Beiträge von Hundundmehr

    Da maßregelt sie energisch und laut und denen gehen wir aus dem Weg, auch wenn die Besitzer schon mal sagen das ihr Hund mal dringend eine auf den Deckel bekommen muss.

    Solchen Besitzern gehe ich tunlichst aus dem Weg.

    Tatsächlich hatte mich mal - ist schon Jahre her - eine solche Besitzerin dermaßen sauer gemacht, dass ich ihr äußerst barsch entgegnet habe:

    "Es ist IHRE Aufgabe, IHREN Welpen zu erziehen. Wenn SIE meinen, anderen, vor Allem fremden Hunden diese Aufgabe überlassen zu müssen, müssen Sie sich nicht wundern, wenn dies darauf hinausläuft, dass Sie Ihren Welpen in Streifen wiederbekommen und anschließend lebenslang einen angstaggressiven Pöbler an der Leine haben - wenn er diese von Ihnen erhoffte Maßregelung durch einen anderen Hund überhaupt überlebt.

    Meine Hunde sind mir auf jeden Fall zu schade dafür, Ihre Unfähigkeit auszubügeln!"

    Dann habe ich sie stehen lassen und bin gegangen.

    Das bezieht sich jetzt nicht direkt auf den zitierten post - aber hinsichtlich "realitätsfern" und beschönigen durch positiv formulierte Hinweise auf Baustellen ...

    ... geht hier jeder davon aus, dass Pflegestellen immer genau wissen, was sie tun?

    Es soll ja auch Pflegestellen geben, wo Menschen eben Hunden ein vorübergehendes Plätzchen anbieten, ohne sich darüber Gedanken zu machen ob sie diesem Hund überhaupt gerecht werden können.

    Insofern würde ich diese Aussage des TSV "ist draußen für Training noch nicht wirklich zu haben" gar nicht so sehr in Stein gemeißelt sehen.

    Weiß denn irgendeiner (Achtung, ich übertreibe jetzt bewusst!), ob auf dieser Pflegestelle nicht 10 Hunde hocken, und für diese Hündin gar nicht die Zeit (und möglicherweise auch die Kompetenz) da ist, um eine fundierte Aussage zur Trainierbarkeit machen zu können?

    Wenn MICH dieser Hund so ansprechen würde - würde ich möglichst schnell hinfahren und ihn mir live ansehen wollen.

    Dabei lerne ich dann auch die Menschen dort kennen, und deren Umgang mit den Hunden, die sie dort haben.

    Ich gehöre ja zu der Fraktion, die - wenn sie einen Welpen hat - andere Menschen aktiv fragt, ob ein Kontakt ok ist oder nicht.

    Ich will nämlich, dass mein Hund lernt:

    - andere Hunde sind überhaupt nicht gruselig (Lektion 1)

    - wir RENNEN nicht einfach zu anderen Hunden hin (Lektion 2)

    Deshalb wähle ich sorgfältig aus, zu welchen Hunden mein Welpe überhaupt Kontakt bekommt.

    Der Kontakt ist dann grundsätzlich leinenlos.

    persica Du hast ja Kleinhunde, und hier kann ich dir sagen, dass ich Besitzer von Kleinhunden gerade in den ersten Wochen gar nicht nach Kontakt frage.

    Meine Welpen bringen in der Zeit schon ein Gewicht von 5-6 Kilo auf die Waage, und weil sie das noch nicht kontrolliert in einen Kontakt einbringen können, wäge ich da sehr sorgfältig ab.

    Klein- und Kleinsthunde dürfen sie dann auch erst kontrolliert an der Leine kennen lernen, und zwar so, dass sie zwar schnuppern können, aber OHNE Körperkontakt.

    Haben meine Welpen gelernt: "Es gibt ANDERE Hunde, aber diese sind überhaupt nicht gruselig!", dann hat sich bei meinen bisher 3 Welpen ganz schnell das ihnen wohl eigene "Überrollgen" eingeschaltet - und ab da ging es nur noch angeleint zu anderen Hunden.

    Auch hier war der Kontakt IMMER vorher abgesprochen, und ich bin dann mit dem (zu Beginn ziehenden, und deshalb mit Geschirr versehenem) Welpen bis kurz vor den anderen Hund, habe dort in Ruhe (mehr oder weniger xD Welpen haben noch ihre eigene Vorstellung von Ruhe) abgeleint und FREIGEGEBEN.

    Ich denke, dass genau diese Vorgehensweise ihren Teil dazu beigetragen hat, die Anfrage des Halters eines 10-Wochen-alten Welpen, ob ein Kontakt okay ist, eindeutig mit "Ja" beantworten zu können.

    Es kann nur passieren, dass ich dann eine ganz klare Vorgehensweise vorgebe, die vom Verhalten des Welpen abhängt.

    Bei einem sehr verhaltenen, "skeptischen" Welpen bleibe ich mit meinen Hunden auf Abstand; der Welpe kann dann leinenlos selber entscheiden, ob und wie er Kontakt aufnehmen will. Erst wenn er den von sich aus sucht, lasse ich EINEN meiner Jungs im freien Kontakt selber agieren.

    Bei einem sehr forschen Welpen bitte ich darum, den Abstand zu uns auf 2-3m zu verkürzen, BEVOR der Welpe losgelassen wird. Aber auch hier manage ich so, dass der Welpe zunächst erst mal nur EINEN meiner Jungs als "Sparringspartner" hat.

    Es gibt Regeln des Kontaktes, und weil Welpen diese noch nicht kennen, manage ich so dass diese eingehalten werden.

    Nachtrag zum Vorpost:

    Ganz wichtig fand ich den nahezu inflationär eingebrachten Hinweis vom Rütter: "Jeder Schritt mit durchhängender Leine - niemals Zwang! Geht der Hund zurück - das ist okay! Ihr habt Zeit, nehmt euch die!"

    Der Hinweis:

    "Wenn ihr dann wieder zurückgeht, und den Hund dabei ziehen müsst - dann zieht da meinetwegen, mit aller Kraft - aber niemals wenn ihr mit dem Hund aus dem Tor rausgeht, niemals!"

    war ironisch gemeint, eben um zu untermauern, dass der Schritt RAUS nie mit Zwang erfolgen soll. Aber auch, um zu untermauern, dass die KLEINSCHRITTIGKEIT beibehalten werden soll - selbst wenn vom Hund Anzeichen kommen, dass dieser bereit wäre doch noch einen größeren Schritt zu machen.

    Zu Luke und seinen Menschen:

    Das Päarchen ist mir megasympathisch gewesen :cuinlove:

    Dass sie diese Kleinschrittigkeit des Trainings so angenommen haben, fand ich unglaublich toll!

    Ist das Futterentzug, womit da gearbeitet wird?

    Futterentzug heißt, man lässt den Hund bewusst hungern.

    Das ist hier doch gar nicht der Fall.

    Natürlich muss, wenn durch das Training viele Kalorien in den Hund kommen, das auch von der Tagesration abgezogen werden - sonst wird der Hund zur kugelrunden Nudel.

    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass DIESES Päarchen nun den ganzen Tag geübt hat und die Tagesration ausschließlich in kleinen Häppchen in diesen Hund gekommen ist...

    Ich fand Luke übrigens nicht panisch ...

    Supersympathisch, typisch Rütter eben, die knochentrockene Bemerkung: "Hunde die betteln solln was kriegen."

    :lachtot:

    Recht hat er - allerdings sollte man die danach folgende Erklärung bei dieser Aussage mit berücksichtigen ;)

    Ein Hund, der etwas gar nicht will und deshalb ins Meideverhalten (bei Luke: Rückzug in sein sicheres Refugium Garten) geht, dieses aber zugunsten der Motivation, ein Leckerchen zu bekommen, UNTERLÄSST - dem gibt man das Leckerchen, und das hat zwei gute Gründe:

    1. Der Hund entscheidet sich freiwillig, also intrinsisch, gegen das Meiden, zugunsten der Futterbelohnung

    2. Fressen macht glücklich - und dieses "Häppchen Glück" mildert das Empfinden dessen, was das Meideverhalten auslöst.

    Wirklich super ist die Kleinschrittigkeit - und dass die Halter das so umgesetzt haben, mit der erforderliche Riesenportion Geduld, ist echt eine Leistung.

    Angebracht fand ich die Klatsche: "Wer bei e-bay inseriert, ist nicht seriös. Punkt!"

    Natürlich gibt es auch seriöse Inserenten, keine Frage.

    E-Bay ist aber in erster Linie ein schneller und unkomplizierter Weg - und zu oft wird durch diesen Fokus auf schnell und unkompliziert der Blick auf die wirklich wichtigen Aspekte in den Hintergrund gedrängt.

    Wenn Menschen sich mehr Mühe geben würden und nicht "schnell und leicht verfügbar" als Ausgangsmotivation hätten ... bräuchten seriöse Quellen nicht mehr bei e-bay inserieren.

    Zum Abschluss ein kleiner Blick in die Glaskugel bei Luke: Gehen seine Menschen weiter so zwanglos und kleinschrittig mit dieser Autogeschichte vor, dann wird Luke irgendwann für sich die Erfahrung abspeichern: "Autofahren ist zwar doof - aber ich komme grundsätzlich durch diese Autofahrt dahin, wo ich Spaß mit meinen Menschen habe. Also nehme ich es mal hin."

    Jetzt hatte ich endlich mal Zeit, mir die letzte Folge reinzuziehen.

    Annama und Milo ... :(

    Das hat mich zum Weinen gebracht ... mehrfach :( :

    Es war die einzig richtige Entscheidung, Milo in eine andere Familie zu geben.

    Rütter ist da sehr klar, aber auch sehr empfindsam mit Annama umgegangen.

    Das Happyend für Annama mit der Tierschutzhündin Fiebie (keine Ahnung, ob das so geschrieben wird, es gab ja auch nur 2 Bilder dazu zum Ende der Sendung) war sehr schön.

    Schön auch die Aussage vom Rütter auf die Frage von Annama, ob sie lieber einen ausgebildeten Hund oder einen aus dem Tierschutz nehmen soll:

    "Das ist egal, das Wichtigste ist, dass der Hund natürlich dir gegenüber empfindsam sein muss - aber Draußen muss der eine coole Socke sein, das ist das Wichtigste. So cool, dass der ein Erdbeben erst merkt, wenn der Sack Futter in die Spalte rutscht." (nicht komplett wortwörtlich wiedergegeben.)

    Wahnsinn, dass Annama wieder Sprechen gelernt hat :(

    Es wurde übrigens immer von einem Begleithund gesprochen, nicht von einem Therapiehund.

    In der Szene mit dem Hundetrainer Hubert (?) und Milo auf der Bank im Park war deutlich zu sehen, was Milo benötigt: Beistand durch seinen Menschen, Sicherheit durch seinen Menschen.

    Annama ist selber hilfsbedürftig, und kann das nicht leisten.

    Hier spielt die genetische Disposition von Milo rein, der sowohl territoriale als auch soziale Komponenten mitbringt, die dazu geführt haben dass Milo einen "Job" für sich erkannt hat, und diesen ausübt.

    So einen Hund bekommt man natürlich sicherer - aber dazu muss der Halter selber sehr sicher sein. Dann kann auch Milo LERNEN, nicht mehr geringste Anzeichen einer Abweichung von "normalem Verhalten" als ungewöhnlich und Verteidigung erfordernd zu bewerten.

    Dennoch wird seine genetische Disposition IMMER auf "On" geschaltet sein, und bei wirklich außergewöhnlichen Situationen anspringen. Erkennt der Halter das nicht schon im Vorfeld und steuert dagegen, indem er dem Hund die Bewertung mitteilt: "Ich sehe es - und es ist okay!", dann schaltet sich das Verhalten wieder ein.

    So verstehe ich die Aussage vom Rütter: "Das hat der Hund IN SICH, und das lässt sich nicht ändern!"

    Hinsichtlich des territorialen Aspektes kam mir noch der Gedanke, ob bei Annama durch den Rollstuhl aus Sicht des Hundes das "Territorium" möglicherweise immer mitgeschleppt wird? :denker:

    Eine sehr traurige, berührende Geschichte, die aber auch sehr deutlich zeigt wie wichtig es ist, die eigenen Umstände zu berücksichtigen bei der Wahl eines Hundes.

    Also machst du dann eine Markierung mit dem Jungspund oder mehrere? Das ist das, was ich als "Einheit" eben so unklar finde.

    Mindestens 2 Markierungen. Es gibt einen für den Hund ganz klaren Anfang, und ein ganz klares Ende.

    Die "Arbeit" soll ganz klar Spaß machen.

    Es gibt aber einen Unterschied zwischen "Just for fun", und Arbeit: Bei der Arbeit brauche ich die volle Konzentration des Hundes - und er muss WARTEN.

    Warten kann der Jungspund überhaupt noch nicht. Also grundsätzlich weiß er schon, was Warten ist - er mag es nur nicht, will am Liebsten und Überall gleich los.

    Da etabliere ich derzeit die Basis, darüber, dass er lernt das WARTEN durchaus Sinn macht.

    Am Beispiel der gestrigen Übung:

    Ein umgestürzter Baumstamm nah am Weg, in ansonsten unterholzfreiem Gelände.

    Die Hunde haben 3m vor dem Baumstamm gewartet, meine im Platz, der Jungspund angeleint mit seiner Halterin.

    Ich stand direkt VOR dem Baumstamm und habe sichtbar für die Hunde, mit dem Dummy-Lockruf begleitet ("Jep-Jep") DREI Dummies geworfen.

    Dann habe ich aus der Distanz erst Vasco geschickt. Der musste sich einen Weg suchen zum Dummy, weil der Baumstamm sehr groß und auch glitschig war.

    Als Zweiten dann Amigo. Das ging ratz-fatz.

    Dann durfte der Jungspund. Der hang zeitweise schon bei den Würfen in der Leine, es war schon eine Herausforderung für die Halterin, nicht quer von ihm zum Apportel gezogen zu werden |)

    Danach die Hunde wieder 3m vor dem Baumstamm platziert, wieder 3 Dummies geworfen (da war Jungspund schon etwas ruhiger), und anschließend ca. 15m Abstand genommen und erst von da aus geschickt, wieder in der vorigen Reihenfolge.

    Zum Abschluss sind wir dann mit den Dreien auf ca. 30m Abstand gegangen, ich bin alleine zu dem Baumstamm, habe dort die gleiche Markierung gemacht, wieder zurück zu den Jungs.

    Die erste durfte Amigo holen, Nummer 2 und 3 dann der Jungspund.

    Die Apportel wurden dann von mir weggepackt, und den Hunden wurde durch ein "Okay - weiter gehts!" signalisiert, dass der Apport nun beendet ist und wir weiter gehen.

    Das Ganze hat ungefähr 20 Minuten gedauert - und das sind 20 Minuten Konzentration für die Hunde!

    Dann waren das 9 Apporte - davon 2 für Vasco, 3 für Amigo und 4 für den Jungspund.

    Der Jungspund musste also 5 Apporte von anderen Hunden "ertragen".

    Das fiel ihm schon sichtlich leichter bei der 2. und 3. Aufgabe. Da wusste er schon: "ICH darf AUCH!!!" - und das ist zumindest schon mal ein winziger Fortschritt.

    ....................

    Dieses "Ich DARF ... auch" MUSS bei diesem Hund auf- und ausgebaut werden.

    Leider hat er nämlich schon gelernt, dass er IMMER KANN, wenn er nicht angeleint ist.

    Oft auch, wenn er angeleint ist |)

    Er liebt andere Hunde, und zeigt ein Sozialverhalten frei von Aggression.

    Dabei wird er aber bei aller Ungestümheit nie taktil - er rempelt also nicht an, zwickt auch nicht, und ist bei aller Ungestümheit auch Kleinsthunden gegenüber sehr umsichtig in dem was er tut.

    Das ist echt toll.

    Trotzdem sind die großen Bedenken hinsichtlich Hundekontakten seitens der Halterin berechtigt.

    Nicht jedem Hund ist eine solche Ladung an Energiebündel angenehm, und die Gefahr ist einfach bei einem solchen Hund größer, einem Hund zu begegnen der nicht mit Nachsicht sondern einer geballten "Ansage" auf ihn reagiert.

    Leider hat die Halterin als Ersthundehalterin keinerlei Erfahrung hinsichtlich anderer Hunde, und ihr Verhalten ist geprägt von Angst - eben um ihren Hund.


    Kann die Besitzerin ihn da händeln?

    Siehe oben - leider nicht wirklich :( :

    Kommt ja auch darauf an, ob ich da irgendwas so transportieren kann, dass sie damit lernt |)

    Im Moment ist es so, dass meine Anwesenheit ihr sehr viel Sicherheit gibt.

    Das kann ich nutzen.

    Sag mal, was ist denn eine Apport-Einheit bei dir? Das ist so weitläufig, magst du kurz berichten, was das konkret umfasst?

    xD - ja, das ist erläuterungsbedürftig.

    Apporteinheit heißt: Klar abgegrenzt vom Freizeitmodus-Spaßspaziergang.

    Dem Hund signalisiere ich dann: Jetzt ist Konzentration angesagt, ICH mache jetzt etwas, IHR seht dabei zu - und bekommt DANN einen Auftrag.

    Ist der Jungspund dabei, werden ALLE Hunde dafür angeleint (meine kann ich ohne diese Ablenkung, die der Jungspund einfach derzeit noch ist, ohne Probleme ungesichert ins Platz legen und sie - auch außer Sicht - dort liegen und warten lassen, bis ich sie holen komme).

    Die Apportaufträge sind da sehr unterschiedlich, beim Jungspund lasse ich derzeit noch SEHEN, was ich tue und WOHIN ich das Apportel lege.

    Apportaufträge umfassen aber allgemein:

    - die einfache Markierung; Ein Dummy fliegt, und der Hund kann anhand der Flugbahn die Landestelle lokalisieren. Je nach Umfeld ist es dabei mal leichter, mal schwerer, diese Landestelle zu "markieren", heißt: Sich genau merken, in welcher Entfernung und wo das Dummy dann zu finden ist. Eine kurzgemähte Wiese beispielsweise bietet dem Hund noch die Möglichkeit, das Dummy auch auf dem Weg dahin noch zu SEHEN - wobei auch das bei größeren Distanzen für so manchen Hund eine echte Herausforderung sein kann. Ich erlebe oft, dass gerade ungeübte Hunde über ein Dummy hinwegrennen, einfach, weil sie die Distanz noch nicht einschätzen konnten und noch nicht gelernt haben, ihre Nase schon auf dem Weg gezielt einzusetzen.

    Ein Dummy, welches auf einem Laubteppich landet, dort möglicherweise sogar etwas einsinkt, ohne eine Geländemarkierung (ein Busch, ein Baum, ein Baumstumpf) die dem Hund dabei hilft, sich ungefähr zu orientieren, ist da eine völlig andere Hausnummer.
    - die Frei-Verloren-Suche: Hier werden ein oder mehrere Dummies ausgelegt, evtl. mit "Schleifspuren", ohne dass der Hund dies sieht. Hier wird der Hund dann in ein Gebiet eingewiesen, welches er mit Hilfe seiner Nase absuchen muss. Das ist die Verhaltenssequenz Stöbern, die damit bedient wird.

    - Das Einweisen: Das ist die "Königsklasse", bei der der Hund nicht weiß, wo das Dummy liegt. Hierzu muss er schon die "weisende Hand" kennen und umsetzen, denn der HF zeigt ihm damit die Richtung, in der das Dummy zu finden ist.

    - Fährtensuche: Mache ich bei meinen nicht wirklich ausgeprägt, weil ich hier lieber das "Frei-Verloren" einsetze. Diese Möglichkeit halte ich mir "in petto", für einen Hund, der dies bevorzugt als Jagdverhaltensweise. Könnte möglicherweise der Jungspund sein, weil der derzeit seine Nase kaum vom Boden kriegt ... aber das sind (noch) hauptsächlich andere Gerüche, vornehmlich von anderen Hunden, denen er da nach geht. Da muss ich mal schauen, ob wir auch in diese Richtung arbeiten.

    Zeigt der Jungspund sonst generell viel Jagdverhalten oder war da einfach ein Reiz sehr nah?

    Es gibt bei ihm altersentsprechende Hinweise, dass er gerade "auspackt" was in ihm steckt. Ist ein Hütehund-Retrievermix aus einer Bauernhofvermehrung (und ja, ich habe mir zu Beginn erlaubt, die Halterin darauf hinzuweisen, dass ich solche Vermehrer schxxxx finde. Ich habe es deutlich, aber nett verpackt. Und der Hund ist jetzt DA, und er ist echt toll - aber auch anstrengend, weil anspruchsvoll. Also helfe ich, wenn erwünscht und möglich).

    Der Hund saugt ALLES auf wie ein Schwamm; er ist ein ganz gewitztes Köpfchen, lernt unglaublich schnell - und ist für mich eine große Herausforderung weil ich mir ganz genau überlegen muss, WAS das jeweilige Ziel ist, und WIE ich das so in eine Übung verpacken kann, dass es auch für den Hund klar und erreichbar ist. Sonst denkt der sich seine eigenen Lösungen aus ... und davon hat er leider schon ein paar parat, die ihn nicht so wirklich einschätzbar machen ... :roll:

    Derzeit treffe ich mich ja regelmäßig ein mal die Woche mit einer Bekannten zum gemeinsamen Spaziergang.

    Sie hat einen unglaublich tollen, 1-jährigen Jungspund.

    Der ist aber "eine Hausnummer für sich" - ein Powerpaket, der sehr viel fordert.

    Freilauf bekommt er derzeit nur, wenn ich mit dabei bin, weil: Er hört dann so schön |)

    Uff .... letztens bin ich dann bei ihm doch sehr arg ins Schwitzen gekommen, denn er hatte irgendwo im Unterholz etwas wahr genommen, und zeigte höchstgradig Jagdverhalten.

    Er sprintete auf dem Weg hin und her, voll konzentriert auf das, was da im Wald zu sein schien, seine Halterin schrie fast: "Der rennt jetzt weg, Moni, der ist gleich weg!!!!! :shocked:" - und die Befürchtung hatte ich auch ganz massiv.

    Ich bin richtig ins Schwitzen gekommen bei meinen BETONT FREUDIGEN Bemühungen, seine Aufmerksamkeit zu bekommen und ihn davon abzuhalten, auf Nimmerwiedersehen ins Unterholz abzudriften ... Ein Kommando, möglichst noch mit DRUCK, hätte er nicht befolgt. Ganz im Gegenteil - das hätte seiner Motivation, doch lieber dem Objekt seiner Begierde nachzugehen, den entscheidenden Kick gegeben, es DOCH zu tun.

    Ich habe in gekriegt ... hot-dog-face aber das war richtig Arbeit.

    Wir hatten schon mit Dummytraining bei ihm angefangen, er zeigt da sehr viel Enthusiasmus und Talent.

    Das ist die Vorgeschichte.

    Gestern trafen wir uns wieder, auf meine Bitte hin mit Biothaneschleppleine.

    Nach einigen Minuten zum Dampf-Ablassen und Lösen (der Jungspund freut sich immer wie ein Schneekönig, wenn er uns sieht - logisch, er hat dann die Erwartungshaltung, dass er total auf seine Kosten kommt, wenn wir gemeinsam gehen) habe ich dann ein paar kleine Apportübungen gemacht.

    Danach konnten wir die Schlepp dann schleifen lassen.

    Auf dem gesamten Spaziergang hat er dann KEIN Jagdverhalten mehr gezeigt, wobei ich im zweiten Teil noch mal gezielt eine Apportübungseinheit eingebaut habe, diesmal mit einem Sprung über einen liegenden Baumstamm.

    Der Spaziergang ging über fast 2 Stunden ... wir sahen alle aus wie die Drecksschweine - aber das Verhalten des Jungspundes macht Hoffnung.

    Wir werden jetzt öfter miteinander gehen, und dann auch gezielt trainieren.

    Nicht nur Apport.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht, und werde hier mal von Zeit zu Zeit berichten.

    Ist zwar jetzt nur ein Blick in die Glaskugel ... aber:

    Irgendwie deuten alle Zeichen darauf hin, dass das Schicksal dir da einen "Plan B" für den Fall des Falles beschert hat, falls du tatsächlich mal ausfällst.

    Ohne diese Komplikation hättest du vermutlich gar nicht erfahren, dass dein "Plan B" in der Nachbarschaft wohnt ... :bussi:

    Ich drücke weiter die Daumen, dass es so weiterwächst!