Beiträge von Hundundmehr

    Ich nehme Rücksicht, weil ich Schaden vermeiden will.

    Es ist mir nicht egal, ob derjenige bei mangelnder Rücksicht Schaden erleidet oder nicht.

    "Rücksicht ist das Verhalten, das die besonderen Gefühle, Interessen, Bedürfnisse, die besondere Situation anderer berücksichtigt, feinfühlig beachtet."

    (aus: Duden)

    Rücksichtnahme muss sich mein Gegenüber nicht verdienen durch sein eigenes Verhalten.

    Pferde ... kann hier ein Vergleich zu Hunden gezogen werden?

    ....

    Nein.

    Schon mal einem Pferd im Treppenhaus begegnet, in der Fußgängerpassage, auf den normalen Straßen, in Interaktion mit anderen Pferden im Wald oder Naherholungsgebieten auf Wiesen?

    Wie oft seht ihr Pferde - also wenn ihr nicht gerade an einem Reiterhof wohnt, mit daran anschießenden ReitWEGEN...

    Zumal in einigen Bundesländer extra Reitwege eingerichtet sind, für die die Reiter jährlich Gebühren zahlen müssen. Diese Wege sind extra ausgeschildert - und natürlich kann dort jeder auch die Reitwege betreten. Aber auf eigene Gefahr. Deshalb die Schilder.

    Ja, jeder Reiter sollte sein Pferd so weit "im Griff" haben, dass er andere nicht unnötig gefährdet - aber er DARF auch nicht überall einfach reiten, weshalb in den Bereichen, wo er es darf (und eben auch Geld dafür zahlt) auch Rücksicht auf ihn genommen werden MUSS.

    Wer hier (in NRW) einen Reitweg betritt, obwohl er Angst vor Pferden hat - der hat für mich nicht mehr alle Waffeln im Schrank. Es gibt zigtausendmal mehr Wege die genutzt werden können und wo Pferde NICHT erlaubt sind - muss es da einer der wenigen Reitwege sein, mit denen wir Reiter mit Pferd sowieso schon aus dem "normalen Verkehr" rausgezogen werden?

    pardalisa Ich gehöre genau zu den Reitern, die gerne und jedem gegenüber Rücksicht nehmen, die freundlich erklären, die immer ein Leckerchen in der Tasche haben und Menschen, die großen Respekt vor Pferden haben, aber sich das auch mal "trauen" möchten, ein Leckerchen in die Hand drücke und es dem Pferd geben lasse...

    Gerade deshalb ärgert mich auch gerade dieser Gedankengang von dir:

    wenn das wirklich so ein heftiges Problem damit hat, dass Leute ihm vorsichtig, langsam und sichtbar ausweichen, und dann ernsthaft gefährlich wird, sollte man damit vielleicht nicht im Gelände reiten, sondern zu Hause auf dem Reitplatz bleiben :hust: ).

    Pferde sind Fluchttiere, und es kann für Pferd und Reiter verdammt gefährlich werden, wenn Menschen nicht die erhöhte Rücksicht nehmen, die einem Fluchttier gegenüber erforderlich ist.

    Was ein Fluchttier ist, und wie man sich Fluchttieren gegenüber verhält, sollte eigentlich zum Allgemeinwissen gehören.

    Neue Strategien bringen Medikamente ja nicht in den Hund, sie könnten es nur leichter machen, dass diese überhaupt gelernt werden können.

    :bindafür:

    Serotoninförderung macht es dem Parasympathikus leichter.

    Da gibt es ja einige Mittel, die dieses Stresssystem unterstützen können.

    Das geht von gezielter Fütterung über frei verkäufliche Zusatzmittel bis hin zu starken, verschreibungspflichtigen Psychohammern, die auch in der Humanmedizin eingesetzt werden.

    Was du davon nutzt, ist nicht so wichtig. Ich kann aber verstehen, dass du das nicht hier diskutieren willst :bussi::bindafür:

    Wichtiger ist tatsächlich das hier:


    Dann müsste das, was er mit Unterstützung lernen konnte, nämlich halbwegs gefestigt sein.

    Aldington beschreibt in seinem Buch "Von der Seele des Hundes" die Wirkung, wie der Einsatz von Medikamenten tatsächlich Verhaltensänderungen möglich macht, Stichwort "Tankerhunde".

    Hormone beeinflussen Verhalten - aber Verhalten beeinflusst eben auch Hormone.

    Die Verbindung dazwischen ist LERNEN.

    Was - wie alles im Leben - natürlich auch seine Grenzen hat.

    Aber auch noch so kleine Verbesserungen sind eine Erhöhung der Lebensqualität.

    Ich bin dann mal gespannt, du wirst ja sicher auch berichten, ob und was sich nach dem Ausschleichen zeigt :smile:

    Weil es in einem anderen Thread auch wieder zur Sprache kam:

    Woran messt ihr die Rücksicht, die eurer Meinung nach geboten ist mit eurem Hund/euren Hunden gegenüber der Umwelt?

    Bei mir selber ist das umgebungsabhängig, aber eben auch vom Verhalten der Menschen, welches bei MIR ankommt.

    Unverschämtheit, aber auch das Einfordern oftmals vermeintlicher Rechte ist dabei für mich ein "rotes Tuch", wo ich deutlich abwäge, ob ich jetzt mal meine gute Erziehung vergesse und meinem Gegenüber mal gepflegt den Mittelfinger zeige - auf damenhafte Art, aber dennoch unmissverständlich.

    Unverschämt finde ich z. B. Rücksichtslosigkeit, wenn jemand meint, die ganze Welt müsse auf ihn/sie Rücksicht nehmen, ohne dass von dessen Seite aus die Bereitschaft besteht, selber auf die Belange anderer Rücksicht zu nehmen.

    Unverschämt finde ich, wenn jemand - möglichst noch ungefragt - meint, die Rechte anderer beschneiden zu dürfen, um zu seinem (vermeintlichen) Recht zu kommen.

    Ein ganz klassisches Beispiel: Fahrradfahrer die meinen, auf Wegen, die von ALLEN genutzt werden dürfen, müssten ALLE aus dem Weg springen, damit sie ungehindert fahren können.

    Als Begründung nehmen sie die Nutzungserlaubnis, und sehen es als ihr vermeintliches Recht, dort ungehindert ihr Tempo fahren zu können.

    Damit sind sie eindeutig auf dem Holzweg, denn dieses Recht haben sie nicht.

    Hier sagt die Straßenverkehrsordnung eindeutig, dass die Nutzungsrechte an Rücksichtnahme gegenüber anderen Nutzern gebunden sind, und sie ihr Tempo jederzeit den Umständen unter Berücksichtigung der Belange anderer anpassen MÜSSEN.

    Das eigentliche Thema war ein Mensch mit (scheinbarer) Hundephobie.

    Weder meine Hunde noch ich können etwas für diese Phobie - aber der an dieser Krankheit leidende Mensch auch nicht.

    Ich kann nicht erwarten, dass sich dieser Mensch komplett aus dem öffentlichen Leben zurückzieht, nur weil Hunde zum öffentlichen Straßenbild gehören.

    In Bereichen, wo Hunde angeleint gehören, nehme ich deshalb erhöhte Rücksicht, wenn ein Mensch mir das SAGT. Wobei ich da sicher auch abwäge, ob der Ton, den derjenige mir gegenüber dabei anschlägt, tatsächlich mehr von "Empörung" oder Angst diktiert wird ... |) (Ich mag Menschen nicht, die eine Angst vorschieben, obwohl sie einfach nur eine Abneigung gegen Hunde haben - versteht ihr, wie ich das meine?).

    Begegnet mir ein solcher Mensch allerdings in einem Freilaufgebiet, nehme ich zwar auch Rücksicht, erlaube mir aber den Hinweis dass ein Freilaufgebiet nicht der geeignete Ort ist für jemanden mit Angst vor Hunden.

    Immerhin habe ich hier das RECHT, meine Hunde frei laufen zu lassen (wobei ich schon berücksichtige, dass dieses Recht kein Freifahrtschein für Belästigung anderer ist) - und es doch in der Eigenverantwortung des Menschen mit Hundephobie liegt, sich Rahmenbedingungen auszusuchen, die seine Phobie berücksichtigen.

    Das Galgöchen wusste also sofort beim Anblick der Rennbahn, was es zu tun hat?

    Zwar nicht genau, wie - aber was war sofort klar?

    :herzen1:

    Ich persönlich hatte ja bei den Fotos direkt wieder einen Zuckerschock - sooooo schön, das Galgöchen in seinem Element zu sehen :herzen1:

    Wie geht es ihm denn heute?

    Gibst du eigentlich immer noch medizinische Hilfe für sein Stresssystem? Du hattest da mal was zu geschrieben, ich habe aber vergessen was du da gegeben hast :ops:

    Wie geht es denn dem Junior heute, ich hoffe, sein Rücken macht ihm keine Probleme?


    P.S.: Ideale Umweltvorraussetzungen hin, kleine Stolpersteinchen des Lebens her - ich finde, das Galgöchen ist genau da richtig, wo es jetzt gelandet ist.

    Wir wissen alle: BESSER geht IMMER - aber weil das Leben eben nicht immer das Beste parat hält, sind wir (=alle Säugetiere, 2 und 4-beinig) genau dafür ausgerüstet, zufrieden zu sein auch wenn das Leben nicht jeden Tag den Hintern mit Honig pudert ...

    "Mehr Platz kann ich ihnen leider nicht machen." Die Strasse hat nur einen Bürgersteig...

    "Sie dürfen hier nicht lang gehen!" Im Brustton von Überzeugung und Verzweiflung...

    :emoticons_look: :skeptisch2: "Warum?"

    "Weil ich Angst vor Hunden habe!" Ahja, :wallbash: :doh: :wallbash:

    Nur mal als Anmerkung (nicht als Kritik!):

    Das hört sich für mich vornehmlich nach einem Hilfeschrei an ... :ka:

    Weshalb das jetzt auch mein persönliches Kopfkino ist - aber wenn ich demjenigen tatsächlich eine so übergroße Hundeangst abkaufe, dann suche ich nach einer Möglichkeit, darauf Rücksicht zu nehmen. Umkehren und dann in eine Toreinfahrt gehen, z. B.

    Klar sage ich dann auch: "Doch - ich DARF; Aber wenn Sie so eine große Angst haben, nehme ich darauf gerne Rücksicht."

    Aber, wie gesagt: MEIN Kopfkino

    Tierheime mit einer hohen Vermittlungsrate - darunter fallen die Tierheime, die sich auf die Vermittlung von Tieren aus dem Auslandstierschutz spezialisiert haben.

    Kleine bis mittelgroße Hunde, möglichst jung, gehen "weg wie warme Semmeln".

    Wenn der Fokus auf "schnelle Vermittlung" liegt, wird die Messlatte für die Eignung entsprechend niedrig angelegt.

    (Bitte achtet auf die Formulierung: "Darunter fallen die Tierheime ..." - heißt: Nicht JEDES Tierheim mit hoher Vermittlungsrate ist automatisch ein Tierheim, welches sich auf die Vermittlung junger, kleiner bis mittelgroßer Auslandstierschutzhunde spezialisiert hat!)

    Übrigens fallen für solche Tierheime die öffentlichen Förderungen weg, wenn der Bestand an Hunden aus dem Auslandstierschutz zu groß ist (=zu wenig Platz für Fundtiere oder/und Abgaben/Zwangsabgaben, dir kurzfristig untergebracht werden).

    Woraus sich jetzt aber auch nicht der Umkehrschluss ableiten lässt, jedes privat geführte Tierheim hätte sich auf "schnelle Vermittlung" bei "niedriger Messlatte für die Abgabekriterien" spezialisiert.

    Es muss halt jedes mal genau hingesehen werden, wer wo und wie arbeitet.