statt dessen im weiteren Verlauf zu sehen war: Die Halterin musste immer wieder ein "Machtwort" äußern - und das ist doch ätzend!

    Genau DAS bringt mich als Mensch doch in die Spirale, immer mehr und mehr "Machtworte" anzuwenden, und birgt damit die Gefahr, unbemerkt diese "Machtworte" immer mehr Raum in der alltäglichen Beziehung, und dieser damit eine andere Qualität zu geben.

    Mögliche Alternativen:

    1. Macht die Hündin trotz des Machtwortes WEITER, kein Machtwort mehr sprechen, sondern direkt die Konsequenz "Ab ins Körbchen" folgen lassen.

    2. Einen Kurzführer ans Halsband, mich nach dem (mittlerweile ja sehr kurzen) Bellen bei der Hündin bedanken - und sie dann freundlich aber bestimmt zur Tür mit nehmen (eben in der ersten Zeit mit Hilfe des Kurzführers), sie an der Türe ein wenig seitlich HINTER mir ins Sitz bringen - und dann dem Besuch öffnen. Alles schön mit Leckerchen gestützt, um - wenn nötig - jedes erwünschte Verhalten zu verstärken.

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    Insgesamt empfinde ich diese Folge als ziemlich schrecklich, weil sie mehr dazu führt, das dort gezeigte "Training" einfach mal "nachzumachen", ohne Sinn und Verstand, und Empathie für den individuellen Hund.

    Ne - der HUND hat gehebelt, nicht der Mensch.

    Das Einzige was der Mensch hätte besser machen können, wäre gewesen: Mitgehen, diesen Zug des Hundes auf der Leine gar nicht zulassen.

    Zur Kleinschrittigkeit:

    M.R. hat ganz klare Anweisungen gegeben, bis wo hin die Halter in welchen Zeitabständen gehen sollen. Das war sehr kleinschrittig, zumal in der Sendung schon zu sehen war, wie schnell Luke diese vorgeschriebene KLEINE Distanz bewältigte.

    Begründe doch mal, warum das nicht kleinschrittig war.

    @Dakosmitbewohner Statt eines "Gefällt mir" bekommst du von mir ein :streichel:

    shit happens - Aufstehen, Krone richten, weitermachen.

    Manchmal gibt es so originelle Verhaltensweisen in einer Gruppendynamik ...

    Ein Glück, dass niemandem etwas passiert ist ... außer vielleicht dem Ego, welches nun erst mal gestreichelt werden muss, um aus der Ecke im Keller zu kommen.

    Als Hundeanfänger muss ich ja auch Erfahrungen sammeln können.

    Welpen einfach hinlassen und schauen wie es dann läuft, ist sicher der falsche Weg.

    Fragen kostet aber nichts - und ein wenig Vertrauen in andere Menschen auf eine ehrliche Antwort finde ich auch besser, als mit Angst vor anderen Hunden durch die Gegend zu rennen.

    Wie oft lasse ich denn solche Kontakte zu, gerade in der ersten Zeit?

    Bei meinem Ersthund war es so, dass der in der ersten Woche außer Wohnung, dem begrünten Hinterhof und den Menschen, die nun zu seiner neuen Familie werden sollten, nix anderes kennen lernte.

    Ab der zweiten Woche bei mir bin ich dann mit ihm in den Wald gefahren, wo er erkunden konnte nach Herzenslust - zu Zeiten, wo ich nahezu mit ihm alleine war.

    Traf ich auf einen anderen Hundehalter, so habe ich sorgfältig geschaut, ohne Hundekenntnis, nur mit Empathie - und die war basiert auf der Sorge um meinen Welpen.

    Nach EINEM solchen Hundekontakt, der bisher immer freundlich verlief ... hatte der Welpe erst mal 2 Tage Zeit, dieses außerordentliche Erlebnis sacken zu lassen.

    Dann wurde es ganz, ganz kleinschrittig mehr, mit wachsender Resilienz des Welpen konnten dann auch die Anforderungen gesteigert werden.

    Es ist eben nicht die Masse an Hundekontakten, sondern die Qualität dieser Hundekontakte, die maßgeblich die Sozialisierung beeinflusst.

    War auch nicht recht :ka: Das ist ein Teil „Tierschutz-Dilemmas“.

    Dann schau dir an, wem das nicht recht ist.... denn das sind in der Regel

    - die, die meinen mit viel Liebe wird alles gut, weil so Hunde ja immer dankbar sind

    - die, die laut schreien über die Chancen, die diesem Hund doch kaputt gemacht werden durch diese schonungslose Beschreibung

    Eines ist aber beiden Artgenossen gemein: Frag sie, ob Sie den Hund nehmen würden - und du bekommst ein klares: "Ich würde ja gerne... aber!...."